Montag, 26. Februar 2018

CBD-Gras-Startups in der Schweiz

 

Cannabis Helvetica

 

 

Text & Bilder: Der Budler

 

Innerhalb der letzten Monate, hat sich in der Schweiz eine sehr stabile und robuste Cannabis Industrie entwickelt. Seit einiger Zeit ist es in der Schweiz möglich, Cannabis mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent als Tabakersatz zu verkaufen und zu produzieren. Diese Chance nutzten einige Unternehmen in der Schweiz und fingen an sich Strains zu besorgen, deren THC-Gehalt möglichst gering ist und die einen hohen CBD-Wert aufweisen. Ziemlich schnell haben sich diverse Genetiken, wie die Sour Widow mit bis zu 16% CBD-Anteil bei einem THC-Gehalt von 0.3-0.5%, bewährt. Diese dürfen ganz legal in der Schweiz blühen. Nach und nach bildeten sich immer neue Produktionsstätten und die ersten Coffeeshops und Dispensaries öffneten ihre Tore. Mittlerweile blüht die Schweizer Landschaft mit vielen kleinen und mittelständigen Unternehmen, die unseren Lieblingspflanzen ein Schönes und Komfortables zu Hause geben. Des Weiteren haben sich auch die ersten Lieferdienste gegründet, die einem das Gras per Kurier nach Hause liefern. Und auch die Produktvielfalt wächst quasi stetig, ob es nun CBD-haltiges Gebäck, Bonbons oder CBD-Liquids zum Trinken sind. In der Schweiz gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Sogar der Besitz von bis zu 10 Gramm Cannabis, unabhängig vom THC-Gehalt, machen in der Schweiz je nach Kanton so gut wie keine Probleme.

 

 

Diese Situation ist natürlich überaus spannend, deswegen habe ich mich noch im letzten Jahr auf den Weg gemacht um ein weiteres Start up der Cannabis Industrie zu besuchen. Diesmal führte mich meine Reise in Richtung Zürich. Hier durfte ich Nick bei dem Aufbau seiner Grow Anlage über die Schulter schauen. Nick ist Anfang 20 und betreibt seit ein paar Monaten seinen online Shop CBDWelt24.ch. Nick war sofort klar, dass er aufgrund der neuen gesetzlichen Möglichkeiten eine Cannabisproduktion aufbauen wollte, um mit den Pflanzen zu arbeiten, die er so sehr mag. Also beantragte er im Mai 2017 seine Lizenz für die Produktion von Tabakersatzstoffen. In der Schweiz ist diese Lizenz mit relativ wenig Aufwand verbunden und bis jetzt noch nicht limitiert. Nachdem er den Antrag gestellt und ausgefüllt hatte, fing er an seine Produktion aufzubauen.

 

Der Aufbau

 

In einer Halle mit guten 100 Quadratmetern baute sich Nick eine „kleine Blütekammer“ mit knapp 50 Quadratmetern Fläche. Die „kleine Blütekammer“ beleuchtet effektiv 30 Quadratmeter Fläche. Aber man braucht auch immer etwas Platz, um die Gesundheit der Pflanzen zu überprüfen und verschiedene Arbeiten wie das beschneiden gut durchführen zu können. Den Boden der Blütekammer hat Nick mit Teichfolie ausgelegt, damit keine Wasserschäden entstehen. Denn bei Hallen in dieser Größe werden täglich mehrere Hundert Liter Wasser gebraucht und falls es mal ein Leck gibt, wäre ein Wasseraustritt fatal. Für die Abluft sorgt ein 5000-Kubikmeter-Lüfter mit Klimacontroller, der die Abluft über ein Fenster direkt aus dem Gebäude leitet, da sonst zu viel Wärme in der Halle entstehen würde. Für die Frischluft sorgt ein 3000-Kubikmeter-Lüfter, der ebenfalls an den Klimacontroller angeschlossen ist. Des Weiteren hat Nick noch Fünf Umluftventilatoren an die Wände montiert, damit die Luft immer in Bewegung ist. So bleibt die Temperatur immer unter 26 Grad, wenn die Lampen an sind. Während der Dunkelphase beträgt die Temperatur etwa 18 Grad.

