Samstag, 9. Juli 2016

Gebt den Hanf frei – für alle!

 

 

Sadhu van Hemp

 

hanf-cannabis-plantage-zucht-grow-pflanzen

 

Wenn Vernunft siegt, geht es meist ganz schnell. Als 2011 die Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Fukushima wie Butter in der Sonne schmolzen und binnen weniger Stunden Luft, Boden und Wasser radioaktiv verseuchten, zeigte die Bundesregierung vernunftgesteuerte Entschlossenheit und leitete den Ausstieg vom Wiedereinstieg in die Kernkraftnutzung ein. Nur 15 Wochen nach der Nuklearkatastrophe in Japan rangen sich unsere Volksvertreter im Bundestag mit großer Mehrheit von 513 zu 79 Stimmen dazu durch, den Atommeilern in Deutschland bis 2022 das Licht auszuknipsen.

 

Doch nicht immer regiert Vernunft, wenn die von uns legitimierten Stammtischbrüder der Volksparteien Politik machen. Bestes Beispiel ist die Drogenpolitik unserer Regierungen in Land und Bund, die bar jeder Vernunft von Unvernunft geleitet wird und der Lebenswirklichkeit widerspricht. Die vielen kleinen Katastrophen, die allein das Hanfverbot anrichtet, werden ignoriert und als Kolletaralschaden hingenommen.

 

Das müsste nicht sein, wenn unsere Parlamentarier in sich gehen und auf die Stimme des Gewissens hören würden. Und diese Stimme würde einem halbwegs vernunftbegabten Politiker sagen, dass der Anti-Hanf-Krieg nicht nur ein verlorener ist, sondern überdies ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt. Was seit der BtmG-Reform von 1971 harmlosen Bürgern angetan wird, die mit Haschisch oder Marihuana hantieren, ist eine Schande, die an Schändlichkeit kaum mehr zu überbieten ist.

 

Wer über 45 lange Jahre gewohnheitsmäßig dafür sorgt, mit einem absurden Gesetz Hänflingen das Leben zu versauen, ist ohne Wenn und Aber ein sittlich komplett verwahrloster Berufsschurke, der nach dem Rechtsverständnis einer zivilisierten Gesellschaft in den Maßregelvollzug gehört und all seine Bürgerrechte zu verlieren hat. Und niemand dieser „Entscheidungsträger“ kann sich damit herausreden, er oder sie wüsste nichts von den Schandtaten, die Vater Staat jeden Tag im Namen des Volkes an jenen Bürgern verübt, die sich einfach nur mittels Hanf ein bisschen entschleunigen und wohlfühlen wollen.

 

Unsere Politschranzen der Legislative wissen sehr wohl, dass sie der Exekutive dabei behilflich sind, immer neue Straftatbestände zu erfinden, die von der Judikative schon mal mit Höchststrafen bis zu 15 Jahren Knast geahndet werden. Obwohl Verfassungs- und Strafrechtler längst zweifeln, inwieweit die Strafvorschriften des Betäubungsmittelgesetzes mit dem Grundgesetz vereinbar sind, heucheln und lügen unsere Volksvertreter munter weiter. Schamlos guckt die sitten- und anstandslose Bande von Spießbürgern dem Hexentreiben zu. Ja, diese nichtsnutzigen, selbstsüchtigen und niederträchtigen Unmenschen treiben es sogar noch auf die Spitze, wenn im Hause Gröhe/Mortler eine kaum sichtbare BtmG-Reform dazu genutzt wird, um schon mal die Pfründe, die sich aus der Zulassung von Medizinalhanf ergeben, an die Kameraden zu verteilen, die fast ein halbes Jahrhundert an vorderster Front im Anti-Hanf-Krieg gekämpft haben – die Pharmalobby. Gestern noch hat der Apotheker gehöhnt und gespottet, wenn ein kranker Mensch nach Hanfblüten fragte, heute schnipsen sie laut mit den Fingern und rufen: wir zuerst!

 

Heiter werden alle Mienen
bei dem schönen Wort „verdienen“!

