Samstag, 18. Oktober 2014

Aus der Not geboren

Autor: Kimo

 

„Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mir Gras besser hilft als die herkömmlichen Medikamente“

 

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Hanfanbau ist auch für Cannabis-Patienten illegal, keine Frage. Es gibt aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer mehr Menschen, die zu Hause gezogene Hanfblüten zu medizinischen Zwecken konsumieren. Die Diagnosen dieser illegalisierten Patienten sind vielerlei Ursprungs, sie reichen von AIDS-über  ADS oder ADHS bis hin zum Migräne- oder Glaukom-Patienten, um nur einige zu nennen. Mit dem Einspruch der Bundesopiumstelle gegen das positive Urteil von Günther Weiglein hat es unsere Regierung erneut versäumt, diesen Menschen eine Möglichkeit zu geben, ihre Leiden legal zu lindern. Der Import von Medizinalhanfblüten erweist sich angesichts des unerschwinglichen Preises und der anhaltenden Lieferschwierigkeiten als bessere Lachnummer, die längst überfällige Genehmigung zum Eigenanbau zwingt immer mehr Patienten in die Illegalität. So wie Karsten, der seine Medizinalblüten detailverliebt und akribisch genau anbaut. Mit einfachen Mittel und dennoch erfolg- und ertragreich. Karsten hat den Ablauf seines letzten Durchgangs für unsere Leser dokumentiert und uns sein Grow-Tagebuch zur Verfügung gestellt:

 

 

Liebes Hanf Journal -Team

 

„Ich bin 32 Jahre alt und leide seit meinem 15. Lebensjahr an Morbus Crohn, einer chronischen Darmentzündung. Als ich dann vor 15 Jahren angefangen habe, ab und zu Gras zu rauchen, ist mir aufgefallen, dass der Konsum positiven Einfluss auf meine Krankheitssymptome hat. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass mir Gras besser hilft als die herkömmlichen Medikamente. Seitdem rauche ich täglich ungefähr ein Gramm Gras, wobei ich eigentlich nur spät nachmittags und abends einen Joint rauche. Natürlich rauche ich auch mal ein wenig mehr, wenn ich mit Freunden unterwegs bin, aber um ehrlich zu sein ist es dann nicht nur aus medizinischen Gründen. Ich bin mir der Illegalität meines Treibens wohl bewusst und habe auch einerseits ein mulmiges Gefühl, falls doch mal was passieren sollte. Andererseits bleibt mir aufgrund meiner gesundheitlichen Situation nichts anderes übrig, als meine Medizin selbst zu züchten. So habe ich mir eine kleine Box gebaut, die ich nach Bedarf mit Pflanzen bestücke. Bei einem Monatskonsum von knapp 40 Gramm reichen mir eigentlich zwei Ernten pro Jahr. Ich könnte wegen meiner Krankheit auch einen Ausnahmeantrag bei der Bundesopiumstelle einreichen, aber mein Arzt ist da sehr konservativ. Obwohl er sieht, dass es mir gut tut, möchte er am liebsten gar nichts davon wissen. Und ich möchte auch keine schlafenden Hunde wecken, solange es mir so gut geht wie zurzeit. Ich führe ansonsten ein ganz normales Leben, bin weder Hippie, noch HipHopper noch Hipster und würde mir wünschen, dass ich mich endlich mal mit anderen austauschen könnte, die ihre Medizin auch heimlich ergärtnern müssen. Ich rede nicht drüber, meine Bude riecht nie nach Gras und meine Box hat bislang nur meine Frau zu Gesicht bekommen. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind zwar notwendig, machen aber auch ein wenig einsam. Ich habe meine Ausrüstung deshalb auch online unter falschen Namen an eine x-beliebige Adresse liefern lassen und fahre zum Samenkauf extra ins Ausland. Doch selbst das habe ich versucht einzuschränken, weil ich jedes Mal mein T-Shirt durchgeschwitzt habe, wenn es zurück in die Heimat ging.

