Samstag, 5. Dezember 2015

George Cloney im Gespräch

 

„Der Verfolgungswahn ist eher eine direkte Folge des Cannabisverbots“

 

Autor: Kimo

 

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Fast jede/r, der das hier liest, hat irgendwo eine Freundin oder einen Freund, die/der Gras verkauft. Ich kenne auch so jemanden, nennen wir ihn mal George Cloney*. Mein alter Bekannter wollte früher nicht Dealer genannt werden, das Wort klinge so negativ, prinzipiell stehe er ja zu seinem Job, aber Hanf-Fachverkäufer oder wenigstens Grasdealer klinge netter. Finde ich nicht, zudem Georges Dünnhäutigkeit bezüglich seiner Berufsbezeichnung ohnehin nicht gegen den allgemeinen Sprachgebrauch anstinken kann. Dieser eingedeutschte Anglizismus, der doch eigentlich nur Verkäufer bedeutet, ist in der deutschen Sprache so negativ behaftet wie wenige andere.

 

Trotzdem hat George so negative Assoziationen nicht wirklich verdient, denn mit einer 60-Stunden-Woche arbeitet er härter als viele Mitmenschen, ohne dabei wirklich reich zu werden. Er empfindet außerdem Verantwortung gegenüber seinen Kunden und trägt ein Risiko, das viele für viel mehr Kohle nicht eingehen würden. Kurzum, George ist seit ich ihn bei einem Besuch in seiner Heimatstadt vor fünf Jahren kennengelernt habe, ein guter Dealer.

 

 

Natürlich ist er nicht arm, aber auch andere, die Verantwortung und Risiko im Job tragen, machen das nicht umsonst. Doch aufgrund eines halben Jahrhunderts staatlicher Propaganda und medialer Desinformation über eine Pflanze, sind Dealer im öffentlichen Bewusstsein böse, profitgierige Menschen, die, oft selbst drogensüchtig, nichts Besseres zu tun haben, als Kinder und Jugendliche abhängig zu machen. Positive Eigenschaften wie Fleiß, Zielstrebigkeit und Verantwortungsbewusstsein hört man bei der Berufsbeschreibung eines Dealers nie. Säße George als Gast beim heitereren Beruferaten, würde so manch Vorurteil behaftetes Weltbildbild zusammenbrechen. Nicht nur für Cannabis-Gegner, sondern auch unter Kiffern oder Growern gilt der Kommerz-Dealer oft als profitgierig und keinesfalls als Vorbild. Dealer müssen extrem vorsichtig am Telefon oder beim Empfang von Besuchern sein. Wer auflegt, wenn er ständig nach „5,10 oder 15 CDs“ gefragt wird, ist nicht unfreundlich, sondern einfach nur vorsichtig. Aber George ist wenigstens keiner von den Tickern, die ihren Beruf selbst vor Kunden verleugnen. Wer “ja eigentlich nächstes Semester wieder studieren, bis dahin noch ein wenig Weed verticken will“ endet oft nicht mit einem Bachelor, sondern bleibt über Jahre an der Digitalwaage kleben, meist leider so ganz ohne berufliches Selbstbewusstsein.

Wer aber seinen Job mit Herz und Verstand macht, sollte ein stolzer Dealer sein, so wie mein Freund. Seit ich ihm das mal erklärt habe, verzieht er wenigstens das Gesicht nicht mehr, wenn ich ihn meinen „Dealer-Kumpel“ George nenne, aber so richtig gewöhnen kann er sich nicht daran.

