Dienstag, 1. August 2017

Cannabis-Verbot auch in Indien in der Kritik

 

Erste Kongressabgeordnete zweifeln am Sinn des Anti-Hanf-Krieges im Mutterland des Indischen Hanfs

 

Cannabis
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Sadhu van Hemp

 

 

Eine Farce war es schon immer, ausgerechnet den Indern den Genuss der Heiligen Pflanze austreiben zu wollen. „Cannabis indica“ wurde in Indien bereits kultiviert, als die Germanen noch Primaten waren und in Höhlen hausten. Kein Wunder also, dass der Anti-Hanf-Krieg in Indien eher schlampig geführt wird und bis zum heutigen Tag nur ein Nebenkriegsschauplatz geblieben ist. Daran konnte auch die 1985 in Kraft getretene Gesetzesverschärfung nichts ändern, die dafür Sorge tragen sollte, dass sich die Bevölkerung endlich an die „UN-Konvention gegen narkotische Drogen“ hält.

Zwar verspricht das Betäubungsmittelgesetz eine harte Bestrafung für alle, die von Ganja und Haschisch nicht die Finger nicht lassen können, aber so richtig will das die Inder nicht abschrecken. Um als Kiffer mit einer Geldstrafe von 10.000 Rupien bzw. einem Freiheitsentzug von bis zu sechs Monaten abgewatscht zu werden, muss sich der indische Hanffreund schon reichlich ungeschickt anstellen. Gleiches gilt für Produzenten und Händler, von denen nur die wenigsten das Schicksal eines Knastaufenthalts von bis zu zehn Jahren ereilt.

 

Auch die Bilanz der beschlagnahmten Mengen von Cannabis-Produkten sieht eher mager aus: So konnte die indische Polizei letztes Jahr gerade einmal 2.489 Kilogramm Haschisch erbeuten. Für ein Land mit 1,324 Milliarden Einwohnern ein wirklich erbärmliches Ergebnis. Besonders mit Blick auf das vorbildliche Deutschland, wo 2015 zum Schutze der 83 Million Bundesbürger 1.599 Kilogramm Haschischharz aus dem Verkehr gezogen wurden.

 

Doch als wäre die indische Halbherzigkeit im Anti-Hanf-Krieg nicht schon schlimm genug, orientieren sich die Inder nicht an der deutschen Prohibitionspolitik, sondern schielen nach Amerika. Die unaufhaltsame Re-Legalisierung von Cannabis in den USA bleibt den indischen Politikern nicht verborgen. Vorneweg stürmt Maneka Gandhi, die nicht nur einen berühmten Namen trägt, sondern auch die Ministerin für Kinder- und Frauenentwicklung des Kabinetts von Premierminister Narendra Modi ist. Nun hat sie lautstark angekündigt, sich für die Legalisierungsbewegung einzusetzen. Bei einem Meeting mit mehreren Ministern, bei dem es auch um die Frage einer neuen Drogenpolitik ging, schlug die 60-jährige Schwiegertochter von Indira Gandhi vor, dass die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke auch in Indien von Vorteil sein könnte.

„In einigen entwickelten (sic) Ländern wie in den USA wurde Marihuana legalisiert, was letztlich zu weniger Drogenmissbrauch führt“, konstatierte die engagierte Frauen- und Tierschutzrechtlerin. „Inwieweit dieses auch in Indien möglich ist, sollte untersucht werden. Marihuana für medizinische Zwecke sollte legalisiert werden, vor allem, da es der Krebsbehandlung dienen könnte.“

 

Die Initiative von Maneka Gandhi lässt aufhorchen – auch im ausgehungerten Europa. Schließlich ist Indien die Heimat der begnadeten Haschischkneter, die im Falle einer Legalisierung liebend gerne ihre Spitzenprodukte auch in die EU exportieren würden. Zum Beispiel die Edelsorte „Malana Cream“, die derzeit nur mit viel Glück in Amsterdam für einen Grammpreis nicht unter 20 Euro zu haben ist.

 

4 Antworten auf „Cannabis-Verbot auch in Indien in der Kritik

  1. rainer sikora

    Das diese scheiß UNKonvention überhaupt noch existiert.Hätte nicht für möglich gehalten das es in Indien Einschränkungen beim Hanf gibt.Ärgert mich.

  2. Ralf

    @rainer sikora
    Leider gibt es nur ein einziges Land, daß diese Unrechtskonvention nicht unterschrieben hat und das ist ausgerechnet Nord Korea, was aber nicht heißt das man dort als Kiffer glücklich sein kann, denn Freiheit ist dort mit Sicherheit ein Fremdwort.

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