Donnerstag, 3. März 2016

UNO-Bericht: 181,8 Mio. Cannabis-Konsumenten weltweit

 

Eine Legalisierung steht nicht zur Debatte

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Gestern wurde der Jahresbericht 2015 des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung unter anderem in Berlin vorgestellt. Cannabis steht mit rund 181,8 Mio. Konsumenten weltweit an der Spitze der am häufigsten konsumierten illegalen Drogen. In der EU soll fast ein Viertel der Bevölkerung schon einmal illegale Drogen ausprobiert haben, auch hier wurde am häufigsten zu Cannabis gegriffen.

 

Bei der Präsentation kritisierte der Präsident des Suchtstoff-Kontrollrats der Vereinten Nationen, Werner Sipp, den anhaltenden „Krieg gegen Drogen“: „Es geht vielmehr darum, Gesundheit und Wohlergehen ins Zentrum einer ausgewogenen Drogenpolitik zu stellen.“ Die Drogenbeauftragte der Bundesrepublik, Marlene Mortler sieht durch den aktuellen Bericht die Drogenpolitik Deutschlands bestätigt: „Deutsche Drogenpolitik auf dem richtigen Weg“ lautete die Überschrift eines Artikel auf der Webseite der Bundesregierung. „Wir setzen die international diskutierte Philosophie um, das Angebot illegaler Drogen auf der einen Seite zu verringern und auf der anderen Seite die Nutzung für medizinische Zwecke im Sinne der Patienten zu fördern“, sagte Mortler. Sie bezog sich damit auf das Vorhaben der Bundesregierung zukünftig den Zugang zu medizinischem Cannabis für Patienten zu erleichtern. Darauf wie eine konsequente Kriminalisierung von Drogenkonsumenten mit einer ‚ausgewogenen Drogenpolitik mit Fokus auf Gesundheit und Wohlergehen‘ in Zusammenhang steht, geht die Drogenbeauftragte in dem Artikel nicht ein.

 

Sipp betonte derweil, dass der Gebrauch von Cannabis zu nicht medizinischen bzw. wissenschaftlichen Zwecken nicht mit den internationalen Drogenkontrollabkommen vereinbar sei. Allerdings gäbe es genügend Spielraum, um den Konsum unterschiedlich strafrechtlich zu bewerten. Auch geht der Drogenbericht auf die Veränderungen in Colorado nach der Legalisierung ein. Weist dabei jedoch darauf hin, dass noch nicht genug Zeit vergangen sei, um finale Schlüsse aus der Entwicklung zu ziehen.

 

Im zweiten Kapitel beschäftigt sich der Drogenbericht mit sogenannten alternativen Entwicklungen bzw. Maßnahmen, die anstelle des „Krieges gegen Drogen“ treten oder treten könnten. Dabei geht es jedoch eher um Entwicklungshilfe bzw. Wirtschaftsförderung, um die Produktion zu verringern. Die Legalisierung oder zumindest eine Dekriminalisierung der Konsumenten und Suchtkranken wird in dem Bericht nicht diskutiert.

 

 

 

 

9 Antworten auf „UNO-Bericht: 181,8 Mio. Cannabis-Konsumenten weltweit

  1. Med

    In der Osnabrücker Zeitung habe ich heute etwas über den UN – Drogenbericht gelesen, in dem auch erwähnt wird, was die deutsche Drogenbeauftragte mitteilte, und zwar unter anderem :

    „Die Drogen-Beauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), beklagte ebenso wie der Präsident der UN-Organisation, Werner Sipp, dass in manchen Weltregionen mit äußerster Gewalt gegen Drogen vorgegangen werde. Ein „Krieg gegen Drogen“ zu führen, sei der falsche Weg. Im Vordergrund müssten Gesundheit und Wohlergehen der Menschen stehen.
    Jugendliche, die mal mit kleinen Mengen Drogen erwischt werden, sollten nicht gleich kriminalisiert, sondern reintegriert werden. Angesichts überfüllter Gefängnisse steuerten hier auch die USA um. Im April will UN-Generalversammlung auf einer Sondertagung über die weltweite Drogenproblematik und die Möglichkeiten von Kooperationen beraten.

    Im weltweiten Vergleich könne sich die deutsche und europäische Drogenpolitik sehen lassen, machte Mortler deutlich. “

    Die deutsche Drogenpolitik, die hier von der Drogenbeufragte erwähnt wird, entspricht aber nicht den Tatsachen, wenn man ständig liest, dass auch in Bayern zB Cannabis selbst unter einem Gramm hart kriminilasiert !!!

  2. HARDO

    ein gutes cannabis in den dreck treten,ja schweine sind das,aber selber mit nicht weniger gesunden tabletten zigaretten und alkohol die dicken steuern abkassiern,verlogenes pack diese politiker,selber koksen se,mit ihre dicken gehälter während andere pfandflaschen sammeln müssen,nee danke

  3. Willy Wonka

    Naja, im 3sat Bericht (danke für Information und Link) habe ich jetzt nichts von „Legalisierung aller Drogen“ herausgehört. Dennoch ist es schön dass 3sat sich neuerdings objektiv dem Thema nähert. Ja, Stöver ist ein Mann der Ahnung hat, und die Mainstream-Sender sollten derartige Fachleute auch mal zu Wort kommen lassen. Das wird in naher Zukunft aber nicht passieren.

    Deutschland ist voll von Fachleuten die Tatsachen zur Drogenpolitik – insbesondere in Bezug auf Cannabis – transportieren können. Leider wird jeder Nerd bevorzugt, der die Linie der Regierung toll findet. Kein Wunder dass das immer wieder solche Vollpfosten wie Prof. Dr. Rotnasius (ich bin mir sicher, die Nasenrötung ist alkoholbasiert) oder Joern Patzak, der glücklicherweise seit nem knappen Jahr einfach mal die Fresse hält, in den Vordergrund geschoben werden müssen.

    Es gibt keine nüchternen Sympathen mehr, die für die Prohibition wettern. Gab es die per Definition je?

  4. Surak

    ♫♫ „Stay on the streets of this town
    And they’ll be carving you up alright
    They say you got to stay hungry
    Hey baby I’m just about starving tonight
    I’m dying for some action
    I’m sick of sitting ‚round here trying to write this book
    I need a love reaction
    Come on now baby gimme just one look

    You can’t start a fire sitting ‚round crying over a broken heart
    This gun’s for hire
    Even if we’re just dancing in the dark
    You can’t start a fire worrying about your little world falling apart
    This gun’s for hire
    Even if we’re just dancing in the dark“ ♫♫
    (Bruce Springsteen, 1984)

  5. Ralf

    Was erwartet ihr eigentlich von der UNO. Die hat keinerlei moralische legitimatioin irgendetwas auf der Welt zu beschließen an das sich normale Menschen halten müßten. Da haben Leute was zu sagen, die den Menschen in ihren eigenen Ländern wie in Saudi Arabien oder Iran, die Köpfe abschlagen lassen, oder Menschen in geheimen Lagern inhaftieren wie in China um sich ihre Organe zu unter den Nagel zu reißen, oder ganz offen Folterlager wie die USA betreiben. Die UNO ist die schlimmste Verbrecherorganisation auf der Welt, ihren Mafien ständig zu Dienste.

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