Montag, 11. April 2016

Howard „Mr. Nice“ Marks im Alter von 70 Jahren verstorben

 

Ehemaliger Cannabis-Schmuggler und Legalisierungsaktivist erlag seiner Krebserkrankung

Howard Marks / Foto: Susanne Winter/Agentur Sowjet
Howard Marks / Foto: Susanne Winter/Agentur Sowjet

 

Gestern hat The Guardian die traurige Nachricht verkündet, dass der Howard Marks – bei vielen besser bekannt als Mr. Nice – im Alter von 70 Jahren verstorben ist. In einem Zeitungsinterview im Januar 2015 hatte Marks seine Erkrankung bekannt gegeben, die als inoperabel galt. „Ich habe mich auf meine eigene Art damit abgefunden. […] Es ist unmöglich einen Teil meines Lebens zu bereuen wenn ich mich glücklich fühle und jetzt bin ich glücklich, daher habe ich kein Bedauern und hatte keines seit sehr langer Zeit.“ sagte Marks damals.

 

Marks wurde 1945 bei Bridgend, Wales, geboren und studierte an der Oxford Universität. Er entschied sich jedoch gegen eine akademische Karriere, weil sich der Cannabis-Schmuggel als deutlich lukrativer erwies. Anfänglich von einen Netzwerk aus Freunden unterstützt, wurde Howard Marks zu einem der größten Schmuggler Europas und verfrachtete Tonnen von Cannabis in die USA. Als er 1988 von den US-Behörden gefasst wurde, verurteilte man ihn zu 25 Jahren Haft. Bereits nach sieben Jahren wurde er entlassen. Nachdem er aus den USA zurückgekehrt war, schrieb er sein bekanntestes Buch „Mr. Nice“ in dem er seine Geschichte erzählte und das sich international über 1 Mio. Mal verkaufte.

 

In seinem weiteren Leben schrieb Marks weitere Bücher und setzte sich zudem für die Legalisierung von Cannabis ein. „Natürlich muss man die Legalisierung von medizinischem Cannabis begrüßen. Persönlich wollte ich jedoch nie darauf warten bis ich Krebs bekomme, so dass ich legal rauchen kann.“ sagte Marks damals. „Ich will, dass es als Genussmittel legalisiert wird und ich bin zufrieden, dass sie es in vier US-Staaten getan haben. Nach meinen Erfahrungen mit dem US-Strafrechtssystem, war Amerika der letzte Ort von dem ich gedacht hätte, dass er diese Veränderung anführt.“

 

Der charismatische und lebensfrohe „Mr. Nice“ wird von seinen Kollegen und Freunden sowie von seiner Fangemeinde auf der ganzen Welt vermisst werden. All jene, die Marks zurückgelassen hat, sind nun aufgefordert seinen Einsatz für die Legalisierung von Marihuana weiter zu führen, damit bald niemand mehr wegen Cannabis ins Gefängnis wandern muss.

20 Antworten auf „Howard „Mr. Nice“ Marks im Alter von 70 Jahren verstorben

  1. Sternsch I. Gard

    Das stimmt mich wirklich traurig! Ich liebe sein Buch und seine Geschichte ist wirklich unglaublich. Ich habe Howard Marks vor vielen Jahren einmal bei einer Signierstunde getroffen, er war wirklich cool, freundlich und witzig.

    Ruhe in Frieden Howard Marks

  2. www.diehanfinitiative.de

    Ja! Wir nehmen die Fahne auf und tragen sie weiter. Versprochen. Ruhe in tiefem Frieden. Ich teile Deinen Traum und Deine Hoffnung und tue das gerne. Träume Du jetzt den ewigen Traum, in der Unendlichkeit, sanft und ohne Schmerz.

    Mein Beileid für die Familie und Freunde

  3. tomtola

    schade,das ist eine traurige Meldung,habe das buch verschlungen,howard,ich hoffe sie haben gutes material,da wo du jetzt bist.du bist eine leider tote legende,mach s gut+rauch das heavenly weed up there

  4. Lars Rogg

    Scheiße, Scheiße, Scheiße !!!
    Die Besten sterben gerade wie die Fliegen…ich könnte heulen 🙁
    Du hinterläßt eine gigantische Trauergemeinde. So manches Kilo wird heute auf Dich geraucht..!!!
    R.I.P.

