Montag, 26. Oktober 2015

Feuer auf Marlene Mortler

 

 

Beitrag von Hans Cousto

 

Marlene Mortlers dreiste Unterstellung

 

Mortler steht in Flammen
Bild: Archiv

 

 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichte im September 2015 unter dem Titel „Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2014“ die Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativbefragung und Trends. Die Pressemitteilung der BZgA zu dieser Veröffentlichung erschien am 15. September 2015 unter dem Titel „Neue BZgA-Studie: Anstieg des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“. In der Studie werden vor allem Daten von 2008 und 2014 miteinander verglichen. In den Studien der BZgA werden für Deutschland repräsentative Stichproben von mehreren Tausend Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren mit computergestützten Telefoninterviews befragt.

 

Die Lebenszeitprävalenz des Cannabiskonsums (mindestens einmal im Leben konsumiert) lag 2014 bei den 18- bis 25-Jährigen bei 36%. Gemäß der Befragungen der BZgA lag diese in den Jahren 2011 (39,2%), 2008 (40,9%) und 2004 (43,0%) deutlich höher als 2014. Die Monatsprävalenz (mindestens einmal im letzten Monat konsumiert) lag 2014 bei 7,4%. In den Jahren 1997 (9,7%), 1993 (9,9%) und 1982 (10,0%) lag diese deutlich höher als im Jahr 2014. Es kann also nicht von einer generellen Zunahme des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesprochen werden, sondern lediglich von einer partiellen Erhöhung nach einem niedrigen Stand gewisser Prävalenzzahlen im Jahr 2008.

 

Die Lebenszeitprävalenz des Cannabiskonsums lag 2014 bei den 12- bis 17-Jährigen bei 8,9%. Vor zehn Jahren lag diese noch bei 15,1%. Auch die Jahresprävalenz lag vor zehn Jahren mit 10,1% deutlich höher als 2014 mit 7,7%. Die Monatsprävalenz lag 2014 mit 3,0% etwas höher als vor zehn Jahren (2,4%), jedoch deutlich niedriger als im Jahr 1997. Damals betrug diese 4,8%. Der Cannabiskonsum von Jugendlichen ist zwar, wie in den BZgA-Befragungen festgestellt wurde, im Zeitraum von 2011 bis 2014 angestiegen, war aber in früheren Jahren schon deutlich höher als in der letzten Befragung ermittelt wurde.

 

In der Pressemitteilung der BZgA vom 15. September 2015 „Neue BZgA-Studie: Anstieg des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ wird die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, mit folgenden Worten zitiert: „Der Konsum von Cannabis kann gerade für Jugendliche und junge Erwachsene zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. Besonders riskant ist ein regelmäßiger Konsum. Ich sehe insbesondere mit Sorge, dass in der Altersgruppe der 12 bis 25 Jährigen die Zahl derer, die regelmäßig Cannabis konsumieren, von 2,3 Prozent auf 3,5 Prozent angestiegen ist. Offenbar wirkt sich die Gesundheitsgefahren verharmlosende Argumentation der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis bereits negativ aus. Statt einer verantwortungslos die Gefahren des Cannabiskonsums verklärenden Darstellung, braucht es neben den bestehenden gesetzlichen Regelungen daher mehr denn je fachlich fundierte Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken, die gerade für Kinder und Jugendliche mit dem Konsum des illegalen Rauschmittels einhergehen.

 

Die Behauptung, die Befürworter einer Legalisierung von Cannabis würden die Gesundheitsgefahren des Cannabiskonsums verharmlosen, ist dreist, da nicht der Realität entsprechend. Real ist hingegen, dass die Befürworter einer Legalisierung die Gefährlichkeit von Alkohol und Cannabis respektive die Risiken, die man bei dem Konsum dieser Substanzen eingeht, häufig beschrieben haben. Beispielsweise die Studien von David Nutt et al. aus den Jahren 2007 und 2010, wo die Gefährlichkeit von verschiedenen Drogen für das Individuum und für die Gesellschaft miteinander verglichen werden, wurden in den Medien, der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis, oft präzise und ausführlich vorgestellt. In TAZ-Blog „Drogerie“ befinden sich 12 Artikel, wo auf die Studien von David Nutt et al. Bezug genommen wird. Im Blog von Martin Steldinger „Die Hanfplantage“ findet Google 10 Treffer zu David Nutt, beim „Deutschen Hanfverband“ 14 Treffer, beim Blog „Alternative Drogenpolitik“ von Max Plenert 59 Treffer und beim „Hanf Journal“ 57 Treffer. Hingegen findet man auf den Internetportalen der Drogenbeauftragten und der BZgA keine Treffer zu David Nutt. Zu diesem Thema haben die Befürworter einer Legalisierung von Cannabis also weit mehr sachliche Informationen zu den Gefahren des Alkoholkonsums im Vergleich zum Cannabiskonsum vermittelt als die Drogenbeauftragte und die BZgA.

