Donnerstag, 24. September 2015

Kascha September 2015

 

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

Grafik: Lukas Tkoz
Grafik: Lukas Tkoz

 

 

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Björn (27, aus Bielefeld) fragt:

 

„Hallo Kascha,

neulich hat ein Bekannter von mir aus Holland Chocolate Haze mitgebracht, das hat dann auch wirklich ein bisschen nach Schokolade geschmeckt. Es war auch sehr stark. Ich frage mich aber seitdem, wie das geht, dass Haze nach Schokolade schmeckt. Ist da vielleicht doch irgendein chemisches Aroma drauf gesprayt worden?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Björn,

darauf kann ich dir ganz konkret mit „Jein“ antworten. Tatsächlich gibt es eine Chocolate-Haze-Züchtung mit leichtem Schokoladenaroma, sowohl das Gras selbst in der Tüte als auch der Rauch im Mund riechen dezent schokoladig. Genau wie bei anderen fruchtigen Haze-Sorten werden die sehr vielfältigen Aromen im Hanf durch gezielte Züchtung dazu gebracht, einen bestimmten Geruch verstärkt zur Geltung zu bringen. Und, das kennt man von der Herstellung künstlicher Aromen, Bananenaroma muss keine Bananen enthalten und es können eben auch Pflanzen, die keine Kakaopflanzen sind, nach Schokolade riechen. Andererseits ist es, das sollte man bei all dem Geschmacks-Hype auch im Hinterkopf behalten, gerade in holländischen Coffeeshops immer wieder auch vorgekommen, dass künstliche Aromen auf das Gras gesprayt wurden, damit es beispielsweise nach Erdbeeren riecht. Von diesen flüssigen Aromasprays wird das Gras allerdings in der verschlossenen Tüte matschig und modrig, das meiste „gesprayte“ Gras erkennt man daher relativ rasch. Und auch wenn die Verlockung, mit leckeren Aromen versetztes Gras zu rauchen, erst einmal groß ist: Die meisten Nutzer, die das gesprayte Gras probiert haben, waren eher unzufrieden mit dem als künstlich und merkwürdig empfundenen Geschmackserlebnis. Haze-Züchtungen mit besonderen Aromen sind zwar in der Regel relativ teuer und man erhält nicht unbedingt das „natürlichste“ Weed, hier wird allerdings, außer bei Betrügern, nicht mit künstlichen Aromastoffen gearbeitet.“

 

 

Romy (22, aus Berlin) fragt:

 

„Hi Kascha,

ich interessiere mich nicht nur für Hanf als Rauschmittel sondern auch für Hanf als Rohstoff: besonders Kleidung und Kosmetik aus Hanf sind für meine empfindliche Haut angenehm. Letztens dachte ich dann bei einer Tasse Hanftee aus dem Bioladen, ob es nicht einen Hanfhonig gibt? Also aus Hanfblüten.“

 

Kascha antwortet:

 

„High Romy,

leider gibt es keinen wirklichen Hanfhonig, der also von Bienen aus den Pollen der Hanfpflanze hergestellt wird. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: Hanfpflanzen werden durch Wind bestäubt, nicht durch Bienen. Das heißt, dass keine Biene zur Blüte des Männchens fliegt um den Blütenstaub zu sammeln, dafür nimmt der vorbeiwehende Wind die sehr leichten Pollen auf und transportiert sie mit etwas Glück zu den wartenden Blüten der weiblichen Pflanze. Und darauf sind die männlichem Blüten, das sind die mit den Pollen, anatomisch eingestellt: Sie haben zum Beispiel keine leuchtend farbigen Blütenblätter, mit denen bienenbestäubte Pflanzen die Insekten anlocken. Daher ist es nicht möglich auf herkömmlichem Weg, also über Bienen, Honig aus Hanfblüten herzustellen. Dass man im Handel vereinzelt dennoch Hanf-Honig finden kann liegt daran, dass verschiedene Hersteller normalen Honig mit Hanfblüten versetzen, um einen entsprechen hanfigen Geschmack zu erhalten. Berauschende Substanzen sind, entsprechend dem deutschen Recht, in beiden Varianten nicht enthalten, denn die Bienen sammeln die tatsächlichen Blütenpollen und nicht die als „Pollen“ bekannten Harzdrüsen. In den Blütenpollen der praktisch THC-freien männlichen Pflanze ist also nichts Berauschendes enthalten, selbst wenn sich eine Biene mal in ein Hanffeld verfliegt und quasi versehentlich Pollen mit nach Hause bringt.“

 

 

Fabian (19, aus München) hat eine Frage:

 

„Hallo Kascha,

ich habe den ganzen Sommer lang mit Freunden selbst Eis gemacht und erst letztes Wochenende ist jemand mal auf die Idee gekommen, dass man ja auch Weed Eis machen könnte. Bevor wir aber jetzt für 100 € Gras in die Eismaschine stopfen wollte ich erst mal nachfragen, ob das überhaupt was bringt? Ich habe mal gehört, dass man THC erst einmal durch Erhitzen umwandeln muss, damit das wirkt. Zum Beispiel beim Backen im Backofen oder eben beim Rauchen. Da haben wir dann überlegt, ob das bei Eis nicht andersrum eher schädlich ist für die Wirkung?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Fabian,

im Grunde genommen hast Du Recht, THC muss erst in einen psychoaktiven Wirkstoff umgewandelt werden und das passiert unter Wärmeeinwirkung. Je größer die Wärme, desto schneller geht es. Der dabei entstehende Stoff ist relativ leicht flüchtig, hält sich also nicht so lange in der Pflanze wie das „normale“ THC – deshalb ist kühle Lagerung für Gras sinnvoll, denn auch bei Zimmertemperatur kann der Umwandlungsprozess und damit bei langer Lagerung auch der Wirkstoffverlust stattfinden. Was Kälte allerdings nicht vermag ist, den einmal carboxylierten Zustand aufzuheben und wieder „normales THC“ daraus zu machen, wenn der Prozess einmal stattgefunden hat. Für die Herstellung von Eis und anderen Speisen, die nicht längere Zeit gekocht werden, ist also die Vorbereitung des Weeds im Ofen relativ wichtig. Bei etwa 115 °C lassen die meisten Anwender ihr Gras für ca.30 Minuten im Ofen, bevor sie es weiterverwenden. Eine andere Variante ist, das Gras direkt in der verwendeten Milch oder Sahne zu erwärmen. Das hat wiederum den Vorteil, dass sich der lipophile, also fettlösliche, Wirkstoff direkt im Fett der Milch oder Sahne lösen und so besser im Eis verteilen kann. Denn Fett ist neben Wärme ein weiterer wichtiger Faktor: Milcheis ist in der Regel besser für Weed-Eis geeignet als Sorbet. Andererseits können fruchtige Komponenten wie Mangomark auch ein Weed-Sahneeis sicher positiv beeinflussen, schon alleine wegen den darin enthaltenen Terpenen – das sind Stoffe, die auch im Gras enthalten sind, die sich günstig auf die Wirkung von THC und anderen Stoffen im Gras auswirken.“

 

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