Sonntag, 11. Februar 2018

2018 ist Zeit zum Legalisieren

 

Kurskorrektur in der Cannabispolitik wird öffentlich gefordert.

 

 

Noch vor wenigen Jahren las man die gut begründeten Argumente, die für eine Cannabislegalisierung sprechen, meist eher in fachspezifischen Publikationen wie dem Hanf Journal. Der Zustand des kontraproduktiven Eingreifen des Staates in die frei gewählten Gewohnheiten unbescholtener Bürger, einer Verlagerung eines finanziell höchst interessanten Marktes in die Hände von unbarmherzigen Kriminellen und der Verzicht auf die vielen nützlichen Eigenschaften der Hanfpflanze wird heutzutage aber glücklicherweise immer häufiger von aufgeschlossenen Menschen beklagt und findet somit auch endlich unverblümt den Weg in die reguläre Medienlandschaft.

 

So äußern sich Politiker der FDP aktuell nahezu wöchentlich zur untragbaren Situation, die das Cannabisverbot forciert, Vorsitzende der Kriminalbeamten fordern in Tageszeitungen einen längst notwendigen Umschwung in der Legalisierungsdebatte im Land in eigenen Worten, und Vereine von Staatsanwälten, Richtern und Polizisten wie LEAP verfassen Aufforderungen an die sich gerade erste wiederfindende Bundesregierung, endlich von der Stagnationsbremse den Fuß zu heben damit nicht weiterhin jämmerliches Versagen bei Veröffentlichung jährlich erscheinender Suchtberichte als Erfolg politischen Handelns gefeiert werden muss. Es geschieht also langsam eine Veränderung in der Wahrnehmung von Marihuana und den Konsumenten der Pflanzenstoffe. Diese hat jedoch noch nicht den Punkt erreicht, eine Drogenbeauftragte der Bundesregierung, oder aber gar die Frau-Bundeskanzlerin-Herself einmal klipp und klar definieren zu lassen, warum das Hanfverbot weiterhin als Zielführend verstanden wird und somit die fortlaufende Verschwendung von Steuergeldern sowie den Verzicht auf Milliardeneinnahmen gerechtfertigt erscheinen lassen können.

 

Was werden alle politischen Gäste aus Deutschland in Kanada nach dem 01. Juli denn schreckliches Erfahren, wenn dort die berauschenden Wirkstoffe der Hanfpflanze in Knospenform auf einmal legal über Ladentheken wandern und damit Schwarzhändler nur noch einen Kundenkreis in Grundschulen unter wesentlich erschwerten Bedingungen erreichen lassen? Welches kalifornische Kraut wird der erste auffliegende Polit-Star aus der BRD heimlich in seinem Handgepäck in die Heimat importieren wollen, weil ihm die verquere Gesetzeslage selbst nicht mehr so ganz unter den Hut passt und er dem Status von Cannabis hierzulande etwas Paroli bieten möchte? Und warum sollte ein geschäftlicher Deal zwischen verschiedenen Ländern und Firmen – über die Einfuhr von dringend benötigtem Medizinalhanf – eigentlich längerfristig als etwas anderes betrachtet werden, als der regelmäßige Einkauf von fünf Gramm Trainwreck-Weed bei einem in der Nachbarschaft ansässigen Gemischtwarenhändler, der sich zur Sicherheit noch einen Altersnachweis zeigen lässt?

 

Die von Prohibitionisten wohl aus sehr verständlichen Gründen bitter gefürchtete Debatte über eine ernsthafte Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat zu Beginn von 2018 endlich die nötige Fahrtrichtung aufgenommen – es bleibt an der Zeit zum Schalten.

 

Kommt daher sicher in den zweiten Gang, empfiehlt heute eure Redaktion!