 

Für das richtige Licht sorgen fünfzehn 1000-Watt Industrie Lampen, die schon mit Reflektor geliefert wurden. Eine dieser Lampe schafft es, zwei Quadratmeter optimal auszuleuchten. Es hängen immer drei Lampen in einer Reihe und Nick hat fünf dieser Reihen in seinem Blüteraum aufgebaut. Jede dieser Reihen ist mit einem eigenen Tischgestell ausgestattet, auf das die Pflanzen gestellt werden. Zudem hat jede dieser Reihen einen eigenen Wassertank, der mit einer Pumpe ausgestattet ist, so kann er die Bewässerung und auch die Nährstoffkonzentration für jede der fünf Reihen individuell steuern. Die Tischgestelle sind ca. einen Meter breit und gute sechs Meter lang und haben an einer Seite eine Abflussrinne um das überschüssige Wasser aufzufangen. Auf jedem der „Tische“ hat Nick 26 Librakästen platziert. Diese Kästen sehen aus wie ein Blumenkasten aus Plastik und passen genau auf das Tischgestell. Sie sind einen Meter lang, etwa 20 Zentimeter breit und mit zwei kleinen Abflüssen versehen, damit das überschüssige Wasser in die Abflussrinne laufen kann und nicht woanders hin verschwindet. Es passt immer eine Kokos Matte in einen Kasten.

 

 

 

Die sogenannten Coco Slaps sind aus diversen Gründen sehr beliebt. Zum einen sind sie wiederverwertbar und machen einem gerade, wenn man mehrere Pflanzen hat, das Leben in Sachen Umtopfen und Logistik leicht. Zum anderen ist Kokos sehr locker und luftig, weshalb sich die Wurzeln schön ausbreiten können und optimal mit Sauerstoff versorgt werden. Hinzu kommt noch, dass Kokos ein nachwachsender Rohstoff ist und somit schonend für unsere Umwelt. Soviel zu der Ausstattung von Nicks Blütekammer.

 

 

Zusätzlich hat der smarte Schweizer noch ein Obergeschoss, in welchem er sich zur Zeit des Besuchs gerade seine Mutterpflanzen hält. Denn gute Mutterpflanzen sind mehr als nur Gold wert. Die Mutterpflanzen wurden in zehn Liter Töpfe gebettet und mit einer 600-Watt-Lampe beleuchtet, um schön Vital zu bleiben. Im Erdgeschoss  ist noch ein kleiner Raum, in dem die Stecklinge anwachsen. Die Steckis hatte Nick für den ersten Grow bei einem Fachhändler abgecheckt. Die Stecklinge kamen schön angewurzelt direkt zu der Grow Anlage von CBD Welt 24. Nach der Ankunft verpflanzte Nick die Stecklinge in 10 Zentimeter Gordan Steinwoll Blöcke. Die Steckis bleiben die gesamte Wachstumsphase (etwa zehn Tage) in den Blöcken. Dadurch kann man auf relativ kleinem Raum viele Pflanzen unterbringen. Noch eine kleine aber wichtige Anmerkung am Rande: Bei Anlagen in dieser Größenordnung ist es überaus wichtig alle elektronischen Arbeiten, wie die Verkabelung der Lampen und der Belüftung von einem Elektriker vornehmen zu lassen. Da Grows in dieser Größenordnung unglaublich viel Strom benötigen und man ja keinen Kurzschluss oder gar Schlimmeres fabrizieren möchte.