 

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„Dread“ oder „Nigger“ waren, ähnlich wie heute der Dealer, einst durch weiße Rassisten negativ besetzt. HipHop und Reggae haben nicht nur unsere Musikkultur, sondern auch die Sprachkultur beeinflusst. Einstmals negativ besetzte Worte werden heutzutage im positiven Sinne gebraucht „Dread“ oder „Nigger“ gelten in der entsprechenden Community eher als Respektbekundung denn als Beleidigung. Deshalb muss in einer prohibitionsfreien Zukunft mit echter Hanfkultur auch Platz für gute Dealer sein. Hanffachverkäufer klingt nach Jahresendzeitfigur, dem Weihnachtsengel aus DDR Zeiten. Aus Coffeeshops wären in Dresden oder Ost-Berlin bestimmt spaßfreie, graue „Volkseigene Hanfblütenabgabestellen“ geworden, in denen mit Ausnahme von Nutzhanfblüten aus DDR-Beständen ständig alles ausverkauft ist. Zum Glück hat die DDR nie legalisiert.

 

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Eigentlich wollte ich bei meinem insgesamt dritten Besuch bei George nur ein wenig über seinen aktuellen Grow berichten, aber das Gespräch während meines Besuchs war mindestens so interessant, wie die „Cheese“-Ladys, die ich zu Gesicht bekommen sollte:

 

 

Hallo George

 

George : Hi

 

Wir sind jetzt bei „Was bin ich“. Bitte mache eine typische Handbewegung

 

George öffnet eine imaginäre Tüte und hält sie mir zum Riechen unter die Nase.

 

Welche Sorte?

 

Er lacht: Müsstest Du doch erschnüffeln.

 

Zur Sache. Du verkaufst nur noch selbst angebautes Gras?

 

Mittlerweile ja. Oder welches, bei dem ich die Quelle persönlich kenne. Früher hatte ich auch manchmal Hasch im Angebot, aber die Sache mit dem gestreckten Gras hat alles, was bis vor ein paar Jahren wunderbar funktioniert hat, kaputt gemacht. Bis dahin habe ich mein Weed immer bei ein und demselben Typen geholt, der es wahrscheinlich aus Holland hatte. Ein guter Kunde meinte dann Anfang 2007, mein Weed sei voller Sand, ich selbst hatte es gar nicht bemerkt. Er wurde skeptisch, weil die Tüte mit zwei Gramm Inhalt so klein aussah, dass er sie genauer untersucht hat. Wer kaut schon auf seinem Gras herum, bevor er es raucht? Denn geschmeckt hat man den Sand ja nicht. Ich war völlig von den Socken, als ich unter dem Mikroskop sah man gesehen habe, dass tierisch viele Sandkörner in den Buds klebten. Ich hab den Müll zurück gebracht und stattdessen totalen Dreck mit zermahlenen Glassplittern bekommen. Kurz nach dem Glasgras gab es lecker Weed mit PK13/14, Brix, Erbswurst, Haarspray und Lack. Weil ich so was weder kaufen noch verkaufen wollte, gab es zu dieser Zeit kaum noch Weed bei mir. Manchmal konnte ich etwas aus hiesigem Anbau ergattern. Haschisch war meist noch verfügbar, hing nach einer Weile aber allen zum Halse raus.

Die Kundschaft war angenervt, da mein Sortiment oft noch aus einer Sorte gutem Haschisch bestand, denn auch da wollte ich nie schlechtes anbieten. In schlechten Zeiten denkt man antizyklisch, also habe ich meine besten Kunden zu kleinen Growern gemacht. Das hatte für beide Seiten positive Folgen. Die, die mehr gekifft haben, als ihnen oder ihrem Geldbeutel gut tat, gaben so nicht mehr Geld für Weed aus. Ich hatte ein paar Kunden weniger, dafür war die Weedversorgung sicher gestellt. Außerdem habe ich den großen Kleiderschrank umgebaut, der auch ein wenig mehr Ertrag bringt, als ich selbst zum Rauchen brauche. Früher hatte ich da eine Lampe für Stecklinge und Muttis und eine zum Blühen. Mittlerweile ist die vegetative Kammer ausgelagert und ich habe zwei Lampen zum Blühen im Schrank.

