Donnerstag, 7. August 2014

Wir legalisieren – Und Du?

Beitrag von Steffen Geyer

 

hanfparade-wir-legalisieren-und-du-berlin-august-legalisierung-demonstration

 

Ein Raunen geht um in Deutschland… Allerortens sammeln sich jene im Licht des hellen Tages, die man Jahrzehnte stets in dunklen Ecken vermutete. Stimmen werden erhoben, schwach und kratzig noch nach schier endlosem Schweigen, doch ihre große Zahl macht sie trotz allem hörbar. Vom Nordseestrand bis an den Bodensee tönt ein „Wir legalisieren“ durchs Land.

 

Die Zeit ist reif für ein Ende des Hanfverbotes – Nicht weil die PolitikerInnen eine erleuchtende Bewusstseinsveränderung gehabt hätten, sondern weil wir CannabisfreundInnen und Prohibitions-doof-finderInnen endlich den Arsch hoch kriegen. Noch nie gab es in Deutschland so viele Legalisierungsaktive. Noch nie wurde landauf landab derart flächendeckend „Jetzt reicht’s! Dann machen wir das eben selber!“ gesagt. Noch nie in mehr als vier Jahrzehnten BtMG war der Widerstand gegen Führerscheinentzug, Haftandrohung und soziale Ächtung so vielgesichtig und so bunt.

 

Ja, wir haben es in der Hand. Die Legalisierung von Cannabis ist kein ferner Traum mehr, sondern wird Tag für Tag greifbarer. Colorado, Washington und 25 Medical Marijuana States, Uruguay, Spanien, Portugal, Belgien, Tschechien, die Schweiz… Was vor wenigen Jahren noch undenkbar schien, wird in der Welt Anno 2014 einfach ausprobiert. Und das mit ganz unterschiedlichen Modellen: Von der zögerlichen Entkriminalisierung durch vereinfachte Bußgeldverfahren bis zum staatlichen Hanfhandelsmonopol, vom Eine-Pflanze-pro-Patient-Eigenanbau bis zum gigantomanischen Cannabis-Walmart-Store wird anderswo munter mit Legalisierung experimentiert. Jeder Cannabis-Steuerdollar, der in den Taschen des Kämmerers von Denver landet, klingelt auch in Schäubles Ohr. Jeder hanffreundliche Artikel in der Apothekenumschau zieht Menschen mit Argumenten auf unsere Seite. Selbst in Nachmittagssoaps machen kiffende Protagonisten inzwischen „Boden gut“, den Mortler, Thomasius und der Rest der „aber die Kinder“-MahnerInnen mit ihren Einstiegsdrogenlügen nie wieder zurück erobern werden. Die Zeit des Hanfverbots geht stetig ihrem Ende zu. Jeder Tag, der vergeht, ist einer, an dem wir Legalisierer gewinnen.

 

Und doch… Weit zahlreicher noch als die bereits aktiv Gewordenen sind die, die zögern. Viel glaubt Mancher mit „Kopf unten halten und bloß nicht auffallen“ bewahren zu können. Die Angst vor dem ungewollten Kiffer-Outing ist stark. Das Gefühl „wenn ich nichts mache, wird wir auch nichts passieren“ ist indes trügerisch – sechsstellig ist die Zahl der jährlichen Cannabisdelikte. Alle drei Minuten klicken hierzulande wegen Cannabis Handschellen. Und hinter jedem Eintrag in das „Lagebild Rauschgift“ steht ein menschliches Schicksal. Ein Sohn oder eine Tochter, ein Vater mit grünem Daumen oder ein Patient mit klammem Geldbeutel. Ein Kollege, ein Bekannter, ein Freund – wenn die Einschläge näher kommen oder der Prohibitionsapparat wie zum Beispiel zuletzt im Rahmen von Growshopdurchsuchungen die große Keule schwingt, spüren wir, dass der Kampf bei aller Euphorie trotz 18 GMM-Events, trotz dutzender Social Club-Petitionen, trotz DHV-Million (noch) nicht gewonnen ist.

 

Die Hanfparade am 9. August 2014 wird uns nicht die Legalisierung bringen. Aber das muss sie auch nicht. Was sie kann und wird, ist der neuen Kraft der deutschen Hanfszene ein Gesicht zu verleihen. Mit einer fünfstelligen TeilnehmerInnenzahl wird sie nach außen sichtbar machen, was viele spüren und „wir“ schon wissen. Es ist an uns, den frischen Hanfwind von „Übersee“ einzufangen und wir sind entschlossen, das träge Schiff Deutschland zu neuen Ufern zu führen. Gemeinsam können und werden wir das schaffen, was allzu lange unerreichbar schien: Die vollständige Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel. Die Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer von vier Jahrzehnten Drogenkrieg. Das Ende der Prohibition und den Anfang von Qualitätskontrolle, Jugendschutz und Risiko minimierender Prävention.

