Sonntag, 10. Dezember 2017

Das Jahr des Hundes

 

 

2018 wird was werden

Grafik: Sadhu van Hemp

 

Auch wenn Marihuanakonsumenten spätestens seit der Veröffentlichung von Walter Moers „Schöner Leben mit dem kleinen Arschloch“ nachgesagt wird, dass diese Gattung Mensch aufgrund der künstlich hervorgerufenen Verschiebung von Zeitkontinuitäten mehrere Hundert Jahre alt werden kann, verwundert der immer schneller werdende Rhythmus sich wiederholender Ereignisse auch diese Spezies gewaltig.

 

Dass 2017 – mit all seinen wichtigen Veränderungen für Cannabispatienten in Deutschland (Seite 4) – schon wieder ein Ende findet und mit dem chinesischen Jahr des Hundes eine neue Zeitrechnung in 2018 beginnt – wenn mit Kanada das erste westliche Industrieland Marihuana für Genusszwecke im Juli vollständig legalisiert – demonstriert dafür die modernen Zeiten, in denen wir nach Jahrzehnten der andauernden Wiederholung angekommen sind. Wann sich eine Regierung hierzulande mit dem von über 70000 Bürgern gewünschten Legalisierungsthema ernsthaft auseinandersetzen wird, lässt sich aufgrund der ungewissen Zusammensetzung zwar nicht prognostizieren, doch da eine äußerst erfolgreiche Petition nun die Verantwortlichen zwingend in die Mangel nimmt, wird Cannabis auch nach Weihnachten und Silvester wieder für diskussionsträchtige Schlagzeilen sorgen und seine begonnene Rückkehr global fortsetzen.

 

Menschen, die eine seltene Allergie gegen Marihuana entwickelt haben (Seite 2), sollten jedoch nicht in Panik verfallen, schließlich nützt das medizinisch wertvolle Kraut in der Regel eher als zu schaden und unter legalen Bedingungen werden sich nicht nur Ärzte immer besser mit den Vor- wie Nachteilen der natürlichen Inhaltsstoffe auskennen. Dringend benötigt wird im kommenden Jahr dagegen die Abschaffung von bisher benötigtem Fachwissen, das aktuell noch bei Besitz geringer Mengen Marihuana Strafmaß entscheidend sein konnte. Eine einheitliche Regelung für das gesamte Land kann nicht zu viel verlangt sein, betrachtet man den deutschen Fleckenteppich und die unterschiedlichen Regelungen im Bezug zu Kleinstmengen für den individuellen Gebrauch in den einzelnen Bundesstaaten (Seiten 16 – 17). Dass auch 2018 kein Kraut gegen die noch immer verbotene Hanfpflanze wachsen wird, zeigen schließlich auch die Erfolge auf dem wirtschaftlichen Sektor, wo stetig neue Mitstreiter und alte Hasen auf einem Feld zusammenfinden (Seite 12), um über Umwege mit dem grünen Gold Geschäfte zu machen, die trotz professioneller Prohibition auch noch zu funktionieren scheinen.

 

Laut dem chinesischen Horoskop für das kommende Jahr werden es eher diese individuellen Anstrengungen sein, die eine Sache nach vorne bewegen und nicht gewaltige Gruppenansammlungen, deren Kraft im Jahr des Hundes eher verpuffen soll. Dass jedoch einzelne Aufbegehren nach dem Zusammenfinden immer wieder selbst großen Imperien die Grenzen aufzeigen können und gesammeltes Gebell gegen Ungerechtigkeiten Gehör findet, bewies kurz vor dem Ende des rasend schnell vergangenen 2017 aber ausgerechnet noch eine wütende Schar Videogamer, die in den Krieg mit den Sternen zog (Seite 19). Die Erde ist eben auch ein dummer Hundsstern ohne vorhersagbare Zukunft trotz der vielen Wiederholungen.

 

Feiert daher schön und lasst euch immer schön feiern!

Eure Redaktion

4 Antworten auf „Das Jahr des Hundes

  1. Andy

    Seit es Menschen gibt, werden diese von einem geringen Teil an skrupellosen Individuen unterdrückt, belogen, betrogen, kurz gesagt regiert. Sollte es nicht das primäre Ziel einer Regierung sein für ein bestmögliches Leben aller Menschen im jeweiligen Land Sorge zu tragen? Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer! Wann werden wir aufhören ein Parteienwahlsystem als demokratisch zu bezeichnen und uns weiter von Ideologen sagen zu lassen was für uns das Beste ist? Warum überlassen wir die Führung unseres Landes nicht endlich Professoren und Leuten mit Studienabschlüssen auf ihren jeweiligen Fachgebieten? Wissenschaftler statt Mortler und Co? Für alles gibt es Studienrichtungen, ob Sozialwissenschaften, Politik, Finanzen, Ökologie, …! Wir sollten die Wahl haben die klügsten Menschen aus unserer Mitte zu wählen um unser Land voranzubringen, anstatt es weiterhin von kariere-geilen Emporkömmlingen an die Wand fahren zu lassen. Wenn Vernunft siegt ist Prohibition kein Thema mehr. Ja, Merkel (geschätztes Vermögen 3,5 Mio €) muss weg! Wir sollten sie aber nicht durch andere Ihres Schlages ersetzen. Intelligente Menschen aller Länder vereinigt Euch!

