Dienstag, 31. Oktober 2017

Autoflowering

 

Der Budler

 

 

In den letzten Ausgaben habe ich euch vermehrt über den Anbau von Cannabis hinter verschlossenen Türen (Indoor) berichtet. Die meisten Menschen bauen mittlerweile Indoor an. Da das Ergebnis meistens besser ist, als bei gewöhnlichen Outdoor Pflanzen, zumindest in unseren Breitengraden. Das Problem bei Outdoor hierzulande ist meist das schlechte Wetter, das die Pflanzen dazu bewegt Schimmel zu bilden oder einfach nicht richtig reif zu werden. Doch seit einiger Zeit gibt es hierfür eine Lösung. Die Lösung nennt sich Autoflowering Genetik.

 

Diese besondere Varietät der Cannabispflanze geht unabhängig von der Anzahl der Sonnenstunden in die Blüte. Das heißt diese Pflanzen leben einfach nur eine gewisse Anzahl von Tagen, egal ob sie im Frühling oder im Sommer rausgesetzt werden. In der Regel braucht so eine Autoflowering Genetik 9-14 Wochen vom Keimling bis zur Ernte. Der Ursprung dieser Genetik stammt von Cannabis Ruderalis Pflanzen ab, die in Gegenden wie Kasachstan einst heimisch waren. Diese Ruderalis Pflanzen gehen nach kurzer Zeit automatisch in die Blüte. Durch das raue Wetter in diesen Regionen konnte nur diese besondere Gattung der Cannabispflanze überleben. Leider sind der Ertrag und die Qualität von reinen Ruderalis Pflanzen eher bescheiden. Deswegen versuchten viele Züchter schon vor Jahren dieses Ruderalis mit hochwertigem Cannabis Indica oder Sativa zu, kreuzen. Mit dem Ziel Pflanzen zu züchten, die unabhängig von der Beleuchtungsdauer nach 2-4 Monaten fertig sind und trotzdem Ertrag und Geschmack produzieren.

 

Eine der ersten Samenfirmen, die es geschafft hat Autoflowering Genetik auf den Markt zu bringen, war the Joint Doctor. Die berühmte Lowryder sorgte damals für großes Aufsehen und wurde anfangs eher noch mit Skepsis betrachtet. Über die Jahre konnte sich jedoch diese Skepsis legen und Autoflowering Genetiken in allen Farben und Variationen waren geboren. Mittlerweile produziert fast jede Samenbank Autoflowering Genetik.

 

Diese Autoflowering Genetik wollte ich euch einer mal näher vorstellen. Dazu begab ich mich auf den weiten Weg in Richtung links rechts links. Am Ziel angekommen, erwartet mich bereits Mario. Mario hatte sich bereit erklärt, uns Eintritt in sein Reich zu gewähren. Bevor wir jedoch gleich ans Eingemachte gehen, wollte ich Wissen warum Mario sich für Autoflowering entschieden hat. Mario ist vor allem an einem Produkt interessiert, das möglichst natürlich aufgewachsen ist. Daher ist für Mario Indoor uninteressant. Bei gewöhnlichem Outdoor ist es problematisch, da hierzulande nur sehr wenige Sorten fertig werden. Deshalb hat sich Mario für Autoflowering Genetiken entschieden. Diese können schön in der Sommersonne ausreifen und strotzen dadurch nur so vor Energie und Harzkristallen. Wie Mario seine Damen aufgezogen hat, werde ich euch im Folgenden erklären.

 

Die Outdoor Saison beginnt in der Regel Ende März/Anfang April. Zu dieser Zeit ging die Arbeit auch für Mario los. An einem schönen warmen Tag Ende März setzte der gute Herr einige seiner selbst gezüchteten Samen in die Erde. Viele platzieren den Samen, bis er gekeimt ist noch in einem feuchten Taschentuch und setzen den Samen erst anschließend in die Erde, aber Mario umgibt seine Samen gerne direkt mit Erde. So können sie sich gleich mit ihrem Neuen zu Hause vertraut machen. Nach ein paar Tagen kann man schon die ersten zärtlichen Pflänzchen entdecken. Diese wachsen durch tägliche Pflege langsam aber sicher zu schönen Pflanzen heran. Bei kleinen Pflanzen ist es wichtig nicht zu viel zu gießen, da sonst die Wurzeln sehr schnell faulen können. Nach circa zwei bis drei Wochen waren Marios Pflanzen stark genug und wurden aus ihren kleinen Töpfen (1-2 Liter) in ihre Endtöpfe verfrachtet. In die 9 oder 11 Liter Töpfe wurde eine Mischung aus Erde und Blähton eingefüllt. Die 9-Liter-Töpfe wurden mit einer Pflanze bestückt und in die 11-Liter-Töpfe platzierte Mario zwei Pflanzen. Nach dem er alle seine Pflanzen eingetopft hatte, wurden diese direkt danach wieder in ein Gewächshaus verfrachtet. So konnte man sie nicht entdecken. Von da an musste Mario sich gedulden und warten, bis die Pflanzen Früchte trugen.