11 Antworten auf „2018 ist Zeit zum Legalisieren

  1. Tom

    „Der härteste Schlag den wir gegen die organisierte Drogenkriminalität führen könnten, ist die kontrollierte Freigabe aller Drogen, z.B. über Apotheken, bei gleichzeitiger Hilfe für Drogenabhängige.“ Diesen Satz hörte ich im Jahr 1995 in einem TV-Interview mit FBI-Agenten zum Thema „Anti“-Drogenkrieg. Er fügte noch hinzu dass er langsam das Gefühl habe, dass sehr mächtige Leute hinter dem Verbot stehen, um sich so die Geldflüsse zu sichern. Hmmm, ok, das geht dann wohl eher in die Richtung „Verschwörungstheorie“.
    Obwohl… Wenn ich die Iran-Contra-Affäre oder die anderen Taten (z.B. Air America) der CIA so anschaue, bzw. das unverantwortliche Verhalten der Pharmaindustrie in Sachen Opiate (z.B. Oxycodon, Hydromorphon und Fentanyl), scheint mir diese Verschwörungstheorie gar nicht so weit hergeholt zu sein. Tja, die CIA und die Pharmaindustrie mögen eben keinen offenen Wettbewerb, und von der Vorgehensweise der Alkoholindustrie will ich jetzt erst gar nicht anfangen.

  2. hoizhax

    Ihr wiederholt euch fast jedes Jahr, zumindest wenn Wahlen sind.
    Oder kommt das nur mir so vor?

  3. R. Maestro

    Und trotz solcher hirnrissigen Kommentare:

    http://www.handelsblatt.com/video/unternehmen/legalisierung-von-cannabis-die-finger-davon-lassen-warum-deutschland-weiterhin-drogen-verbieten-sollte-/20804888.html

    einen Umgang damit, wie es heute herrscht, gab es lange nicht mehr.
    Es bewegt sich etwas.
    Sehr viel sogar.

    Die Drogenbeauftragte hat es ja eigentlich selbst ausgesprochen: Solange ICH etwas zu sagen habe, wird sich an dem Verbot nichts ändern!

    Ansprechperson, Interpätierende(r), Ausrufer, recht viel mehr,
    ich weiß nicht ….
    Schön, die Stimmverluste bei der CDU/CSU.
    WIR haben halt auch etwas zu sagen.

    Irgendwie ….

  4. Patrick

    Die Lawine rollt und sie wird auch unsere „hochgebildete und aufgeschlossene“ Drogenbeauftragte mitreißen. Vielleicht sollte die einfach Mal einen ballern dann wird sie merken was für einen Unsinn die quasselt.

  5. Fred

    Was sich in den letzten Jahren getan hat, kann man schon fast als kleine Revolution sehen. Jedenfalls für deutsche Verhältnisse.

    Das “ dicke Brett “ , das es zu durchbohren gilt, gibt immer mehr nach. Und irgendwann kommt der Tag, an dem eine Drogenbeauftragte ihren Job verliert, wenn sie offen dafür plädiert, die Jugend weiter an verbrecherische Syndikate zu verkaufen, statt durch eine Legalisierung endlich für den oft angemahnten Jugendschutz zu sorgen.

    @Tom
    Verschwörungstheorie ? Der FBI Mann hat völlig recht. Es stehen wirtschaftlich Aspekte und damit “ mächtige Menschen “ hinter allem was Regierungen so treiben. Das jüngste Beispiel bei uns ist der Klimaschutz. Während es bei den Jamaika Verhandlungen noch Konsens war, drei oder vier Kohlekraftwerke abzuschalten, ist davon in der Koalitionsvereinbarung zwischen Schwarz Rot nichts mehr zu lesen. Warum ? Weil man den Strom, der in Übermengen produziert wird, wunderbar verkaufen kann. So gewährt man RWE noch ein paar Jahre gute Geschäfte mit Strom aus längst abgeschriebenen Kraftwerken, kassiert fleissig Steuern und klamme Städte und Kommunen kassieren kräftig Dividende.
    Das wir unser Klimaschutzziele nicht erreichen… Nebensache ! Die schwarze Null muss stehen.

    Und beim Hanf ist das auch nicht anders. Der Bierabsatz in D bröckelt seit Jahren vor sich hin. Jahr für Jahr wird weniger abgesetzt. Im Geschäftsjahr 2017 brach er regelrecht um 2,5 % ein. Und dann dem Volk eine Alternative zum Bierchen kredenzen ? Nicht mit der CSU, die wahrscheinlich mehr Brauereibesitzer in der Partei hat als der Brauereiverband.
    Man kann es drehen und wenden wie man will. Wenn klar auf der Hand liegende Argumente und positive Erfahrung anderer Länder einfach ignoriert werden, und diese mit längst widerlegten Thesen und unter Anwendung verstärkter staatlicher Gewalt niedergebügelt werden, dann geht es um Geld und dann geht es um den Schutz derer, die dieses Geld erwirtschaften. Und um nichts anderes !

