Dienstag, 6. März 2018

Hurra, Mortler darf weiter Cannabis verteufeln!

 

 

SPD hält den Steigbügel für die neue alte Drogenbeauftragte der Bundesregierung

 

 

Mortler
Grafik Ruth Groth

 

 

Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Es ist vollbracht: Das SPD-Mitgliedervotum hat grünes Licht für die Große Koalition mit der  CDU/CSU gegeben. Leicht verspätet zum höchsten Fest der Katholiken bekommen die Bürger das zurück, was nach der Bundestagswahl im September 2017 eigentlich für tot erklärt worden war. Ja, die Deutschen sind Zeugen einer Wunderheilung geworden – vollzogen an der alten Tante SPD, die von den Toten auferstanden ist und bis zur endgültigen Abberufung in dreieinhalb Jahren noch einmal im GroKo-Gruselkabinett von Angela Merkel herumgeistern darf.

 

Und das ist auch gut so. Schließlich soll alles wie gewohnt seinen geregelten Gang gehen und seine Ordnung haben. Und dazu zählt auch ein funktionierender Schwarzmarkt für Drogen, der nicht nur Millionen anständige Bürger preiswert und umsatzsteuerfrei mit verbotenen Genussmitteln versorgt, sondern darüber hinaus auch viele zehntausend Menschen in Lohn und Brot bringt. Im Gegensatz zu Linken und Grünen, die den Deutschen ein Ende der Prohibition aufzwingen wollen, wissen Christ- und Sozialdemokraten um die hohe volkswirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Btm-Schattenwirtschaft, die nur dann floriert, wenn die Handelsware verboten ist.

 

Und so soll großer Dank an die Sozialdemokraten gehen, die mit ihrem Ja zur GroKo zugleich Nein zur Cannabis-Freigabe sagen. Somit ist die Zukunft des illegalen Cannabisgewerbes bis 2021 gesichert. Kein Straßendealer muss fürchten, von einem legalen Coffeeshop verdrängt zu werden, kein Homegrower Panik schieben, dass schon morgen industrielle Großgärtnereien den Markt mit lieblos gezogenem Billiggras fluten. Weiterhin wird die Nachfrage das Angebot bestimmen, die Preise bleiben auf stabilem Niveau, und Importeure von Haschisch können ihren zollfreien Gewinn in neue Schnellboote, Düsenjets und Waffen investieren.

 

Und wenn das nicht schon schön genug wäre: SPD sei Dank ist SIE wieder da – unsere über alles geliebte Marlene vom Hopfenhof, die von ihrem Ziehvater Horst Seehofer eine zweite Amtszeit als Drogenbeauftragte der Bundesregierung geschenkt bekommen hat. Einen besseren Gefallen hätte die SPD der verfemten Haschgift-Community nicht tun können. Mortler ist unser Mann im Kampf gegen die Hanffreigabe. Ohne dass sie es weiß, ist ihr beherzter Einsatz gegen die Cannabis-Legalisierung von unschätzbarem Wert für die organisierte Kriminalität. Die Mortlersche trägt dazu bei, dass die geächtete Hanfpflanze für den Wirtschaftsstandort Deutschland genauso wichtig ist wie Braunkohle, Bier und Glyphosat.

 

Damit auch alles so hübsch hässlich bleibt und „Cannabis weiterhin verboten ist, weil es illegal ist“, gilt es nun, die neue alte Drogenbeauftragte darin zu bestärken, nicht all zuviel über eine Cannabis-Freigabe nachzudenken. Lassen wir die Mortler in dem Glauben, dass Genusskiffer eine Art schlafende Guerilla sind, die in ihrer stillen Gefährlichkeit nur den Reichsbürgern vergleichbar ist. Nicht dass noch der Groschen fällt und ihr die kontrollierte Abgabe für Erwachsene in den Sinn kommt. Schließlich will niemand, dass plötzlich auf Bahnhöfen und Spielplätzen Ebbe herrscht. Denken wir insbesondere an unsere kiffenden Kinder, die auch ein Recht auf Rausch haben und die ersten unschuldigen Opfer einer Legalisierung wären.

 

16 Antworten auf „Hurra, Mortler darf weiter Cannabis verteufeln!

  1. Steffen

    Wenn der CSU-Chef eine Personalentscheidung trifft, sind daran welche SPD-Mitglieder beteiligt? Ich halte es für absurd, die Mortler-Personalie den SozialdemokratInnen anzurechnen. Kausal weit schlüssiger wäre es, den schwarzen Peter an die 2.869.744 WählerInnen der CSU zu reichen. Oder noch konkreter den 81.867 Menschen aus dem Wahlkreis 246, die Marlene mittels Erststimme zum Einzug in den Bundestag verhalfen.

