Freitag, 11. August 2017

I Have a Dream

 

Sadhu van Hemp

 

Am 12. August 2017 findet in Berlin die größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel in Deutschland statt. Mehr als 10.000 Menschen werden unter dem Motto „Breiter kommen wir weiter!“ durch die Hauptstadt der Deutschen spazieren und die Republik wissen lassen, dass die Hanfprohibition ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist.

 

Würde er noch leben, dann wäre er sicher einer Einladung zur Hanfparade nach Berlin gefolgt und würde auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof eine Rede halten – wie damals 1963 beim „Marsch auf Washington“, als 250.000 vorwiegend schwarze Amerikaner für Arbeit und Freiheit demonstrierten. Die Rede ist von Martin Luther King, jenem Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger, dessen Einsatz und Wirkkraft maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Rassentrennung gesetzlich aufgehoben und das uneingeschränkte Wahlrecht für die schwarze Bevölkerung der US-Südstaaten eingeführt wurde.

 

King war ein Mann der Tat. Er predigte nicht nur den zivilen Ungehorsam, sondern praktizierte ihn auch – so wie Tausende Hanffreunde aus ganz Deutschland, die am 12. August in Berlin auf der Hanfparade knatternd Gesicht zeigen. Martin Luther King hatte keine Angst davor, von der Polizei festgenommen und misshandelt zu werden, denn er wusste, dass die Zeit gekommen war und am Ende des Kampfes der Triumph stehen würde. Und so ereignete sich jener historische Moment, als King nach der Entlassung aus dem Gefängnis am 28. August 1963 vor dem Lincoln Memorial jene bewegende Rede hielt, die mit den Worten begann: Ich habe einen Traum.

 

Und diesen Traum hätte ein Martin Luther King noch heute, wenn er 1968 nicht einem Attentat zum Opfer gefallen wäre und noch leben würde. Zumal wenn er ein Deutscher wäre, der gerne Cannabis genießt und deshalb kriminalisiert, diskriminiert und stigmatisiert wird. Dann würde er mit seinen 88 Jahren das Mikrofon ergreifen und vermutlich folgende Worte zu uns sprechen:

 

„Ich habe einen Traum, dass sich eines nahen Tages hier an diesem Ort viele Millionen Hanffreunde versammeln und den Prohibitionisten vor Augen führen, dass die Hanflüge längst entlarvt ist und die Verfolgten und Geknechteten kurz davor stehen, sich gegen das Unrecht des Hanfverbots aufzulehnen. Die Mächtigen werden aus Angst vor der Critical Mass der Hanffreunde zittern.

 

Ich habe den Traum, dass immer mehr Menschen in diesem Land die Wahrheit erkennen, dass der Hanf kein Rauschgift, sondern ein Balsam für Leib und Seele ist – und das für kranke und gesunde Menschen gleichsam. Die Deutschen werden ihren Frieden mit der Heiligen Pflanze machen, die die Menschen in einer sich immer schneller drehenden Welt entschleunigt und entspannt.

 

Ich habe einen Traum, dass schon bald in allen Gärten und Balkonkästen der Hanf wie Schnittlauch und Petersilie wächst und kein Gesetz der Welt dieses verbietet. Jeder Mensch wird nach seiner Fasson mit dem Heilkraut selig werden, es anbauen und nutzen – ohne Regulierungen und Beschränkungen.

 

Ich habe einen Traum, dass eines Tages auch edle Haschisch- und Marihuanasorten aus aller Herren Länder legal importiert werden und jeder Hanffreund die freie Entscheidung hat, ob er unter Kunstlicht gezogenes Knallgras oder handgeknetetes Haschisch vom Fuße des Himalaya genießt. Mit der totalen Legalisierung wird die Erkenntnis wachsen, dass die Hanfkultur künftig nicht allein in den Hightech-Gewächshäusern der Pharmaindustrie wurzelt, sondern auch unter freiem Himmel und in Mutter Erde.

 

Ich habe einen Traum, dass die Prohibitionisten für ihre Schandtaten, die sie an Millionen unschuldigen Menschen verbrochen haben, zur Rechenschaft gezogen und hart bestraft werden. Die Befreiung der Hänflinge wird den Staat dazu zwingen, dass auch jene armen Seelen begnadigt, rehabilitiert und entschädigt werden, die zu Unrecht verurteilt und der Freiheit beraubt wurden.

 

Ich habe heute einen Traum! Der Hanf wird frei sein!“

4 Antworten auf „I Have a Dream

  1. Peter

    vorab: ich befürworte die legalisierung von cannabis.

    Den Artikel muss ich aber entschieden ablehnen! Der Vergleich der Legalisierung mit dem Kampf gegen Rassentrennung macht mich einfach nur fassungslos!! Mit dieser Argumentation ( „dann würde er vermutlich folgende Worte zu uns sprechen..“ – wie bitte???) schießt man sich nur selber ins Aus.

  2. Piotr

    @Peter,

    dein Kommentar macht mich fassungslos. Bevor du hier Fake-News verbreitest, lies dir erstmal die amerikanischen Gefängnisstatisken durch. Dann weißt du, dass der Drogenkrieg ein rassistischer ist.
    Aber wahrscheinlich bist nur ein Troll, der von nix ne Ahnung hat und sich wichtig machen will..

  3. martin

    @peter Woher kommt den der Krieg gegen Drogen? Genau aus dem Rassismusgedanken! Bitte informiere dich: „Die Entstehung des Betäubungsmittelgesetzes aus der Rassenhygiene“ – Buch; Tillmann Holzer

    danke

  4. Ralf

    “ Der Vergleich der Legalisierung mit dem Kampf gegen Rassentrennung macht mich einfach nur fassungslos!!“
    Also, mich machen einfach solche Kommentare fassungslos, ich kriege bei so viel Ignoranz einfach nur eine Gänsehaut !

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