Freitag, 14. November 2014

THC-Pharm nicht hilfreich

Frankfurter Pharma-Unternehmen kritisiert Evidenz basierte Diskussion über Cannabis

– Ein Kommentar von Michael Knodt

 

am Hanftropf
Hanf-Spalterei

 

 

„Je mehr über Kiffen geredet wird, „desto weniger wird rational über die medizinischen Aspekte diskutiert“.

 

Als ich heute zum zweiten Mal dieses Zitat des THC-Pharm Pressesprechers Holger Rönitz lesen musste, habe ich mich ernsthaft gefragt, was Schildower-Kreis, der DHV oder auch akzept e.V. denn jetzt machen sollen? Sich zurückziehen, weil die Politik jetzt endlich zum Dialog bereit ist? Die Klappe halten, weil es aus taktischen Gründen eventuell die Kostenübernahme THC-haltiger Medikamente beschleunigen würde? Das Feld denen überlassen, die von unkontrollierter Freigabe träumen statt ein Regulierungsmodell auszuarbeiten? Damit das Klischee vom dummen Kiffer auf jeden Fall aufrecht erhalten wird?  Sollen die jetzt sagen: „Sorry, wir nehmen das alles zurück, sagen Gespräche und Diskussionsrunden ab, bis die Kostenerstattung für Dronabinol und Co durch ist?“

 

Die selben Akteure haben es mit jahrelanger Basisarbeit ganz nebenbei geschafft, das Thema Cannabis als Medizin in Politik und Gesellschaft hoffähig zu machen. Genau diese Leute haben Modelle ausgearbeitet, in denen einerseits die Versorgung von Patienten innerhalb des Gesundheitssystems gewährleistet wird, während auf der anderen Seite die repressive durch eine Evidenz basierte Cannabispolitik ersetzt wird. Viele Patienten haben Cannabis zuerst als illegale Substanz kennen gelernt, bevor ihnen das medizinische Potential überhaupt bewusst wurde. Leute wie Jack Herer und Michelle Rainey haben die Menschen in den 1990er Jahren überhaupt erst dazu gebracht, über Cannabis als Medizin zu reden. Als das Thema noch keinen interessiert hat, waren Zeitungen wie das Hanf Journal regelmäßig Plattform für Schwierigkeiten, die THC-Pharm mit Behörden und der öffentlichen Darstellung hatten.

 

Anstatt sich der Evidenz basierten Diskussion über Cannabis anzuschließen, um eine klare Trennung beider Felder zu erreichen, disqualifiziert der Pressesprecher von THC-Pharm genau jene Menschen und Institutionen, die das Anliegen der Firma in all den Jahren unterstützt haben, als Medizinalhanf von den meisten Medien noch als Pseudo Medizin für alternde Hippies abgetan wurde.  Schließlich fordern weder DHV noch der Schildower Kreis oder die „Eltern für die Legalisierung“ eine plumpe Freigabe von Gras für alle, sondern arbeiten seit Jahren an Modellen, die sowohl den Zugang zu medizinischem Cannabis als auch zu Gras für Erwachsene regulieren sollen. Wenn THC-Pharm nicht möchte, dass es nach der Zulassung von Cannabis als Medizin zahlreiche „Schein-Patienten“ gibt, darf man sich der Debatte über eine Re-Legalisierung nicht entziehen und sie schon gar nicht per se als „nicht hilfreich“ disqualifizieren.  Last but not least sind viele Dronabinol-Patienten weiterhin auf den Schwarzmarkt angewiesen, weil die Rezepturarznei ungefähr viermal so teuer wie medizinisches Cannabis in den Niederlanden ist und sehr selten von den Kassen übernommen wird. Ihnen täte eine Re-Legalisierung,  zumindest kurzfristig, besser als dummes Gerede.

 

 

 

 

 

14 Antworten auf „THC-Pharm nicht hilfreich

  1. Anton

    Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr

    Bitte Themenbezug berücksichtigen

    Kommentare sollten sich auf das Thema oder auf den kommentierten Post beziehen. Auf andere Kommentare, die die genannten Aspekte nur streifen oder nichts damit zu tun haben, sollte verzichtet werden. Wir behalten uns im Interesse aller Nutzerinnen und Nutzer das Recht vor, solche Beiträge gegebenenfalls zu löschen.

    Beste Grüße
    Michel
    Agentur Sowjet

  2. Lörn Mit Jörn

    Leider wahr…obwohl ich die Aussage von Herrn Rönitz auch gut nachvollziehen kann, denn er hat mit dieser Aussage ebenso nicht Unrecht.
    Ich befürchte, dass es nicht „DIE richtige Vorgehensweise“ gibt, denn beides (freier bzw.kostengünstiger und leichterer Zugang zum Medikament für Erkrankte vs. bzw. UND die unumstößlichen Vorteile der Legalisierung für die Gesellschaft) sind wichtige Ziele.
    Die Kunst wird sein, beides durch einen „optimalen Mittelweg“ unter einen Hut zu bekommen.
    Wir werden sehen, wie es sich weiter entwickelt. Es ist und bleibt spannend!