    Deine unangemessene SPD-Schelte in den Hanf Journal Alltag zu übertragen, würde bedeuten, ab sofort nicht mehr bei euren Werbekunden zu kaufen, weil diese für die Rechtschreibfehler in Artikeln zur Rechenschaft gezogen gehören.

  2. Daniel

    Zudem hat die SPD-Gesundheitsbeauftragte jüngst im Bundestag in der ersten Lesung über etwaige Cannabis-Modellprojekte durchblicken lassen, dass es womöglich sinnvoll wäre, neue Wege zu gehen. Naja, wie immer hier: blinder, vernebelter, wenig sachdienlicher Artikel…wenngleich Frau Mortler tatsächlich untragbar für ihr Amt ist

  3. Manuel

    Wenngleich der Artikel auch einen gewissen Inhalt vermittelt, wie soll ein solche unsachliche und subjektive Darstellung der Legalisierung helfen? Dass Frau Mortler kein Interesse an Jugend- und Gesundheitsschutz hat, ist ohne Frage. Aber die Beiträge hier klingen mehr wie ein quengelndes Kind als nach einem professionellem Beitrag den man auch mal gerne zitieren würde. Wenn das so weiter geht, spare ich mir den Besuch hier in Zukunft.

  4. Ralf Med

    @JohannM
    Das frage ich mich auch.Man kann sich heute nur noch auf GOTT, Christus und dem lieben Schutzgeist verlassen !

  5. Rainer Sikora

    Der SPD war und ist es egal,wer das Amt inne hat.Hauptsache sie hat wieder mehr Macht und Einfluß.Eigendlich sind das alle Egomanen.

  6. Rainer Sikora

    Nach dem Filmbericht hätte man meinen müssen,jetzt dauert es nicht mehr lange.Heute ist die Gesellschaft irgendwie anders geworden.

  7. Stefan Gorlanov

    Frechheit, ich konsumiere täglich und gerne – Cannabis ist absolut ungefährlich, nur die Abhängigkeit spielt eine Rolle.
    Cannabis > Alkohol und Zigaretten – Diese Regierung ist doch absolut bescheuert!
    Klar weiß Marlene Mortler es anders, da bin ich mir sicher! Nochmal, ihr seit doch richtig durch..

  8. Lotus

    @ Rainer Sikora
    ja das dachte ich auch,
    ehrlich gesagt bin ich sogar der Meinung ,das wir uns in Sachen Cannabis in Deutschland gerade gefühlt,sich der Zustand für Konusmenten hier deutlich verschlechtert hat,
    man man man… was waren das noch für Zeiten,
    damals gab es fast nur sauberes gutes Gras mit guter Wirkung ,zu fairen Preisen,
    von netten Leuten,egal ob in Holland oder in Deutschland,
    dagegen ist die Qualität und Wirkung der letzten jahre trotz angeblichen Mega Turbo Gras ,
    drastisch schlechter geworden für die Mehrheit,
    Cannabis aus dem Schwarzmarkt ist in der Regel eher schwach oder minderwertig in der Wirkung und mit Dünger oder Pestizieden verunreinigt oder noch schlimmeren Streckmitteln,(natürich gillt das nicht für alle,es gibt ja sicherlich auch gute Dealer…)
    es gibt Fake Weed wie Spice/Maya Kräutermischungen,die immer noch legal erhältlich sind,mit sehr bedenklichen Gesundheitlichen folgen,aber Cannabis ist illegal.
    Es gibt CBD auf Rezept,aber es wird nicht von der Krankenkasse bezahlt…
    Das zeigt alles schon, wie sehr der „War on Drugs“ sich nicht nur gegen die Drogen sondern vor allem gegen Konsumenten ,
    sprich den Menschen richtet und wir es mit Machtstrukuren zu tun haben,die in einem Verband aus Lobbisten ,pläne schmieden gegen die Rechte der Menschen zugunsten ihres Geschäfts .
    Ich fühle mich mit über 30 jahren in meinem Land weder sicher noch wohl und schonmal garnicht integriert,
    da ich mich als Konsument/Patient immer noch verfolgt sehen muß.
    Wir werden unserer Rechte und Freiheit beraubt,
    von herzlosen, gierigen, kapitalistischen Herschaftsmächten die fürchten ihr Geschäft zu verlieren an eine Pflanze.
    Wenn ich erhlich bin ist mein Fazit ,das die Arbeit unserer Feinde bisher leider effektiver war wie unsere,
    das ist aber auch typisch,den die haben das Geld und bechäftigen extra bezahlte Leute um Pläne zu machen wie man die Pflanze Cannabis am besten kontrolliern/bekämpfen kann ,(ein gutes Beispiel ist unsere Drogenbeauftragte oder unserer Experten aus jüngster Zeit wie Dr. Thomasius)
    das es so schlecht läuft für uns ,ist doch kein Wunder,
    man will garnicht das es funktioniert,man schafft Probleme wo man kann und hat bisher alles erdenkliche dafür getan um dagegen vorzugehen ,
    das die Pflanze Cannabis ihren berechtigten Platz in unserer Gesellschaft erhällt..
    man drängt uns als Konsumenten in die Ohnmacht,deswegen sind wir gezwungen uns am Rande der Gesellschaft zu bewegen
    und Gesetze zu brechen,mit dem „schlechten Gewissen“ und dem Risiko unsere Existenz aufs Spiel zu setzen…nice (Kopfschüttel)

