Montag, 3. Februar 2014

E-Gaming Februar 2014

Tearaway

Papercraft

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Mit Tearaway erschien im Dezember einer der wenigen, wirklich interessanten PSVita Titel.

Das Media Molecule Adventure der optisch anderen Art, versprach auch die spielerische Nutzung der vielen Vita Optionen ins Geschehen einzubauen und wurde auf Messen mit Vorschusslorbeeren und Preisen überhäuft. Grund genug, neben der derben Softwareflaute nach dem Next Gen Konsolen Start, dem noch ungeliebten Handheld und seinem Hoffnungsträger, eine Chance zu geben und beides näher zu betrachten.

In Tearaway spielt das Geschehen in einer Welt aus Pappmaschee. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über einen kleinen Briefträger, der sich auf den Weg zu Sonne macht, in welcher ein merkwürdiges Gesicht erschien. Das des Spielers.

Die Vita nimmt dazu regelmäßig die Visage des Spielers ins Visier und projiziert sie auf besagten Himmelskörper. Da durch diese Veränderung  in der Papierwelt auch manch Bewohner vor Schreck seine Farbe verloren hat, besteht eine Aufgabe auf dem Weg zur Sonne auch darin, diesen ihre Ansehnlichkeit zurück zu bringen.

Dafür wird der kleine Postmann mit einem Fotoapparat ausgestattet, der bei richtiger Belichtung und Linse, die weißen Flecken in ihren Ursprungsfarben malt. Dankbar werden sich die Bewohner darauf hin zeigen.

Auch durch eine weitere ganz spezielle wie nette Idee, wird der Spieler dank fleißiger Fotografen-Tätigkeit belohnt: viele Objekte und Figuren überlassen dem erfolgreichen Postmann ihre Scherenschnitte zum Ausdrucken. Heißt, man darf auf dem heimischen Drucker beginnen, Teile aus dem Spiel in die Realität zu holen. Einfach auf Din-A4 ausgedruckt, beschnippelt, gefaltet und geklebt, schon hat man einen Baum, einen Bewohner oder einen anderen Gegenstand aus dem Spiel im wirklichen Wohnzimmer. Sehr innovativ und der Verknüpfung beider Welten ebenso zuträglich.

Leider lässt sich dies aber nicht auf das gesamte Spiel und die Einbindung der anderen Vita Funktionen beziehen.

Eine störrische Kamera, die in Schrägen den Dienst versagt sowie einfarbige Flächen in der Umgebung, die ohne Tiefen-Effekt oft Distanzen verschleiern und das Dargestellte ungewollt abstrahieren, machen den Aufenthalt manchmal recht undurchsichtig wie visuell unangenehm.

Die Einbindung der vielen Touch-Gameplay-Elemente, die durch die Vita Unter- und Bildschirm-Fläche ausgelöst werden, reagieren, wie so oft, nicht dem nötigen Feingefühl angemessen, um spielerische Verbesserungen anzubieten. Daher plätschert das zwar sympathische, aber wiederum nicht vollständig durchdachte Konzept von Tearaway, eher dahin als wirklich zu fesseln.

Genauso wie bei den vorherigen Media Molecule Spielen der Little Big Planet Serie, ist die Kreation von Tearaway doch wieder eher auf oberflächliche Reize kaschiert, die bei genauerem Hinsehen versprochenen Tugenden beim eigentlichen Spielerlebnis vermissen lassen.

Als Beispiel der insgesamt auch nicht ganz durchdachten Herstellung des bunten Post-Paper-Trips, kann dazu noch die insgesamt meist flüssige Darstellung der Umgebung genannt werden, die durchweg gegen das somit aufgesetzt wirkende Stop-Motion Flair der Animationen aller Charaktere arbeitet. Sympathisch bleibt der Ausflug  nach Tearaway mit einigen netten Ideen, einem kindlichen Soundtrack und dem Versuch, die zwanghaft implementierten Gadgets der Vita richtig einzubinden, auch wenn das gesamte Werk nicht das Zeug zu einem eindeutigen, spielerischen Überflieger hat. Etwas viele Falten im Schnippsel.

Tearaway_Packshot

Tearaway
Fotos: Sony Computer Entertainment
PSVita – ASIN: B00DVDLZOI
USK 0
Circa 20€

 

Mario Party: Island Tour

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Mit Mario Party: Island Tour erscheint das erste Mario Party für Nintendos 3D Handheld.

Der Multiplayer Spaß wird seit N64 Tagen immer wieder einmal reproduziert, um Party taugliche Spielbrettspäße auf der Mattscheibe anzubieten.

Das nun der 3DS mit einem Multiplayer-Party-Game bestückt wird, ist somit also erst verwunderlich, macht aber bei genauerer Betrachtung etwas Sinn.