Seit das mit der Grasversorgung gut läuft, habe ich alle alten Connections aufgegeben, weil ich für die paar Gramm Hasch, die nebenbei so gehen, nicht extra einkaufen gehe. Alle Grower, die ich kenne, verkaufen ihr bisschen selbst gemachtes Hasch nicht, sie rauchen es selber. Aber ich habe auch keine Großlieferanten, sondern eher ein begrenztes Kleingärtner-Netzwerk.

 

Wieso verkaufst Du kein Speed, H, Koks oder andere Substanzen, die mehr Gewinn als Gras abwerfen?

 

Das Gewissen mein Lieber. Das Verbot  von Drogen wie Heroin, Koks schadet zwar mehr, als dass es nützt, aber gerade deshalb sollte es nicht privat vercheckt werden. Gras ist auch eine Droge, die so ihre Gefahren birgt, aber selbst der übelste Pothead stirbt nicht oder bekommt, wie der Alki von nebenan, mit 45 eine Leberzirrhose. Mein Kundenstamm hat sich seit 10 Jahren kaum geändert. Ich lege auch Wert darauf, Deshalb verkaufe ich auch nur an Leute, die ich persönlich schon eine ganze Weile kenne. Mein sehr eingeschränkter Kundenkreis besteht aus ungefähr 30 Leuten. Von denen ist keiner jünger als 25, an Minderjährige würde ich sowieso nie verkaufen.

 

Wie bist Du zum Dealen gekommen?

 

Eigentlich bezeichne ich mich als Hanffachverkäufer, nach Deinen Ausführungen vor ein paar Jahren kann ich aber auch mit der Bezeichnung „Grasdealer“ leben, wobei ich Wert auf das „Gras“ vor dem „Dealer“ lege.

Ich habe einen älteren Bruder, der früher gerne gekifft hat und damals eine gute Connection hatte. So wurde ich schon in der 12. Klasse von meinen Kumpels beauftragt, wenn es um die Beschaffung von Rauchware ging. Habe ich mich geweigert, haben sie mir die eigenen Vorräte weg gepafft. Wer wäre da nicht lieber losmarschiert, als das letzte Gramm in die Runde zu schmeißen? Es gab Wochen, da habe ich der Connection fast jeden Tag Geld gebracht, ohne selbst irgendetwas davon zu haben. Das war mir eines Tages zu dumm und ich habe mir ein Hec (100 Gramm) gekauft und meine Kumpels direkt bedient. Rubbeldiekatz hatte ich mehr „Freunde“ als je zuvor und immer ein wenig Kleingeld in der Tasche. Irgendwann ist dann mein Bruder sauer geworden und hat mir dann die Grundregeln wie:

 

– Nur im Freundeskreis verkaufen

– Häufige Kurzbesuche sind tabu

– Freunde, die andere „Freunde“ ungefragt mitbringen, sind ab sofort keine mehr

– Die Legende muss stimmen

– keine Digitalen Spuren hinterlassen, Facebook, SMS etc. sind tabu

– Vermeide Stress mit den Nachbarn

– nutze nie ein KFZ

– meide Lärmbelästigung oder ausschweifende Partys

 

und noch ein paar andere Dinge beigebracht. Seit diesen Tagen habe ich immer ein wenig mehr  leckeres Weed im Hause, als ich eigentlich für mich selbst brauche. Allerdings ist der getrocknete Vorrat nie so groß, dass ich ihn als starker Kiffer, was ich ja gar nicht bin, nicht innerhalb eines Monats selbst vernichten könnte.

 

Lebst zu zu 100% vom Dealen?

