Mittwoch, 21. März 2018

Hallo MS

 

Aus dem Leben der Autorin und Bloggerin Heike Führ

 

 

Autor: Ferdinand Grün

 

Heike Führ leidet seit 1994 an der chronischen Nervenerkrankung Multiple Sklerose. Doch davon lässt sich die lebenslustige, aktive Frau nicht unterkriegen. In ihrem Blog „Multiple Arts“ berichtet sie, um anderen Erkrankten Mut zu machen, über den Umgang mit ihrer Krankheit. Seit  Anfang 2017 behandelt sie ihre MS mit CBD-Öl. Wir haben Heike für ein Interview getroffen um unseren Lesern von Ihren Erfahrungen mit der Selbstmedikation mit CBD zu berichten.

 

Ferdinand: Hallo Heike, bei meinen Recherchen über Hanf-Öl und Cannabidiol bin ich im Internet auf deinen Blog „Multiple Arts“ gestoßen. In diesem Blog berichtest du seit 2012 über deine MS-Erkrankung (Multiple Sklerose) und deinen Umgang damit. Über Multiple Sklerose hört man ja in letzter Zeit ziemlich viel, aber was genau muss man sich unter MS eigentlich vorstellen und wie wirkt sich diese Krankheit bei dir persönlich aus?

 

Heike: Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata – ED) ist eine neurologische, chronische Erkrankung/Entzündung des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie tritt meist zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auf und betrifft mehr als zwei Drittel Frauen. Trotz intensiver Forschungen konnten bis heute weder die genaue Ursache, noch eine Heilungsmethode für diese Erkrankung gefunden werden.

Man nimmt an, dass Multiple Sklerose durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen wird: Entzündungsherde (Läsionen) in Gehirn oder Rückenmark beschädigen die Nervenhüllen, wodurch die Weiterleitung der Signale unterbrochen wird und es in Folge zu neurologischen Ausfällen kommen kann.

Die Stellen, an denen die Entzündungsherde im Gehirn und/oder Rückenmark sitzen, sind für die Art der Symptome maßgeblich und verursachen die Symptome und Beschwerden.

Sie sind bei jedem Patienten unterschiedlich, ebenso wie Zeitpunkt und Ausmaß der eventuellen Schübe. Sie sind niemals vorhersehbar.

Für die Betroffenen, aber auch für die Angehörigen, bedeutet die Krankheit und deren Unberechenbarkeit eine große Unsicherheit für die Zukunft und löst verständlicher Weise auch viele Ängste aus.

Das ist die Theorie. Praktisch habe ich hauptsächlich sehr stark mit der Fatigue (= abnorme Erschöpfung und Erschöpfbarkeit) zu tun. Mein linkes Auge war blind und gelähmt und dadurch habe ich leichte Sehstörungen zurückbehalten, die sich hauptsächlich bei Stress zeigen. Meine allgemeine Belastbarkeit und Konzentration ist gesunken und ich kann keine langen Strecken mehr laufen, habe viel mit Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und tauben Gliedmaßen zu kämpfen. Mein Krankheitsverlauf ist aber verglichen mit anderen – bis auf die Fatigue – recht milde. Zum Glück.

 

Ferdinand: Wie kam es eigentlich dazu, dass du dich, mit einer sicherlich erstmal niederschmetternden Diagnose, letztendlich dazu entschlossen hast deine Erfahrungen und Erlebnisse in die Öffentlichkeit zu tragen und einen Blog über MS im Internet zu gründen?

 

Heike: Das ist eine witzige Geschichte, denn zu meinem 50. Geburtstag feierte ich eine große Party und meine „MS“ hielt sozusagen eine Rede. Ein befreundeter Webdesigner war so begeistert, dass er meinte, ich solle meine Worte in die Welt hinaustragen und so richtete er mir den Blog ein. Des Weiteren hatte ich in MS-Zeitschriften immer schon mal kleine Texte veröffentlicht und spürte, dass mir das Schreiben sehr gut tat. Heute bezeichne ich es als „therapeutisches Schreiben“. Außerdem spürte ich recht schnell, dass es an Aufklärung mangelt und durch meine Erfahrungen als Mitglied im Leitungsteam einer Selbsthilfegruppe erlebte ich hautnah, wie schlimm es ist, wenn sich ein Betroffener unverstanden fühlt. Da ich selbst hauptsächlich mit den unsichtbaren Symptomen der MS zu kämpfen habe, erlebte ich zu Anfang ebenfalls viel Unverständnis. Meine Verzweiflung schrieb ich nieder und so entstanden meine Texte, Artikel und später dann die Bücher.