 

 

Der Grow und die Technik

 

Eine kleine Klonarmee aus CBD-Gras

 

Doch zurück zu dem viel interessanteren Blüte-Raum. Bei meinem Besuch pflanzten Nick und ich die ersten 200 Pflanzen in die große Kammer. Dafür mussten wir mit Teppichmessern kleine Kreuze in die Koko Slaps ritzen. Wir ritzten immer vier Kreuze in jede Matte. Nachdem die Matten geritzt waren, platzierten wir die Steinwollblöcke in die Matten. Dazu muss man einfach die vorgeschnittenen Kreuze aufklappen und dann die Blöcke mit etwas Geschick auf dem Kokos platzieren. So konnten wir in relativ kurzer Zeit die ersten zwei Reihen feinster CBD-Genetik verpflanzen. Jede Reihe ist mit 26 Librakästen versehen, also befinden sich auf einer Reihe 104 Pflanzen, die von drei 1000-Watt Natriumdampflampen beleuchtet werden. Nachdem die kleinen ordentlich auf den Matten gelandet waren, mussten wir nur noch die Bewässerung installieren.

 

 

Jede der Reihen hat einen eigenen Wassertank und eine Pumpe, die mit einem Hartplastikschlauch verbunden ist. Dieser Schlauch ist quasi die Hauptleitung, die einmal mittig durch die Reihe gelegt wird und alle paar Zentimeter mit Kabelbindern befestigt ist. Mit einem speziellen Werkzeug kann man kleine Löcher in diese Leitung schneiden. Also musste Nick in jede Hauptleitung einige Löcher platzieren. Anschließend installierte Nick Tropfer an jedem der Löcher, um jede Pflanze einzeln mit Wasser zu versorgen. Tropfer sind kleine Schläuche, die von der Hauptleitung direkt zur Pflanze führen. Die Tropfer verfügen am Ende des Schlauchs über einen kleinen Spieß, der einfach in die Steinwollblöcke gesteckt wird. Bei der Tröpfchenbewässerung wie Nick sie benutzt, gibt es ein zwei Kleinigkeiten zu beachten. Es ist sehr wichtig, dass jedes der Löcher mit einem Tropfer versehen wird, da sonst ein Wasserschaden drohen kann, weil unkontrolliert Wasser aus der Leitung läuft. Zusätzlich ist darauf zu achten, immer wieder jeden der einzelnen Tropfer auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Denn diese Tropfer verstopfen gerne, weil deren Schläuche sehr dünn sind. Deswegen hat Nick auch an jeder Pumpe einen Schmutzfilter installiert, umso Feststoffe zu filtern und nur sauberes Wasser durch die Leitung strömen zu lassen. Des Weiteren ist es wichtig regelmäßig die Leitungen und die Tropfer mit Druck durchzuspülen. So kann man Probleme wie Algenbildung und Salzablagerungen reduzieren.

 

Nachdem die Tropfer an allen Pflanzen installiert sind, füllt Nick die Tanks mit Wasser und Nährstoffen. Dann muss man nur noch die Pumpen anschalten und abwarten, bis die kleinen reif werden. Im Laufe der nächsten Tage hatte Nick, die anderen Reihen mit Stecklingen bestückt und am Schluss 530 Damen auf gut 30 Quadratmeter untergebracht. Aber trotzdem kann Nick die Aufgaben die im Garten anfallen größtenteils alleine erledigen. Da er die Bewässerung automatisiert hat, muss Nick lediglich täglich jeden der Tanks mit guten 150 Liter Wasser befüllen und mit Nährstoffen anreichern. Das darf er nicht vergessen, weil sonst sowohl die Pflanzen als auch die Pumpen kaputt gehen könnten. Denn Pumpen sollten nie trocken laufen, wenn sie in Betrieb sind. Und wenn die Pumpen trocken sind, kann kein Wasser mehr zu den Pflanzen gelangen, was auf Dauer natürlich tödlich für die Pflanzen ist. Also Merke: Immer genug Wasser in den Tanks lassen, um Pumpe und Pflanze zu schützen.

