Montag, 2. November 2015

Kann CBD eine Rolle in der Krebstherapie spielen?

 

Von Dr. med. Franjo Grotenhermen

 

 

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Bild: Freeimages.com / Tomasz Kobosz

 

 

Die Zahl der Patienten, die mich hinsichtlich der Möglichkeit der Therapie mit Cannabinoiden bei Krebs ansprechen, hatte in den letzten ein bis zwei Jahren erheblich zugenommen. Grundsätzlich verschließe ich mich dem Wunsch solcher Patienten nicht, verschreibe jedoch Medikamente auf Cannabisbasis nur als Zusatztherapie zu einer konventionellen Krebstherapie mittels Strahlen oder Zytostatika, genauso wie es sinnvoll sein kann, auch weitere Möglichkeiten unterstützender Maßnahmen, etwa hinsichtlich der Ernährung, zu nutzen. Von einer alleinigen Behandlung mit Cannabisprodukten, auch in Kombination mit anderen alternativen Verfahren rate ich allerdings unbedingt ab.

 

 

Erstmals entdeckten Wissenschaftler 1975, dass die Gabe von THC das Wachstum von Lungenkrebszellen im Reagenzglas, aber auch bei Mäusen hemmte. Zunächst wurde diese Beobachtung nicht weiter verfolgt. Erst Mitte der neunziger Jahre stellten amerikanische Wissenschaftler fest, dass bei einer langzeitigen Gabe hoher THC-Dosen an Mäusen und Ratten, die mit dem Cannabinoid behandelten Tiere eine größere Lebensdauer aufwiesen als Tiere, die ein Placebo erhalten hatten. Heute ist nachgewiesen, dass THC im Tier- und Zellexperiment eine Vielzahl von Tumorarten hemmt.

 

Vor zehn Jahren (im Jahr 2006) wurde erstmals eine Studie veröffentlicht, nach der auch das nicht psychoaktive Cannabinoid CBD das Wachstum von Krebszellen hemmte, im konkreten Fall von Brustkrebszellen. CBD reduzierte auch die Bildung von Metastasen von Brustkrebszellen in der Lunge. Es hemmte verschiedene Brustkrebszellenlinien so stark wie THC. Interessanterweise hatten die wirksamen Konzentrationen von CBD auf Tumorzellen kaum Wirkungen auf gesunde Zellen des Brustdrüsengewebes. In Brustkrebszellen, die mit CBD behandelt worden waren, fanden sich vermehrt ein programmierter Zelltod und Zeichen der Autophagie, eine Selbstverdauung der Zellen. Es folgten weitere experimentelle Untersuchungen mit CBD beim Glioblastom, eine Gruppe von Hirntumoren, die zu den aggressivsten Krebsarten zählen, bei Blutkrebs (Leukämie und Lymphome), bei Lungenkrebs, bei Prostatakrebs und bei Dickdarmkrebs – alle mit Hinweisen auf krebshemmende Eigenschaften dieses Cannabinoids.

 

Bei einigen Krebsarten gibt es Hinweise, dass THC und CBD in einer Kombination wirksamer sind als eines der beiden Cannabinoide allein. Es gibt auch Hinweise, dass THC und CBD die Wirksamkeit üblicher Chemotherapien und Strahlenbehandlungen verstärken könnten. So wurden THC und CBD an Glioblastomzellen getestet. THC und CBD wirkten synergetisch hemmend auf die Vermehrung dieser Hirnkrebszellen. Die Behandlung von Glioblastomzellen mit beiden Cannabinoiden führte zu einer signifikanten Veränderung der Zellvermehrung, zur Bildung von freien Radikalen und Apoptosen (programmiertem Zelltod). Es gab durch die Kombination von THC und CBD spezifische Veränderungen, die bei beiden Substanzen einzeln jeweils nicht auftraten, was zeigt, dass die Wirkungen durch die Kombinationsbehandlung einzigartig sind. Die Forscher folgerten, dass diese „Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Zugabe von Cannabidiol zu Delta-9-THC die allgemeine Wirksamkeit von Delta-9-THC bei der Behandlung von Glioblastomen bei Krebspatienten verbessern kann“.

 

Ebenso wurden die Auswirkungen einer Kombination von Cannabinoiden und dem Chemotherapeutikum Temozolomid bei der Behandlung von Glioblastomen bei Tieren untersucht. Die Gabe submaximaler Dosen von THC und CBD reduzierte merklich das Wachstum dieser Hirntumoren. Darüber hinaus führte die Behandlung mit Temozolomid und mittleren THC- und CBD-Dosen zu einer starken krebshemmenden Wirkung. Die Autoren schrieben, dass die kombinierte Verabreichung von Temozolomid und Cannabinoiden therapeutisch für die Behandlung von Glioblastomen genutzt werden könnte.

 

Es ist bisher nicht bekannt, wie eine optimale Kombination aus THC und CBD aussehen könnte. Sicherlich gibt es auch Unterschiede bei verschiedenen Tumorarten, die wir noch nicht kennen.

 

Möglicherweise lassen sich durch eine orale Aufnahme auch ausreichend hohe CBD-Konzentrationen im Körpergewebe erzielen, die für die Krebstherapie relevant sein könnten. Die Verwendung einer Dosis von 700 mg pro Tag bei Patienten mit der Huntington-Krankheit in einer klinischen Studie, die vor mehr als 20 Jahren durchgeführt wurde, führte zu einer mittleren Cannabidiol-Konzentration im Blutplasma zwischen 6 und 11 ng/ml, was in einigen der tierexperimentellen Studien zu CBD den bei Krebs verwendeten Gewebe-Konzentrationen entspricht. So war diese Konzentration beispielsweise wirksam bei der Hemmung von Lungenkrebs.

 

 

 

 

 

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