  5. Steffen

    Howard Marks war nach eigener Aussage „kein guter Kaufmann“. Er konnte im „Mutterbusiness“ nur deshalb überleben, weil er sich früh dafür entschied, alles andere den Anforderungen des kriminellen „Geschäfts“ unterzuordnen. Für „Mr. Nice“ gehörte dabei u.a. dazu:
    – Waffenhandel mit der IRA
    – Geldwäsche für südamerikanische Drogenkartelle
    – Milliardenhoher Steuerbetrug
    – Zusammenarbeit mit Geheimdiensten
    – Missbrauch der eigenen Kinder für Drogengeschäft sowie als menschliches Schutzschild
    – Identitätsdiebstahl und -handel
    – Bestechung, Nötigung, Körperverletzung
    u.s.w. u.s.f.

    Der Mann war ein im wahrsten Wortsinne Krimineller. Sein massiv gesellschaftsschädliches Verhalten damit relativieren zu wollen, dass er ja „Cannabis verkauft hat“, finde ich menschlich-moralisch falsch.

    Wenn Howard Marks nicht erwischt worden wäre, so erzählte er es bis zu seinem Tod jeder/m die/der es hören wollte, wäre er noch heute als weltweit vernetzter, maffiöser Großschmuggler tätig. Genau wie es ihm in den 70ern egal war, wer mit den IRA-Waffen erschossen wird, wäre es ihm heute egal, wie viele mexikanische ZivilistInnen sterben, während er am Marihuanaschmuggel in die USA Millionen verdient.

    Schlimmer noch – Auch nach seiner Haft, trotz der Erkenntnis unfassbares Leid verursacht zu haben, verkaufte „Mr. Nice“ sein Zerstörungswerk als vermeintliche Heldengeschichte und „warb“ um Nachahmer. Kann man alles in seinen Büchern nachlesen, auf Kauf-Doku-DVDs anschauen, als Spielfilm kaufen etc.

    —tl/dr—
    Howard Marks war ein Beispiel für all jene Prohibitionseffekte gegen die sich meine Legalisierungsbemühungen richten. Er war kein Vorbild sondern ein skrupelloser Krimineller mit Unterhaltungstalent.

  6. Lars Rogg

    @Steffen
    Ich sehe keinen Sinn darin, jeden von Dir genannten Punkt, die diesen Kriminellen ausgemacht haben, zu rechtfertigen.
    Mal von der Tatsache abgesehen , dass seine Familie mit hineingezogen wurde, ist jeder von Dir genannte Punkt auf die Illegalität zurück zu führen.
    Wenn man illegale Geschäfte betreibt kann man nunmal keine legalen Mittel wählen um das Geld unterzubringen oder um die Geschäfte zu betreiben. Steuern zahlen is ja nich. Muss ich Dir nicht sagen. Die Punkte die Du als negativ aufgezählt hast sind im Untergrund Realität und situationsbedingt. Du hörst Dich an wie mein alter GK Lehrer vor 30 Jahren. Gähn !! Falls es Dir noch nicht aufgefallen ist…wir alle, mit Ausnahmen die mit Genehmigung, wir sind alle kriminell !!
    Wir kaufen illegal ein und sind froh das es Menschen gibt die illegales tun und uns mit weed versorgen. Da gehts um Grammzahlen. Bei Tonnen muss man eben etwas anders herangehn um ans Ziel zu kommen. Ab einem bestimmten Wert sind nur noch hochkriminelle und bewaffnete Söldner am Werk. Dank der internationalen Drogenkatastrophe brauchen wir Kiffer aber diese Leute um uns zu berauschen. Dabei unterstützen wir alle so manche terroristische Organisation. Von der DEA bis zu den Taliban. Sollen wir jetzt alls konsequnterweise aufhören, weil die Vorgeschichte, die wir nicht beeinflussen können, uns nicht gefällt ?? Selbstanbau ??? Dann holen mich die Kriminellen von der Staatsmacht !! Komm mal nach Süddeutschland und lass Dich von den Bullen fressen- viel spass. Da ist es mit weniger Risiko versehen, sein Zeug vom Taliban um die Ecke zu holen. Howard hat es anders gemacht…er ist zu den Taliban und hat uns das Zeug gebracht, das nenne ich Eier in der Hose. Kein diskreditierender Text, der nach seinem Tod dahin gelabert wurde, wird daran etwas ändern…
    Ich finde es sehr, sehr schade das Howard gestorben ist. Absolute Scheiße find ich solche Statements wie von Dir. Dir hat seine Arbeit und sein Charakter nicht gefallen ?? Gut, akzeptiert, aber im nachhinein auf sein Grab zu pissen ist charakterlich auch höchst fragwürdig…die Deutsche Hanfscene scheint sich zu einer sehr angepassten, unrealistischen, Kriechergemeinde zu degenerieren…na dann viel Erfolg auf dem Weg zur Legalisierung 🙁

