Mittwoch, 3. Dezember 2014

Atem-Testgerät für Cannabis

Washington State kündigt „Breathalyzer“ an

Foster-4x5 9845bw
Stolz darauf, in die Geschichtsbücher einzugehen. Die scheidende Vorsitzende des Washington Liquor Controll Board, Sharon Foster / Foto: WSLCB

 

„Bitte mal pusten“ gilt bei uns bislang nur für Verkehrsteilnehmer/innen, die im Verdacht stehen, unter Alkoholeinfluss zu fahren. Wer verdächtigt wird, gekifft zu haben, wird weltweit zur Urinprobe oder einem Wischtest aufgefordert. In Washington State, wo Cannabis seit fast zwei Jahren wieder legal ist, wird wohl bald ein Atem-Testgerät zur Bestimmung des THC-Wertes zum Einsatz kommen. Das Gerät wird gerade an der Universität von Seattle entwickelt und soll in Kürze serienreif sein.  Der in Grenzwert in Washington State liegt bei fünf Nanogramm THC pro Milliliter Blut, wobei, anders als bei uns,  nur aktives THC zählt. Abbauprodukte werden gar nicht gemessen.

In Washington State ist die scheidende Vorsitzende des mit der Cannabis-Regulierung betrauten „Liquor Control Board „, Sharon Foster, stolz darauf, die Regulierung von Cannabis auf Evidenz basiertem Wissen umzusetzen. „Wir werden in Geschichtsbücher eingehen. als diejenigen, die es richtig gemacht haben,“ sagte Foster gegenüber der Seattle Times. Die „5ng-Regelung“ ist im Vergleich zur deutschen halbwegs realistisch, müssen doch so wirklich nur Personen mit Konsequenzen rechnen, die auch berauscht hinter dem Steuer saßen.

7 Antworten auf „Atem-Testgerät für Cannabis

  1. Jemand

    Ich gehe jede Wette ein das Deutschland diese Dinger auch bald einsetzt allerdings mit 0ng Grenzwert!
    Wie immer kucken ,,wir,, uns nur das schlechte von den Amis ab!

  2. ganja

    Sollte dieses Gerät richtig funktionieren, wäre es doch gut für alle. Denn hast du nicht gefifft wird diese Ding auch nichts anzeigen und du kannst weiter fahren.

  3. Rage Davis

    Zu den 5 ng/ml sollte man noch dazu sagen, dass die Messungen in den USA im Vollblut stattfinden, und nicht wie hier in Deutschland, im Serum. Im Serum sind die Werte bei gleicher Dosis etwa doppelt so hoch (THC-Menge der Probe bleibt gleich, aber durch entfernen roter und weisser Blukörper sinkt das Volumen der Probe, die Konzentration in [ng/ml] steigt also). In den USA darf man also bis 10 ng/ml im Serum noch Auto fahren, in Deutschland wurde (als „Anpassung“ an die im besseren Messverfahren) ein Cut-off- Wert von 1 ng/ml im Blutserum willkürlich festgelegt, obwohl die Bundesanstalt für Strassenwesen ( BAST) schon vor 20 Jahren herausgefunden hat, dass ein Wert von etwa 4 ng/ml (genauer: 3,8 ng/ml i.S. ZUZÜGLICH Messtolleranz und Konfidenzintervall) im Serum keinen nennenswerte Auswirkung auf die Fahrtauglichkeit (genauer: die Unfallwahrscheinlichkeit) hat.

  4. wibbbel

    Sehr gut, damit gewinnt die Legalisierungsbewegung ein Standbein mehr. Nun hat man eine Lösung um Cannabis in gleicher Weise wie Alkohol zu regulieren.
    Diese umständlichen Blutabnahmen könnten der Vergangenheit angehören – vorrausgesetzt natürlich, wenn man nüchtern am Straßenverkehr teilnimmt, und der Konsum einige Stunden zurückliegt.
    Die Angst ein Opfer der Polizei, oder der Führerscheinstellen zu werden, wären pas­sé.

    Ein Schritt in die richtige Richtung.

  5. Jemand

    Falls das unsre deutschen Behörden interessieren würde hättest du Recht…im Zweifelsfall wird das Ding nur dazu verwendet ob eine akute rogenfahrt vorliegt oder nicht…ansonsten wird alles beim alten bleiben und dein Lappen ist weg wenn du ne hanfpflanze nur schief angekuckt hast!

  6. Sebastian

    Ich finde das sogar ausgesprochen super!
    Wenn das hier die Standardmethode werden würde hätten wir das jetzige Problem nicht mehr. Obschon keine Drogenfahrt vorliegt wird der weit zurück liegende Konsum nachgewiesen und die Verwaltung zieht Dir den Führerschein ein, weil, im Gegensatz zu Wein und Schnapstrinkern, der bloße Konsum von Cannabis natürlich völlig verantwortungslos werden lässt und die Fahrtauglichkeit nicht mehr gewährleistet wird.

  7. Ralf

    Cannabiskonsumenten brauchen diese Testscheiße nicht, denn sie wissen selbst ab wann sie fahruntüchtig sind. Ich würde lieber mal einen Test auf Adrenalin einführen, da könnte man die vielen „nüchternen“ unter Hochspannung und Sreß stehenden Raser und laut Unfallstatistik wahren Verursacher schwerster Unfälle aus dem Verkehr ziehen. Die Olle soll sich ihre von ihr selbst beweihräucherte Geschichte sonst wohin reiben !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.