 

Die Mama von Allen
Die Mama von Allen

 

Jetzt habe ich neben der Blütebox noch eine Mutterpflanze, die ich immer so lange nutze, bis ich eine Sorte über habe und Lust auf einen Sortenwechsel bekomme. Zurzeit habe ich seit 12 Monaten eine „Jack Flash“ von Sensi Seeds  als Mutterpflanze, die ich wohl noch einen Durchgang nutzen werde. Damit ich einen nahtlosen Übergang habe und die neue Mutter auch noch selektieren kann, werde ich demnächst die „Chemdog“ Seeds einsetzen, die ich vom letzten Ibiza-Trip mitgebracht habe.

 

Der Aufbau

 

Meine Ladies stehen in einer 80 x 80 Zentimeter großen Box, die aufgrund des kleinen Zimmers auch nur 1,80 hoch gebaut werden konnte. Die Box für die vegetative Phase ist gerade einmal 30 x 60 Zentimeter groß und wird mit zwei PC-Lüftern gekühlt, aber das reicht. Die anderen „Eckdaten dieses Durchgangs sind:

 

Leuchtmittel:

Vegetativ: 2 xT5 CFL-Röhre a 36 Watt, 6400k. Nach dem Umstellen in die Blütebox wurde während der ersten 18 Stunden ein 400 Watt Gib-Lightning Metall-Halogen Leuchtmittel benutzt.

In der Blüte: 400 W Osram, circa ein Jahr in Betrieb.

Reflektor: Adjust a Wing mit Cooltube ohne Spreader (Eigenbau nach Anleitung im Hanf Journal).

 

Vorschaltgerät: 400 Watt analog

 

Dünger: GHE Grow-Micro-Bloom für weiches Wasser

 

Zusätze: von Aptus – Regulator, Root- und Topbooster, Humic Acid, Fulvic Acid, Enzyme

 

Lüfter/Filter: 240 Watt LTI mit 300m³/h Carbonactive Aktivkohlefilter und Klimacontroller

 

Medium: Kokos mit ein wenig Perlite

 

Töpfe: 8-Liter Smart Pots

 

1 Osmoseanlage

 

1 Mini-Schwenkventilator

 

Leitungswasser: 0,7 mS/cm²

 

Mischverhältnis mit Osmosewasser: 1:1

 

Ausgangswasser zum Anrühren der Nährlösung: 0,3mS/cm²

 

Ich habe sehr hartes Leitungswasser und habe vor dem Kauf der Osmoseanlage schlechtere Erträge gehabt. Da ich nur ein paar Pflänzchen habe, muss ich die Osmoseanlage nur ein- bis zweimal im Monat anschließen und mir ein paar Kanister auf Vorrat machen. Der pH-Wert ist nach dem Filtern bei 6,0, aber wenn ich dann den Dünger beigemischt habe, liegt er immer um 5,7. In den ersten Wochen gebe ich dann noch ein wenig pH+ dazu, so dass der pH-Wert 6,0 beträgt. In der Hauptblüte lasse ich ihn dann bei 5,7, beim Spülen regele ich ihn dann auf 5,5 runter. Aber eins nach dem Anderen. Am besten ich fange ganz vorne an.

 

 

 

 

Acht Wochen Beet

 

Woche null oder die vegetative Phase

 

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Der Nachwuchs wartet schon

 

Ich schneide die Stecklinge, und achte beim Beschneiden darauf, die Schnittstelle nicht lange der Luft auszusetzen, indem ich die Stecklinge in ein Glas Wasser stelle. Danach tauche ich die Stiele in eine Bio-Bewurzelungshilfe und stelle die Babys in EazyPlugs in ein Mini-Gewächshaus mit geschlossenem Deckel. Die Mutterpflanze versuche ich kompakt zu halten, indem ich nach dem Beschneiden auch mal ein paar dicke Triebe entferne. So bleibt die Lady schön kompakt, auch wenn sie schon ein paar Monate steht. Das Gewächshaus mit den fertigen Stecklingen steht zuerst im Schatten der Mutterpflanze, nach zwei Tagen setze ich es dem 75 Watt CFL Licht direkt aus und schiebe die Deckelchen langsam auf, jeden Tag ein wenig weiter. Nach sechs bis acht Tagen bekommen die unteren Blätter leicht gelbe Ränder, für mich das Zeichen, dass die Wurzeln bald sichtbar werden. Sobald die Wurzeln nach zehn bis zwölf Tagen zu sehen sind, mache ich den Deckel ab und schaue, ob die Pflanzen das trockenere Klima vertragen. Alle, die nach einer Stunde ohne Deckel gut aussehen, werden in 7 x 7er Töpfe umgetopft und sind meine erste Wahl für die Blüte. Sollten mal ein oder zwei Damen die Köpfe hängen lassen, bleiben sie im Gewächshaus, der Deckel kommt wieder drauf und diese Ladys sind dann meine „Auswechselspielerinnen“, falls sich eine meiner Favoritinnen doch als zu schwach erweisen sollte.