 

Und selbstverständlich werden die verdienen, die von Rechtswegen eigentlich wegen fortgesetzten Verstoßes gegen die Menschlichkeit enteignet und eingesperrt gehören. Aber nein, wie am Ende eines jeden Krieges sind nicht die Opfer die Kriegsgewinnler, sondern die, die das Elend und den Flurschaden angerichtet haben. Eins, zwei, drei ist der Kuchen bis auf den letzten Krümel verteilt. Zumal in der ersten Phase der „Legalisierung“ auf deutschem Boden alles so bleibt, wie es ist. Wer privat Cannabis züchtet, schmuggelt oder handelt, wird als unliebsame Konkurrenz mit der Repressionskeule geprügelt und notfalls in der Sicherungsverwahrung endgelagert.

 

Auf den Gedanken, den Hanf ganz unbürokratisch allen Menschen zugänglich zu machen, kommen unsere Parlamentarier nicht. Dabei wäre es eine leichte Sache, wenn 513 Bundestagabgeordnete wie beim Atomausstieg dem Gewissen folgen und ein Gesetz verabschieden, das allen Hänflingen eine vernünftige Perspektive gibt. Die Einsicht muss doch nach einem halben Jahrhundert verfehlter Drogenpolitik möglich sein: Einfach Coffeeshops zulassen – und gut ist’s.

 

Und das ist wahrlich keine Utopie. Das niederländische Parlament hat bereits 1976 – also vor vierzig Jahren (!) – Vernunft walten lassen und gegen den Widerstand der ganzen Welt zumindest den Kleinhandel über Coffeeshops und den Eigenanbau zugelassen. Sind wir Deutschen wirklich derart feige, den winzigen Schritt hin zu einer für alle Seiten vorläufig zufriedenstellenden Entkriminalisierung nicht zu wagen? Werden wir wieder einmal mehr diejenigen sein, die das Leben bestraft?

 

6 Antworten auf „Gebt den Hanf frei – für alle!

  1. https://diehanfinitiative.de/index.php/genussmittel/21-hanf-als-genussmittel

    „Gebt den Hanf frei – für alle!“ Das unterschreibe ich sofort. Lieber Sadhu, danke für diesen leidenschaftlichen Appell an die Vernunft.

    Diese Politik, dieses Gebaren, welches Du beschreibst erinnert mich stark an den absolutistischen Merkantilismus, mit seiner rigorosen Ständewirtschaft und der Herausbildung von Monopolen. Des Einen Wenigen Vorteil, ist der Vielen Anderen Nachteil. Dieses Gebaren, diese Form der „Gier“ wird seit Jahrhunderten gepflegt und verinnerlicht und verfeinert, bis hin zur „Offshore-Perversion“, von gewissen „Krämerseelen“ und gewissen „Besitzenden“. So ist die Lage.

    Welches Ereignis könnte, wie „Fukushima“, einen ähnlichen Effekt auf die „vernunftbegabe Einsicht“ haben? Ein Ende der Prohibition bewirken? Vielleicht ein Wahlsieg von Bernie Sanders, in den USA und daraufhin die vollständige Legalisierung im Mutterland des Turbokapitalismus und der Prohibition? May be!

    Was dann sonst? Ich fantasiere einmal ein wenig:

    Ein Massenstreik? 10tausende von Selbstanzeigen? 4 Millionen Menschen auf der Hanfparade? Ein neuer Bankencrash? Ein Zerfall der EU? 10tausende Klagen vor dem Menschenrechtsgerichtshof? Neuwahlen? Soziale Unruhen? Ein neuerliches Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zur Verfassungswidrigkeit des BtMG? Eine Kommissionsentscheidung der EU? Eine Menschenkette, jeden Tag vor dem Bundestag? Höhere Bestechung von Abgeordneten, als durch gewisse Lobbys? Milliardenspenden eines hanfaffinen Superreichen an den ACM? Abschaffung des Militärs und der Geheimdienste? Ein Umschwenken der Mafia auf legalen Vertrieb? Eine globale blutige Revolution der Armen und Unterdrückten? Ein dritter Weltkrieg, womöglich thermonuklear? … … … Eine vernunftbegabte Einsicht aller unserer deutschen Abgeorneten?