 

Als Dünger hat Nick die Canna-Coco-Reihe verwendet, mit der er sehr zufrieden ist. Bei der Menge gab er immer etwa 90 % der empfohlenen Dosis und den ph-Wert hielt er ungefähr auf 5,7. Bei Kokos hält man den pH-Wert immer etwas tiefer als bei Erde. Da Nick nur eine sehr kurze Wachstumsphase von etwa 10 Tagen hat, musste Nick seine Pflanzen nicht großartig beschneiden und konnte den kleinen gemütlich beim Wachsen zusehen.

 

Die Blüte und die Genetik

 

Sour Widow in voller Blüte

 

Nachdem etwas Zeit vergangen ist und die Pflanzen etwa 5 Wochen in der Blüte sind, mache ich mich wieder auf den Weg zu Nicks Heiligtümern. Und was ich zu Gesicht bekomme, erfreut mich sehr und lässt mir das Wasser im Munde zusammen laufen. Der Raum ist in voller Blüte und riecht himmlisch nach Gras. Ein Grund dafür, dass es so gut duftet, ist die Sour Widow. Eine fruchtig würzige Genetik die klein und kompakt heranwächst und eher einen Indica Anschein macht. Dann ist da noch eine unbekannte Schönheit, die eher wie eine Sativa daher kommt und ein saures und sehr würziges Bouquett verströmt. Nach acht Wochen erntet Nick die komplette Halle. Auch hier wurde die letzten 14 Tage nur mit Wasser gegossen, um überschüssige Salze auszuspülen. Er ist überaus zufrieden mit seinem Ergebnis und kann es kaum abwarten den nächsten Grow vorzubereiten. Doch zuerst muss Nick noch ein paar organisatorische Dinge klären, damit sich ein jeder erfreut, der sich bei www.cbdwelt24.ch feine CBD Produkte bestellt.

 

Leider war es mir bei meinem Besuch zeitlich nicht möglich die Sour Widow zu testen, aber das wird bei Zeit noch nachgeholt. Ich wollte mich auf jeden Fall noch mal ganz herzlich bei Nick und CBD Welt 24, für den Einblick den sie uns gewährt haben bedanken. Wir wünschen Nick für seine zukünftigen Grows und Projekte alles Gute.

 

Alles Gute Der Budler

 

Dieser Artikel dient nur zu Aufklärung und Informationszwecken, Cannabis ist in manchen Ländern verboten.

3 Antworten auf „CBD-Gras-Startups in der Schweiz

  1. Lotus

    @Karli gute Frage…
    wie Argumentiert man da eigentlich gegen den Anbau
    von Pflanzen, die nur einen Mindestwert der „teuflichen“ Substanz Thc haben,
    eigentlich müßte sich die ja ohne Probleme jeder Deutsche selber anbauen dürfen 🙂
    ich denke der Grund Medizin und Tabakersatz sollten ausreichen und da die befürchtete Rauschwirkung ja ausbleibt,sollte es auch nichts illegales sein…aber wo leben wir???
    trauriges armes Deutschland in dem wir hier leben,
    regiert von Machthungrigen gierigen Exenmenschen XD

    indem sinne ,grüße ich alle (ca. 20 Millionen 😉 )Kiffer in Deutschland die trotz Prohibiton High sind ;D

  2. Lotus

    …man sollte CBD wenigstens per Rezept auf Nacken der Krankenkasse vergeben,
    die Menschen brauchen den Zugang zu CBD sowie THC und auch CBG etc.,
    aber die Versorgungswege werden wieder mal abgeschnitten von Lobbyisten in der Politik etc.
    die um ihre Geschäfte fürchten…und da hier mit allem ein Geschäft gemacht wird ,gerade mit allem was hilft,
    geht es den Lobbyisten nur darum zu klären ,wie man von einem Naturgegebenen Heilmittel,
    welches sich jeder selber anbauen könnte,so ins recht nimmt ,
    bis man einen kontrollierten Markt mit satten Gewinnen hat.
    Momentan müßen alle CBD Nutzer es aus eigener Tasche bezahlen,
    das heißt ein großer Teil der Bevölkerung,wird sich ein Erfolgreiche Behandlung evtl. nicht leisten können,
    und eine anderer Teil bezahlt horrende Summen….

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