 

Wir laden alle, an einer Hanffreigabe Interessierten dazu ein, in Berlin mit uns „Grünes Licht für die Legalisierung“ zu geben.

12 Antworten auf „Wir legalisieren – Und Du?

  1. kris

    letztes jahr war geil! dieses jahr wird geiler! und wir kommen dieses mal nicht nur zu zweit, sondern mit 6-8 leuten, die hälfte davon vom anderen ende deutschlands und zwei aus norwegen! gibt es da einen ehrenpreis für die weiteste anreise? =D

  2. Sternsch I. Gard

    Jupp, du gewinnst eine FAhrt im MAnnschaftsbus der blauen Spaßvögel und darfst das Martinshorn blasen! 😉

  3. hemp it

    Der ist aber geil geschrieben der Text!
    Wir gründen in DE einen „privaten“ Cannabis-Social-Club,
    in dem wir geprüfte Ware untereinander tauschen können.
    Die medizinisch Bedürftigen werden zu moderaten Preisen grundsätzlich zuerst versorgt.
    Man, das muss doch möglich sein!
    Was wäre wohl, wenn unser Club dann nach einem halben Jahr schon 500.000 Mitglieder (verschlüsselte Mitgliedschaft) hätte.
    Die Anzahl der Cannabis-Konsumenten in DE ist so hoch, dass Hanf nur darum noch verboten ist, weil wir uns aus Angst vor Strafverfolgung nicht outen und uns noch nicht richtig vernetzt haben.
    Könnten wir das aber irgendwie und effizient tun, wären wir alleine von der Anzahl der Menschen eine eigene Bevölkerungsgruppe, die man aufgrund der „wirtschaftlichen Kraft“ nicht mehr ignorieren wird.
    Es ist zwar nur eine Frage der Zeit, aber es dauert trotzdem zu lange.
    ZU LANGE HABEN SIE UNS MIT DER HANF-PROHIBITION FÜR BLÖD VERKAUFT! legalize now!

  4. reefermadness

    Die Legalisierung von Cannabis ist kein ferner Traum mehr, sondern wird Tag für Tag greifbarer. Colorado, Washington und 25 Medical Marijuana States, Uruguay, Spanien, Portugal, Belgien, Tschechien, die Schweiz!
    Ja wunderbar,endlich!
    Ein Raunen geht geht durch Holland!! Wieso denn in die Ferne schweifen ihr Deutschen???
    Schon mal was von Holland=Nederland gehört ?? NÖ oder??
    Über 30 Jahre läuft es da prima in bezug auf haschisch und cannabis!!
    Man würde sich als deutcher ja einen zacken aus der krone brechen wenn man deutschland mit holland vergleicht,,da liegen die vergleiche mit Colorado, Washington und 25 Medical Marijuana States, Uruguay, Spanien, Portugal, Belgien, Tschechien, die Schweiz,ja näher!!! hrhrhr

    mfg
    ps,, wünsche viel spass auf der kommerzialisierten love and peace parade und einen internationalen presserummel bei den revolutionären reden vor dem gesundheitsministerium kriegsministerium und der bunten grünen zentrale!

  5. Lars Rogg

    Ihr legalisiert und die Bullen haben ihren spass…ihr scheint eure eigenen Artikel zu ignorieren!!!

  6. west

    Warum finden immer noch diese kontraproduktiven Demos wo jeder Normalo seine Vorurteile bestätigt sieht wenn die verpeilte Kifferhorde an ihm vorbeizieht ?
    Und wieso zur Hölle dürfen DHV und Grüne/Linke/Piraten auf der Parade um Geld/Stimmen werben ??
    Man sollte den Herrschaften nicht auch noch eine Bühne geben auf solchen Veranstaltungen, der eine oder andere Jungatze könnte am Ende noch auf das Schmierentheater hereinfallen…

    Von dem korrupten Parteiengesindel erwartet ja niemand mehr was, aber der Georg gehört einfach nur noch geschlagen, kürzlich haben wir ihm sogar eine Million besorgt und er macht
    wieder nix daraus, Hanfpartei auch weiterhin nicht geplant – ein Trauerspiel ohne Ende. Er macht jetzt seit über 12 Jahren brav den Job als Stimmenfänger für seine grünen Parteifreunde, deshalb hat er trotz zahlreicher Bitten nie eine DHP gegründet.

