Freitag, 4. November 2016

Keine Macht den Pharmakartellen

 

 

Sadhu van Hemp

 

Bild: Exzessiv.tv
Bild: Archiv / Exzessiv.tv

 

In Den Haag sitzt derzeit der von der Bayer AG übernommene Saatgut- und Herbizid-Hersteller Monsanto auf der Anklagebank – wegen „Verbrechens gegen die Menschlichkeit“. Das Tribunal will den Nachweis führen, dass der börsennotierte Konzern einen systematischen Ökozid betreibt und für gesundheitliche und wirtschaftliche Folgeschäden verantwortlich ist, die durch den Einsatz von Glyphosat und gentechnisch verändertes Saatgut in der Dritten und Vierten Welt entstanden sind. Verhandelt wird auch die Geschäftspraxis, dem Militär dioxinkontaminierte Herbizide zu liefern, die in Kriegsgebieten zur Entlaubung von Wäldern und Nutzpflanzen eingesetzt werden.

 

Die Chemiebude sieht das ganz anders und wird von „Wirtschaftsexperten“ massiv darin unterstützt, das Tribunal als „Scheinprozess“ zu diffamieren und den Anklägern vorzuhalten, sich gegen „landwirtschaftlichen Fortschritt“ zu stellen. Zudem stünde der Schuldspruch gegen Monsanto von vornherein fest. Kein Wunder also, dass die Giftmischer aus St. Louis dem Gericht fernbleiben und die mediale Aufmerksamkeit gezielt klein gehalten wird. Die Befürworter der „Grünen Landwirtschaft“ werden kurzerhand in die Ecke der Ewiggestrigen gestellt, die im Gegensatz zu Monsanto nicht dem Wohl der Menschheit dienen, sondern mit ihrer Kampagne erst Hunger und Krieg befördern.

 

Die Frage, die sich stellt, ist, wer „diese Menschheit“ ist, der die Chemiekartelle so selbstlos dienen. Sind es die in den Armenhäusern der Welt enteigneten und gesundheitlich ruinierten Kleinbauern, um deren Wohl sich Monsanto & Co. so vorbildlich kümmert? Oder geht es den Konzernen einzig darum, für tüchtig Rendite zu sorgen, damit die Aktionäre in der ersten Welt ein sattes und friedliches Leben auf Kosten der Ärmsten der Ärmsten genießen können?

 

Die Wahrheit ist, dass Monsanto eine Kapitalgesellschaft ist, die nur einem Zwecke dient: Gewinnmaximierung. Dieses Geschäftsmodell beherrscht die Weltwirtschaft – und die „Raupe Nimmersatt“ frisst sich durch alle Bereiche des täglichen Lebens. Der Ausverkauf der Natur ist in vollem Gange, und wenn es im Sinne der Profiteure ist, werden nicht nur altdeutsche Kartoffelsorten vom globalisierten Globus getilgt, sondern gleich die ganze Flora und Fauna – wie derzeit die Regenwälder in Südamerika und Asien.

 

Neuestes Opfer der zügellosen Gewinnsucht der multinationalen Kapitalgesellschaften ist der Hanf: Die Renaissance der urzeitlichen Kulturpflanze weckt Begehrlichkeiten bei eben jenen Proleten, die die Welt nur mit Dollarzeichen in den Augen betrachten. Und diese Sicht wird den Legalisierungsprozess bestimmen, an dessen Ende die Hanffreunde leer ausgehen. Wie der Hase läuft, zeigt u.a. der Eingriff des Gesetzgebers hinsichtlich des Handels mit nicht berauschenden Cannabidiol (CBD). Der Inhaltsstoff der Hanfpflanze unterliegt seit Oktober der Verschreibungspflicht, sofern er als Medikament vermarktet wird. Somit haben diejenigen die Finger drauf, die ohnehin schon das Monopol auf Arzneimittel für sich beanspruchen: Pharmabuden und deren Handlanger aus dem Apothekergewerbe.

 

Was klein anfängt, wird sich schon bald als etwas Großes auswachsen. Hanf als Medizin wird der Verkaufschlager der Gesundheitsindustrie. Die Anwender werden abermals zu Opfern staatlicher Gewalt, denen die freie Entscheidung in der Wahl ihres Arznei- bzw. Genussmittels vorenthalten wird. Der Glaube an eine baldige komplette Freigabe des Hanfes ist ein Irrglaube.

 

Es ist naiv und fatal zugleich, sich von denen einlullen zu lassen, die wie Monsanto keine Skrupel hätten, zur Sicherung des eigenen Marktsvorteils wilde illegale Hanffelder mit „Agent Orange“ zu berieseln.

Deshalb sei bei aller Euphorie über die Zulassung von Medizinalhanf der Community angeraten, sich keinesfalls mit dem zu begnügen, was auf den ersten Blick nach Zukunft aussieht und vielleicht einigen wenigen unanständige Jobs bringt. So lange unsere Gefängnisse voll mit Btm-Straftätern sind, Behörden bei Spaßkiffern das ganze Programm an Repressionen fahren und der Handel mit orientalischen Haschischsorten illegal bleibt, kann von Re-Legalisierung keine Rede sein.

Eine Antwort auf „Keine Macht den Pharmakartellen

  1. Ralf

    Meine Rede! Die Pharma und Chemie-Kraken haben ihre dreckigen Fangarme doch schon längst nach unserer Pflanze ausgestreckt. Mir kommen immer öfter üble Visionen von vom Militär bewachte Gen-manipulierten Hanf-Monokulturen in den Sinn, und mir dreht sich der Magen um, bei dem Gedanken, daß wir Legalisierer diesen Verbrechern auch noch die Tür öffnen. In Italien baut das Militär an. Es stäuben sich mir sämtliche Nackenhaare, wenn ich nur daran denke daß die Berufsmörder, die ja bekanntlich zu jeder mörderischen Perversität fähig sind, jetzt Hanf anbauen, fragt sich nur mit wessen Saatgut und Ackergiften!

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