Mittwoch, 17. August 2016

La Buena Vida

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Das Gute Leben

 

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Da bereits seit einigen Jahrzehnten der Abbau von Kohle in Deutschland und Europa zu kostspielig geworden ist, wurde die Förderung ins Ausland verlagert, um die Kosten zu senken und trotzdem den ständig wachsenden Bedarf nach Licht, Wärme und Energie stillen zu können. Heute zählt Kolumbien zu den größten Steinkohlelieferanten weltweit, die nach Deutschland, England, Israel, Japan oder die USA exportieren. Die kolumbianische Mine „El-Cerrejón“ ist mit 700 Quadratkilometern der größte Kohleabbau der Welt. Stück für Stück verschlingt das riesige Loch die bis dahin unberührte Landschaft und auch das kleine Dorf Tamaquito muss weichen.

 

Die dort ansässige Wayúu-Gemeinschaft lebte bisher im Einklang mit der Natur und wurde von ihr mit allem versorgt, was sie zum Leben braucht. Ähnliche Gemeinschaften wurden bereits in der Vergangenheit zum Teil gewaltsam vertrieben. Um dies zu verhindern nimmt Anführer Jairo Fuentes die Verhandlungen mit den Betreibern der Mine auf. Hinter ihnen stehen mächtige Rohstoffkonzerne wie Glencore, Anglo American und BHP Billiton. Die Minenbesitzer wollen das Dorf abreißen und seine Bewohner umsiedeln. Doch diese wehren sich. Vor allem die Wasserversorgung am neuen Standort macht ihnen Sorgen. Schließlich vertrauen die Einwohner Tamaquitos den Versprechungen des Konzerns und gehen auf dem Handel ein. Das indigene Volk verlässt den Wald und damit das Land seiner Ahnen, um am neuen Standort ein so genanntes „besseres Leben“ zu beginnen. Nur um festzustellen, dass sich das Unternehmen nicht an seine Versprechen hält. Ohne Wasser beginnt für die Bewohner des „neuen“ Tamaqitos ein Kampf um ihre Existenz.

 

Der renommierte Dokumentarfilmemacher Jens Schanze begleitete die Umsiedlung des Dorfes und erzählt damit die tragische Geschichte einer Gemeinschaft, die sich trotz kämpferischem Geist der Übermacht der Konzerne beugen muss. Dabei verzichtet er auf wertende Kommentare oder erklärende Interviews sondern bildete lediglich die Geschehnisse ab und lässt die Bilder sprechen. Der Film leistet einen wichtigen Beitrag die Folgen der Wachstumssucht der Industrieländer aufzuzeigen, unter denen meist andere Länder und Völker zu leiden haben und die hierzulande nur zu gerne unter den Teppich gekehrt werden.

 

„La Buena Vida – Das Gute Leben“ ist seit dem 17. Juni 2016 über Camino Filmverleih erhältlich. Der Dokumentarfilm erhielt zahlreiche Preise und wurde von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet.

 

Foto: CAMINO Filmverleih GmbH

 

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