 

Nein. Das fände ich erst dann cool, wenn es legal wäre. Und es geht allein deshalb nicht, weil die Legende dann nicht hinhaut. Was soll ich den Nachbarn, dem Finanzamt oder meiner Oma erzählen? „Ich mach was mit Computern“ oder sonst was Unglaubwürdiges? Hartz IV beantragen und nebenbei dealen? Nee danke, da käme ich mir wie ein echter Assi vor. Ich arbeite wieder in meinem erlernten Beruf, allerdings nur 25 – 30 Stunden die Woche, denn Kunden und Pflanzen brauchen auch nochmal so viel Zeit. Ich spende sogar regelmäßig für gute Zwecke, weil meine Art des Nebenverdienstes vom Finanzamt nicht entsprechend gewürdigt wird, im Gegenteil. Außerdem fände ich Vollzeit-Dealen im Moment total langweilig.

Als Fulltime-Job wäre der Sofa-Abverkauf öde, eintönig und mopsig. Beim Rund-um-die-Uhr Job schränkt das Verbot die Möglichkeiten, die sich einem sonst als Einzelhändler bieten, extrem ein. Denn weil es verboten ist, geht viel Zeit, Energie, Kreativität und Geld fürs Tarnen und Täuschen drauf. Ein Job als Manager eines Coffeeshops in Colorado wäre eine Option. Dann könnte man sein Geld und die Energie in einen schönen Shop, echten Kundenservice und gute Sorten stecken. Mir schweben da 20 Gras-, 10 Haschsorten und diverse Extrakte sowie Körbe voller Backwaren vor, Beratung für Konsumenten, Angabe von THC und CBD Gehalt auf allen Produkten, echte Hanfkultur eben. Aktuell bedeutet Gras zu verkaufen aber, vor Gericht mit Totschlägern, Vergewaltigern und Waffenhändlern in einen Topf geworfen zu werden. Ich habe deshalb keinerlei Ambitionen zu expandieren. Im Gegenteil, ich habe seit unserem letzten Treffen – seit ich nur noch selbst Angebautes verkaufe, ein paar Leute ausselektiert, weil die Nachfrage höher ist als das Angebot.

 

Nicht, weil Du Angst hast, irgendwann einmal vor Gericht zu stehen?

 

Ich bin, würde ich zumindest sagen, doch ein relativ kleiner Fisch. Zudem sind die Urteile doch so unterschiedlich wie in kaum einem anderen Bereich. Bisher hatte ich noch nie Ärger, käme es doch dazu, hoffe ich, relativ unbeschadet rauszukommen. Diesen Job müsste ich dann aufgeben, weshalb er ohnehin nicht meine Erfüllung sein kann, habe ich ja eben erklärt. Angst habe ich vor anderen Sachen, die mit Cannabis nichts zu tun haben. Krieg, rechte Gewalt und schwere Krankheiten sind Dinge, die ich fürchte.

Klar habe ich auch das, was ich Repressions-Paranoia nenne, aber das ist keine echte Angst. Die haben nämlich meine Kunden auch, ohne zu verkaufen, weil kleine Kiffer eben viel öfter sanktioniert werden als die Verkäufer. Die Paranoia kommt nicht vom Kiffen, wie es Forscher manchmal behaupten. Der Verfolgungswahn ist eher eine direkte Folge des Cannabisverbots. Mit 17 hatte ich Bauchweh, als meine Mama fast die langen Papers gefunden hätte. Heute habe ich aufgrund von dreißig oder vierzig Gramm Hanfblüten dasselbe Gefühl im Bauch, wenn ich an das mögliche Szenario denke. Denn mehr habe ich sehr selten im Haus. Ich könnte mit der Staatsmacht sicher nicht rational und sachlich über Recht und Unrecht diskutieren. Ich müsste mich verstellen und auf eine milde Strafe hoffen. So wie damals bei Mama. Machtlos und missverstanden, wie bei einer ungerechten Bestrafung in der Kindheit, wenn die Eltern die Strafe dem offenen Ohr vorziehen.

 

Kiffst Du selbst viel?