Da die Samen selbst gezüchtet waren, musste Mario noch die Männchen von den Weibchen trennen. Wobei er immer zwei drei der stärksten Männer aufhob, um diese für die Samenproduktion zu nutzen. Am Anfang ist es gar nicht so leicht Männchen und Weibchen zu unterscheiden, aber mit der Zeit sieht man das recht schnell. Bei Männchen wächst in der Achsel ein kleiner Pollensack, der eher rundlich ist. Die Weibchen hingegen bilden in der Achsel einen kleinen Blütenkelch (Calyx) aus, diese Calyx ist Oval und aus der Spitze wachsen kleine Fäden (Stempel).

 

Die Damen und die Herren verbrauchten an warmen Tagen bis zu ein Liter Wasser. Gedüngt wurde nur organisch. Mario düngt vor allem im Wachstum viel Stickstoff, da die Pflanzen nach vier bis fünf Wochen in die Blüte gehen, ist es wichtig diese Zeit auszunutzen, um die Pflanzen schön stark werden zu lassen. Ungefähr zwei Wochen nach dem die Pflanzen umgetopft waren konnte man die ersten Blüten erkennen. Durch die eigene Züchtung brauchen diese Autoflowering Pflanzen etwas längere als andere aber sind mit guten 12 Wochen immer noch überaus flink. So konnte Mario die ersten Pflanzen bereits Ende Juni ernten.

 

Die Genetik hat Mario über viele Jahre hinweg gezüchtet. Den Grundstein hierfür legten auch die berühmten Lowryder Samen von the Joint Doctor. Von diesen Lowryder Samen selektierte er sich ein Männchen. Mit den Pollen von diesem Männchen bestäubte er eine weibliche Lowryder und andere Autoflowering Genetiken. So hatte er die ersten Samen, allerdings waren diese noch lang nicht so stabil. Zu Beginn trugen nur etwa 70 % der Pflanzen die Autoflowering Genetik nach außen. Doch durch erneutes Kreuzen dieser Samen mit anderen Autoflowering Genetiken hat Mario innerhalb von ein paar Jahren durchaus stabile Genetiken kreiert, die innerhalb von drei Monaten fertig werden.

 

 

Diese Saison hatte er seine Auto Skunk und seine Auto Northern Lights ausgesetzt. Hergestellt hat er diese, in dem er seine Genetik mit einer Automatik Skunk und einer Automatik Northern Light bestäubt hat. Wobei er das Männchen von seiner Genetik verwendet hat. Die Auto Skunk ist eher eine fruchtige Sorte, deren Duft in Richtung saure Beere geht. Der Geschmack ist angenehm fruchtig und sehr vollmundig. Bei der Auto Northern Light besticht eher die Würze, die schon fast an Weihrauch und Sandelholz erinnert. Geraucht kommt diese Würze sehr gut zum Vorschein und beide Sorten erscheinen für Outdoor (Gewächshaus) überaus verharzt und potent. Die Wirkung der beiden Sorten ist eher entspannend für den Körper und kann gut gegen Stress, Schmerzen oder Schlaflosigkeit eingesetzt werden. Dadurch, dass die Pflanzen unter der Sonne gewachsen sind, ist das Potenzial meiner Meinung nach um einiges höher. Da das Lichtspektrum der Sonne so vielseitig und Komplex ist, dass es bis dato keine Lampe gibt, die das nachmacht. In Ländern wie Spanien oder USA ist deshalb der Anbau draußen oder im Gewächshaus so beliebt. Natürlich kann man sich dadurch auch noch etwas Geld sparen und man schont die Umwelt, da man kein Strom und ähnliche Ressourcen verbraucht, die man für die Indoor Zucht benötigt.

 

Dieser Artikel und dient nur zu Aufklärung und Information Zwecken, Cannabis ist in manchen Ländern verboten.

 

Alles Gute

der Budler

 

Eine Antwort auf „Autoflowering

  1. Ralf

    Ich habe die besten Ergebnisse bekommen, wenn ich die Sonne und die Lampen benutzte. Bei schlechtem Wetter
    wurden die Lieblinge unter`s Dach gefahren wo schon die Lampen glühten. Das selbe gilt für die Blüte, da kommen sie einfach pünktlich in`s dunkle. Eine bessere Lichtquelle als die Sonne gibt es nicht, deswegen sollte man sie auch nutzen. Leider kann ich durch die denunziantischen Machenschaften meiner Nachbarn mit allen erdenklichen Folgen, nicht mehr selbst pflanzen und meine Fähigkeiten nicht weiter entwickeln, der schlimmste Schlag in mein Leben überhaupt, denn das aufwachsen sehen meiner Liebsten hat echt Spaß gemacht und in dieser Zeit war ich auch ebenso gerne in Deutschland, wie ich es jetzt hasse.

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