Da ich ja schon mit 50 Jahren teilverrentet wurde und ich auf Grund der Fatigue sehr viel ruhen und liegen musste, war noch dazu das Schreiben und Recherchieren für mich eine tolle neue Aufgabe.

So wuchs der Blog und heute kann ich wirklich sagen, dass ich ein sehr erfülltes und glückliches Leben führe – auch mit MS!

 

Ferdinand: Welche Reaktionen hast du daraufhin bekommen?

 

Heike: Schon die Reaktionen auf meine kleinen Veröffentlichungen waren enorm und als ich dann den Blog und die dazugehörige (mittlerweile sehr lebendig verlaufende) Facebook-Seite MULTIPLE ARTS startete, war das Feedback so enorm groß, dass ich regelrecht überwältigt war. Die Rückmeldungen kamen allgemein von chronisch Kranken, weil sie sich verstanden fühlten und auch von deren Angehörigen. Das beflügelte mich weiter zu schreiben und auch viel zu recherchieren, da ich auch helfen wollte.
Das Schöne war und ist, dass mir Menschen schrieben, ich hätte ihre Ehen gerettet – weil auf Grund meiner Texte mehr gegenseitiges Verständnis für beide Partner aufkam; oder dass sich Eltern-„Kind“-Beziehungen wieder stabilisiert haben, weil beispielsweise die Mutter einer MS`lerin meine Bücher gelesen hat und somit ihre Tochter besser verstand. Was kann es Schöneres für eine Bloggerin und Autorin geben?

 

Ferdinand: Was möchtest du mit deinem Blog erreichen?

 

Heike: Mir geht es hauptsächlich um Aufklärung rund um MS und chronische Krankheiten – und insbesondere um die UNSICHTBAREN Symptome. Denn oft sieht man chronisch Kranken die starken Beeinträchtigungen nicht an und wir stoßen somit auf viel Unverständnis. Dies möchte ich anschaulich erklären und eine Bereitschaft für ein gegenseitiges Akzeptieren schaffen.Da ich ja auch Pädagogin bin, ist mir das MITeinander ganz wichtig und auch darüber schreibe ich auf meinem Blog und in meinen Büchern. Ohne gute Kommunikation ist meines Erachtens echte Beziehung nicht möglich – nur wenn wir uns gegenseitig verstehen, wenn die Erwartungen des Anderen kennen, können wir jeweils auch adäquat handeln und reagieren – in einem achtsamen respektvollen Miteinander. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass sich Betroffene verstanden fühlen und so auch ihre Erkrankung besser verstehen und annehmen können und dass sich Angehörige ebenfalls aufgehoben fühlen. Die vielen Kommentare und Mails, die mich dazu erreichen, sind für mich der schönste Lohn! Einen gewissen und realistischen Optimismus, gepaart mit Zuversicht, Mut und Stärke möchte ich ebenfalls weitergeben.

 

Ferdinand: Einige deiner Artikel handeln ja von Hanf-Öl, bzw. CBD-Öl, dass du in deinem Blog als „kleines Wundermittel für dich“ bezeichnest. Wie kamst du persönlich denn zum ersten Mal mit CBD-Öl in Berührung?

 

Heike: Ja, ich bin mittlerweile ein echter CBD-Fan geworden! Mir wurde auf einem Blogger-Workshop von einem schwer betroffenem MS`ler CBD-Öl empfohlen, da er auf meinem Blog verfolgt hat, dass ich u.a. sehr stark an Fatigue leide und schlecht schlafe – er hatte selbst gute Erfahrungen mit CBD gemacht.

 

Ferdinand: Du schreibst auf Multiple Arts weiter, dass CBD-Öl allerdings auf keinen Fall ein Ersatz für eine klassische medizinische Behandlung ist. Welchen Stellenwert räumst du Cannabidiol in deiner persönlichen medizinischen Behandlung und im Allgemeinen ein?