  7. underground-grower

    @Steffen und @Lars Rogg
    Tja und warum ist das so -zig Jahre zurück bis dato?

    Superstar Henry Anslinger, die UNO und weitere Superstars der Drogenprohibitionsmaschinerie sind die wahren Verbrecher, Mörder und Moralisten auf diesen Globus.

    Wenn ich mir die tickenden Zeitbomben wie, illegale Mülldeponien in Brandenburg, die Bohrschlämme aus Niedersachsen, die Pharma-Mafia, Nestle und viele andere Mafia-ähnliche Strukturen in der Weltwirtschaft ansehe, bin ich, ihr und Millionen von Kiffern nur kleine Lichter.

    Eine „Armee der Gerechten“ wird es nie geben.

    Da ich und ihr in Europa leben sind wir „alle“ nach Aussagen der Super-Polit-Eliten in Brüssel im Krieg gegen den Terror.
    Vom armen Kiffer zum „Krieger“ befördert.
    So werde ich und Millionen andere in etwas hineingezogen, wo wir gar keinen Einfluss und Selbstbestimmung mehr haben.
    Ist das nicht eine Art von „Diktatur“?

    Ist meine Meinung ohne jemanden Verletzen zu wollen.
    Hanfige grüße

  8. hoizhax

    Hey Herr Geier!
    Du kiffst natürlich nicht weil’s in Deutschland ja illegal is – da wärst du ja auch ein Krimineller?!?

    Chille in Frieden! Mr. Nice

  9. Hanfpferd

    Lieber Steffen,

    danke für die Klarstellung. Ebenfalls danke dafür, daß du mit deinem Kommentar einigen anderen Usern die Möglichkeit und den Anlass gibtst, ihr wenig differenziertes Weltbild in den Äther zu erbrechen. Die Nutzung von Cannabis schützt eben doch nicht á priori vor enem einfachen Weltbild…quod erat demonstrandum!

    Hier ist eben das Internet…der Ort, an dem jeder seine geistige Zweidimensionalität und mangelndes Wissen ungeniert zur Schau stellen kann…und das auch geflissentlich tut. Für welche Leute man heutzutage kämpft, wenn man sich für die Legalisierung einsetzt, das ist schon ziemlich entmutigend; fast schon ein Catch-22…wie mans macht, man macht es falsch. Wie wär´s denn zur Abwechslung mal mit Legalisierung von Wissen und Hirn?

  10. Großväterchen

    @Steffen
    Sie wissen aber schon, dass Howard Marks ein Kind seiner Zeit war. Ich weiß ja nicht, wie alt Sie sind und welche Sozialisation Sie erfahren haben, aber ich schätze mal, Sie waren noch nicht erwachsen, als Mr. Nice für seine „Verbrechen“ in die Kiste gesteckt wurde. Und Ihr „Krimineller“ hat gebüßt, zwar nicht die ganzen 25 Jahre, aber er hat für all seine „Straftaten“ kräftig gebrummt.

    So gesehen ist Ihre anmaßende Moralpredigt am Totenbett des Mannes, der stets voll mutiger Überzeugung im Sinne aller Hanffreunde gehandelt hat, völlig irrelevant und zugleich eine dummdreiste Schmähung eines gerade Verstorbenen, um den viele, sehr viele Menschen trauern.

  11. bla

    >Kriminelle Banden< sind nicht immer die nettesten Menschen, egal ob sie mit Koks, Hanf oder Schokolade handeln. Sagt ja keiner dass sie alle so sind. Leider gesunde Kritik.