 

Viel weniger als früher mal, aber immer noch sehr gerne und regelmäßig. In der Regel aber nur abends. Bei besonderen Anlässen wie Partys oder auf Festivals auch schon mal früher. Wenn ich beruflich unterwegs oder im Urlaub bin, mache ich meist Pause. Am liebsten rauche ich schon immer ein pures Indica mit viel THC pur durch die Bong.

 

Wie sieht Dein Angebot gerade aus?

 

Ich kann gerade drei Sorten Gras anbieten: Amnesia Haze, White Widdow und ein O.G.Kush.

 

Für welchen Preis?

 

Das ist Mengen- und Sorten abhängig. Was schwierig anzubauen ist und lange blüht, kostet mehr als Kommerz-Sorten wie die Cheese. Von der gibt es für 20 Euro 2,5 Gramm, bei 50 Euro gibt es 6,5 Gramm, bei Hundert sind es 14. Haze und Kush liegen bei 11 Gramm für 100 Euro. Wer mehr will, bekommt es ein wenig billiger, muss aber meist ein paar Tage warten, denn ich bunkere selten mehr, weil ich ja auch noch growe.

 

Kommen wir zum Schluss noch zum eigentlichen Anlass des Besuchs. Ist eine der drei Sorten aus Deinem Schrank?

 

Die Cheese und die Kush sind meine Eigenproduktion. Ich growe auf nicht ganz zwei Quadratmetern mit zwei 600 Watt Lampen in CoolTubes. Für das richtige Klima sorgen ein kleiner Lüfter für die Zuluft sowie eine Lüfter/Filter Kombination mit einer Leistung von 360m³/ Stunde. Zudem sorgen ein Ventilator, Liebe, Wasser, Dünger und viel Luft für das Wohlergehen meiner Damen. Ein wirklich gutes, luftiges Klima ist meines Erachtens wichtiger als die neueste High-Tech Ausrüstung in der Box. Ich meine deshalb auch, dass es besser ist, sich um einige, wenige Pflanzen zu kümmern, als sich einen Quadratmeter mit über 20 Plants zuzustellen, selbst wenn ich dafür eine etwas längere vegetative Phase in Kauf nehme. Ich will ja kein Kommerz-Produkt, sondern das bestmögliche Gras züchten. Dazu nutze ich insgesamt nur 20 gut bewurzelte Stecklinge und stecke sie bei 18 Stunden Licht sie drei-Liter Töpfe, für die Blütephase nehme ich 12-Liter Töpfe. Die Töpfe werden mit ein paar Zentimeter Seramis als Drainage-Material befüllt, wobei ich auch manchmal feinen Kies, Hydro-Korrels oder Ähnliches nutze. Darüber kommt Anzuchterde, ausschließlich erprobte Produkte aus dem Growshop, ich kaufe zwar wenig, achte dafür aber eher auf Qualität als auf den Preis. Da ich noch kein Osmosewasser nutze und pH- sowie EC-Wert nicht messe, nehme ich immer ein bisschen weniger Dünger als angegeben. Ich habe mir aber vorgenommen, das irgendwann mal zu ändern und mir eine Osmoseanlage sowie Ec- und pH-Messer zuzulegen, um meinen Ertrag zu steigern. Aber unser Wasser hier ist ganz gut geeignet und es geht auch ohne sehr manierlich. Zehn Tage vor der Ernte dünge ich nicht mehr, ab dann wird nur noch mit klarem Wasser gespült. Die allerletzten Tage verbringen die Pflanzen nur mit minimalstem bis keinem Wasserzusatz, weil ich meine, dass sie so noch einmal kräftig „nachharzen“. Nach dem Ernten und dem Beschneiden hänge ich die Ladys kopfüber in den Schrank und lasse sie, je nach Klima, drei bis fünf Tage antrocknen, um sie dann in ein verschlossenes, lebensmittelechtes Gefäß (Schraubglas, Tupperware o.ä.) zu verpacken, sobald die Stiele knacken. Das muss dann eine Woche lang ein- bis zweimal pro Tag für eine Stunde belüftet werden. Wenn es dann die richtige Konsistenz erreicht hat, kommt es fest verschlossen in den Kühlschrank und bleibt dort lange frisch, wird mit der Zeit sogar noch leckerer.