 

Heike: Für mich ist Cannabidiol das Mittel der Wahl bei meiner MS! Ich mache ansonsten keine medikamentöse MS-Therapie mehr, da mich die Nebenwirkungen der Medikamente dermaßen außer Gefecht gesetzt haben, dass ich keinen Nutzen, sondern nur noch einen Schaden darin sah. Ich setzte in Absprache mit meinem Neurologen die Spritzen ab und seitdem geht es mir schonmal deutlich besser. Seit ich das CBD-Öl nehme, habe ich um 80-90% mehr Lebensqualität gewonnen. Ich möchte aber keinen chronisch Kranken von seiner Basistherapie abbringen, denn das muss jeder für sich entscheiden. Ich berichte IMMER nur von mir, von meinem Erleben – Authentizität ist mir sehr wichtig und deshalb schreibe ich auch klar, dass ich weder Mediziner bin, noch irgendjemandem etwas überstülpen möchte. Die Verantwortung für sein Handeln muss im Endeffekt jeder für sich selbst übernehmen – deshalb schreibe ich auf meinem Blog immer dazu, dass ich zwar CBD empfehle, es aber eventuell je nach individueller Sachlage, kein Ersatz für entsprechende Medikamente sein muss. (Für mich ist es das zwar, aber das muss jeder für sich entscheiden). Aber ich kann jedem nur empfehlen, CBD-Öl zu nehmen – mit oder ohne medikamentöser Basis-therapie! „Ohne mein CBD gehe ich nirgends hin!“ Es ist seit einem Jahr MEIN Mittel gegen die MS und ich bin sehr dankbar, darauf gestoßen zu sein.

 

Ferdinand: Hattest du vorher bereits Erfahrung mit Cannabis oder seinen Produkten als Medizin oder Genussmittel? Und falls Nein: Hat es dich Überwindung gekostet dich auf Cannabis als Medizin einzulassen?

 

Heike: Nein, ich hatte gar keine Erfahrung damit und habe auch nie geraucht. Es hat mich anfangs sehr große Überwindung gekostet, mich auf medizinisches Cannabis einzulassen. Diese Skepsis hat aber nur kurz angehalten! Ich habe gut recherchiert und nachdem klar war, dass das CBD-Öl kein THC enthält, habe ich mir ein Fläschchen bestellt und seitdem ist es wirklich mein persönliches Wundermittel. Ich habe seit 12 Jahren heftige Fatigue mit aufgesetzten Fatigue-Anfällen, die teilweise gar 4-5 Mal pro Tag auftraten. Ich hatte wirklich keine Lebensqualität mehr und musste frühverrentet werden. Mein damaliger Zustand war extrem schlimm, er war kräftezehrend und manchmal kam ich mir „dahinvegetierend“ vor. Ich frage mich heute oft, wie ich das damals ausgehalten habe…  Seit ich das CBD-Öl nehme, habe ich wieder deutlich mehr Lebensqualität, mehr Kraft und Ausdauer und somit auch tausend Mal mehr Lebensfreude erhalten.

 

Ferdinand: Welche Erfahrungen hast du persönlich mit dem Einsatz von Cannabidiol gemacht, wie dosierst du es und in welcher Form nimmst du es zu dir?

 

Heike: Ich habe mit dem 5%igen CBD-Öl gestartet und nehme mittlerweile meistens das 10%ige Öl.Vom 10%igen Öl nehme ich 5 Tropfen morgens (oder vom 5%igen Öl 10 Tropfen) und dann je nach Bedarf nochmal bis zu 2x täglich 5 Tropfen. Bei besonderen Anlässen, wie Blogger-Workshops oder Festen, nehme ich wirklich einfach nach Bedarf mehrmals täglich CBD. Ich habe nie Nebenwirkungen gehabt und vertrage es ausgezeichnet.

 

Mein „Werdegang“ bis dahin war aber ein reines Ausprobieren: ich startete mit der Einnahme des Öls mit 1-2 Tropfen abends und erhoffte mir besseren Schlaf. Nachdem ich munter fröhlich die komplette (!) NACHT wach war, kam nach der ersten kurzen Enttäuschung die Überlegung auf, dass es mir dann ja vielleicht gegen diese schreckliche Fatigue helfen könne. Also habe ich es morgens ausprobiert und siehe da: innerhalb weniger Tage spürte ich eine deutliche Besserung der Fatigue. Nach 2 Wochen ging es mir so gut, dass es sogar anderen Leuten aufgefallen ist: ich war insgesamt entspannter, hatte weniger Muskel-Steifigkeit und vor allem mehr Energie! Das war ein so überwältigendes Gefühl, so neu und einzigartig, dass ich darüber bloggen musste!