  12. Ralf

    @Lars Rogg
    Ja, der Steffen, typisch der eigefleischte Jurist als den ich ihn kennen gelernt habe. Er vertritt eben auch nur das was er in unserer, ja absolut Nazifreien Universität von Juraprofessoren, die garantiert nicht von Naziprofessoren ausgebildet worden sind, die während der Hitlerzeit ja nur nach „geltendem Recht“ gehandelt haben, eingetrichtert bekommen hat. Immer schön stramm auf der Seite des Gesetzes bleiben, denn es kann niemals Verbrechen begehen !!!
    Er vergißt dabei den wichtigsten Punkt von allen, Howard Marks hat nur verkauft was er selbst konsumiert hat und ist alleine schon dadurch absolut glaubwürdig. Ihn wegen der Familie an den Pranger zu stellen ist wirklich ein übler Scheiß, den nur einer auskotzen kann der nie friedlich paffend vor dem Fernseher gesessen hat, während bewaffnete Schergen die komplette Familie überfallen, weinende Ehefrauen und schreiende Kinder hinterlassen, die danach für ihr Leben traumatisiert sind. Die Familie ist immer betroffen und wird immer traumatisiert, sei es durch die Freiheitsberaubung ihres Vaters, mit all ihren abscheulichen praktischen Folgen für die Familie oder den gewalttätigen Vorgang an sich, das alles aber ist den Juristen und ihren Schergen auch Scheiß egal, sowas sind für diese Leute halt unvermeidbare „kollateralschäden“ in ihrem so sendungsbewußten Krieg gegen Cannabiskonsumenten. Für alles was er sonst noch so getan haben mag kann man jeden deutschen Großkonzernboss genauso an den Pranger stellen, wobei das schlimmste Verbrechen, sich über das Angebot von hochbezahlten Politikerjobs Politik zu kaufen, von Howard nicht begangen worden ist.
    R.I.P.

  13. Ralf

    @Hanfpferd
    Danke für die Gelegenheit hier noch etwas nachzutragen, die mexikanischen Drogenkartelle so wie die mit ihnen unter einer Decke steckenden Bullen und Militärs sind mit deutschen Heckler und Koch Gewehren ausgerüstet, wie haben sie die wohl bekommen? Etwa von Howard Marks?

  14. Großväterchen

    @Hanfpferd

    Jetzt haben Sie sich soviel Mühe gegeben: Keine Floskel („Geschichtsklitterung und -relativismus, selektive Wahrnehmung und apologetische Verirrungen, seltsame Geschichtsauffassung „) lassen Sie aus; Sie werfen Howard Marks und mich, das Großväterchen, mit den mexikanischen Drogenkartellen, den Todesschwadronen und sogar mit Hitler in einen Topf – aber leider zeigt das nur, dass Sie meinen Einwand zu erfassen nicht in der Lage sind.
    Nichts außer plumpe und beleidigende Unterstellungen! Anstatt einfach mal innezuhalten und zu schweigen, schänden Sie bereits das Grab, bevor es geschlossen ist, und beschimpfen die Trauergemeinde als „Hornochsen“. Wirklich heldenhaft! Ganz große Klasse das!

    Aber wurscht! Für Sie und Ihren Herrn Steffen ist Mr. Nice über seinen Tod hinaus ein nicht zu exkulpierender „Krimineller“, um den zu trauern es nicht wert ist. Das ist freilich pietätlos und verstört Menschen, die seit fünfzig Jahren auf Leute wie Howard Marks angewiesen sind.
    Doch was soll’s? Letztlich ist alles, was Sie zu sagen haben, nur halb so schlimm. Denn Halbwissen ist nun mal ein Privileg der Jugend.

    Und so will ich Greis denn stille schweigen und den Jungen die Leichenfledderei nicht verleiden.

  15. Ralf

    @Sternsch I. Gard
    „Das stimmt mich wirklich traurig! Ich liebe sein Buch und seine Geschichte ist wirklich unglaublich. Ich habe Howard Marks vor vielen Jahren einmal bei einer Signierstunde getroffen……………“
    Das interressiert als ob in China ein Sack Reis umfällt…………!

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