Leide fliegt die Besetzung meiner Ersatzbank oft in den Müll, weil ich keinen Grower außer meiner Wenigkeit persönlich kenne. Danach stehen die Stecklinge unter der CFL-Leuchte, bis die Wurzeln aus den kleinen Töpfen ragen. In der ersten vegetativen Woche sprühe ich viel mit klarem Wasser und gebe ganz wenig Dünger und Startbooster, der Ec-Wert liegt bei 0,8, der pH-Wert bei 6,0.

Die Bewurzelungsrate meiner Stecklinge beträgt annährend 100 Prozent. Ich stelle aber nicht gerne zu viele in die Blütekammer, weil ich es nicht mag, wenn es so eng ist. Darunter leiden Klima und Luftzirkulation, zwei der Hauptfaktoren für erfolgreiche Ernten. Deshalb wähle ich mir immer die fünf bis zehn schönsten Ladys aus meinen Steckis und töte den Rest gezwungenermaßen. Ich muss auch die Mutterpflanze regelmäßig beschneiden, um die Triebe dann wegzuwerfen anstatt sie einzutopfen. Die produziert einfach mehr, als in die Mini-Kammer passt und erst recht mehr, als ich in meine Blütebox stelle.

Weil ich meine Frischluft direkt von draußen ziehe, habe ich sie mit einem Pollenfilter geschützt und nutze im Winter eine Heizmatte für den Wurzelbereich der vegetativen Kammer, wo es ansonsten unter 20 Grad hätte, weil die Box fast am Boden steht.

 

Die Kleinen sind jetzt fast 20 Zentimeter hoch und die Wurzel ragen unten aus den Teku-Töpfen. Jetzt ist es Zeit für den Umzug in die Blütekammer. Ich topfe die Hanfdamen in 8-Liter Smartpots mit Kokossubtrat und Perlite um und stelle sie in meine Box. In der Fassung des Adjust-a-Wings steckt noch ein Wachstumsleuchtmittel, weil ich die „Jack Flash“ erst bei einer Größe von 25 Zentimetern blühen lassen will und ihnen auch noch zwei oder drei Tage gönnen will, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, bevor der Blütestress los geht.

 

 

Woche eins

 

Nach weiteren drei Tagen haben die Pflanzen noch fünf Zentimeter zugelegt und fühlen sich anscheinend so wohl, dass ich die Zeitschaltuhr auf den 12/12 Stunden Blührhythmus umstellen kann. Der Abstand von 25 Zentimetern der Pflanzenspitzen zur Lichtquelle ist bei meiner 400 Watt Lampe unter Glas ausreichend, muss aber besonders in den ersten drei Blütewochen täglich kontrolliert und notfalls nachjustiert werden. Denn einerseits sollen die Spitzen nicht verbrennen, andererseits bedeutet jeder gewonnene Zentimeter Tiefenwirkung mehr Licht und somit mehr Gewicht. Ich dünge die Pflanzen immer noch ganz leicht nach Wuchsschema. Bereits nach zwei Tagen beschleunigen die Ladys ihr Wuchstempo immens und ich muss die Lampe im Laufe der Woche zweimal höher hängen. Blütenansätze sind noch nicht zu sehen.

