Mittwoch, 4. Mai 2016

Cannabis auf Rezept für 2017 geplant

 

Gesundheitsminister will Weg für Kostenübernahme freimachen

am Hanftropf
Bild: Archiv

 

Heute soll ein Gesetzt im Kabinetten verabschiedet werden, dass die Versorgung von schwerkranken Patienten mit Cannabis regulieren soll. Dazu gehört auch die Übernahme der Kosten durch die Krankenlassen. Anschließend soll das Gesetz in den Bundestag eingebracht werden. „Ohne dem Bundestag vorgreifen zu wollen, ist es wahrscheinlich, dass das Gesetz spätestens im Frühjahr 2017 in Kraft treten kann“, sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) der „Welt“. Das Vorhaben war bereits vor einem Jahr von der Drogenbeauftragten Marlene Mortler angekündigt worden.

 

 

Derzeit haben die Patienten, die es geschafft haben eine Ausnahmegenehmigung für Cannabisblüten zu erhalten oft das Problem, dass sie sich ihre Medizin, auf Grund der Hohen Kosten, die der Erwerb in der Apotheke verursacht, nicht im genügenden Umfang leisten können. Mit dem neuen Gesetzt sollen Patienten künftig Cannabis auf Rezept und damit von der Krankenkasse erstattet bekommen. Dies gilt allerdings nur für schwerkranke Patienten ohne Behandlungsalternativen. „Unser Ziel ist, dass schwer kranke Menschen bestmöglich versorgt werden“, so Gröhe. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann.“

 

 

„Der Einsatz von Cannabis als Medizin in engen Grenzen ist sinnvoll und muss gleichzeitig noch näher erforscht werden“, so die Auffassung von Marlene Mortler. „Cannabis ist keine harmlose Substanz, daher darf es auch keine Legalisierung zum reinen Privatvergnügen geben.“ Um weitere Erkenntnisse über die Pflanze und ihre Wirkungsweise zu erlangen, soll die Kostenerstattung an eine wissenschaftliche Begleitforschung geknüpft werden. Die Verpflichtung der Patienten an einer solchen Studie Teil zu nehmen, ist jedoch umstritten. „Die vorgesehene Zwangsforschung am Patienten bei Kostenerstattung durch die Krankenkassen ist beispiellos und kaum akzeptabel“ kritisiert Georg Wurth, Vorsitzender des Deutschen Hanfverbands, den Entwurf. Seiner Auffassung nach solle die Teilnahme auf freiwilliger Basis stattfinden.

 

 

Auch sieht Wurth weiterhin den Eigenanbau eine als eine Alternative für die Patienten: „Nur so können sie die große Sortenvielfalt des Hanfes optimal für ihre Krankheiten nutzen“, so seine Auffassung. Zudem können die Krankenkassen dadurch erhebliche Kosten sparen. Auch ist es nicht unwahrscheinlich, dass es besonders in der Anfangsphase zu Versorgungsengpässen und damit zu Wartezeiten für die Patienten kommt. Bis der Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland etabliert ist, sollen die Betroffenen durch Lieferungen aus dem Ausland versorgt werden. Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Patienten und damit der Bedarf an medizinischem Cannabis durch die neue Regulierung erheblich steigen wird. Bereits jetzt kommt es jedoch zu Lieferengpässen bei der Versorgung der bestehenden Patienten und es ist fraglich, ob die nötige Infrastruktur für den Anbau in Deutschland bis Anfang 2017 geschaffen werden kann. Auch hier kann die Selbstversorgung der Patienten Abhilfe schaffen, vorausgesetzt die Politik lässt diese zu.

 

 

9 Antworten auf „Cannabis auf Rezept für 2017 geplant

  1. MrLover

    „Für 2017 geplant“ Na da bin Ikke ja mal gespannt. Hört sich zumindest noch nicht nach dem ultimativen „Masterplan“ an…

  2. Littleganja mit Ausnahmeerlaubnis

    Ich habe keine Probleme damit an einer Studie teil zu nehmen, wenn es anderen Menschen hilft?!

  3. Fred

    „Unser Ziel ist, dass schwer kranke Menschen bestmöglich versorgt werden“, so Gröhe. „Wir wollen, dass für Schwerkranke die Kosten für Cannabis als Medizin von ihrer Krankenkasse übernommen werden, wenn ihnen nicht anders geholfen werden kann.“

    Da bin ich persönlich mal gespannt wie lange es dauert, bis der erste Klage einreicht weil Cannabis besser wirkt als andere Medikamente, die vielleicht auch helfen.

    Absoluter Unsinn ein solches Gesetz. Es muß dem Arzt überlassen bleiben, welches Mittel gegen welche Krankheit eingesetzt wird.

    Aber da stecken andere Motive dahinter. Schaut man in die USA, stellt man fest das nach der Legalisierung der Markt für Analgetika um 25 % eingebrochen ist. Da wird hier bei uns mal wieder ein Lobbist fleissig am Gesetz mitgeschrieben haben damit der Branche so was nicht passiert.

  4. Cookie

    Ganz recht, Fred!

    Und Frau Mortler hat nichts besseres zu tun, als uns zeitgleich mit einem für sie typischen Kommentar versuchsweise die Laune zu vermiesen: Eine Legalisierung zum Privatvergnügen dürfe es nicht geben. Immerhin gesteht sie damit ein, dass es (auch) ein Vergnügen sein kann :).

