Donnerstag, 15. Dezember 2016

Gründer der Reggaeband Botanic Project in Weißrussland verurteilt

 

Neun Jahre Haft für 57 Gramm Marihuana.

 

 

Im Sommer diesen Jahres machte die Staatsmacht in Maladsetschna einen tollen Fang. Drei Musiker wurden mit 40 Gramm Haschisch und 17 Gramm getrocknetem Gras erwischt. Jetzt wurde der Gründer der Reggaeband Botanic Project in Weißrussland verurteilt. Aufgrund der Aussage eines Zeugen sprach der immer Recht habende Richter eine Strafe von neun Jahren Haft aus.

 

Die Fans von Botanic Project sind entsetzt, lässt sich auf den sozialen Netzwerken in Erfahrung bringen. Obwohl die Anklage davon spricht, drei Männer beim Konsum von Marihuana erwischt zu haben, meldet ein Mitglied der Gruppe, dass die gesamten Vorwürfe auf den Aussagen eines befreundeten Keyboarders stammten. Er sei bei allen sechs Verhandlungsterminen anwesend gewesen und wisse, dass der Tastenspieler Kanstantsin Harachy einen Handel mit den Gesetzeshütern abgeschlossen hätte. Aufgrund von Einschüchterungen seitens der Polizei hätte er seine ursprüngliche Aussage geändert und ein Stück Haschisch, das an einer Tankstelle gefunden wurde, als eingekauft deklariert. Der Gründer der Reggae-Combo hätte es im verkauft, was er auch regelmäßig getan haben soll.

 

Überprüfen wollte man diese Aussage nicht weiter. Selbst als während des Prozesses Aufnahmen von aufgenommen Telefongesprächen abgespielt wurden, konnten keine belastenden Beweise festgestellt werden. Von kriminalistischen Laboruntersuchungen sah man ebenfalls ab, da nur geringen Mengen Beweismaterial vorhanden gewesen sein sollen. Trotz damaliger Sommerhitze wollte man keine Schweißspuren an der illegalen Ware oder geringen aufgespürten Geldmengen suchen. Der Anwalt von Botanic Project Frontman Klim Malazhavy plädierte auf drei Jahre Strafe nach dem ersten Teil des Artikels 328 des weißrussischen Strafgesetzbuches: für den Besitz einer illegalen Substanz, ohne das Vorhaben sie zu veräußern, zu bewahren oder abzugeben. Die Anklage verlangte dagegen einen Strafsatz nach dem dritten Teil des gleichen Artikels für den betriebenen Handel mit Drogen und forderte neun Jahre Haft bei strenger Führung. Da dem Angeklagten Klim während der Verhandlungen – die nun einzig auf den Aussagen eines Mitangeklagten Fuß fassten – die Schuld nicht bewiesen werden konnte, habe man ihn letztendlich dazu genötigt, seine Unschuld beweisen zu müssen, was die reguläre Rechtsauffassung umkehrte. Neun Jahre Haft und die Beschlagnahmung von Eigentum waren daraufhin das gesprochene Urteil im Namen der gerichtlichen Gerechtigkeit.
Der ausspuckende Keyboarder Kanstantsin Harachy hingegen wäre mit einer dreijährigen Strafe davon gekommen, obwohl ihm eine Autofahrt unter stärkerem Drogeneinfluss nachgewiesen werden konnte. Dieses Strafmaß sei für Weißrussland insgesamt ungewöhnlich mild. Mit Sarkasmus gefüllte Fans der Band gehen nach den gefällten Urteilen insgesamt davon aus, dass Cannabisnutzer in Zukunft sofort erschossen werden…

 

Immerhin könnten die Beamten bei dem am 12.12.2016 offensichtlich zu unrecht zu neun Jahren Haftstrafe verurteilten Klim Malazhavy nichts Weiteres entwenden, da er laut Gruppenmitglied Andrey Bogomolov eigentlich nur noch eine Gitarre besessen habe – nachdem man seinen Laptop und sein Smartphone bereits beschlagnahmte.

2 Antworten auf „Gründer der Reggaeband Botanic Project in Weißrussland verurteilt

  1. Lars Rogg

    Kann es sein, dass sich die Irren in dieser Welt rasant vermehren ??
    USA, Russland, Syrien, Philippinen, Weissrussland, Polen, Türkei, Ungarn.
    Das Mittelalter kehrt zurück. Ich bin sehr gespannt wie die Welt in 10 oder 15 Jahren aussieht.
    Ich tippe auf eine sehr, sehr dunkle Zeit !!! Armut, Ungleichheit, Verrohung und Egoismus werden die Früchte eines ungelenkten Kapitalismus sein.
    Auch zeigt die Unterdrückung der ungewollten Teile des Armutsberichtes der Bundesregierung, dass sie lieber weiter frisches Wasser auf die Mühlen einer extremistischen Partei gießen, als an ihrer Politik zu feilen.
    Wir werden sehen was daraus wird. Ich vermute, dass die letzte „Anstalt“ eine Prophezeiung war.

  2. Drunk Fail

    Komisch ,halb Weißrussland ist voll mit wildem Ruderalis Cannabis ,da kann es doch schon mal Passieren , das ein Paar Kräuter beim Wandern ,in den Stiefel Fallen und dann ,beim Saubermachen klebrige popel produzieren . Naja ,die Weißrussisch-Orthodoxe Kirche ,ist bestimmt der Meinung ,das koptischer Kirchen Reggae nicht als angemessene Christliche Propaganda, Akustisch hörbar sein , darf , sonder nur Ikonenhaft ,gemalt werden sollte .

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