  9. train

    Wie heißt es so schön, „man muss doch nicht immer gleich alles so (schwarz)sehen“ lol.
    Es liegt nicht alleine an Marlene Mortler ob Cannabis legalisiert wird oder nicht, sie ist Drogenbeauftragte, das heißt im Grunde aber doch rein gar nichts, schließlich entscheidet der komplette Bundestag und Bundesrat ob ein Gesetzt abgelehnt wird oder nicht.
    In Colorado war es beispielsweise ein Volksentscheid, der die Legalisierung ermöglichte hatte und über kurz oder lang, wenn immer mehr Staaten Cannabis freigeben, wird unsere Regierung einlenken müssen, denn wir entwickeln uns langsam (zumindest in Punkto Entkriminalisierung) zu einem Inselstaat (Holländer, Schweizer und jetzt auch Tschechen, dürfen kiffen) und wenn die erste Hemmschwelle gefallen ist, wird die Legalisierung folgen.
    Die SPD hat sich im Grunde sehr offen für die Legalisierung gezeigt (ob das nur eine Art Wahlkampagne war oder nicht, wird sich noch zeigen).
    Und wenn sich in naher Zukunft nichts tut, weiß ich welche Partei ich das nächste mal mit meiner ersten Stimme wähle, ich hoffe ihr auch 😉

  10. Fred

    @Lotus

    Wenn ich erhlich bin ist mein Fazit ,das die Arbeit unserer Feinde bisher leider effektiver war wie unsere.

    Das glaubst du doch nicht ernsthaft. So nahe wie derzeit waren wir nie an einer Legalisierung, bzw irgendwas ähnlichem. Dreieinhalb Parteien ( die SPD werte ich als die Halbe ) setzen sich im Parlament ein. International gibt es kaum noch ein Land, das nicht zumindest über eine Abkehr von der gescheiterten Drogenpolitik diskutiert. Und hier bei uns wären wir sicher schon zwei drei Schritte weiter, wenn wir nicht ständig von lobbygesteuerten konservativen Parteien regiert würden.

    Eine Chance haben die allerdings nicht mehr. Und man kann es auch als gutes Zeichen sehen, wenn im deutschen Parlament ein CDU Politiker von schädlichem Cannabis und von nicht schädlichen Streckmitteln spricht. Gutes Zeichen deshalb, weil der Bande rein nichts mehr einfällt.

    Das einzig richtige wird sich durchsetzen. Und sicher nicht das, was eine altbackende Partei als richtig verkauft.