 

 

Woche zwei

 

Aufgrund des beschleunigten Wuchses brauchen die Ladys jetzt auch mehr Nahrung. Ich nutze einen Drei-Komponenten Dünger in Verbindung mit den erwähnten Aptus Zusätzen nach Anleitung: Ein Teil „Grow, zwei Teile „Micro“ und drei Teile „Bloom“, bis der Ec-Wert 1,2 mS/cm² beträgt. Die von mir benutzten Aptus-Zusätze gehen auch nicht auf den EC-Wert, so dass ich mir sicher kein kann, dass das NPK-Verhältnis des Düngers nicht durch die Booster durcheinander gebracht wird. Darauf wird in der Werbung für NPK-haltige Booster oder Stimulatoren (Sorry Hanf Journal 🙂 ) leider nie hingewiesen. Da die Erde aus dem Growshop an sich schon Nährstoffe enthält, dünge ich in den ersten vier Wochen nur bei jedem zweiten Gießvorgang, wobei ich ungefähr alle zwei bis drei Tage gieße. Die Intervalle sind auch vom Stadium und der Außentemperatur abhängig. Am neunten Tag sehe ich dann erste Blütenansätze, doch auch nach oben legen die fleißigen Hanfdamen jetzt bis zu fünf Zentimeter am Tag zu. Zuerst bemerke ich keinen Unterschied, doch ab dem 10. Blütetag kann ich an den Stielansätzen erste kleine Härchen als Vorboten der Blütebildung entdecken.

Jetzt nehme ich im unteren Bereich, an den später sowieso kein Licht mehr kommen wird, bis auf eine Höhe von 25 Zentimetern alles Grün weg. Das erleichtert die Ernte und steigert den Ertrag, weil es weniger kleine Buds gibt, die restlichen dafür ein wenig größer werden.

 

 

Woche Drei

 

Noch zwei Tage später werden die ersten Knospenansätze sichtbar, jetzt wächst und blüht die Pflanze gleichzeitig. Ich passe den Dünger an (1,7 mS/cm²), regele den pH-Wert jetzt auf 5,7 und hoffe, dass meine Untermieterinnen trotz einer stattlichen Höhe von fast 75 Zentimetern am Ende der dritten Woche später nicht noch herunter gebunden werden müssen. Schließlich habe ich nur Platz für maximal 115 Zentimeter hohe Pflanzen: Die Box ist 1,80 hoch, Lampe und Filter brauchen 40 Zentimeter beim Aufhängen, 25 Zentimeter beträgt der Mindestabstand zu den Tops: Bleiben 115 Zentimeter für die Damen übrig. Aber ich kenne meine „Jack Flashs“ ziemlich gut und bin guter Dinge, dass ich bei 75 Zentimetern am Ende der dritten Woche gerade so hinkomme. Doch zur Sicherheit spanne ich auf 70 Zentimeter Höhe ein flexibles Pflanzennetz. Das stützt die dicken Tops gegen Ende des Grows und könnte noch behilflich sein, Pflanzen runter zu biegen oder zu binden.

Haben die Pflanzen in den ersten beiden Wochen noch einen Liter pro Gießvorgang bekommen, so sind es jetzt schon eineinhalb. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei maximal 50 Prozent, die Temperatur beträgt schon seit dem ersten Tag stabile 28 Grad Celsius. Ich kontrolliere jeden Tag die Blätter und reagiere auf kleinste Veränderungen. Mit Schädlingen hatte ich schon öfter mal zu kämpfen, doch die werde ich mit Nützlingen und Neem immer schnell los, seit einem halben Jahr hatte ich keine Fraßfeinde mehr zu Gast. Bilden sich so genannte Adlerkrallen, also biegen sich die Blätter trotz ausreichender Bewässerung nach unten und sehen schlaff aus, ist das ein Zeichen von Überdüngung. Als Gegenmaßnahme spüle ich dann mit klarem Wasser mit einem 5,5er pH-Wert, bis die Pflanzen wieder gesund aussehen. Unterdüngung sieht man an verschiedenen Mangelerscheinungen der Blätter – bei Stickstoffmangel bekommen sie zum Beispiel Rostflecken, die in der Blattmitte anfangen. Aber alle Mangelerscheinungen können auch ein Transportproblem sein, das heißt, die ausreichend im Medium vorhandenen Nährstoffe können aufgrund nicht optimal entwickelter Wurzeln, einem falschen pH-Wert oder zu großer Hitze oder Kälte nicht an ihren Bestimmungsort transportiert werden. Wenn man Spezialdünger sowie Spezialerde nutzt, tritt eine Unterdüngung jedoch so gut wie nie auf, die meisten Nährstoffmängel lassen sich auf andere Ursachen zurückführen und sind einfach hausgemacht.

