Sonntag, 6. Dezember 2015

Kascha November 2015

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

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Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Phil (ohne Alter und Wohnort) möchte wissen:

 

„Grüß dich,

Ständig wird geschrieben, dass man Buds nicht mit Tabak vermischen soll, aaaaaabbber raucht man pures Marihuana, hat das auch Teer, Nikotin oder sonst schädliche Stoffe intus?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hallo Phil,

das ist gar keine so schlechte Frage, darauf gibt es eine einfachere und eine kompliziertere Antwort. Zuerst die einfache Antwort: Raucht man Marihuana pur, ohne Tabakbeimengung, enthält der Rauch, den man inhaliert, mehr Wirkstoff im Verhältnis zu anderen, schädlichen Stoffen, die naturgemäß bei der Verbrennung von Pflanzenmaterial entstehen. Mischt man Tabak dazu erhöht man den Anteil an Schadstoffen, aber nicht den Anteil an Wirkstoffen – hat also in der Summe einen der Wahrscheinlichkeit nach schädlicheren Rauch, als zum Beispiel bei einem Pur-Joint. Nikotin ist im Rauch von reinem Cannabis außerdem nicht enthalten. Viele mit Nikotin assoziierte Folgen treten also beim Pur-Rauchen nicht auf, insbesondere führt regelmäßiges Pur-Rauchen nicht zu einer Nikotinabhängigkeit, während das insbesondere bei gewohnheitsmäßig großen Tabakbeimengungen mit zu den Risiken gehört.

Jetzt zur komplizierteren Antwort: Zwar enthält der Rauch eines puren Cannabis-Joints, wissenschaftlichen Studien zufolge, auch eine Vielzahl von Schadstoffen. Andererseits haben wieder andere Studien keinen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Kiffen und Lungenerkrankungen feststellen können – diese Daten stammen allerdings aus den USA, wo überwiegend pur geraucht wird. Leider gibt es bisher keine gute Erklärung, warum purer Cannabisrauch offenbar weniger zu Lungenschäden führt als purer Tabakrauch. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass es hilft, Konsumrisiken zu minimieren, wenn man auf Tabakbeimengung verzichtet – oder, zum Beispiel mit einem Vaporizer, ganz auf das Verbrennen.“

 

 

Gerhard (ohne Alter, aus Salzburg) fragt:

 

„Grüß dich Kascha,

ich extrahiere mein Öl mit 100% Bioethanol (vergällt). Nachdem der Alk im Wasserbad verdampft ist, schmeckt das Öl dennoch sehr gallig, aber geht so. Zwei Tropfen unter die Zunge, Haribo Bärli drauf und es fährt ein :-). Mein Freund behauptet nun, meine Methode ist sehr giftig für Menschen und ich solle Isopropanol verwenden. Ich dachte dieser sei giftig. Kenne mich nun gar nicht mehr aus. Kannst du mir bitte mit deinem Rat helfen?“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Gerhard,

dein Freund hat da wohl recht: vergällt wird der Bioethanol ja gerade, damit man ihn nicht konsumiert, sonst könnte man ja auch auf die Idee kommen, ihn mit Cola zu trinken. Das hätte dann steuerliche Probleme zur Folge. Es ist auf jeden Fall davon abzuraten, vergällten Alkohol zu konsumieren: Abgesehen von dem widerlichen Geschmack ist das auch einfach nicht gesund. Die optimale Alkoholkonzentration liegt auch, je nach Extraktionsverfahren, bei 70-90%, eine solche Lösung kannst du zum Beispiel unvergällt in der Apotheke kaufen. Auch im Internet und in Kosmetikzubehör- oder Naturarznei-Geschäften und einigen Getränkehandlungen kann man unvergälltes Ethanol, zum Beispiel als Ansatzspirituose, kaufen. Da Ethanol vergällt wird, damit die entsprechenden Steuern für alkoholische Getränke entfallen, ist unvergälltes Ethanol allerdings in der Regel erheblich teurer. Gerade wegen des üblen Geschmacks und auch, weil die Gällstoffe unerwünschte Nebenwirkungen beim Konsum verursachen können, kann ich aber wirklich nur davon abraten. Isopropanol ist – wie Ethanol natürlich auch, für den Menschen giftig, wobei Isopropanol tatsächlich giftiger und auch schädlicher im Umgang ist. Mir ist auch kein Genussmittel bekannt, das Isopropanol enthält, man benutzt es ja eher als Reinigungs- oder Lösungsmittel. Es wird in der Extraktion überwiegend für das Schnellextraktionsverfahren eingesetzt, das aber verschiedene Risiken in sich birgt. Erstens geht dabei der Extraktionsvorgang recht schnell innerhalb von nur wenigen Sekunden vonstatten, zweitens sollte man mit tiefgekühltem Isopropanol arbeiten und Hitzezufuhr vermeiden, um die Explosionsgefahr und die schädlichen Dämpfe zu vermeiden und drittens sollte man so eine Maßnahme an der frischen Luft durchführen, es dürfen aber keine Isopropanol-Reste in die Kanalisation oder gar die Umwelt gelangen. Für deine Zwecke scheint also unvergälltes Ethanol, zum Beispiel Weingeist oder Kornbrand, besser geeignet zu sein als Isoproylalkohol.“

 

 

Jan (25, ohne Wohnort) fragt:

 

„Hi Kascha,

ich habe mal gelesen, dass man seine Ernte damit sie nicht so nach Homegrow schmeckt fermentieren soll. Ich hab erst mal alles nur so aufgehängt zum Trocknen, macht man das mit dem Fermentieren vorher oder hinterher?“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Jan,

ja, das stimmt, viele Grower fermentieren die Ernte, damit sie bessere Eigenschaften bekommt. Das wird im Grunde während der Trocknung gemacht: Wenn das Gras außen einigermaßen trocken ist, wird es in verschlossene Gefäße umgelagert, die nur kurz jeden Tag gelüftet werden. Damit wird der Trocknungsprozess deutlich verlangsamt, so bleibt das Gras grün und wird nicht bräunlich und behält außerdem seinen charakteristischen Geschmack. Das ganze Verfahren ist allerdings auch mit Risiken verbunden. Wird der Trocknungsprozess zu sehr verzögert, entwickeln sich unerwünschte Aromastoffe mit einer starken Ammoniaknote, einfach gesagt riecht das Gras dann wie der Urin einer Katze. Noch erheblich unangenehmer ist es, wenn sich Feuchtigkeit stauen kann und die Buds schimmeln – so kann man, wenn man Pech hat, seine ganze Ernte verlieren. Viele Grower verteilen ihre Ernte daher auf mehrere Gefäße, um das Risiko zu verringern.

Wenn du alles zum Trocknen aufgehängt hast, gehe ich davon aus, dass du die Buds im Ganzen an den Stängeln gelassen hast. Das sieht zwar am schönsten aus, vorsichtige Grower schneiden die Buds allerdings vor der Trocknung in handliche Stücke – auch wieder, um Feuchtigkeitsstau und ein eventuelles Schimmelrisiko zu vermeiden. Aus dem gleichen Grund ist es auch wichtig, sicherzustellen, dass die Ernte vor der Einlagerung so weit getrocknet ist, dass sie dann nicht schimmelt oder vermodert.“

 

 

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