    Vielleicht siegt wirklich die Vernunft! Ein sympathischer Gedanke. Ja, wie schön wäre es, wenn die ganze Grafik in tiefem Blau erstahlen würde: https://diehanfinitiative.de/index.php/genussmittel/21-hanf-als-genussmittel Von Westen bis Osten und von der Nordspitze bis in den tiefen Süden. Das wäre phänomenal!

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende und Kraft, Mut und Kreativität wünsche ich uns allen, dieses Ziel zu erreichen 🙂

  2. bart wakker

    Endlich, ich plädiere seit Jahren dafür, die Drahtzieher der Prohibition, und feigen Politiker die nichts gegen dieses Unrecht machen, selbst anzudrohen.

    Sie verdienen es hinter Gitter zu sitzen, anstelle von uns, die ohne Schäden für dritte unsere eigenes Leben selbst gestalten wollen.

    Wir müssen aus der Verteidigung raus. Diejene die sich sicher wähnen und aus Feigheit wegschauen und grosse „Kollateralschäden“ ignorieren, sind verantwortlich. Sie müsen wissen dass sie selbst Risiken laufen.

  3. Hans Leergut

    Gegen das Unkraut ist einfach kein Unkraut gewachsen. Mann sollte lieber Gift herstellen und es auf die Pflanzen sprühen damit die Kiffer nicht so scheiße dämmlich fröhlich aussehen. Außerdem sollte die Pflanzen noch eine Wurzelbehandlung bekommen damit es ordentlich Wirbelt.

  4. Cosmo

    @ Hans
    Den Kommentar verstehe ich schon als Kritik. Dennoch erschließt sich mir das Bild nicht richtig.
    @Sadu van Hemp
    Sicherlich ist der Atomausstieg langfristig die bessere Alternative. Was aber derzeit läuft, ist eine viel größere Sauerei. Der Atomausstieg wäre die richtige Wahl hin zu erneuerbaren Energien gewessen. Denn derzeit werden wir mit Kohlekraftwerken vergiftet. Dies ist nicht das einzige Problem des Weges. Diese Thema ist viel weitreichender, als dass man sich mit dieser Leichtigkeit als positives Beispiel daran bedienen könnte.

  5. X-KIFFER

    Eines Tages hängen wir das gesamte verlogene Politikerpack am Brandenburger Tor auf. Direkt daneben die verfickten Richter (auch die Eunuchen vom BVG), Staatsanwälte und die Drecksbullen die in der Drogenermittlung tätig waren. Dazu noch all die Lügenschranzen wie die Mortal und den Tortenguss.
    Das wäre mir die liebste Lösung.
    Verdient haben die es allemal.

  6. underground-grower

    fucker…shima liegt seit etlichen jahren vor den Inseln Irlands und Englands auf grund, das vor sich dahinsichen =radioaktiver Fisch vor British Commenwealth…gewürzt mit strahlenwurzcurry..fishandchips..Fangnetze die Fässer mitrollen oder mitschleifen und es an anderer stelle „seilabhacken und liegenlassen“…Versicherung zahlt in Schadensfall und Verlust…

    warum werden hefitge umweltverschmutzer nicht zur Verantwortung gezogen?

    weil diese versiffte Kriegs+Chemie+Pharma+Strom+Giganten verstrahlte hohlkopfpolitik nicht kapiert hat, das auch auf ihre Nachkommen, ein NACHSPIEL=VERLÄNGERUNG ansteht.

    bevor irgendwelche köpfe auch immer nahe dran sind an der Legalizierung von Hanf, wird wieder etwas aus der Zauberwelt von Harry Potter auftauchen und es niederschmettern.

    Ferngesteuert bis zum Exodus
    Wachsen Wachsen Wachsen
    Nen Maß Bier und nan Haxen.

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