    Mit so Nasen wie Wurth Knoth und Geyer an der Legalizerfront wird die Sache eher verzögert als beschleunigt, und Hanfmedien wie das HJ unterstützen den Crap auch noch. Man kann sich wirklich nur noch mit Grausen abwenden von der kompletten Szene.

    Schluss mit Geschwafel, die Bewegung muss endlich erwachsen werden deshalb Hanfpartei jetzt!
    Wenn Georg zu lame ist um es durchzuziehen soll er halt fähige Leute suchen und denen das nötige Kapital zur Verfügung stellen, er ist auf jeden Fall in der Pflicht als Hanfmillionär.

  7. Lars Rogg

    Wenn man bedenkt das bei der letzten Wahl 60% der abgegeben Stimmen für die CDU/CSU(also Merkel, Mortler, Seehofer und co) waren, und im Vergleich nicht mal 20.000 von 4 Millionen Konsumenten auf einer „Pro Hanf Demo“ mitmarschieren, glaube ich nicht das die deutschen Kiffer und Sympatisanten die Eier hätten eine Hanfpartei zu wählen. Denn dazu müßte man Sonntags aus dem Haus gehen. Wären die Wahlurnen an der nächsten Tanke, wäre die Beteiligung unserer Kiffergemeinde doppelt so hoch-wetten!?! Wenn in der letzten Wahl wenigsten die Linken einen Nennenswerten Erfolg eingefahren hätten, wäre ich durchaus optimistisch, dass deutsche Kiffer nicht nur noch wixend und zockend auf dem Sofa rumlungern. Ich denke das deren Programm momentan der Gesinnung eines friedfertigen, sozialen Kiffers am nächsten kommt (in der Oposition !!!!) und trotzdem haben die grade mal +-10 %. Ein Armutszeugnis der Extraklasse!!!
    Eine Hanfpartei hat per definition nur ein Hauptthema: Kiff für alle!! Das ist schön, nur es löst keines der anderen Problem in unserem tollen Land. Wenn man also sonst keine Lösungen für die anderen Themen an zu bieten hat, und das nicht nur Innenpolitisch, dann bringt uns eine Hanfpartei einen feuchten Dreck. Selbst wenn wir dauerbekifft in der Ecke liegen, leben wir ja nicht auf einer Insel der Glückseligkeit-die Realität packt uns irgendwann an den Eiern, ob es uns gefällt oder nicht.
    An alle die eine Hanfpartei von Anderen fordern, versucht mal zwei Dinge auf die Reihe zu bekommen-unbekifft:
    1. Versucht doch mal ein komplettes Wahlprogramm zu Papier zu bringen, Innenpolitik und Aussenpolitik. Mit Wirtschaftsprogramm, Sozialprogramm, Sicherheitspolitik, etc…also alles was der gemeine Mensch zum Überleben benötigt.
    Das ist, meiner armseligen Meinung nach, schon eine echte Herkulesaufgabe, die ich nicht meistern könnte. Sei es auf Grund mangelnder Bildung, Wissen und Erfahrung in politischen Dingen…
    2. Bringt doch mal nur 5% unserer begeisterten Kifferfreunden dazu dieses Wahlprogramm dann aufmerksam und konzentriert zu lesen und dann auch noch diese Partei zu wählen. Wer von euch hat schon mal ein Wahlprogramm gelesen??OK, Ralf trau ich das zu, der ist nicht nur seltsam sondern wirkt auch sehr belesen-wenn nicht seine fehlgeleiteten Aggresionen wären…politisch sehr unkorrekt!! Aber wie viele von unseren benebelten Freunden würden sich so einer langweiligen Tätigkeit hingeben??? Sorry, auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche, ich glaube nicht an den deutschen Wähler und an die Solidarität der Kiffer unter uns, schon gar nicht. Wenn das jemand anders sieht, dann korrigiert mich bitte- ich lerne wirklich gerne dazu, aber mit dem realitätsfremden Träumen hab ich schon vor Jahren aufgehört…

  8. papa

    Hi Leute
    ich bin bei jeder Petition dabei. Mit Namen und Anschrift.
    Aber solange die Leute angst haben und sich dem nicht stellen ist denen da oben bewusst
    dass sie so weitermachen können.
    Im TV gewinnt unser Anliegen und wenn um nie Petition geht will sich keiner eintragen weil 90% schiss haben sich einzutragen.
    Wenn alle, wirklich alle die dem netten Grün fröhnen sich bei der letzten Petition eingetragen hätten und sich nicht wegen seinen “ Daten “ in die Hose gemacht hätten wäre mit Sicherheit alles bereits anders.
    Denkt mal darüber nach.

