Montag, 8. Mai 2017

Berliner zu lauffaul für den Global Marijuana March

 

Nicht in Berlin steppt der Bär, sondern in Wien und Freiburg

 

Global Marijuana March Berlin 2017

 

Sadhu van Hemp

 

Der letzte Samstag stand ganz im Zeichen des weltweiten Global Marijuana March – auch im deutschsprachigen Raum. Von Wien bis Rostock zeigten die Hanffreunde Gesicht, in aller Friedfertigkeit und stressfreier Atmosphäre. Der „Hanfwandertag“ in Wien lockte wie schon die Jahre zuvor die meisten Demonstranten auf die Straße, die unter dem Motto „Legalisierung macht Sinn“ für ihr „Recht auf Rausch“ marschierten und die braven Bürger darin erinnerten, dass noch immer der Anti-Hanf-Krieg tobt, obwohl dieser längst verloren ist. Der „Österreichische Hanf Verband“ hat die „Critical Mass“ an Kiffern mobilisiert, die die Innenstadt für ein paar Stunden in ein Verkehrschaos stürzte und die Passanten ob der geballten Präsenz staunen ließ. Chapeau dem Wiener Organisationsteam, das keine Kosten und Mühen gescheut hat, um dieses Happening stattfinden zu lassen.

 

Auch in Deutschland haben die Hanfaktivisten in die Hände gespuckt. Hervorzuheben sind die hohen Teilnehmerzahlen unterhalb des Weißwurstäquators. In Nürnberg spazierten rund 700 und in Freiburg 900 Hänflinge über den Asphalt, weiß der DHV auf seiner Website zu berichten. Gemessen an der Einwohnerzahl sind auch die jeweils 200 Demonstranten in Passau und Regensburg ein Erfolg. Dagegen standen die 200 Seelen, die sich in der bayerischen Landeshauptstadt München aus der Deckung wagten, eher auf verlorenem Posten.

 

Zurückhaltend waren die Hänflinge in der norddeutschen Tiefebene und der Kölner Bucht. Zwar brachten die Düsseldorfer 600 Flaneure auf die Straße, aber Köln konnte mit nur 150 Teilnehmern die Erwartungen der Organisatoren nicht erfüllen.

Auch an der Spree herrschte Tristesse, was die Teilnehmerzahl betrifft. Von 3,5 Millionen Einwohnern schafften gerade mal 500 Brüder und Schwestern den „beschwerlichen“ Weg über die Partymeile von der Oranienstraße, über den Görlitzer Park rüber über die Warschauer Brücke zum RAW-Gelände. Dort – im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk, das heute neben dem Görlitzer Park der zweitgrößte Freiluft-Coffeeshop der Welt ist, vereinigten sich schließlich die wackeren Demonstranten mit dem drögen und denkfaulen Partyvolk, das jede Tüte heiß raucht, aber sonst nichts beizusteuern hat.

 

Die Kifferhauptstadt Deutschlands hat sich zum GMM ein Armutszeugnis ausgestellt. Woran es liegt, dass die Berliner Community ihr Demonstrationsrecht nicht wahrnimmt, lässt sich nur schwer ergründen. Das Organisationsteam hat für einen entsprechend großen Rahmen gesorgt, in den gut und gerne mehrere Tausend Hänflinge gepasst hätten. Allein die drei mit Lautsprecherboxen beladenen Brummis hätten Zehntausende mit Ohrensausen nach Hause schicken können. So beschallten sich die Diskjockeys gegenseitig um die Wette, wer lauter kann. (Viel Lärm für ein paar wenige Raver – und das Todesurteil für viele Jungvögel, deren Vogeleltern das Weite gesucht und die Brut aufgegeben haben.)

 

Nun denn – die, die dabei waren, haben alles gegeben, vorneweg ein Zehnspänner aus Drahteseln, der einen Käfigwagen mit einem eingekerkerten Hanfblatt zog. Ein tolles Bild, das den Wahnsinn der Hanfprohibition auf den Punkt brachte und all jenen als Photomotiv diente, die dem kurzen Zug als Zuschauer beiwohnten.

 

Bleibt für den GMM 2018 zu wünschen, dass die Großstädter aus Berlin, Frankfurt, Köln und München endlich mal den Hintern hochkriegen und sich solidarisch einreihen im Kampf zur Befreiung des Hanfes. Nur bequem in der Anonymität der Großstadt auf dem Sofa hocken und an der Bong saugen, ist asozial. Was die Wiener nonchalant auf die Beine stellen, müssen doch auch die Piefkes aus Berlin & Co. hinkriegen.

 

4 Antworten auf „Berliner zu lauffaul für den Global Marijuana March

  1. Rainer Sikora

    Die Polizei schreitet auch kaum noch ein.So bleibt die Demonstration unauffällig und gerät schnell wieder in Vergessenheit.Hat dann auch Straßenfestcharakter ohne öffentliche wirkliche Aufmerksamkeit zu erregen.Da würden einige Tausend mehr nichts dran ändern.Es fehlt der Aufbau von Druck und das Mittel das oben zum reagieren zwingt .Die Regierung arbeitet daran, das es kaum mehr Möglichkeiten von Willensäußerungen aus der Bevölkerung gibt,wenn diese andere Ziele und Inhalte als die zugelassenen oder gewollten beinhalten.Mit den gleichzeitig stattgefundenen Wahlen sind unsere Gegner jedenfalls jetzt noch stärker geworden und die Medien geben vor was Interessant ist und was nicht.

  2. Berliner Latscher

    Nun ja, ich finde die Aufforderung nicht heimlich hinter Büschen zu konsumieren um nicht als Straftäter in Betracht gezogen zu werden, sondern offen und frei zu konsumieren um wie jemand mit Rezept zu wirken. Somit gibt es keinen Tatverdacht. Zumindest scheint das so, nach den Einleitenden Worten und die Beobachtung das die Polizei tatsächlich nur schaute und sonst nichts unternommen hat.

  3. nullkommaneun

    die legalisierungslobby hat es versäumt sich politisch zu organisieren und die kundschaft wendet sich nun resigniert ab weil ineffektiven kinderkram wie z.b. marihuanamärsche nicht mehr mitmachen will. hanfverband nein danke, bevor ich den newsonkel georg wurth finanziell unterstütze leg ich doch lieber was für nen anwalt zur seite für den fall der fälle, hab ich mehr von

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