Sonntag, 7. Juni 2015

Drogengelder für die Christsozialen

CSU: Keine Berührungsängste bei Cannabisprofiten

 

Von: Maximilian Plenert

 

 

Spenden an Parteien gehören für Verbände und Firmen zur gängigen „politischen Landschaftspflege“. Die „Erfolge“ solcher Zuwendungen sind meist nicht offensichtlich erkennbar. Nur wenige Ausnahmen schaffen es in die Tagesschau: Eine der höchsten Parteispenden in der Geschichte der FDP wurde 2010 zum PR-Gau. 2009 spendete die Substantia AG, hinter der einer der reichsten Deutschen, August Baron von Finck steht,1,1 Millionen Euro an die FDP. Die Familie des Barons, als Haupteigentümerin der Mövenpick-Gruppe, betrieb damals 14 Hotels in Deutschland. Ein Schelm, wer Böses dabei dachte, als in den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen die FDP mit der CSU auf eine Senkung des Mehrwertsteuersatz auf Hotel-Übernachtungen von 19 auf 7 Prozent bestanden hatte. Auch die CSU konnte beinahe ein Million Euro in ihr Säckel stecken und der Steuernachlass wurde zum 1. Januar 2010 im Wachstumsbeschleunigungsgesetz verankert.

 

 

Die bayrische Staatspartei ist auch sonst sehr offen für Gelder, auch aus der Drogenwirtschaft. Bei der Lektüre des Berichtes der Parteien für das Rechnungsjahr 2013 stieß ich auf ein besonderes Schmankerl. In der Liste der Spenden über 10.000 € – wobei auch bekannt ist, dass etliche Euros unterhalb dieser im Parteiengesetz festgelegten Grenze an der Öffentlichkeit vorbeigeschleust werden – finden sich folgende Firmen mit einem mehr oder weniger direkten Zusammenhang zu legalen Drogen und Medikamenten:

 

Glücksspielautomaten – Gauselmann AG 12.000 €

Oktoberfestbesuchern ein Begriff – Hochreiter Gaststättenbetrieb 11.500 €

Zigaretten – Philipp Morris 24.000 €

Pharmaindustrie – Verein der Bayerischen Chemischen Industrie 149.000 €

Pharmaindustrie – Verband der Chemischen Industrie 15.000 €

 

So weit, so gar nicht überraschend, wie wenig Berührungsängste die CSU hat, deren „Freistaat“ u.a. Besitzer der eigenen Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan ist. Aber weitaus spannender sind die Spenden der Firma Bionorica. Seit 1998 flossen über 90.000 € alleine an die CSU und auch die FDP, die Partei des „lieben Freundes“ und ehemaligen Gesundheitsministers Daniel Bahr, erhielt Geld von dem Naturarzneimittelhersteller. Und nochmal meldet sich der Schelm, sorgten die Liberalen doch erst letzte Woche mit ihrer Initiative für Cannabis-Legalisierung für eine Überraschung.

 

Hoffen auf den Blockbuster auf Cannabisbasis

 

Der bayrische Mittelständler Bionorica sieht optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen nahm die Ankündigungen der „CSU-Haschrebellin“ Marlene Mortler zur Kostenerstattung von Cannabis als Medizin zum Anlass, sich um eine Zulassung von Dronabinol als Fertigmedikament zu bemühen. Bisher gibt es das reine THC nur als Rezepturarzneimittel, bei dem eine Kostenerstattung durch die Kassen quasi ausgeschlossen ist – entsprechend überschaubar ist der Umsatz. Zum Potenzial von Dronabinol als Fertigmedikament sagte Michael Popp, Inhaber von Bionorica: „Das kann ein Blockbuster werden“. Als Blockbuster werden besonders erfolgreiche Arzneimittel mit einem jährlichen Umsatz von über einer Milliarde Dollar bezeichnet.

 

Marktanteil bei THC: 100%

 

Nachdem seine Firma 2014 die Frankfurter Firma THC Pharm übernommen hat, besitzt sie nun das Monopol auf Dronabinol in Deutschland. Nicht zum ersten Mal wird versucht, mit Cannabis auf den Arzneimittelmarkt zu drängen, allerdings scheiterte die Firma 2009 beim Versuch eine Zulassung zu erhalten. Es bleibt spannend, ob es dieses Mal klappt. Im Sinne der Anbauverhinderungsgesetzschreiber im Bundesgesundheitsministerium wäre es auf jeden Fall.

 

Freund und Feind zugleich…

 

Zur Rolle von Firmen wie Bionorica in der Cannabisdebatte kann man durchaus geteilter Meinung sein. Trotz aller Kritik sind es deren Produkte – dies gilt auch für Sativex und GW Pharmaceuticals – die heute einen Großteil der Versorgung mit Cannabis als Medizin stellen und realen Menschen gegen ihre Leiden helfen. Ebenso tragen sie zur Normalisierung im Umgang mit Cannabis bei, ihr Verkauf als Heilmittel in der Apotheke passt einfach nicht zum Bild einer Einstiegsdroge und einem unkontrollierbaren Rauschgift.

