Sonntag, 21. Dezember 2014

Kascha Dezember 2014

Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

kascha-dezember-hanfberatung

 

 

Ein Leser (23, ohne Wohnort) möchte wissen:

 

„Hey Kascha,

ich möchte meinem Chef einen Spacecake backen. Meine Angst ist: wenn ich die Butter zu stark erhitze, kann dann das THC entweichen (beim Backen natürlich auch)? Und kann man die Dosierung gut regeln? Nicht, dass es ihm dann nicht so gut geht? Außerdem: Soll ich das Gras ganz normal grinden oder in den Mixer (Smoothiemaschine) stecken?“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hallo,

durch das Erhitzen entweicht nicht nur THC, sondern es wird dadurch sogar vom Rohzustand in einen für den Körper verwertbaren psychoaktiven Zustand gebracht. Das gleiche passiert, nur sehr viel schneller, auch beim Rauchen. Deshalb ist, in gewissen Maßen, das Erhitzen sogar gut. Allerdings ist das THC in diesem Zustand stärker flüchtig, hält sich also nicht so lange im Spacecake (bzw. Spacecaketeig) wie vorher im Gras. Man sollte es also mit dem Erhitzen nicht übertreiben – sobald alles umgewandelt ist, verflüchtigt es sich nur noch und wird weniger. Bei der Dosierung würde ich vorsichtig anfangen: Man kann so dosieren, dass man von einem Keks (in dem dann zum Beispiel anteilig ein ganzes Gramm Gras drin ist) schon gut stoned wird – oder man dosiert so, dass man etwa 0,1 Gramm Gras pro Keks rechnet und dann einfach so viele Kekse isst, dass die gewünschte Wirkung erreicht wird. Die Butter sollte vor allem deswegen nicht zu stark erhitzt werden, da sie Bitterstoffe bildet, wenn sie zu heiß wird, und den Geschmack verderben kann. Leicht flüssig reicht vollkommen aus. Die normale Backzeit für Kuchen oder Kekse stellt für den THC-Gehalt kein so großes Risiko dar, dass irgendjemand mal einen effizienteren Weg erfunden hätte. Versuch aber mit nicht allzu hohen Temperaturen und nicht allzu langen Backzeiten zu arbeiten, für ein optimales Ergebnis.

In der Regel sollte ein normaler Grinder völlig ausreichen – das hängt natürlich auch davon ab, ob das Gras dann gleich zu Staub zerfällt oder ob es sehr frisch ist und sehr grobe Teile auch nach dem Grindern übrigbleiben. Einige Cannabis-Bäcker schwören übrigens auch darauf, das Weed für einige Minuten im 80°C heißen Ofen zu erwärmen, bevor sie es zum Backen, Kochen oder Extrahieren zerkleinern. Dabei decken sie es gut ab und lassen es nach dem erhitzen noch etwas stehen, damit verdunstetes THC wieder absorbiert werden kann und nicht in die Küchenluft entfleucht.

An dieser Stelle möchte ich übrigens auch noch darauf hinweisen, dass es ernsthafte juristische Folgen haben kann, wenn du deinem Chef einen Kuchen oder Keks mit Gras bäckst und ihm gibst, ohne ihn über das enthaltene Gras zu informieren: so etwas zählt als Köperverletzung. Aber ich nehme mal an, dass er sich in diesem Fall bewusst und freiwillig dazu entschieden hat.“

 

 

Jasmin (ohne Alter und Wohnort) fragt:

„Hi Kascha,

Ich muss mich für das Jugendamt auf THC testen lassen. Ich habe vor 7 Monaten aufgehört. Das letzte Mal, dass ich einen Head geraucht habe, war vor 3 Monaten. Ist das noch nachweisbar?“

 

Kascha antwortet:

„Hi Jasmin,

das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich würde ich sagen, dass du, wenn du 7 Monate nichts weiter konsumiert hast als einen Bongkopf vor ca. 3 Monaten zu rauchen, nicht mehr besonders viele verdächtige Substanzen in deinem Körper haben dürftest. Je nachdem, wie lange und heftig du vorher konsumiert hast, dürften Abbauprodukte aus Blut und Urin inzwischen verschwunden sein oder sich bei sehr niedrigen Werten befinden. Neben der Zeit spielen allerdings Stoffwechsel, Ernährung, Bewegung und einiges mehr ebenfalls eine Rolle: Wer viel schwitzt und viel trinkt und viel Fett verbrennt, kann in der Regel im Fettgewebe angereicherte Substanzen auch schneller loswerden. Wer täglich mehrere Joints geraucht hat, bei dem war die Abbaurate vielleicht niedriger als die Rate an neu hinzukommenden THC-Abbauprodukten – da wird also immer mehr im Körpergewebe angelagert, was entsprechend natürlich dann auch sehr viel länger für den Abbau braucht. Zum Vergleich: Wenn man nur am Wochenende kifft, kann der Körper die Abbauprodukte unter der Woche wieder fast vollständig ausscheiden. Kifft man jeden Tag, werden immer wieder Abbauprodukte nachgelegt und der Abbau geht am Ende erheblich langsamer.

Möglich ist allerdings auch ein Haartest und hier kann es – unter Umständen – kritisch werden: Es wird nämlich in der Regel ein Haarabschnitt von 5 cm ab der Kopfhaut verlangt, in dem folglich fast ein halbes Jahr Konsum nachweisbar ist. Denn deine Haare wachsen etwa einen Zentimeter im Monat. Dass einmal Bong rauchen auf diese Weise nachzuweisen ist würde ich aber bezweifeln. Je nachdem ob völlige „Abstinenz“ gefordert ist oder nur ein regelmäßiger Konsum ausgeschlossen werden soll, spielen solche „Restwerte“ auch nicht immer eine große Rolle. Haarproben sind allerdings im Vergleich zur Blutuntersuchung in den letzten Jahren immer weniger populär geworden, da sie viel weniger genau sind und außerdem eben erfordern, dass man mindestens 5 cm lange Haare hat.“

 

 

Martin (27) aus Düsseldorf fragt:

 

„Hi Kascha,

ich habe in meinem Homegrow leider einige Samen. Die meisten sammle ich beim Drehen raus, vor allem kleine Samen rutschen mir aber immer wieder durch und landen im Joint. Wenn ich dann beim Rauchen am Samen ankomme stinkt das ganz widerlich und qualmt enorm – das ist natürlich eine starke Beeinträchtigung für das Rauchvergnügen. Hast du einen Tipp, was man tun kann, wenn sozusagen alles zu spät ist und der Samen schon im brennenden Joint ist?“

 

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Martin,

das ist leider ein weit verbreitetes Problem, immer wieder rutscht mal ein Samen durch und landet unbemerkt im Joint. Dann sollte man schnell und entschlossen handeln, um nicht Lungen und Umwelt mit dichtem, stinkendem Qualm zu belästigen. Ich stelle dir hier zwei Lösungsstrategien vor, die ich bei Konsumenten beobachten konnte. Die erste ist die Radikallösung: Man trennt so schnell wie möglich, also gleich bei auffälliger Qualmentwicklung, das glühende Stück ab, so weit, bis man sicher ist, dass der Samen mit weg ist. Wenn er stinkt ist er in der Regel in der Nähe vom oder direkt im Glutbereich. Lösung zwei ist etwas fummeliger, aber rettet mehr vom Joint: Man sucht die qualmende Stelle und fackelt sie gründlich mit einem Feuerzeug ab. Dabei entsteht in der Regel eine kleine Eigenflamme am Joint: Das ist das verbrennende Öl. Wie eine Öllampe brennt der Joint also vor sich hin, bis das Öl aus dem Samen beinahe restlos verbrannt ist. Bei Bedarf mehrmals mit dem Feuerzeug nachzünden, bis sich die Stelle „normal“ verhält. Danach kann man den Joint mehr oder weniger normal und ohne Gestank weiterrauchen.“

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