Montag, 2. April 2018

Teenager verdient 200.000 Euro im Cannabis- und Drogenhandel

 

 

Polizei gelingt Zugriff im Klassenzimmer: Österreichs jüngste Drogenbaronin in Haft

 

 

Handel Legalisieren - Steuern Kassieren

 

 

Sadhu van Hemp

 

 

Pressemitteilungen, die am 1. April herausgegeben werden, sind mit Vorsicht zu genießen, denn allzu leicht könnte der Leser Opfer eines Aprilscherzes werden. Dass die Pressestellen der österreichischen Polizei dieses Brauchtum pflegen, war bislang nicht bekannt. Doch nach der gestern in der „Kronen Zeitung“ veröffentlichten Nachricht über eine 16-Jährige, die mit dem Handel von Drogen über 200.000 Euro „verdient“ haben soll, könnte der Verdacht aufkommen, dass es die Polizei mit der Wahrheit am 1. April auch nicht so genau nimmt.

 

Und so konnte die auflagenstärkste österreichische Boulevardzeitung gestern in einfacher Sprache dem Volke vermelden, dass der Gendarmerie ein finaler Schlag gegen eine Suchtgiftgrossistin in Eisenstadt gelungen ist. Unter dem Vorbehalt der Unschuldsvermutung malten die Reporter der Regenbogenpresse das düstere Bild einer 16-jährigen Schülerin, die im Burgenland in ganz großem Stil mit Drogen gehandelt haben soll – und das auch im Klassenzimmer. Seit Sommer 2017 soll der Teenager mit dem Verkauf von Cannabis, Ecstasy und Amphetamin über 200.000 Euro „verdient“ haben. Das ist fraglos ein Rekordverdienst für eine Schulklo-Dealerin.

 

Laut „Krone“ soll der mutmaßlichen Suchtgiftgroßhändlerin Kommissar Zufall auf die Schliche gekommen sein. Bei einer großangelegten Verkehrskontrolle im Februar ging der Polizei ein 20-jähriger Autofahrer aus dem Bezirk Neusiedl am See ins Netz, der angab, Cannabis geraucht zu haben. Da die österreichische Gendarmerie ähnlich gnadenlos gegen Haschgiftverbrecher vorgeht wie die vorbildlichen Kollegen der bayerischen Polizei, wurde der 20-jährige „Drogenlenker“ nicht nur wegen einer Rauschfahrt mit einer Strafanzeige abgefertigt, sondern zugleich auch massiv bedrängt, seine Cannabis-Quelle zu nennen. Wie nicht anders zu erwarten, plauderte der junge Mann.

 

Wie die Kronen-Zeitung weiter ausmalt, erfolgte schließlich in einer Eisenstädter Handelsschule der polizeiliche Zugriff, wo die 16-jährige Schülerin gerade ihrer Schulpflicht nachkam. Bei der Abholung durch die Polizei sollen sich im Schulranzen der Nachwuchsgroßdealerin eine Rekordmenge von fünf Gramm Cannabisblüten, eine digitale Feinwaage sowie über 1.400 Euro in kleinen Scheinen befunden haben. Bei der anschließenden Durchsuchung des Kinderzimmers entdeckte die Polizei weitere Drogen und einschlägiges Verpackungsmaterial. Wie viel Suchtgift beschlagnahmt werden konnte, wurde nicht mitgeteilt, aber es müssen schon beachtliche Mengen gewesen sein, wenn die Schülerin in nur acht Monaten über 200.000 Euro „verdient“ haben soll.

 

Dass das Mädchen zu den Profis des Berufsstandes zählen dürfte, belegt der zahlungskräftige Kundenstamm der Großdealerin. Für den hohen Umsatz, um mal das Wort „verdient“ etwas zu präzisieren, sollen seit Sommer 2017 über 50 Kunden im Alter von 16 bis 20 Jahren mit ihrem Taschengeld gesorgt haben. Darunter befänden sich auch „Sprösslinge aus Politikerkreisen“, kitzelt das Boulevardblatt Österreichs besorgte Volksseele, ohne allerdings die Quelle bei der Polizei zu nennen, die so freundlich war und die Information aus den Ermittlungsakten durchgestochen hat. Ob es der „Krone“ gelingt, mit dieser Information im Sinne der Boulevardpressefreiheit ein richtig großes Fass aufzumachen und ein paar Existenzen zu zerstören, bleibt abzuwarten. Vorrangig ist erst einmal, dass das böse Drogen-Kind in Untersuchungshaft sitzt und ganz Österreich aufatmen kann.

 

4 Antworten auf „Teenager verdient 200.000 Euro im Cannabis- und Drogenhandel

  1. Rainer Sikora

    Amphetamin ist definitiv ein Suchtgift.Und Extasy könnte ich auch niemandem empfehlen.So kommt Cannabis in Verruf dazu zu gehören.

  2. Otto Normal

    Vielleicht ist die Schule oder sind die Lehrer in Ösiland ohne Drogen nicht zu ertragen.

  3. Ralf

    Oh weh, die Kinder ,die Kinder und die böse Suchtgift (was für ein bescheuertes Wort)-Mafia, äh halt die war ja erst 16, also was nun eine Mafiabraut oder eines dieser ach so bejammerten Kinder? Ich schätze das Mitleid für Kinder hat hier ganz schnell sein Ende gefunden denn die Kleine ist jetzt eine schlimme Verbrecherin und muß die volle Härte der „Gerechtigkeit“ zu spüren kriegen. Da kommt wieder mal die ganze Doppelmoral dieser braunen Irren an die Oberfläche und jeder kann es eigentlich leicht sehen.

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