  3. Axel Junker

    Für Herrn Rönitz spielen meines Erachtens rein wirtschaftliche Aspekte DIE Rolle, wenn er posaunt, die Legalisierungsdebatte sei (bei) der medizinischen Debatte nicht hilfreich.

    Ein cleveres Kerlchen wie der Rönitz weiß doch genau, dass eine gut regulierte, akzeptable De-Re- oder Entktiminalisierung von Cannabis mit einhergehender Straffreiheit bei Eigenanbau von jeweils 5-6 Pflanzen durch Konsumenten oder Patienten in nackter Konsequenz für die globale Pillen-Industrie Verlust an Pfründen in unbekannter Höhe bedeuten würde…

    Entkriminalisierungstendenzen stören daher nur die Steigerung von Gewinnerwartungen, die aktuell allüberall auf dem cannabismedizinsichen Markt – auch bei THCPharm in Frankfurt – ein Hauch von wie Crystal Meth-gepusht umgibt.

    Da ist sie wieder, die Hand, die nicht gebissen wird, weil Gefüttertwerden weiche Zähne macht.

  4. Ralf

    @Axel Junker

    Kann mich da nur anschließen. Überall kommen sie aus ihren pseudomedizinischen Rattenlöchern gekrochen um sich die Exklusivrechte auf UNSERE Pflanze unter den Nagel zu reißen. Einfach nur widerlich!!!

  5. Axel Junker

    Ich habe weder etwas von „Rattenlöchern“ geschrieben – noch von „unserer“ Pflanze.
    Insofern lehne ich Deinen bekundeten Anschluss freundlich ab, da Du meinen Kommentar offensichtlich nicht – oder aber falsch verstanden hast.

  6. reefermadness

    Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr

    Leider mussten wir Ihren Kommentar auf hanfjournal.de entfernen, da er nicht der allgemeinen Netiquette entspricht. Um ein angenehmes Diskussionsklima zu bewahren, ist die Einhaltung dieser unabdingbar. Bitte halten Sie sich für weitere Kommentare an die allgemeine Netiquette.

    Beste Grüße
    Michel
    Agentur Sowjet

    PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette

  7. Michel

    Hallo Dieter
    Danke für Deinen Hinweis und ja das ist richtig, wir werden das hier mal ausdüngen.
    Hanfige Grüße

  8. Ralf

    @Axel Junker
    Ich habe dich sehr gut verstanden, ist ja auch nicht besonders schwer. Mein Kommentar dagegen bezieht sich auch auf den Text und ein paar Dinge die immer ungenannt bleiben, und ich daher vermute, daß eher du einiges nicht richtig verstanden hast. Zumindest hast du anscheinend nicht wollständig verstanden, um was es in dieser Gesellschaft wirklich und immer wieder geht, nämlich einigen wenigen Privilegien zu verschaffen und Vorteile gegenüber anderen herauszuschinden. Darin sind die einen keinen Deut besser als die anderen.Verstehe das, und auch du wirst die Ratten in ihren Löchern sitzen sehen.

  9. Axel Junker

    Schön, dass Du mich sehr gut verstanden hast. Dann muss ich auch Deine Rattenlöcher-Sichtweise nicht übernehmen oder mich Deiner pauschalen und obskuren Meinung anschließen.

  10. Ralf

    Oh, das ist dir zu pauschal? Das würde ich aber eher zu deinem wenig sagenden Kommentar sagen. Ich kann auch noch konkreter werden, dieser Holger Rönitz ist eine habgierige Ratte, die Angst hat nicht mehr die dicke Kohle alleine abkassieren zu können, wenn Hanf wieder in jedem Garten wachsen kann, und dafür dass unser Leben weiter von den Schergen ruiniert wird um alleine abzukassieren, über Leichen gehen würde. Er ist also eine kriminelle,dreckige Ratte, der ich sofort die Fresse polieren würde, wenn ich die Gelegenheit hätte, ist das jetzt konkret genug ?

  11. Felix

    @Axel Junker:
    Ich bezweifle ebenfalls die rein-philantropischen Beweggründe Holger Rönitz‘ für eine solche Aussage. Wenn man allerdings den Folgekommentar liest, könnte man meinen, er sei im Recht.

    @Ralf:
    Axels Kommentar war durchaus sinnhaft, absolute Sinnfreiheit hast du erst mit dem Beginnen eines Streitgesprächs erreicht. Die Art „Legalisierungsbefürworter“ wie du Einer bist, sind schuld daran, dass die Legalisierungsbewegung von so Wenigen ernstgenommen wird.

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