Donnerstag, 13. August 2015

Homburg/Saar: Einjähriger erhält Cannabis-Präparat gegen Epilepsie

Kein Wundermittel, aber es hilft

 

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Bislang gab es in den USA einige spektakuläre Fälle wie den der heute neunjährigen Epileptikerin Charlotte, deren Epilepsie-Leiden mit Cannabis behandelt wurde. Heute berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ über den einjährigen Luuk aus Saarbrücken, der Dronabinol gegen epileptische Anfälle verschrieben bekommt. Luuk hat verschiedene Herzfehler, kaum Muskeln,  ist hörgeschädigt und fast blind.

 

Der behandelnde Professor Sven Gottschling ist einer der wenigen deutschen Ärzte, die Cannabis-Präparate auch für Kinder verschreiben. „Zum Teil brauchen krebskranke Kinder das immer mal wieder für wenige Tage bis wenige Wochen als Überbrückungsmaßnahme, andere Kinder mit Spastik oder Epilepsie oder Schmerzen brauchen das für den Rest ihres Lebens.“ Doch gleichzeitig betont Gottschling, dass Cannabis kein Wundermittel sei und auch negative Nebenwirkungen habe könne: „Cannabinoide sind nicht nebenwirkungsfrei, wie eigentlich kein Medikament. Bei Luuk hätte seine Muskulatur noch schlaffer werden oder sich die Krampfaktivität erhöhen können. Der Einsatz muss wohl überlegt sein,“ so Gottschling in der „Saarbrücker Zeitung“.

 

Luuk hatte vor der Dronabinol-Therapie sechs verschiedene Anti-Epileptika erhalten, die allesamt starke Nebenwirkungen hatten. Von einem Präparat soll er Nierensteine bekommen haben, die operativ entfernt werden mussten. Luuks Anfälle hätten sich jetzt in Ausprägung und Anzahl reduziert, insgesamt bedeute die Dronabinol-Therapie eine Steigerung der Lebensqualität. Lediglich die erhoffte Appetitsteigerung sei bislang ausgeblieben.

 

Anders als in den USA erhält Luuk allerdings nur THC. Im Falle von Charlotte vermuten die Ärzte, dass erst der Mix der verschiedenen Cannabinoide für den signifikanten Rückgang von Charlottes  Anfällen verantwortlich ist. Die Cannabis-Sorte, die Charlotte seit 2011 erhält, hat einen extrem niedrigen THC-, dafür jedoch einen hohen CBD-Gehalt.

 

 

Eine Antwort auf „Homburg/Saar: Einjähriger erhält Cannabis-Präparat gegen Epilepsie

  1. Ralf

    Der Professor ist der Chef meiner Freundin in der Uniklinik Homburg. Den Luuk hat sie zeitweise gepflegt. Über den Professor Gottschling hat sie immer nur gutes erzählt, der weiß immer genau was er macht. Er ist Leiter der Schmerzambulanz für Kinder, die er selbst nach seiner Ausbildung und einer Zeit in der Onkologie gegründet hat. Der Mann ist Arzt weil er es nicht ertragen kann, Kinder Schmerzen leiden zu sehen. Während seiner ersten Jahre hat er viele Probleme gehabt seine neuen Wege und Ideen anerkannt zu bekommen, man kann sagen er ist oft gegen Wände gelaufen. Jetzt ist er aber Professor und dabei, sich wirklich einen Namen zu machen, so daß er die Möglichket hat, alles umzusetzen. Das sind die Ärzte die wir brauchen. Brauchen tun wir nicht solche, die durch falsche Medikamente einem Einjährigen eine Nierensteinoperation bescheren. Mag sein, dass sie von unseren Unrechtsgesetzesmachern dazu gezwungen werden, Säuglinge als Versuchskaninchen zu mißbrauchen, vom Vorwurf mangelnder Zivilcourage und deswegen charakterlicher Uneignung diesen verantwortungsvollen Beruf auszuführen kann ich sie trotzdem nicht frei sprechen.

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