Freitag, 25. August 2017

Rime

 

Myth 3D

 

 

Autor: mze

 

Nach einem Schiffbruch erwacht ein kleiner Junge erschöpft an einem Strand einer mystischen Insel. So beginnt Rime, ein Spiel, welches eigentlich bereits vor zwei Jahren exklusiv auf einem Konsolensystem erwartet wurde, jedoch nun für alle erhältlichen Geräte umgesetzt worden ist.

 

Das stimmungsvolle Abenteuer in stilgerechter Cellshading-Grafik lässt Einzelspieler die Kontrolle des verloren geglaubten Knaben übernehmen und mit diesem ein voller Rätsel gespicktes Eiland erkunden. Keine Erklärungen, Texte, Sprache oder Hinweise bieten dem Spieler dabei Eingewöhnung, sodass das Gefühl der Verlorenheit in Rime von Beginn an vermittelt werden kann. Der gesteuerte Bursche muss somit die Umgebung vollständig auf eigene Faust erkunden und sich von angedeuteten Pfaden den Weg weisen lassen, bis er die Freundschaft mit einem neckischen Fuchs schließt, der ihn fortan mit seinem Bellen etwas weiterhilft. Schwimmen, laufen, ausweichen, etwas tragen oder bewegen – sowie klettern und hüpfen – kann der Protagonist in Rime, was die einzigen Interaktionsmöglichkeiten für das Umgehen sich in den Weg stellender Hindernisse sind.

 

Schnell fallen weiße Türme, Treppen und Türen ins Auge des Betrachters, die oft mit im weitläufigen Gebiet verteilten Tierstatuen verbunden scheinen. Da auch noch ein letzter Schrei im Repertoire des jungen Helden steckt, kann mittels des Einsatzes der Macht dieser Stimme herausgefunden werden, dass jemand auf der mysteriösen Insel ein gewaltiges Konstrukt von Aufgaben aus dem Boden stampfte, die fortan gelöst gehören, damit das circa sechs Stunden lange Knobelgame erfolgreich beendet werden kann. Rime bedient sich hierfür der regulären Spielelemente von Plattformern und Action-Adventures, konzentriert das Geschehen aber auf wesentlich seichteres Storytelling und eine einfache Aufgabenbewältigung. Entweder kraxelt man kurz eine Klippe entlang, schiebt einen Stein an die richtige Stelle, oder man schreit ein paar Statuen in der richtigen Reihenfolge ins Ohr. Richtig schwierig wird Rime dabei nie, was Knobelfreunde auch gerne einmal in Sackgassen führt, die oft komplexere Lösungswege als die dann tatsächlich verlangten im Gehirn herum würfeln.

 

Vier verschiedene Gebiete sind in Rime verbaut worden, die mit unterschiedlichen Klimazonen zwar optische Abwechslung servieren, jedoch mit ihrer wenig detaillierten Grafik, eher stilistisch zu gefallen wissen, anstatt atemberaubende Aussichten am Meer zu generieren. Leider hält auch die technische Seite wohl nicht mehr ganz mit den Ansprüchen moderner 4K-TV-Nutzer mit, da selbst bei niedrigeren Auflösungen leichte Bildrateneinbrüche in der Darstellung sichtbar sind. Auch die Kamera fängt das träge Spielgeschehen nicht immer ideal ein, weshalb Rime ernsthafte Vergleiche mit bewegenden Klassikern der Videospielgeschichte leider verwehrt bleiben.
Das stimmungsvolle Knobelgame bietet zwar einige Momente, die eine Gänsehaut hervorrufen können oder zum Schmunzeln animieren, begeistert von Spielbarkeit und Rätseldesign des Multiplattformtitels dürfte aber nur ein kleinerer Teil von jüngeren Spielern werden.

 

Eine Insel mit drei Fragezeichen.

 

Rime
Fotos: Tango Works/ Greybox
USK 6
Circa 29 €
Xbox One – ASIN: B01MT7YHZI / PS4 – ASIN: B01NAS38DY/ PC – ASIN: B071R43K4T / Switch – ASIN: B06XQ4VPBZ

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