  11. Lotus

    @Fred
    danke für deine Antwort 🙂
    ich sehe es eigentlich auch so wie du ,
    klar wird wieder darüber geredet und vielleicht sind wir ja einer Legalisierung etwas näher gerückt,
    aber wenn man solche Berichte von vor 20 Jahren sieht,
    merkt man ,das man uns schon mal soweit hatte,zu glauben es wäre bald soweit,
    aber wie du siehst wurden wir 20 Jahre hingehalten,
    dabei wußte man damals schon genug gute Gründe um zu Legalisieren oder einen liberaleren Umgang mit Cannabis zu finden.
    ich glaube leider ,man wird Cannabis in Deutschland nicht einfach so und schonmal garnicht schnell Legalisieren,
    würde mir wünschen ich täusche mich oder würde eines besseren belehrt ,
    bin jetzt aber schon ne weile dabei und habe Medien aus und um die Scene herum ,
    sowie Politik lange verfolgt,
    und da scheint es so zu sein ,als hätten wir nichts außer unserer Hoffnung,darauf zu warten,
    das sich etwas ändert…denn wie schon auch von anderen so oft erwähnt ,an gute Argumenten fehlt es nicht,die prallen nur leider ab ,an den Forderungen der großen Lobbys(Alkohol,Pharma etc),
    ein gutes Beispiel dafür ist CBD,es ist jetzt per Rezept erhältlich,aber wird eben nicht von der Krankenkasse übernommen,da es mit sicherheit viele andere Medikamente auf dem Markt verdrängen könnte,
    es ist Legal,du bekommst es auch,aber der Zugang wird deutlich erschwert und ist von einem gewissen Teil in der Gesellschaft vielleicht garnicht finanzierbar.
    Deswegen verzeih mir,ich will nicht zu Persimistisch rüberkommen,
    aber es hätte schon Gestern passiert sein müssen und wird vorraussichtlich Morgen noch nicht sein mit der Legalisierung.
    Was nicht heißen soll,wir sollten aufgeben,vielleicht muß man es halt etwas sportlicher sehen und jetzt erst recht aktiver werden ;D

    Peacegruß

  12. Fred

    @Lotus

    …. und doch ist einiges anders als vor 20 Jahren. Während man damals noch auf die Straße musste um seinen Protest auszudrücken, haben wir heute das Internet. Während man damals von Seiten der Politik einfach mal ein paar Wochen abwarten musste, bis keiner mehr auf die Straße geht, kommt man mit ignorieren heute nicht mehr weit.

    Der Druck hält an, und die Erfolge stellen sich ein. Das Thema ist im Parlament ! Das Image von Cannabis wandelt sich, alleine schon wegen der medizinischen Nutzung. Wissenschaftliche Erkenntnisse dringen durch und können nicht mehr unter dem Tisch gehalten werden. Und selbst der Verkehrsgerichtstag ( also der Kreis der letztendlich ein Urteil vor Gericht fällt ) plädiert für eine Anhebung der Nanogrammgrenze. Was für Gelegenheitskiffer in Verbindung mit der Eigenbedarfsgrenze schon einer Entkrimminalisierung nahekommt. Jedenfalls hat man dann „einen gut“.

    Was jetzt wichtig ist, ist dranbleiben. Posten, kommentieren und aufklären. Immer wieder. Und fordern. Wie sagte der CDU Politiker Carsten Linnemann auf dem letzten Parteitag der CDU auf die Frage was für ihn konservative Politik ist ? Die Antwort lautete “ Am Alten festhalten bis wir was besseres Neues haben “ .
    Was natürlich in der Konsequenz nur bedeuten kann, das man sich dem Neuen auch mal nährt, bzw sich soweit öffnet, das man beispielsweise Modellversuche zulässt. Die Sachlage aufklärt. Und das wäre dann der nächste Schritt, den wir jetzt fordern müssen.

    Den großen Knall und fertig ist die Legalisierung…. das wird es wohl in dieser Legislaturperiode nicht geben. Aber Schritt für Schritt weiter in die richtige Richtung… das sehe ich schon. Damit wird der positive Trend fortgesetzt. Ist ja auch schon mal was.

  13. Ralf

    Wieder mal nen Kommentar von mir gelöscht, es ist mittlerweile unerträglich was hier abgeht, f.d.selbst, SW.

  14. Sadhu van Hemp Autor

    Moin Bruder Ralf,

    dass die Redaktion ab und an Kommentare löscht, die etwas zu starken Tobak beinhalten, ist leider unerlässlich, um nicht in Teufels Küche zu kommen. Es gibt einfach zu viele hasserfüllte Leute (auch in der Community), die nur auf einen Fauxpas warten, um dem Hanf Journal nachhaltig zu schaden.

    Wie Du Dir sicher denken kannst, bin ich ein Fan Deiner Kommentare und finde es wirklich schade, dass Du mitunter etwas zu derb ins Gericht gehst – obwohl es oftmals nur allzu verständlich ist.

    Gruß
    Sadhu van Hemp

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