  9. papa

    Hab was vergessen,
    3.000000 Stimmen innerhalb 4 Wochen dürften da normalerweise kein Problem haben wenn all die sich eintragen die Dem Grün positiv gegenüberstehen.
    Ich habe bestimmt 100 Leute gesagt und vielleicht 10 haben sich getraut.
    ¿?????????????¿

  10. Lars Rogg

    Ja diesen Prozentsatz kann ich in etwa bestätigen…die meisten Kiffer haben null Courage, fordern aber immer von anderen aktiv zu werden. Typisch hodenloser Sofakiffer-die anderen sollen den Kopf hin halten und dafür sorgen das sie in Ruhe stoned werden können. Leider sind die meisten Kiffer nicht anders als der deutsche Durchschnitt…nur eben illegal berauscht!!

  11. WayneInteressierts

    Sorry, aber diese Argumentation ist so verpeilt, da muss ich mal antworten.

    Hör auf Georg oder irgendwelche Leutz anzuflamen die tun wenigstens was. Du forderst von ihnen eine Partei zu gründen. Warum machst du das nicht selbst ? Hast du eigentlich eine Ahnung wieviel Arbeit so ne Partei braucht, das würde alle die sich jetzt engagieren für Parteiarbeit binden. Selbst wenn _JEDER_ Kiffer diese Partei wählen würde, hast du immer noch keine Mehrheit.

    Also du SPAST, laber net nur shice

  12. anon

    Wir waren das erste mal mit dabei, mein Kumpel (in besitz einer Ausnahmegenehmigung) war begeistert. Ich erschrocken, es waren sehr viele Jugendliche da die es sich zu einem sehr kleinen Teil zu heftig gegeben haben. Ich hatte mir eher erhofft das ich mit wesentlich mehr Erwachsenen demonstriere. Und das die Polizei weg sieht während sich ein paar Typen offensichtlich kein Cannabis in die Nase gezogen haben verwunderte mich, wie sieht das den generell in Berlin aus? Aber richtig kotzen musste ich als vor mir 2 Kinder standen ( vlt. grad mal 14) die sich darüber unterhielten das ihr Dealer nur noch einen „Stein“ hat… Da wurde mir so richtig klar wie scheisse es ist wenn Kinder unkontrollierte Drogen kaufen können. Wir waren da vor 20 Jahren ähnlich drauf und ich weiss noch genau wie cool wir uns fühlten… heute gibt es für mich keinen Zweifel daran das das einfach scheisse ist und war. In dem Alter hat man noch absolut keinen Plan von nichts und die Möglichkeit sich das ganze Leben zu versauen kann man noch gar nicht erfassen. Aber ich sag Euch wenn ihr mit 16 einen Trip aus Spaß einbaut kann das witzig sein, wenn es aber zum Horror wird kann es schnell passieren das ihr den Rest des Lebens damit leben müsst. Mir ist das 2 mal passiert, was schon zeigt wie mans in dem alter einfach nicht checkt. Seit dem kämpfe ich gegen Todesängste und der Angst vorm All.. und ich schwöre Euch, es ist kein Spaß wenn ihr Panik bekommt sobald ihr nach draussen geht. Da bleibt dann nur noch der Kampf gegen die Angst oder krasse Medikamente und beides macht keinen Spaß. So hatte ich mir mein Leben nicht vorgestellt als ich den ersten Joint, die erste Pille, den ersten Trip und die erste Nase genommen habe. Ich schlag mich jetzt seit über 15jahren damit rum, hab mir also das komplette erwachsen werden versaut und vlt. sogar den ganzen Rest des Lebens. Daher bin ich für die Legalisierung aller Drogen. Damit kein Kind einfach losziehen kann um sich Stoff zu besorgen. Drogen sollte man sich aufheben bis man Erwachsen ist.. dann gibt es noch genug Jahre die man sich versauen kann. Was ich als eher unwahrscheinlich halte da man weiss wer man ist und nicht im mentalen Chaos der Pubertät steckt. Gebt Eurem Hirn die Möglichkeit erstmal normal zu wachsen und zu funktionieren bevor ihr es mit Drogen in andere Bahnen zwingt.

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