 

Woche Vier

 

 

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Das Stütznetz

 

Ende der vierten Woche haben die Pflanzen endlich aufgehört sich zu strecken. Sie sind jetzt 100 -110 Zentimeter hoch und ich bin froh, dass ich keine biegen oder binden musste. Eine Nachzüglerin ist nur 70 Zentimeter hoch. Die musste ich auf einen Topf stellen, damit sie auch genug Licht abbekommt. Die ist dafür verzweigter und kompakter als der Rest. Das passiert immer wieder mal, obwohl die Stecklinge alle von derselben Mutter kommen. Bei einer Hanfdame sind mir ein paar Blattspitzen verbrannt, die unbemerkt zwei Tage lang genau im Hotspot standen. Ich versuche zwar, den Hotspot mithilfe eines kleinen Ventilators „wegzublasen“, das geht aber aufgrund des sehr begrenzten Platzes nur bedingt, eigentlich bräuchte ich zwei Ventis oder einen größeren. Ich habe den Topbud dann einfach in ein anderes Quadrat des Stütznetzes gesteckt und das Hotspot-Problem so beseitigt. Der Ec-Wert liegt jetzt bei 2,2ms/cm², der pH-Wert weiterhin bei 5,7.

 

 

Woche fünf

 

Leichter Sonnenbrand in der fünften Woche
Leichter Sonnenbrand in der fünften Woche

 

Jetzt fangen die Blüten an, an Umfang und Gewicht zuzulegen. Für mich als Gärtner gibt es nicht mehr viel zu tun außer zuzuschauen und ab und an zu gießen. Ich senke den Ec-Wert jetzt auf 1,8 mS/cm², gebe jedoch nur noch ganz wenig der „Grow“-Komponente dazu, weil die Damen jetzt vornehmlich Kalium und Phosphor brauchen. Ab jetzt dünge ich auch bei jedem Gießvorgang, da die Nährstoffe im Medium aufgebraucht sind und meine Damen doch ziemlich hungrig sind.

 

 

Woche sechs

 

Die letzten drei Blütewochen: Es gibt keine schönere Zeit für einen Cannabiszüchter als die Zeit, in der die Früchte reifen. Kleine kosmetische Veränderungen und Behandlungen und die Ernte steht vor der Tür. Ich senke den pH-Wert jetzt schon auf 5,5, sobald ich ersten rot-braunen Härchen sehe. Ab Mitte der sechsten Woche senke ich den Ec-Wert auf 1,6, weil ich auf keinen Fall Düngerreste konsumieren möchte und sich im Medium sowieso ausreichend viele Nährstoffe angereichert haben.

 

 

Woche sieben

 

Jetzt gebe ich nur noch ein wenig Huminsäure ins Gießwasser, was das Auswaschen der Düngerreste unterstützt und dem Weed ein erdiges Aroma verleiht. Spülen, spülen, spülen – bis das Wasser wieder aus den Töpfen rinnt. Der pH-Wert liegt bei 5,5, der Ec-Wert bei 0,3. Die Tops werden dunkler, die Blätter heller. Die Pflanzen reifen sehr schnell und triefen vor Harz, während sich als Zeichen eines gesunden Pflanzenmetabolismus die Blätter langsam gelblich färben. Ich schaue mir die Buds mit dem Mini-Mikroskop an und sehe, dass sich die ersten Tröpfchen auf den Trichomköpfen bereits milchig färben. Noch knappe zehn Tage, dann ist es soweit.