  2. Thomas

    @Andy. Dir ist aber schon bewußt dass ein großer Teil der Abgeordneten Studienabschlüsse haben und diese nichts über soziale Intelligenz aussagen. Warum sonst hätten wir den Ausstieg aus dem Ausstieg des Ausstiegs aus der Kernenergie? Angeleiert von einer studierten Physikerin, mit dem Zweck die armen AKW-Betreiber vor den Kosten eines Rückbaus zu schützen und dem Steuerzahler aufs Auge zu drücken. Genauso frage ich mich aus welchem Grund der Herr Prof. Dr. Thomasius sich so sehr für die Prohibition einsetzt? Aus sozialer Intelligenz weil es sich bei Cannabis seiner Meinung nach um ein wirklich gefährliches Suchtmittel handelt, und wenn ja, wo sind seine Beweise? Oder schlicht und gewöhnlich aus dem Grund weil die Prohibition seine Kassen (Entzugsklinik und Vorträge zu diesem Thema) klingeln läßt? Willst Du so jemanden auf dem Posten des Bundesdrogenbeauftragten sehen? Da ist mir ja Marlenchen noch lieber. Vom Geölten und den anderen Plagiatoren will ich hier jetzt gar nicht erst anfangen.

    Du siehst dass das Verlangen nach hochgebildeten Leuten in den Regierungen auch gewaltig in die Hosen gehen kann. Denn die sind auch nur Menschen und wenn man solchen Leuten Fehler nachgewiesen will, muß man schon mit ganz großen Geschützen kommen um sie von ihrem Irrweg wegzubringen. Wenn überhaupt. Z.B. das Gesundheitswesen. Wie lange hat es denn gedauert bis MRSA endlich als schwerwiegendes Problem erkannt wurde. Du darfst es ruhig glauben wenn ich Dir sage dass sich das noch längst nicht in allen Kliniken rumgesprochen hat. Naja, offiziell schon, „ABER DIE KOSTEN …“. Also macht man einen Eiertanz mit Plakaten und Desinfektionsmittelspendern an der Wand. Das muß reichen. Und, reicht das? Nö, und trotzdem wurde das durch studierte Menschen (Betriebswirtschaftler. In diesem Zusammenhang verkneife ich mir das Wort „intelligente“) veranlaßt.

    Nein mein Freund. Einzig die direkte Einmischung in die Politik durch Demos, Petitionen, Klagen und auch beständiges nerven der jeweiligen Abgeordneten, bringt was ans Laufen. Intelligenz wählen und dann sagen: „Nun regiert mal schön in unserem Interesse“ wäre kein Unterschied zum status quo. Gemacht werden würde es nämlich nicht. Warum auch? Die intelligenten Leute wissen es doch sowieso von Haus aus besser.

  3. Andy

    @Thomas.Man kann doch wohl kaum von „Fehlern“ sprechen, wenn einer promovierten Physikerin nicht angesichts Hiroshima und Nagasaki, Harrisburg oder Tschernobyl die Gefährlichkeit von Kernkraftwerken bewusst wird, sondern durch einen Unfall, verursacht durch einen Tsunami in einem Erdbebengebiet. Aber daran ist doch zu erkennen für wen und gegen wen diese Politik gerichtet ist. Die sogenannten Ewigkeitskosten belasten deutsche Steuerzahler, die noch nicht einmal geboren sind. Die Laufzeiten nicht zu verlängern wäre zumindest der Versuch gewesen die AKW-Betreiber wie vereinbart in die Pflicht zu nehmen, auch wenn diese sich z.B. durch Insolvenz o.ä. ohnehin davor gedrückt hätten. Natürlich sind die meisten Politiker auch intelligente Menschen. Meist Rechtsanwälte. Umso verwunderlicher ist es auch, dass sich Griechenland mit falschen Zahlen in den € mogelt und ein Ausschluss in den Verträgen nicht vorgesehen ist. Was für ein Vertragswerk? Jede private Krankenversicherung hat das in Ihrem Vertrag vorgesehen. Auch die Rettung der Banken, mit dem Zweck die Spareinlagen der Deutschen zu retten, ist i.O, wäre die Summe dafür nicht höher als die gesamten Spareinlagen. Eine Liste, die man endlos fortführen könnte. Konsequenz solcher Fehlentscheidungen – Frau Merkel führt Sondierungsgespräche.
    Nein, Protest ist richtig aber er ändert nichts daran, dass Manager und Politiker die Einzigen sind, die für ihr Fehlverhalten keinerlei Konsequenzen tragen müssen. Es geht doch nicht darum den Leuten Ihre Intelligenz abzusprechen aber Parteipolitik ist nicht von Intelligenz, sondern von Machtbesessenheit und Ideologie geleitet. Das System stinkt und Parteipolitiker sind ein Teil des Systems.(Simone Weil“Anmerkung zur generellen Abschaffung der Parteien“)
    Worum es mir geht ist einfach mal über Alternativen zu den bestehenden Machtverhältnissen nachzudenken, anstatt sie so anzuerkennen wie sie sind und lediglich durch Proteste seinen Unmut auszudrücken. Klar kann man damit auch kleine Veränderungen bewirken aber wirklich demokratisch ist das nicht und wirklich grundlegende Veränderungen sind so auch nicht zu erreichen.
    Herr Prof. Dr. Thomasius hat auch nur seine Meinung, die aber von den Meisten nicht mehr geteilt wird.
    Einem Gremium aus führenden Wissenschaftlern und Hochschulabsolventen müsste natürlich auch einen Konsens zwischen unterschiedlichen Meinungen finden, egal zu welchen Themen. Dazu hätte ich aber mehr Vertrauen als in einen Konsens zwischen unterschiedlichen Ideologien.

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