Dienstag, 15. September 2015

Wo die CSU heimlich Cannabis anbaut

12 Nutzhanfsorten sollen in Colorado getestet werden

 

Bild: Archiv
„Geheimer Ort“/ Bild: Archiv

 

 

In Colorado boomt das Canna-Business seit der Legalisierung. Es gibt an jeder Ecke Coffeeshops, Indoorfarmen und alles andere, was das Kifferherz begehrt. Aber möchte man in Colorado solche Nutzhanfprodukte kaufen, wie sie bei uns in Form von Nahrungsmitteln, Kleidung und Baustoffen schon lange wieder legal und relativ einfach zu haben sind, muss man nicht nur in Denver, sondern in den ganzen Vereinigten Staaten lange suchen. Zwar wurde Nutzhanf im Zuge von Amendment 64 auch in Colorado wieder zugelassen, aber im Vergleich zu „Recreational Pot“ steckt der Nutzhanfmarkt der USA noch in den Kinderschuhen, Geld gibt es nicht zu verdienen.

 

Nutzhanf ist immer noch in weit mehr Bundesstaaten verboten als medizinisches Cannabis. Als die USA vor über 50 Jahren Hanf verboten haben, geschah das ganzheitlich, unabhängig vom Verwendungszweck, der Sorte oder dem THC-Gehalt. Im Zuge der aktuellen Legalisierungsdebatte dominieren medizinisches Cannabis und der Feierabend-Joint, über Nutzhanf machen sich nur Freaks wirklich Gedanken. Cannabis und Hanf werden politisch sogar als verschiedene Arten beschrieben, man redet von der Droge „Cannabis“ und der Nutzpflanze „Hanf“. Das ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus unhaltbar, wir reden hier von verschiedenen Phänotypen der Gattung Cannabis Sativa, Indica und Ruderalis als Droge, Medizin oder Nutzpflanze. In Deutschland und im Rest der EU dürfen Bauern seit fast 20 Jahren wieder Nutzhanfsorten mit einem THC-Gehalt unter 0,3 Prozent anbauen, woraus viele nette Nischenprodukte wie Hanfsamen, Hanföl, Hanfdämmung oder Hanfkleidung entstanden sind. Mittlerweile hat Hanf als Dämmstoff sogar Einzug in die deutsche Automobilindustrie gehalten, BMW und Mercedes setzen beim Innenausbau verstärkt auf den vielseitig verwendbaren Rohstoff. Der THC-Gehalt wird übrigens auch bei europäischen Züchtungen künstlich niedrig gehalten. Deshalb dürfen Hanfbauern auch ihr Saatgut nicht selbst produzieren, sondern müssen es von zertifizierten Samenzüchtern kaufen. In der freien Natur hätten die meisten Sorten nach ein paar Generationen wieder eben jenen THC-Gehalt von 0,5-3 Prozent, den sie zu Großvaters Zeit einst besaßen. Von dessen Wirkung wusste schon Wilhelm Busch im „Krischan mit der Pipe“ zu berichten.

 

In den USA unterliegt der Anbau von Nutzpflanzen dem Landwirtschaftsministerium, das auch in Colorado den nach Landesrecht wieder erlaubten Anbau als Bundesbehörde extra noch einmal genehmigen muss. Außerdem braucht ein Nutzhanfbauer noch eine Ausnahmeerlaubnis der DEA (Drug Enforcement Agency). Eines der ersten Projekte, bei dem 12 in Europa bewährte Nutzhanfsorten getestet werden, soll nun an einem geheimen Ort von der CSU (Colorado State University) durchgeführt werden. Da Nutzhanf in den USA so gut wie unbekannt ist, fürchten die CSU-Forscher nichts mehr als Diebe, die ihr Projekt für eine CSU-Grasplantage halten.

Um potentes Gras anzubauen, muss man hingegen nur eine staatliche Lizenz erwerben, keine Ausnahmegenehmigung, keine DEA. Derzeit fängt das US-Landwirtschaftsministerium gerade erst an, einzelne Forschungsprojekte, die sich nicht psychoaktiven Cannabis-Sorten widmen, zu genehmigen, nachdem Bauern in den USA über ein halbes Jahrhundert hinweg keinen Nutzhanf anbauen durften. Um diesen Status Quo so lange wie möglich zu wahren, hatten die Drogenkrieger der DEA bei der ersten Saatgut-Lieferung im vergangenen Jahr aus den Niederlanden alle Hebel in Bewegung gesetzt, das aus Europa importierte Saatgut nicht ins Land zu lassen, bis ein Richter sie gezwungen hat, die Hanfsamen wieder rauszurücken.

3 Antworten auf „Wo die CSU heimlich Cannabis anbaut

  1. Sebastian Clausen

    das mit der csu ist echt ein bisschen irreführend. bis zu dem abschnitt wo es um die csu ging dachte ich es handelt sich um die christlich-soziale union.

  2. Alex

    Und wieder mal ein Beweis dafür was Hanf für eine unglaubliche Pflanze ist. Sie berauscht einen, wirkt aber auch für Schmerzpatienten und ist als Faser sehr stabil. Und trotzdem wird so eine hetze betrieben.

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