 

Ferdinand: Wie wirkt Cannabidiol im Allgemeinen bei Multipler Sklerose?

 

Heike: Auch hier möchte ich nur von meinen Erfahrungen berichten: Mir hilft CBD enorm gegen die abnorme Erschöpfung (Fatigue). Ich bin deutlich entspannter und gelassener und konnte mein Antidepressivum um die Hälfte reduzieren.

Meine Kraft wurde stärker und ich kann nun auch deutlich längere Strecken laufen, was meinem Hund ebenfalls sehr gut bekommt.

Ich habe mehr Konzentration und Ausdauer, was sich als eine allgemeine Leistungssteigerung bemerkbar macht und einfach wunderbar ist.

In der letzten Zeit hatte ich auch öfters mal mit starken Erkältungen zu tun: ich habe mein CBD-Öl dann mehrfach täglich genommen und die Erkältung verschwand jeweils schneller.

Und insgesamt bewirkt all das Positive auch auf psychischer Ebene etwas, denn da ich mich nun belastbarer fühle, traue ich mir mehr zu, kann auch mal wieder 2 Termine an einem Tag ausmachen (was vorher absolut nicht möglich war) und diese Motivation kann mich ja nur motivieren, vorwärts bringen und mir gut tun! Auf jeden Fall wirkt CBD erwiesener Maßen ja auch anti-entzündlich, was bei MS ja super toll und wichtig ist. Deshalb würde ich CBD auch nehmen, wenn ich keine direkte „Besserung“ bestimmter Symptome spüren würde. Es tut dem Körper ganz einfach gut und ist in dieser Hinsicht für mich eines der Nahrungsergänzungsmittel, die ich auf Grund der MS zu mir nehme (wie z.B. auch Vitamin D).

Anderen MS`lern hilft CBD beispielsweise beim Einschlafen, gegen Spastiken, Schmerzen uvm. Interessant ist, dass das CBD bei jedem Menschen scheinbar etwas anders wirkt.

Mich macht es beispielsweise wach, weswegen ich es auch morgens nehme – andere nehmen es abends, weil es sie müde macht. Meine Erfahrung ist diesbezüglich, dass es einfach jeder für sich ausprobieren muss.

 

Ferdinand: Sind beim Einsatz von CBD irgendwelche Nebenwirkungen zu erwarten?

 

Heike: Ich selbst habe absolut keine Nebenwirkungen und ich habe auch noch von niemandem etwas Negatives gehört.
Aber ich bin bei meinen Recherchen zu meinen Blog-Beiträgen darauf gestoßen, dass kleine Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder kurzzeitiger geringerer Blutdruck auftreten können und dass man es nicht in der Schwangerschaft nehmen sollte. Ein Hinweis ist mir noch aufgefallen:  CBD kann eine minimale und eine auf wenige Medikamente neutralisierende Wirkung haben. Das heißt, man sollte, wenn man Medikamente nimmt, mit dem Apotheker oder Arzt vielleicht Rücksprache halten. Aber auch dies konnte ich bei mir absolut nicht beobachten.

 

Ferdinand: Was würdest du Menschen empfehlen die sich für den Einsatz von CBD bei einer MS-Erkrankung interessieren? Welche Tipps hast du da besonders für Einsteiger die sich mit der Materie noch nicht so gut auskennen?

 

Heike: Mein erster Tipp ist: Probiert es unbedingt aus! Ich würde mit einem 5%igen CBD-Öl starten und dann austesten, wann man es individuell am besten einnimmt. Ebenfalls würde ich mit einer niedrigen Dosierung von 1-2 Tropfen beginnen und dann beobachten, wie es wirkt. Wichtig zu wissen ist, dass reines Hanf-Öl immer einen wirklich unangenehmen Geschmack hat und da man es nach Empfehlungen auch am besten eine Minute im Mund lassen soll, kann das den ein oder anderen schon mal Überwindung kosten. Ich habe mittlerweile kein Problem mehr damit, zumal der Nutzen tausendfach größer ist!  Manche spülen auch mit ein paar Schluck Wasser nach und das ist sicher auch ok.