 

Der Rückgang des regelmäßigen Alkoholkonsums und des Rauschtrinkens in den letzten Jahren bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist somit nicht nur dem Präventionsgesetz und Kampagnen der BZgA wie „Alkohol? Kenn Dein Limit.“ zu verdanken, sondern auch der stetigen Aufklärung seitens der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis. Ein Dankeschön hierfür hat die Drogenbeauftragte Marlene Mortler allerdings noch nie über ihre Lippen gebracht.

 

Bemerkenswert ist hier noch, dass Plakate der Kampagne „Alkohol? Kenn Dein Limit.“ schon Jugendliche animiert haben, sich richtig voll zu saufen, um ihr „Limit“ kennen zu lernen. Zudem wundern sich etliche Jugendliche über die Interpunktion beim Slogan „Alkohol? Kenn Dein Limit.“ – „Kenn Dein Limit“ ist ein Imperativ und die Rechtschreibregeln fordern hier keinen Punkt, sondern ein Ausrufezeichen. Richtig müsste der Slogan somit „Alkohol? Kenn Dein Limit!“ heißen.

 

 

 

 

10 Antworten auf „Feuer auf Marlene Mortler

  1. Tonio Atuanid

    “ Ich sehe insbesondere mit Sorge, dass in der Altersgruppe der 12 bis 25 Jährigen die Zahl derer, die regelmäßig Cannabis konsumieren, von 2,3 Prozent auf 3,5 Prozent angestiegen ist.“

    Der Satz ist irgendwie nicht richtig denn richtig müsste es heißen :“ Ich sehe insbesondere mit Sorge, dass in der Altersgruppe der 12 bis 25 Jährigen die Zahl derer, die zugeben (!!!) regelmäßig Cannabis konsumieren, von 2,3 Prozent auf 3,5 Prozent angestiegen ist.“ Denn ob tatsächlich mehr Menschen Cannabis konsumieren weiß man nicht genau, nur das eben mehr menschen den Konsum nun zugeben. Dies hängt aber an der veränderten Wahrnehmung in der Gesellschaft, mittlerweile trauen sich mehr Menschen den Konsum zuzugeben.

  2. Lars Rogg

    Die ziehen doch seit Prohibitionsbeginn jede noch so dreckige Lüge aus ihrem Fundus. Die olle Mortler ist nur ein fortführender Alptraumfänger, der im Geiste der Verbotspolitik jede Studie so auslegt, wie es in ihr verschobenes, menschenverachtendes Weltbild passt. Das erinnert stark an das was Spiegel online geschrieben hat. Angeblich hätte sich, seit beginn des vernünftigen Umgangs mit Cannabis, die Zahl derer Verdoppelt die Hanf benutzen. Ob sich, seit die Meinung zu dem Thema sich ins positive gewandelt hat, nur mehr Menschen trauen ihren Konsum zuzugeben oder ob tatsächlich mehr Menschen gelernt haben sich ohne Alkohol zu entspannen, bleibt dahingestellt. Beides wäre nicht schlimm. Die Giftspritze Mortler legt es sich halt so zurecht wie sie es für ihre verlogene Politik braucht. Allein ihre Aussage, dass die Befürworter der relegalisierung schuld an steigendem Konsum unter Jugendlichen sei, zeugt von ihren geistigem Zustand und ihrem Weltbild, das mit Fug und Recht als Zerrbild bezeichnet werden kann. Die Geschichte wird Anslingers Jünger genauso belächeln, wie diesen Menschenschänder selbst. Der hat schliesslich selbst mal gesagt, dass die Prohibition lediglich die Autorität des Staates untermauern sollte (oder so ähnlich). Es gab also nie einen wissenschaftlich fundierten Grund Hanf zu verbieten. Wenn sogar dieser Papst unter den Brüllaffen das zugegeben hat, ist es eigentlich unverschämt, dass unsere dogmatischen Hardliner immer wieder jede Möglichkeit nutzen um ihre verdrehten Lügen unters Volk zu bringen und einen vernünftigen, geregelten Umgang mit einer vergleichweise harmlosen Droge torpedieren. Warum ich mich als über 40 jähriger aber dafür verfolgen lassen muss, dass ich selbstbestimmt das Entspannungsmittel oder Antidepressiva wähle, dass mir gut tut, ist mir schleierhaft. Die Konsumenten bestehen doch nicht nur aus Jugendlichen. Guckt man in die Gesellschaft, dann findet man sehr viele über 30 jährige die sich mit Cannabis entspannen. Doch die tauchen in den tollen Statistiken dieser seltsamen Scheuklappenträgerin gar nicht auf, werden aber vom Staat wie Verbrecher behandelt, obwohl deren Gehirne vollständig entwickelt sind und sie voll im Leben stehen. Pech für uns…

  3. Lars Rogg

    Nachtrag
    oben hab ich was vergessen. Es hätte heissen sollen:
    Angeblich hätte sich, seit beginn des vernünftigen Umgangs in Teilen der USA mit Cannabis, die Zahl derer Verdoppelt, die Hanf benutzen.
    Bei uns gibt es ja leider noch keinen vernünftigen Umgang mit unserer geliebten aber dämonisierten Volksdroge…

  4. chris

    Oh Leute, ich mag die Frau und ihre Politik ja auch nicht – aber Feuer auf dem Kopf? Das wird sie gleich wieder als Morddrohung verstehen.

