Dienstag, 19. April 2016

Bewusst

Promotion

 

Tania Wachsmuth Berlin

 

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„Die Menschen müssen wirklich wieder erst lernen Hanf zu tragen.“ Johannes

 

In den letzten Jahren ist die Modeindustrie immer stärker wegen ihrer Hungerlöhne, der katastrophalen Arbeitsbedingungen und der enormen Belastung, welche die herkömmliche Massenproduktion von Kleidung für die Umwelt bedeutet, in die öffentliche Kritik geraten. Langsam findet ein Umdenken statt. Sowohl Kunden als auch Modellabels achten zunehmend auf nachhaltig hergestellte Stoffe und faire Behandlung der Arbeiter. Ein Rohstoff, der bei der Produktion von Kleidung jedoch nach wie vor extrem vernachlässigt wird, ist Hanf. Früher war dieser als Faserlieferant bei der Herstellung von Stoffen unerlässlich, hat heute kaum noch jemand auch nur ein einziges Kleidungsstück mit Hanfanteil mit Schrank.

 

Das Modelabel Bewusst ist einer der wenigen Hersteller, die für ihre Kleidung reine Hanfstoffe verwenden. Aus der Überzeugung heraus, dass Hanf als Faserlieferant wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen gerückt werden sollte, haben Tania und Johannes Wachsmuth das Label 2014 gegründet. Tania hatte in ihrer Heimat Russland Ökonomie studiert, bevor sie sich das Modehandwerk selbst beibrachte und begann für erfolgreiche Modedesigner, Modehäuser und eigene Kunden Kleidung zu entwerfen und herzustellen. Nach der Begegnung mit ihrem Mann Johannes zog sie nach Berlin und gründete mit ihm Bewusst. Johannes hatte sich zuvor viel mit Hanf beschäftigt und unter anderem immer wieder im Berliner Hanfmuseum ausgeholfen. Für beide ist ihr Label und das Entwerfen der Kleidung eine Herzensangelegenheit.

 

bewusst

 

Bewusst legt besonderen Wert auf biologische und nachhaltige Produktion der Naturstoffe und auf Transparenz gegenüber den Kunden. Das Label wendet sich an gesundheits- und nachhaltigkeitsbewusste Menschen, die mit ihren Kaufentscheidungen einen positiven Beitrag für Mensch und Umwelt leisten wollen. Johannes weiß: „Der Markt für nachhaltige Stoffe wächst. Hanf ist dabei ein idealer Faserlieferant, weil für seinen Anbau wesentlich weniger Wasser und Pestizide benötigt werden, als bei Baumwolle.“

Ihre selbst auferlegte Bedingung ist, dass die Stoffe aus 100 Prozent Hanf bestehen sollen. Die Kleidungsstücke werden lediglich durch Kokosknöpfe ergänzt. Bei den Winterjacken wird zudem Wolle als Füllmaterial verwendet. Außerdem sollen alle Stoffe und Materialien aus Europa stammen. In Deutschland gibt es derzeit keinen Produzenten für Hanfstoffe. Über eine Vermittlerfirma wurden die beiden jedoch in Rumänien fündig. Dort wurde der Anbau von Nutzhanf nie, wie in Deutschland, unterbrochen und hat daher noch Tradition.

 

Über ihre Webseite wollen die beiden neben dem Verkauf der Kleidungsstücke auch die Verbraucher über die verschiedenen Eigenschaften von pflanzlichen, tierischen und künstlichen Fasern aufklären. Dies ist auch, was die Hanffaser angeht, nötig, da das Wissen um die Eigenschaften und das Potenzial der Pflanze weitestgehend verloren gegangen sind. „Unsere Kunden sind immer wieder überrascht, dass die Stoffe so weich sind. Nach dem Waschen sieht die Kleidung aus, als sei sie eingelaufen, doch man muss nur einmal daran ziehen und alles ist wieder beim Alten. Die Menschen müssen wirklich wieder erst lernen Hanf zu tragen. Der Stoff kann wie eine zweite Haut sein.“ so Johannes.

 

Die Fasern des Hanfes sind glatt, weswegen Bakterien sich schwerer ansetzen und vermehren können. Die Kleidung kann daher länger getragen werden und muss seltener gewaschen werden als Kleidung aus Baumwollen, weshalb Hanf auch noch nach der Stoffherstellung Wasser spart. Außerdem wirkt er Temperatur ausgleichend und klebt auch bei starkem Schwitzen nicht an der Haut, da er Wasser schneller wieder abgibt.

„Früher wurde Hanf hauptsächlich von armen Leuten getragen, doch heute ist er einer der teuersten Stoffe überhaupt. Das hat nichts damit zu tun, dass die Herstellung und Verarbeitung so aufwendig oder kompliziert ist. Hanf ist wesentlich anspruchsloser als Baumwolle.“ berichtet Tania. „Derzeit wird Hanfstoff nur in sehr geringen Mengen hergestellt und der Anbau von Nutzhanf ist in Ländern wie Deutschland stark reglementiert. Das treibt den Preis in die Höhe“ ergänzt Johannes.

 

Tania kreiert die Entwürfe und stellt jedes Kleidungsstück auf Bestellung her. Ihr ist es wichtig eine Beziehung zu Kleidung zu haben und diese nicht als Wegwerfprodukt zu sehen. „Wir fertigen persönliche Stücke, die sehr lange halten und an denen unsere Käufer und Käuferinnen in ein paar Jahren noch Freude haben können.“ versichert Johannes.

Derzeit kann man die Kollektion von Bewusst über die Webseite bestellen. Tania und Johannes sind gleichzeitig auf der Suche nach Einzelhändlern, welche die Hanfkleidung in ihr Sortiment aufnehmen. Ziel der beiden ist es irgendwann auch einen eigenen Laden zu führen. Mehr Informationen zu Bewusst sowie weitere Bilder der Kollektion findet ihr unter:

 

 

www.tania-wachsmuth.de

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