Dienstag, 22. August 2017

Wiener Polizei im Jagdfieber – auch auf Cannabis-Konsumenten

 

Stolz wie Bolle präsentiert die Wiener Gendarmerie die Jahres-Zwischenbilanz des Kampfes gegen Drogen

 

 

Cannabis
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Sadhu van Hemp

 

 

Berlin und Wien verbindet seit jeher eine gewisse Sympathie füreinander. Man mag sich im Großen und Ganzen, schließlich stehen die beiden Hauptstädte seit Jahrhunderten in Konkurrenz zueinander und die Wiener und Berliner wissen die Stärken und Schwächen des anderen neidlos zu schätzen. Zudem spricht man dieselbe Sprache: Wiener Schmäh und die Berliner Kodderschnauze ergänzen sich prächtig, um sich gegenseitig zu verhöhnen und zu verspotten.

 

Doch so gleich sich Wien und Berlin auch sind, in einem Punkt unterscheiden sich die beiden Hauptstädte gravierend: Während in Berlin die Subkultur nur so blüht und nahezu anarchistische Zustände herrschen, sind in Wien die Uhren stehen geblieben und nichts bleibt dem Zufall überlassen. Offener Straßenhandel mit illegalen Suchtstoffen wie in Berlin mögen die Wiener Sittenwächter überhaupt nicht. In der Stadt an der Donau ist die Gendarmerie noch richtig auf Zack. Anders als die Berliner Kollegen zeigen die Drogenhäscher noch richtigen Ehrgeiz. Ursächlich für den Übereifer der Gendarmen ist das österreichische Suchtmittelgesetztes, das seit Juni 2016 das Dealen im öffentlichen Raum mit bis zu zwei Jahren Haft unter Strafe stellt. In Wien lohnt sich also noch das Katz- und Mausspiel zwischen Polizei und Kleindealer. Statt Kuscheljustiz wie in Berlin gibt’s in Wien eine deftige Abreibung für den Suchtgiftverbrecher. Das motiviert den Schnüffler und macht ihn spitz wie Nachbars Lumpi.

 

Nun präsentierte die Wiener Polizei stolz ihre Halbjahresbilanz: Seit Januar wurden in Wien weit mehr als 1.200 Personen wegen Drogendelikten festgenommen. Das ergibt eine Fangquote von durchschnittlich mehr als fünf „Dealer“ pro Tag. Noch nicht eingerechnet sind die Zahlen der verdeckt agierenden „Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität“. Sichergestellt wurden 470 Kilogramm Cannabis, 16 Kilo Kokain und neun Kilo Heroin. Überdies konnten Tausende Ecstasy- und Substitol-Tabletten und Amphetamin konfisziert werden. Auch ein stolzes Bargeldsümmchen konnten die Beamten den Bösewichten abnehmen, insgesamt 460.000 Euro.

 

Alles in allem habe sich die Situation in Wien gebessert, versicherte der Polizeisprecher Harald Sörös, um die Wiener Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Seit Sommer 2016 sei die Zahl der „sichtbaren Dealer“ konstant zurückgegangen. Dass Cannabis und andere illegale Drogen wie in den Zeiten vor der Gesetzesänderung offen angeboten werden, sei eher die Ausnahme. Auch wenn sich die Lage in Wien entspannt hat, “wollen wir die Szene in Bewegung halten, schauen, dass der Handel nirgends wo komplett überhandnimmt”, erklärte Sörös.

 

Nicht erklären können die Beamten der Wiener Polizei das seltsame Phänomen, dass trotz der Gesetzesverschärfung und des Rückgangs „sichtbarer Dealer“ immer mehr davon festgenommen werden. Oder zählt der Beifang der fröhlichen Dealerjagd, also der gemeine Cannabis-Konsument, mittlerweile auch schon zur Gattung der „Dealer“?

 

4 Antworten auf „Wiener Polizei im Jagdfieber – auch auf Cannabis-Konsumenten

  1. Lars Rogg

    „Alles in allem habe sich die Situation in Wien gebessert, versicherte der Polizeisprecher Harald Sörös, um die Wiener Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Seit Sommer 2016 sei die Zahl der „sichtbaren Dealer“ konstant zurückgegangen.“
    Witziiiig….wenn man einen sichtbaren Dealer hops nimmt, dauert es ein, zwei Wochen und aufstrebende junge Dealer haben deren Job übernommen. Ob sichtbar oder nicht. Ist doch überall gleich. Augenwischerei und Punkte sammeln, auf möglichst schwachsinnige Weise…tzzzz…nicht nur deutsche Drogenbullen kämpfen sinnlos und kontraproduktiv gegen Windmühlen, die immer wieder nachwachsen. Hauptsache mit blödsinnigem Aktionismus die Nachwuchsdealer fördern. Und die sind auch noch Stolz drauf…wie peinlich….

  2. U-G

    Altes Östereichisches und Ungarisches Vorgehen.

    Sörös als (M.N)achnahme und “ Blaulicht „-Sprecher ist für mich als “ Nord-Serbe“ leicht zu entlarven…lach.

    Sorry aber mit Bayern, Östereich und Ungarn=ohne Strich und Faden. Lach.

    SRBIJA!!!!! Direkt übersetzt SR-BIJA= Wenn es sein muss werden wir zurück schlagen.
    Kad tad. 3mal in einem Jahrhundert habt ihr unsere Souveränität angegriffen.

    Kosovo ist Serbien!!! Ihr Nato-USA-Eu-Lutscher.

    Das Bin Laden in Albanien wusstet Ihr nicht?

    Glaubwürdigkeit sieht ganz anders aus.

    Schröder und Fischer Ihr seid nur am Leben, weil wir das so wollen, und Schröder steht unter dem Schutz von wem wohl?

    Schulz, M(F)erkel und der Rest der sich lustig machte… alle Ziegen werden der Reihe nach gevögelt…Und das sage ich als Christ!!!

    ZIVELA SRBIJA. Zivela slobodna Nemacka i Evropa.

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