Dienstag, 24. Oktober 2017

Onkologe hält nichts vom Cannabis-Trend in der Krebstherapie

 

 

„Medizin sollte keinen Trends folgen, sondern auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren“

 

 

Cannabis
Bild: Schmiddie

 

 

Das Klinikum Ingolstadt startete am Samstag eine Vortragsreihe über innovative Krebstherapien. Gleich der erste Beitrag rund um Cannabis und Methadon wurde von vielen interessierten Patienten, ihren Angehörigen und Medizinern besucht, was den Chef-Onkologen Andreas Bühler nicht überraschte.

Und so kam es im voll besetzten Veranstaltungssaal des Klinikums auch zu Wortmeldungen aus dem Publikum, darunter eine Frau, die Schmerzpatientin ist. „Ich nehme Cannabis, und das erfolgreich“, verriet sie. Sie habe festgestellt, dass sie bedingt durch Stress und Wechseljahre einen Mangel an körpereigen hergestellten Cannabinoiden habe. Deshalb führe sie ihrem Körper Cannabis zu. „Das funktioniert wunderbar“, sagte sie unter dem Applaus der Zuhörer im Saal.

 

Die zahlreichen Wortmeldungen auf seinen Vortrag über „medizinisches Cannabis“ waren für Andreas Bühler, den Oberarzt der Hämato-Onkologie an der Medizinischen Klinik II, ein Beleg dafür, dass „das Thema aufgrund der medialen Berichterstattung enorme Brisanz gewonnen hat.“ Doch gerade in Bezug auf das synthetische Opiat Methadon, bedauerte er, dass das Interesse nicht nur an den dokumentierten Behandlungserfolgen liege.

Er erläuterte, dass Methadon im klinischen Alltag schon länger als Reserveschmerzmittel eingesetzt wird. Die Veröffentlichung der Ulmer Krebsforscherin Claudia Friesen habe auch in Ärztekreisen eine lebhafte Diskussion ausgelöst, doch seien die Ergebnisse aus Reagenzglasuntersuchungen und Tierversuchen kaum überprüft. Inwieweit Hirntumorzellen unter Methadoneinfluss „wieder empfindlicher für eine Chemotherapie oder Bestrahlung würden“ müsse weiter erforscht werden. Bislang sei die Studie nur darauf ausgerichtet, die Verträglichkeit von Methadon ergänzend zu herkömmlichen Behandlungsmethoden zu untersuchen. Der Effekt des Heroinersatzstoffes auf Krebszellen wurde nicht belegt, und weitere Studien haben keine statistische Signifikanz gezeigt.

 

Dass die viral verbreitete Publikation große Hoffnung geweckt habe, missbilligte der Onkologe. „Der Stand ist, dass tumorspezifische Therapien kein Bereich sind, in dem Methadon angewandt werden sollte“, mahnte er. „Wir brauchen mehr Informationen.“

Natürlich nehme er sehr wohl die „besorgniserregend wachsende Skepsis gegenüber der Schulmedizin“ wahr. Die Schuld daran trüge vor allem die mediale Berichterstattung. „Ich möchte keine Medienschelte betreiben, aber Berichte über ‚Durchbrüche’ lösen falsche Hoffnungen aus.“

 

Auch bei der Therapie mit Cannabis sieht Bühler eine ähnliche Überhöhung hinsichtlich der Wirkung. Dass Cannabispräparate zu therapeutischen Zwecken verordnet werden dürfen, hält  der Onkologe durchaus für hilfreich. Für die schmerzstillende Wirkung oder Appetitstimulation, unter Umständen auch bei Tumorpatienten als Begleittherapie sei Cannabis ein Alternative bzw. Ergänzung. „Der Wirksamkeitsnachweis ist, ehrlich gesagt, nicht sehr hoch, aber es ist eine Option“, gab Bühler den Zuhörern zu bedenken.

Die Ansatzpunkte, inwiefern Cannabinoide einen Antitumoreffekt haben, seien nur gering. „Bisherige Erkenntnisse sind nicht ausreichend für klinische Studien am Menschen“, sagte der Schulmediziner, mit einem Verweis darauf, dass diverse Berichte im Internet ohne medizinische Grundlage veröffentlicht worden seien.

 

Das Resümee des bayerischen Schulmediziners war für die Zuhörer eher ernüchternd: „Medizin sollte keinen Trends folgen, sondern nach wie vor auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.“ Viele der anwesenden Betroffenen gingen nicht in allen Punkten d’accord: „Mein Verstand sagt mir, dass ich ihm glauben muss“, sagte eine Frau eines Krebspatienten. „Aber wenn man verzweifelt ist, dann möchte man alles ausprobieren. Ich denke nicht, dass Cannabis schädlicher als Krebs sein kann.“

 

15 Antworten auf „Onkologe hält nichts vom Cannabis-Trend in der Krebstherapie

  1. Fetales Alkoholsyndrom

    Mit Cannabis Vorbeugen , ist besser als Zivilisationskrankheiten ,Heilen !
    „Jeder sollte wissen, dass die Krebsforschung zum großen Teil ein Betrug ist und dass die großen Organisationen der Krebsforschung ihre Pflichten gegenüber den Menschen vernachlässigen, obwohl diese sie fördern.“

    Linus Pauling PhD
    (Zweifacher Nobelpreisträger).