 

 

Woche acht

 

...werden immer dicker
…werden immer dicker

 

 

Das Ausreifen dauert doch noch ein paar Tage länger, aber ich kann’s abwarten, gerade so ;-). Ich spüle weiter, schaue mir die Buds genau an und harre der Dinge.

 

Woche neun

 

Am 59.Tag fallen die ersten drei Damen meiner Knippzange zum Opfer, einen Tag später ist der Rest dran. Zuerst entferne ich die großen Blätter.  Bevor ich mich dem Feintuning widme, räume ich die Box auf und mache sie sauber, schließlich wartet der Nachwuchs schon auf seinen Stellplatz. Nach dem Beschneiden habe ich nie Lust noch aufzuräumen und lasse den Dreck vielleicht auch mal liegen. Deshalb zwinge ich mich, während der Ernte aufzuräumen. Das ist wie mit dem Kochen und dem Spülen.

Die geernteten Pflanzen hänge ich am Stück kopfüber in die dunkle Box, die Schnittreste stehen in einer Schale darunter. Die Abluft regele ich auf 50 Prozent runter, damit das Weed nicht zu schnell trocknet, das wäre ungünstig fürs Aroma.

 

 

Die Ernte: Sehr ordentlich

 

Nach dem zweiwöchigen Trocknungsvorgang hängen ungefähr 30 Gramm an jeder Pflanze, die Nachzüglerin hat dann doch nur 20. Das High der „Jack Flash“ ist was für Leute, die regelmäßig rauchen, der Indica Anteil ist zumindest in der Wirkung relativ dominant, auch wenn der Geschmack eine klare Jack Herer Note aufweisen kann. Mir verschafft es auf jeden Fall Linderung, ohne mich schlapp oder zu breit zu machen. Aber ehrlich gesagt muss es bei mir nicht „die eine“ Sorte sein. Ich hatte noch kein Gras, das, mit Liebe gezüchtet, mir nicht geholfen hätte. Egal ob Sativa, Indica oder Sandica. Ich weiß auch gar nicht, wie hoch mein THC- oder CBD-Gehalt ist. Ich weiß nur, dass alles, was ich bislang gegrowt habe, mein Morbus Crohn erträglich macht und mich fit hält.

 

So, das war mein Grow, ich grüße die Leser/innen da draußen. Haltet die Ohren steif, lasst Euch nicht unterkriegen und macht es wie ich, wenn Ihr in gesundheitlicher Not seid.“

 

Diesem Aufruf kann ich mich leider nicht anschließen, denn auch Karsten macht sich trotz seiner Notlage strafbar. Der Anbau von Hanf oder auch nur die Aufforderung zum Anbau sind eine Straftat, weshalb wir Euch dringend warnen müssen, es dem Morbus Crohn Patienten Karsten gleich zu tun. Bei uns gilt: Nur anschauen, nicht nachmachen.
 

 

4 Antworten auf „Aus der Not geboren

  1. Juergen

    Sehr gute gemacht.

    Diesem Aufruf schließe ich mich voll an, denn Karsten macht es richtig, die Gesundheit hat oberste Priorität, es besteht keinerlei Veranlassung die Pflanze weiterhin zu verbieten und die Kranken zu verfolgen.

    Der Anbau von Hanf oder auch nur die Aufforderung zum Anbau sind keine Straftat!

    Ich will Euch dringend warnen vor den Manipulationsversuchen der Prohibitionisten, sie dienen nicht dem wohl der Menschen, nein sie dienen dem Leid und dem Sklaventum, ja der Unterdrückung und der Folter.

    Cannabis ist reinste Medizin, nichts weiter, wer weiterhin Cannabis verbieten möchte ist ein Anti-Christ.

    Bei mir gilt: Die Natur ist nicht nur zum anschauen, nein, sie ist zum mitmachen und erleben.

  2. Ralf

    Ich sag`s noch einmal, diesmal hoffentlich etwas verständlicher:
    Soldaten sind Mörder !
    Kurt Tucholski

    Fuck the Army
    nicht nur Ralf

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