    Zudem frage ich mich, wieso man 500 Mrd EUR (Sicherheiten) in einer Woche locker machen kann, während es fast noch gut ein Jahr brauchen soll (nach zusätzlichen Jahrzehnten des grundsätzlichen Verteufelns), bis kranken Menschen endlich geholfen werden darf/kann? Geht’s noch!?

    Zeit für einen echten Aufbruch und nicht für zaghafte Versuche, am Status Quo möglichst wenig zu ändern!

  5. Fred

    @Cookie
    Es ist halt nicht so leicht sich hinzustellen und zu sagen : Ja liebe Bürger, wir haben euch 50 Jahre verarscht. Stattdessen macht man halt wieder ein Gesetz das wahrscheinlich irgendwann vom Verf Gericht in die Tonne gekloppt wird. Bis dahin vergehen 10 Jahre plus 2 weitere, die das Gericht dem Gesetzgeber ja zur Änderung der Gesetzeslage einräumen muss.
    Das ist ja nicht das erste Mal. In den letzten Jahren wurde etliche Gesetze in Karlsruhe gekippt. Scheint fast so, das man auf Seiten der Politik nicht mehr so genau auf die Verfassungsmäßigkeit achtet. Mit der Folge das wir allesamt mal wieder mit einem Gesetz leben müssen, das es eigentlich so nicht geben dürfte.

    Ist ja auch sehr bequem. Heute geschrieben und beschlossen. Wiedervorlage in frühestens 10 Jahren.

    So läuft das halt in der Politik. Wohlwissend um die Zeit die es benötigt, bis ein hohes Gericht urteilt, kann man den größten Unsinn in Gesetze umsetzen. Ist halt bequem und es passiert ja auch nichts.

  6. https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition/25-frage-an-das-bundesverfassungsgericht

    Kurzkommentar: Verfassungswidrig im Ansatz – gegen die Menschenwürde – Menschenrechtswidrig – „pharmakonform“ – Lobbygesteuert – „austherapiert Terror“ – Zwangsuntersuchungen durch „Forschung“ – Behandlung als Menschen [PatientInnen] „dritter Klasse“…

    Um mit einem Bild zu sprechen: nicht der „kleine Finger“, wo die ganze Hand erforderlich gewesen wäre, wird den PatientInnen gereicht, sondern das Dunkle unter dem Fingernagel für schwerkranke, die weiterhin erst alle medizinisch möglichen Behandlungen über sich ergehen lassen mussten, bevor sie mit dem was wirkt, behandelt werden dürfen. Menschen die sich gezwungenermaßen „austherapieren“ müssen und dann noch für die Pharmaindustrieforschung, als Objekte herhalten müssen.

    Diese Fragen müssen von Ethikkommisssionen, dem Bundesverfassungsgericht und dem Menschrechtsgerichtshof geprüft werden. Denn die Würde des Menschen ist unantastbar. Wir haben Menschenrechte und die dürfen auch nicht von Politprofis und Pharmalobbys – auf dem Rücken der Schwächsten – kassiert werden.

    Lieben Dank für die Aufmerksamkeit. Weitere Infos – Anregungen – Hintergründe – Fragestellungen – unsere Fragen an das Bundesverfassungsgericht: https://diehanfinitiative.de/index.php/prohibition/25-frage-an-das-bundesverfassungsgericht

  7. Ela

    Ich wurde aufgrund ADHS über zehn Jahre mit Methylphenidat („Ritalin“, „Medikinet“ etc.), und später zusätzlich aufgrund Depression/Burnout mit Bupropion („Elontril“) behandelt. Beides starke Psychopharmaka, die derart in mein ZNS Einfluss genommen haben, dass ich nun auch noch unter einer schubweise auftretenden Autoimmunkrankheit leide – mit Entzündungen, Krampfanfällen und Symptomen, die denen einer Psychose gleichen.
    Seit ich sämtliche verschriebene chemische Medikamente eigenmächtig abgesetzt habe und mich zu 95% rein naturmedizinisch selbst therapiere (Mariendistel, Baldrian, Melisse… ,Cannabis, etc.), werde ich in einer unverhofften Geschwindigkeit allmählich immer gesünder! Seit ich jeden Morgen & Abend je eine adäquate Dosis rauche oder als Tee trinke, bin ich zwar „träger“ geworden (ich würde es als „zufriedener und entspannter“ bezeichnen), habe aber keine Krämpfe, keine Zuckungen, keine Depressionen, keine rheumatischen Schmerzen und keine chronischen Entzündungen mehr. Scheiß doch auf die Konzentrationsfähigkeit natürlich lässt die nach, aber lieber ne schusselige Dumpfbacke sein, als leiden… oder? 🙂
    FRAGE: Weiß jemand, ob bei THC-freiem Hanf (Samen als Vogelfutter käuflich) trotzdem CBD in ausreichendem Maße vorhanden ist?

  8. Nordi

    Mir stellt sich jetzt nur die Frage , wie ist es bei mir . Ich hab diagnostiziertes Rheuma . Ich zähle aber nicht als schwerst krank , hab aber ständig Schmerzen . Hab ich dann auch die Möglichkeit auf ein Rezept ? Denn diesen ganzen Chemiedreck zur Schmerzlinderung gebe ich mir nicht . Es geht auf den Magen , Nieren usw. und Cannabis stellt eine echte Alternative für mich da .

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