 

Ferdinand: Kann ich mir Cannabidiol oder CBD-Produkte von einem Arzt verschreiben lassen?

 

Heike: So viel ich weiß, werden CBD-Produkte leider nicht vom Arzt verschrieben. Ich finde das mehr als schade – ebenso wie ich es traurig finde, dass alternative Heilmethoden meist nicht „anerkannt“ werden und somit auch nicht von den Kassen übernommen werden. Denn meiner Erfahrung nach hilft mir Homöopathie und Osteopathie super gut – im Gegensatz zu manch chemischen Mitteln!
Dass CBD nicht übernommen wird, finde ich wirklich schlimm, denn es ist ja nicht ganz billig. Allerdings hält ein Fläschchen, wenn man einmal pro Tag 5-10 Tropfen nimmt, immerhin einen Monat und das ist es mir bei diesem riesigen Erfolg wert!

Ich habe beispielsweise nun auch meine Osteopathie-Termine verringern können, da mir das CBD-Öl so gut tut und somit gleicht sich das finanziell wieder etwas aus.

Ich kenne aber einige MS`ler, die sich das Öl schlicht und ergreifend nicht leisten können.

 

Ferdinand: Der Markt von Cannabis und seinen Produkten und somit auch von CBD wird in den letzten Jahren ja immer undurchschaubarer. Geldmacher und Scharlatane sprießen wie Pilze aus dem Boden und wer nicht gerade ein Hanf-Studium hinter sich hat, steht manchmal etwas ratlos vor dem breiten Angebot. Welche Ratschläge kannst du Anfängern geben um ein gutes Produkt zu einem fairen Preis zu finden? Auf was sollte man achten und wo sollten die Alarmglocken klingeln?

 

Heike: Das sehe ich genauso und deshalb kann ich nur empfehlen, gut zu recherchieren – oder sich auf Blogs wie meinem umzuschauen, da dort Betroffene berichten und das meistens authentisch und vor allem ehrlich ist. Ich habe auf Grund meiner Bloggertätigkeit mit einigen CBD-Shops engen Kontakt und schlage meiner Community auch nur Shops vor, deren Produkte ich erstens selbst getestet und als gut befunden habe und zweitens muss ein gewisser Gleichklang vorhanden sein. Die Philosophie des Shops muss für mich stimmig sein. Beispielsweise gibt es wirklich CBD-Anbieter, die einfach nur froh sind, dass die Wirkungsweise des Cannabidiols bekannter wird und somit dem Hanf an sich mehr Lobby verschafft wird. Das entspricht zu 100% meiner Sichtweise und das unterstütze ich auch. Aus genau diesem Grund – nämlich um anderen Menschen helfen zu können und ihnen meine Erfahrungen mit CBD mitzuteilen, blogge ich über das Thema auch.

Meine Alarmglocken klingen immer dann, wenn Heilungsversprechen mit irgendwelchen Mitteln gemacht werden. Dann heißt es für mich: „Finger weg“! So überzeugt ich von CBD bin und so enorm gut es mir hilft: Es wäre unseriös, wenn ein CBD-Shop Heilung verspricht.

 

Ferdinand: Wo können sich interessierte Menschen objektive Informationen über Cannabidiol holen?

 

Das Hanf-Journal ist doch beispielsweise eine tolle Informationsquelle und es gibt eine unabhängige Info-Seite rund um CBD: cbdratgeber.de

Wichtig ist, dass man als Suchender darauf achtet, wer hinter solch einer Webseite steckt – denn oft sind es Shops, die dann für ihre Produkte werben und wo der Infogehalt nicht so 100%ig richtig ist! Deshalb sind auch die Erfahrungen von ernstzunehmenden Bloggern meiner Meinung nach so wichtig – da sie selbst betroffen sind.

 

Ferdinand: Wo findet man deinen Blog im Netz und kann man dich in deiner Arbeit irgendwie unterstützen?

 

Danke erst mal für das tolle Interview, denn das ist schon Unterstützung pur!

