Sonntag, 24. August 2014

Das war die Hanfparade 2014

Eindrücke aus dem Zentrum der Macht

 

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Auch dieses Jahr kann die Hanfparade mit fast 7.000 Teilnehmenden wieder auf eine der größten Demos des Jahres in der Hauptstadt zurückblicken. Bereits beim Start am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof konnten die Veranstalter des Jakis e.V. über 5.000 Menschen zählen, die lautstark die Legalisierung von Cannabis forderten. Nachdem sich der beeindruckende Zug in Bewegung gesetzt hatte, schwoll die Zahl der Mitlaufenden schnell auf über 6.000 Menschen an.

 

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Einige wie Max Plenert vom DHV nutzen die Parade als Familienausflug

 

Im Zuge von zwei Zwischenstopps vor der Bundeszentrale von Bündnis90/Die Grünen und dem Sitz der Bundesdrogenbeauftragten erinnerten die Rednerinnen und Redner an die bigotte Rolle der Grünen sowie die fehlende Fachkompetenz der CSU-Drogenbeauftragten Marlene Mortler in Sachen Cannabispolitik. Zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor ließen sich die mittlerweile fast 7.000 nicht von einem kurzen, aber sehr heftigen Schauer davon abhalten, das Nutzhanfareal sowie das bunte Abschlussprogramm zu genießen. Zahlreiche Vereine und Organisationen wie der Deutsche Hanfverband (DHV), das Hanfmuseum, die European Industrial Hemp Association (EIHA), die Kölner Dampfparade, der Münchner Hanftag und die Organisatoren vom Jakis e.V  boten Informationen über die verbotene Pflanze an, deren mannigfaltiges Potential an den liebevoll hergerichteten Ständen in all seinen zahlreichen Facetten präsentiert wurde.

 

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Erst der schweißtreibende Einsatz des Orga Teams macht die Hanfparade möglich

 

Für Patienten bot ein von den Blicken der Öffentlichkeit abgeschirmtes Areal die notwendige Rückzugsmöglichkeit, die zahlreiche Anwesende mit Ausnahmegenehmigung auch intensiv zur Einnahme ihrer Medizin sowie zum Erfahrungsaustausch nutzen. Auf der Dinafem Bühne rockten Uwe Banton und Ganjaman, D-Flame, Martin Jondo, Götz Widmann ferat. Billy Rückmann und zahlreiche andere Künstler die Menge, die bis zum Schluss der Veranstaltung fast vollzählig ausharrte und zwischen Brandenburger Tor und Bundestag eine süßlich duftende, riesengroße Party feierte. Begleitet wurde das musikalische Programm von zahlreichen Rednern, darunter auch Günther Weiglein, einer der ersten drei Patienten in Deutschland, die eventuell in Zukunft Cannabis anbauen dürfen. Weshalb eventuell? Wie uns Günther Weiglein am Rande der Hanfparade mitteilte, rechnen er und sein Anwalt damit, dass das Bundesgesundheitsministerium gegen das Urteil in Berufung geht. Das hieße, der Fall würde dann vor dem Bundesverfassungsgericht entschieden. Doch selbst dieser kleine Wermutstropfen konnte der positiven Aufbruchsstimmung, die sich in den weltweiten Fortschritten bei der Cannabispolitik begründet, keinen Abbruch tun. Die Ordnungshüter hielten sich, wohl auch angesichts der zahlreichen Patienten und der riesigen Teilnehmerzahl, vornehm zurück. Wer nicht gerade mit einer dicken Tüte oder einer qualmenden Bong direkt an einer Beamtin oder einem Beamten vorbei geschlichen ist, hatte auf der Hanfparade 2014 wenig zu befürchten.

 

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Auch die Quadriga erstrahlte an diesem Abend in Grün

 

Nach der Party feierte die Hanfgemeinde dann gleich an zwei Orten bis in den frühen Morgen: Im Yaam lud Ronny Trettmann ein, während im Berliner Kilimandscharo-Club viele Reggae-Künstler die Afterparty von Exzessiv das Magazin zelebrierten. Zusammen mit Ganjaman, dem Shalamanda Sound System, AlDubb, Jimmy-I-Muze&Lisa, Lion’s Den und dem Irielandsound feat. Roots Rakete wurden exzessive „Vibes 2 legalize“ bereits zum achten Mal bis weit nach Sonnenaufgang verbreitet. Wir sehen uns 2015, dann hoffentlich mit einer fünfstelligen Teilnehmerzahl.

3 Antworten auf „Das war die Hanfparade 2014

  1. Surak

    Angesichts all dieser Musiker, die ich zum Teil nicht mal dem Namen nach kenne, stellt sich mir die Frage warum man keine Hanfparade Musik CD oder gleich ein ganzes Album herausbringt in einer nicht profitorientierten Form, deren Verkaufserlös dem Hanfparadebudget weitestgehend gutgeschrieben wird. Also keine schrottige Live-Aufnahme der Monitorboxen mit schlecht ausgesteuertem Publikumsgejohle, sondern einfach nur zumindest die besten Titel der Interpreten in der Reihenfolge ihres Auftritts in sauberer Studioqualität. Mancher Teilnehmer würde sich das sicher gerne als Erinnerung kaufen – vielleicht mit ausführlichem Booklet in Hanfpapier-Ausführung oder gar als kultige Vinylscheibe im Hanfkarton-Cover? Die urheberrechtlichen Kleinigkeiten sollten sich doch mit Leichtigkeit aushandeln lassen für so eine gute Sache: Idee?

  2. Wolfgang Neuss

    Ich war auf jeder Hanfparade! (Ausnahme die 11 te 2007). Mich hat genervt, das ganz vorne der reinste Schweigemarsch war. Keine Stimmung, keine Sprüche nix. Und was mich auch nervt ist das die nervigen Jungen Liberalen (um nicht bessere Attribute zu verwenden) wieder ganz vorne waren als wäre es ihre Privatdemo. Nerven mich diese Kapitalisten.
    Haschisch erlauben, Plutonium verbieten.

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