  2. Pharmakaputttretter

    „Pharmakonzerne entwickeln immer mehr Medikamente, um schwere Krankheiten zu bekämpfen. Trotz des großen Angebots legen die Preise für Arzneimittel für Krebspatienten zu. Wirkstoffen kosten bis zu 70.000 Euro.“Bestes Beispiel für die Profitgier vieler Unternehmen sei der Wirkstoff Imatinib. Er kommt bei der Bekämpfung von Blutkrebs zum Einsatz. In vielen Fällen trägt Imatinib sogar zur Heilung bei.“

  3. Drunkfail

    Mit Cannabis , Vorbeugen ist besser ,als die Symptome von Zivilisationskrankheiten ,mit Chemie zu bekämpfen !

  4. Greenkeeper

    Im Grundsatz würde ich den Aussagen des Onkologen zustimmen. Ich würde jedoch zwei Einwände in den Raum werfen wollen. Erstens kann man es schwer kranken Menschen nicht verübeln, dass sie nach jedem Strohhalm greifen, der ihnen vermeintlich Hilfe verspricht. In diesem Zusammenhang seien auch die Kraft der Psyche und der Placebo-Effekt erwähnt. Zweitens bedeutet ein fehlender oder schwacher Wirksamkeitsnachweis nicht zwingend, dass etwas nicht wirkt, sondern dass die Wirkung möglicherweise noch nicht klar belegt werden konnte. Das heißt, sie kann in Zukunft vielleicht doch belegt werden. Es kostet nur etwas Zeit und Geld. Todkranke Menschen haben diese Zeit nicht. Geld fällt nicht vom Himmel. Pharmaunternehmen investieren dort, wo sie hohe Gewinne erwarten können. Das können sie immer dann, wenn sie einen Wirkstoff entwickeln, der sich patentieren lässt. Deshalb sind auch viele Substanzen der Pflanzenwelt mit Wirkpotential wie Cannabis, Kurkuma usw. für sie kaum interessant. Diesbezügliche Forschung muss häufig mit öffentlichen Geldern finanziert werden, die bekanntlich immer begrenzt sind.

  5. rainer sikora

    In Apotheken kann man viele echte Drogen zB.Malve Kampher Kamille usw.so,wie sie gewachsen sind sehen und erstsehen.Das wird in Zukunft mit Cannabis anders gehandhabt werden.Ich möchte swieso mal wissen was die in „meiner“ Apo für Augen machen würden,wenn ich ein Rezept hätte.Blüte käme wie ich die einschätze nicht über die Türschwelle.Ein Apotheker ist schließlich kein Verbrecher,sondern ein sauberer Pharmagehilfe.

  6. Alexander Müller

    Kind mit Krebs bekommt Cannanbis:
    Bereits eine halben Stunde nach der Einnahme des Cannabisöls ging es Deryn besser, berichtet seine Mutter. Er habe keine Schmerzen mehr gehabt. Nach fünf Tagen dann sei auch Deryns medizinischer Zustand besser geworden. Callie erzählte: „Seine Wunden an der Hand waren auf einmal nicht mehr da. Und am 75. Tag nach seiner Knochenmark-Transplantation war er komplett geheilt. Damit hätte ich im Traum nicht gerechnet.“
    http://www.stern.de/familie/kinder/mutter-verabreichte-ihrem-krebskranken-sohn-deryn-heimlich-cannabis-7388940.html

  7. Karli

    Richtig „Medizin sollte keinen Trends folgen, sondern auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren“ !!!
    Es wäre doch interessant zu wissen, was der Onkologe tun würde, wenn er Krebs hat und sein Chemiedreck nicht hilft. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Krebs und Hanf liegen bereits vor. Einfach mal nach Bücher über Hanf googeln.
    Links kann ich hier nicht setzen, keine Ahnung warum, also googelt nach: Hanf Petition Legalisierung.

  8. U-G

    Na, das ein Onkologe oder alle Onkologen, ein verlängerter Arm der Pharma-Krebs-Pa-oder Po-tent Wissen ohne Gewissen ihre Krebsheilungschancen derart in die Höhe schießen, obwohl ca. 40.000 Menschen an Krebs welcher Art auch immer, Dahinsiechen und Qualvoll sterben, interessiert einen Toten der unter der Erde liegt nicht wirklich, wie denn auch.
    Ihr seid mit eurem Pharma-Latein am Ende, lahmarschig und faul noch dazu.
    Im 21-sten Jahrhundert Erforscht IHR und Studiert IHR den FINANZMARKT, wie EURE AKTIEN stehen und mit GELDGIER wie IHR nun mal seid. Am Cannabis ist ja NIX zu verdienen und patentieren schon mal gar nicht daran zu denken.
    Lieber Quält ihr junge und alte Menschen als Versuchskaninchen!!!
    Wieso stellt ihr denn nicht das Rick-Simpson-Öl her?
    Habt IHR ANGST in die Luft zu fliegen? Ja, das habt ihr Penner.
    Das ist Deutschland+Mengeles+Merke(l)+es.

    Ich traue keinem Onkologen mehr!!!
    P(H)asta-la-Vista Pharmanauten.

  9. Ralf

    Das schlimmste was der Pharmaindustrie passieren könnte, wäre das plötzliche Verschwinden von Krebs. Krebs ist für die eine Gelddruckmaschine, je seltener desto wertvoller.

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