Meinen Blog findet man unter https://multiple-arts.com und meine Facebook-Seite unter: https://www.facebook.com/multiple.sklerose.ms/

Des Weiteren bin ich noch auf YouTube und Instagram, Google+ und Twitter aktiv (Links dazu auf meinem Blog). Man kann mich einerseits als Kooperationspartner in meiner Aufklärungsarbeit unterstützen und indem man meine Beiträge liest und auch gegebenenfalls weiterempfiehlt und teilt (oder meine Bücher kauft). Ich möchte der MS mehr Lobby verschaffen, mehr Bewusstsein und Verständnis fördern – das erreicht man immer dann, wenn man möglichst viele Menschen erreicht – und zwar im Herzen. Das wünsche ich mir als „Unterstützung“, das heißt also: jedes Interview, jede Veröffentlichung meiner Artikel ist ein Weg auf der Reise zur Forschung und Hoffnung auf Heilung.

 

Was ich den LeserInnen noch gerne mit auf den Weg geben möchte:

 

An CBD-Öl fasziniert mich vor allem, dass es frei von THC ist (bzw. den gesetzlichen Vorgaben folgt, dass der THC-Gehalt unter 2% sein muss). Das heißt, dass dieses wunderbare Hanf-Öl nicht high macht und nicht bewusstseinsverändernd wirkt, sondern ein rein pflanzliches, legal zu erwerbendes Nahrungsergänzungsmittel ist. Für mich mein kleines Wunder-Mittel, das mir völlig neue Lebensqualität verschafft hat. Ich wünsche mir sehr, dass noch viel mehr auf diesem Gebiet geforscht wird und CBD den Stellenwert erhält, den es verdient hat! Vielleicht wird es dann auch irgendwann einmal günstiger zu erwerben sein und somit auch Jedermann möglich gemacht, es kaufen zu können.

 

Mein Motto und meine Lebenseinstellung zur MS ist: „Niemals aufgeben“ und: „Das Leben ist mit MS nicht zu Ende – es ist nur ein neuer Anfang!“. Außerdem halte ich es für wichtig, die Erkrankung nicht zu „bekämpfen“, da dies zu viel Energie kostet. Ein „Verdrängen“ ist ebenfalls nicht sinnbringend. Ihr aber die Stirn zu bieten und mit Zuversicht nach vorne zu blicken, das ist meine Devise. Und an meinem Beispiel sieht man, dass sogar trotz dieser schweren Erkrankung immer noch neue Möglichkeiten und Chancen möglich sind – und nicht zuletzt Dank CBD!

 

Ferdinand: Vielen Dank, liebe Heike für das tolle, persönliche Interview. Wir wünschen Dir Alles Gute und dass du mit deiner positiven Lebenseinstellung vielen Erkrankten im Umgang mit ihrer MS helfen kannst.

4 Antworten auf „Hallo MS

  1. Tom

    Meine MS feierte letztes Jahr ihren 30sten und ich kann jedes Wort von Frau Führ unterstreichen. Eine, trotz Krankheit, positive Einstellung zu seinem eigenen Leben ist die halbe Miete. Das was ich noch machen kann genieße ich doppelt und dreifach. Was ich nicht mehr machen kann … wurscht. Dazu noch einen Arzt der (jetzt) auf meiner Wellenlänge liegt, sprich Cannabis verschreibt, und der Verzicht auf pharmazeutische „Wundermittelchen“ wie z.B. Zinbryta (das jetzt wegen zu vieler Todesfälle zum 2. Mal vom Markt genommen werden muß. Und das für 5.000€ pro Schuß), bringen mehr als jedes Grübeln über die „Ungerechtigkeit“ der Welt (Warum ich?). Es war einiges an „Feintuning“ nötig bis mein Arzt begriff dass und warum ich mich ausschließlich mit CBD/THC und Cortison behandeln lasse, es hat sich aber gelohnt 😉 Jedenfalls so lange bis die Forschung die Ätiopathogenese der MS geklärt hat und das wahllose herumstochern im Nebel endlich ein Ende findet. Dann sehen wir weiter.

    Werden wir das? Neiiiiin. Das hieße ja dass sich die pharmazeutische Industrie mit einem effektiven Heilmittel ein multi-Milliarden Dollar Geschäft mit den dubiosen Mittelchen kaputt machen würden. Man kann sicher sein dass das nicht passieren wird.

  2. Heike Führ

    Hallo Tom, danke für die Rückmeldung, die mir ebenfalls gut tut 🙂
    Es ist toll, wenn man immer wieder Menschen trifft, die die gleiche Einstellung zur MS haben !
    Liebe Grüße, Heike Führ

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