 

Macht Dir Dein Job Spaß oder machst Du das ausschließlich des lieben Geldes wegen?

 

Ich bin Psychologe, Gastwirt und Notfallseelsorger zugleich. Die Kleindealerei hat mich nie reicht gemacht, dazu bin ich wohl zu unambitioniert. Das Geld ist eher angenehme Nebensache, mir ist gutes Weed im Freundeskreis wichtiger. Als Dealer sollte man zu Käufern und Verkäufern „Nein“ sagen können, um nicht der Gier zu verfallen. Auch ein besoffener Kunde bekommt bei mir kein Gras. Ohne Prohibition wären Dealer längst geschult und ich wäre der, der die Schulungen anbietet. Als Referenz kann man bislang ja dann die eigene Berufserfahrung angeben.

 

Die letzte Frage: Glaubst Du, daraus wird angesichts der aktuellen Legalisierungsdiskussion noch was?

 

Geld gewinnt immer, leider. Ich denke, in 10 bis 15 Jahren könnte ich eine Anbau- und eine Verkaufslizenz beantragen, solange habe ich lieber einen Kleiderschrank als verseuchtes Weed im Haus.

 

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg auf dem Weg zum eigenen Coffeeshop.

 

Pass auf Dich auf und mach’s gut.

 

Tschö.

 

 

Mach das bloß nicht nach! Hanfanbau in Deutschland ist genauso verboten und wird genauso hart bestraft wie der Job von George. Trotzdem denke ich, die Leser/innen sind intelligent genug, sich ein eigenes Urteil über Georges Traum, selbstverständlich im Rahmen und Sinne unserer Gesetze, zu bilden.

 

 

* Name von der Redaktion geändert

 

 
 

2 Antworten auf „George Cloney im Gespräch

  1. ralfblandowski

    Ohne jetzt was böses zu unterstellen, und im Prinzip ist auch der Staat daran Schuld, aber ohne vernünftige Kontrolle des Anbaus sind mir alle Händler mehr wie Suspekt. Die Frage nach verwendeten Pestiziden, Anbaubedingungen, etc. sind meiner Meinung nach nicht vernünftig gelöst. Natürlich wird jeder Anbauer hoch und heilig schwören nur sauberes Gras anzubieten. Und natürlich glaube ich so idealistischen Dealern schon das sie mit dem Anbau und Verkauf etwas gutes tun möchten, allerdings nehme ich es nicht ab das dies ausschließlich nur für karitative Zwecke angebaut wird, oder nicht der Lebensunterhalt bestritten werden soll. Denn wer nimmt jahrelangen Knast für nichts im Kauf? Also ist der Gewinn sicherlich auch eine gewichtige Komponente, auch wenn darüber nicht so gerne gesprochen wird.

  2. Ralf

    Wie blauäugig muß man denn sein, um angesichts von Gammelfleich Pestiziden im Essen auf dem Acker und im Trinkwasser, Hormonen im Fleisch allgemeiner Vitaminfreiheit in Obst und Salat …..die Reihe ließe sich endlos fortsetzen, noch an saubere und kontrollierte Produktion von was weiß ich für Lebens-und Genussmitteln zu glauben? Geht mal auf die Seiten von Foodwach, da werden euch solche Flausen schnell vergehen. Ich jedenfalls vertraue den Leuten, von denen ich schon immer mein Material beziehe, bei denen ich weiß, daß sie das was sie verkaufen auch selbst konsumieren und nicht bei irgendwelchen Kontrolle heuchelnden, Schmiergeld triefenden Großkotzen und ihren meist selbst eigesetzten Kontrolleursbütteln, für die der Gewinn das ausschließliche Kriterium ist, für das was sie verzapfen.

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