Bekanntmachung von Rechenschaftsberichten politischer Parteien für das Kalenderjahr 2013 (PDF)

4 Antworten auf „Drogengelder für die Christsozialen

  1. Mörnest

    So gesehen waren die Kinospots vom DHV falsch investiert, eventuell hätte die Million nur den Parteibonzen von CDU/CSU in den Hals geworfen werden müssen.
    Spaß bei Seite. Ich könnte extrem kotzen, Alkohol ist Bayrische Kultur…. So ein Scheissdreck. Die Wahrheit ist, Bayern wird durch Saufen reich!!!

  2. Jemand

    Ein Modelprojekt zu finanzieren wäre sicherlich auch ne Idee wert gewesen!
    Dünne Luft + generationenübergreifender Inzest + viel zu viel Alk = Bayern

  3. Axel Junker

    Drogenhandel und Drogenhandel sind zwei verschiedene Schuhe, mit denen das politische Bayern einfach nicht lernen will zu platteln. Geschweige denn zu zuzzeln…

    Die Pille,
    die Wehrdienstverweigerung,
    die Abtreibung,
    die Homosexualität
    und sogar die Originalstoff-Vergabe von Heroin (Diamorfin) für Abhängigkeitserkrankte hat sich gegen konservativen Widerstand politisch durchgesetzt.
    Die Welt ist davon – wie unterschwellig prognostiziert – nicht untergegangen.

    Sie wird erst recht nicht durch eine gut regulierte Legalisierung untergehen.
    Finanziell geht sie aller Voraussicht sogar eher auf…

  4. reefermadness

    „Wir reden aber auch über eine Lobby, die ich bisher als die brutalste Lobby in meiner politischen Arbeit erlebt habe… Und wir reden über eine Lobby, die mir den Tod wünscht! Höhepunkt war die Eröffnung einer Facebook-Seite zur ‚Hinrichtung von Marlene Mortler‘.

    Die Lösung wäre: satire on….
    Wir erledigen einen Pharmareferenten,lassen sie mich das kurz erläutern.

    Ich habe mir bereits ein Konzept ausgearbeitet bin auch bereit das selber zu machen.
    Ich erschiesse am helligten Tag einen Pharmareferenten das hat viele Vorteile
    1st.Man kann einen beliebigen Pharmareferenten erschiessen,der ist als Person völlig unbedeutend ,es geht um das Symbol,
    um den Saugnapf am Fangarm des Pharmakraken,
    den erschiesst man.
    2st.Man muss auch nicht lange suchen nach Ihnen,ich gehe in irgenteine Artzpraxis,setze mich ins Wartezimmer,nach ner halben Stunde kommt ein Pharmarefenrent,nicht wahr!
    Den schiesse ich über den Haufen,gehe zur nächsten Polizeiwache und sage:
    Guten Tag,habe einen Pharmareferenten niedergeschossen kann ihnen sagen wo er liegt.

    Der dritte Vorteil,sie müssen es der Bevölkerrung überhaupt nicht gross erklären. wenn in der Bildzeitung
    steht: Pharmareferent erschossen,dann sagen alle, Leute,da hab ich aber schon lange mit gerechnet nicht wahr,da sehn Sie da brauch man garnichts gross erklären.
    Eine Woge der Sympartie würde durch das Land gezerrt,ich wäre mittendabei
    was meinen sie was da los wäre wie ein Lauffeuer würde es durch das ganze Land gehen.
    Alle Leute würden sagen Mensch bei uns wohnt auch ein Pharmarferent komm da gehen wir mal hin,dem schlitzen wir die Reifen von seinem Dienstwagen auf,die Artzmusterkoffer würden in Flammen aufgehen !!
    Noch besser Sie müssten sie aufessen die Pharmamuster,vollständig aufessen nicht wahr.
    Stellen Sie sich das mal vor unter dem Gejohle der Patienten würden sie an einer Überdosis ihrer Dreckstabletten jämmerlich zu Grunde gehen,einen Meter entfernt von der Klinke die sie noch putzen wollten.
    Das Volk würde tanzen auf den Strassen wie in Palermo.In Palermo hat es doch auch geklappt. Da waren es 2 alte Frauen die waren beide über siebzig überrings,(wie ich nicht wahr),die eine hatte nur faules Gemüse und die andere nur einen Regenschirm und sie haben auf offener Strasse einen kleinen Schutzgeldganoven der Mafia gedemütigt und dann sind sie überall aus den Häusern geströmt,haben sie rausgetrieben ,auf die Strasse gezerrt.
    So würde es bei uns auch gehen, die Schutzgeldganoven der Pharmamafia würden gedemütigt.
    Krönender Abschluss wäre der Prozess gegen mich. Ich laufe ja nicht davon,ich will ja vor Gericht gestellt werden.
    Der Richter fragt mich: Bekennen sie sich schuldig? und ich würde sagen
    Schuldig euer Ehren.
    Dann muss er mich fragen warum haben sie das getan? Auf den Augenblick habe ich gewartet.
    Das würde ich ihnen erklären, Stunden um Stunden würde ich meine Motive ausbreiten und alle wären dabei ,alle ,Presse Medien Rundfunk Fernsehn ,bestimmt kommt dann noch der Kerner der Beckmann der Lanz die ganzen Idioten
    Sabine Christiansen haben wir ganz vergessen die wäre auch gut. Die putzt mir gleich mit dem Akkermann die Pharma fort die Blödkuh!!

    satire off…

    mfg

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