  6. hardo

    das ist doch einfach nur macht ausüben mit schwachsinniger unterdrückung von erwachsenen menschen daher miese hanf politik,und fördern von schwarzmarkt kriminalität,müsste nicht sein wenn die politiker mal mehr grips in der birne hätten,zum kotzen denen ihre handlungsweise,voll menschenunwürdig isses,während hundertausende an alkohol sterben jagen die eine uralten heilpflanze? BEKLOPPT SOWAS LG

  7. R. Maestro

    Polizist irgendwo:

    Vergewaltiger verhaftet, Kinderschänder dingfest gemacht, evtl. Mörder arrestiert, Verbrechen bekämpft.
    Lobenswerte Eigenschaften.
    Hierzulande:
    Zwei Radfahrer, welche auf der verkehrten Strassenseite gefahren sind.
    Ein geklauter Lolly, Falschparker und zwei Kiffer hoch genommen.
    Das ist hierzulande Erfolg.
    Verfolgung ist Erfolg.
    Wenn richtige Verbrechen zu schwer werden, nur weiter so.
    Pisst eure eigenen Bürger an.
    Ist ja viel leichter.
    Ihr solltet uns schützen, nicht verfolgen.
    Dafür bekommt ihr Geld von uns ALLEN.
    Umsonst, karrieregeil halt.

    Für die Verfolgung von reinen Konsumenten zahlen wir alle.
    Man zahlt insgesamt ein Heidengeld, für Verfolgung, den eigenen Henker!
    Dass man als Konsument gejagt wird, wie ein Schwerverbrecher.
    Mortler und Konsorten, ihr schützt niemanden wirklich.

    Naja, die Pharmamafia, Alkoholimperien, ….. und so weiter, das wissen die Betreffenden besser.
    Reicht das Gehalt nicht welches wir bezahlen?
    Nur ein Gefühl, aber wer schmiert euch, in der CDU/CSU?
    Ausserhalb meiner vier Wände habe ich keine Angst vor Verbrechern.
    Mehr vor den Grünen.
    Möge es an mir liegen, gibt es keine „Schutzmänner“ mehr?
    Unsere Polizei sollte uns helfen, nicht verfolgen!!!

    Als mein Bruder verstarb, waren sich die Cops zu schön oder zu feig,
    uns über die Umstände aufzuklären.
    Wie man in den Wald ruft ….. .
    Danke, B…. Cops!
    Meinen Dank habt ihr ewig.

    Danke!!!

  8. legalize it

    Mal ehrlich wenn schon die Kriminalbeamten für eine Legalisierung sind ..müsste man fragen warum die Groko Politiker dagegen sind ? zu alt zu unerfahren zu unreif ? Die Hanfpflanze gibt es seit Jahrtausenden, warum verteufelt man sie anstatt sie zu studieren …wir wissen ja die Prohibitionisten handeln im Auftrag von Pharma und Brauereien damit nicht noch mehr legale Konkurrenz dazu kommt …um die Erträge nicht noch weiter zu schmälern. Übrigens finde ich das die Cannabis Prohibition gegen das Grundrecht jedes Menschen auf selbstschädigung verstößt …da sollte sich das Bundesverfassungsgericht mal mit beschäftigen, sonst müsste Tabak und Alkohol genauso behandelt werden wie Cannabis. Nur kluge Köpfe in der Politik verstehen wie man den kriminellen Schwarzmarkt mit seinen Dealern und Hintermännern den Gar ausmacht, und so erst richtige Prevention und Jugendschutz betreibt. Es ist längst überfällig dieses unsinnige Verbot abzuschaffen und einen kontrollierten Markt zu etablieren von dem der Staat und der Bürger gemeinsam profitieren ! Denn eins ist doch klar ein Kiffer ist weniger kriminell als ein unter legalen Drogen des Alkoholkonsums stehender Trinker der eher zu Straftaten neigt als ein Cannabiskonsument !!!!

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