  5. Papa

    Liebe Marlene,

    überleg doch mal, deine Familie und du haben doch Landwirtschaftliche Flächen.
    Was würde da naheliegen als dass du deiner Familie gelegenheit geben kannst nachhaltig
    diese Flächen mit Bio Hanf anbauen kannst ob zum Medizinischen oder Industriellen Bedarf ist zweitrangig.
    Dazu müsstest ihr nicht einmal viel tun.
    Dass es einen Markt dafür gibt ist unumstritten.

    Also Marlene ran ans Werk und tu was für dich und die deinesgleichen und auch noch was für Mutter Natur und der Nationalheld der Hirn zeigt bist auch noch obendrein.

    A hanfigs Grüssle

  6. Skater Boy

    Glashaus? Kenn deine Steine!

    Dass das Hanfjournal über anderer Leute Rechtschreibfehler herzieht, ist extrem vermessen. Das kann sich das Hanfjournal wirklich nicht erlauben.

    Etliche Jugendliche wundern sich über die Interpunktion von „Kenn dein Limit“? Na das muss wohl der eigene Nachwuchs sein, dem in der Home School so ein Unsinn beigebracht wurde. Ausrufezeichen hinter dem Imperativ? Der Gipfel der Lächerlichkeit… so eine Regel gibt es gar nicht!

    …aber groß damit herumposaunen. Mal wieder die absolute Peinlichkeit. Wie lasst ihr uns Cannabis-Konsumenten denn dastehen? Als Idioten, die nicht richtig schreiben können, aber dafür andere Leute ansaugen, dass sie was falsch schreiben würden… und das dann belegt durch selbstausgedachte Regeln? Peinlich, peinlich, peinlich! Kein Wunder das Mortler und Co keinen Respekt kennen!

  7. la rage du peuple

    Gescheitert, nicht zeitgemäß und die Verfolgungspraktiken sind unverhältnismäßig. Niemand der Befürworter verharmlost Cannabis! Im Gegenteil, es wird ein vernünftiger Umgang, verbindliche Regeln und sich selbst finanzierende Prävention, gefordert. Verleumdungen sind keine Argumente liebe CDU. Hätte sich die Drogenpolitik in der Vergangenheit durch Orientierung an wissenschaftlich erhobenen Dateneu ausgerichtet, dann würde dieses Thema auch anders in den Medien diskutiert werden. Es bewegt sich aber dennoch etwas. Die UNO wird hier ihre Haltung ändern/anpassen, Förderungen kömmen bereits nicht nur von Verbänden und der Gesellschaft sondern auch aus der Wissenschaft, der Justiz und großen Teilen der Politik. Es dürfte sich in Kürze auch etwas bezüglich der medizinischen Verwendung verändern. Das hat die CDU ja bereits zugesichert und Entwürfe liegen vor. Man zankt sich wohl noch mit den Krankenkassen und der Pharmalobby. Die heutigen Probleme (Strafverfolgung, Kriminalisierung, Schwarzmärkte, Streckmittel, typische Drogenbiographien und Subkultur) wird es mit der legalisierung mittelfristig nicht mehr geben. Dadurch werden Kapazitäten frei, welche auch Menschen zugute kommen können welche einen problematischen Konsum aufweisen. Die Bundesregierung ist meiner Ansicht nach Opfer der eigenen Propaganda. Nocheinmal, die zweimilliarden Euro Frage.

  8. Eddie

    Jetzt lasst doch mal die Marlene in Ruhe! Die tut wenigstens was für die Legalisierung! Mit ihren Plattitüden und ihren leicht durchschaubaren Lügen hat sie im letzten Jahr mehr für die Legalisierung getan als ihr alle zusammen.

  9. Ralf

    Wenn man sie ja so einfach in Ruhe lassen könnte, aber sie hat Blut an den Händen kleben denn in ihrem so Haß erfüllten Bundesland werden Cannabiskonsumenten hinterrücks von der Polizei emordet bzw. durch einen Schuß in den Hinterkopf hingerichtet, so geschehen in Burghausen, der Mörder in Uniform läuft immer noch frei rum !

  10. Bernd

    Was soll man noch zu Frau Mortler sagen? Sie ist offensichtlich inkompetent und argumentiert wider besseres Wissen. Ich bin schockiert, dass sie weiterhin im Amt bleiben darf.

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