Die erfolgreiche Serie war mit neun Teilen auf den Heimkonsolen und nur zwei tragbaren Varianten auf Handhelds unterrepräsentiert und dazu bietet sich der freundliche Spaß an, auch auf den sicherlich häufig zu Weihnachten verschenkten 2DS Geräten, von Kids gezockt zu werden.

Praktisch an dem neusten Ableger ist schließlich, dass nur ein Modul der Island Tour gebraucht wird, um Vier-Spieler-Gefechte austragen zu können. Via Wireless-Verbindung erhalten auch die anderen Geräte die benötigten Inhalte zur Multiplayer-Partie. Und Mario Party: Island Tour bietet davon wieder einige.

Insgesamt sieben neue Spielbretter, die eigene Themen und Spielregeln bieten, wurden kreiert, um die Spieler während des Voranschreitens in 80 neue Minispiele zu verwickeln. Etwas flotter über das Feld zu hetzen, anstatt auf Sternen-Jagd zu gehen, und ein etwas ausgebauter Singleplayer-Modus, bieten weitere Veränderung zum üblichen Gewürfel auf den stationären Systemen.

AR-Karten Einsatz, Motion Sensor und Kamera machen von den Fähigkeiten des Handhelds Gebrauch, aber viele der Mini-Games werden von gängigen Mario Party Besuchern schnell in leicht verändertem Gewand wiedererkannt und verlangen wie üblich nur wenig Anspruch vom Spieler.

Der Aspekt des Glücks scheint dazu weiter zugenommen zu haben. So werden sich ernsthafte Spieler doch öfter frustriert von den Ergebnissen geschlagen geben und damit ihre Motivation schwinden sehen, sich weiterhin wirklich Mühe geben zu müssen.

Insgesamt bekommen Mario Party Fans jedoch zweifelsohne die gewohnte Nintendo-Party-Kost, die in Mario Party Island Tour in leicht abgewandelter Form nun halt auch unterwegs spielbar gemacht wurde.

Auch wenn der Einzelspieler-Modus mit mehr Augenmerk gestaltet wurde als in den üblichen Heimversionen, bleibt das Prinzip der Serie aber wie immer ein Mehrspieler-Erlebnis, welches eigentlich nur in jener gespielten Form das volle Potential entfalten kann.

Hat man drei nahe Kumpels mit 3DS, schadet ein Modul im Freundeskreis daher nicht.

Fehlen die Freunde mit der Hardware, macht das Game aufgrund eines fehlenden Online-Multiplayer-Modus jedoch recht wenig Sinn, falls man nach den Minispielen der Serie nicht süchtig ist. Schließlich bietet Nintendos 3D Maschinchen genügend Alternativen, mit denen sich ein Single-Player eindeutig besser vergnügen kann.

Kein Brett-Spiel.

MarioPartyIsland_Packshot

Mario Party: Island Tour
Fotos: Nintendo
USK 0
Circa 38€
Nintendo 3DS/ 2DS – ASIN: B00GSIK21U

 
 

What´s happening?
 

Das Winterloch könnte ein schwarzes sein.
 

Sieben lange Jahre hat es gedauert, bis Microsoft und Sony die Nachfolger ihrer erfolgreichen Konsolen der siebten Generation ablösten. Es waren schöne sieben Jahre mit wahnsinnig vielen, hochwertigen Titeln und technischen Innovationen. Der grafische Detailgrad, den die Kisten erreichten, wäre von Spielern der frühen achtziger Jahre selten so hoch vermutet worden und die Entwicklung durch das Internet und die damit verknüpfte globale Verbindung absolut undenkbar gewesen. Dennoch war es nun unbedingt an der Zeit den Fortschritt weiter zu drehen und Hardware der nächsten Generation ins Rennen zu schicken.

Die Spieler waren angeheizt, Playstation 4 und Xbox One starteten fast zeitgleich den Verkauf und das Weihnachtsgeschäft brummte. Mittlerweile sind wohl vier Millionen Playstations an den Mann gebracht worden und ungefähr die Hälfte an Xboxen (Microsoft hat es sich dank den Patzern mit Kundenrechten während der Xbox Präsentation doch etwas stärker beim Zielpublikum verscherzt). Man sprach vom erfolgreichsten Start der Heimkonsolen aller Zeiten und trotz Mängeln bei Verarbeitung und Nutzbarkeit beider Maschinen waren auch die meisten Käufer erst einmal zufrieden. Nun scheint jedoch das späte Ende der so häufig vertretenen Vorgängerkonsolen den Softwarenachschub so stark zu limitieren, dass sich langjährige Spieler ob der Sinnhaftigkeit des Hardware-Umstiegs Gedanken machen.Denn neben den doch eher recht mäßigen Starttiteln, ist das gesamte Angebot bis Ende 2014 sehr spärlich gesät und exklusive Software noch seltener zu finden. Dank fehlender Abwärtskompatibilität beider Geräte, ist man somit derzeit fast ausschließlich auf das ebenso spärliche Online-Angebot angewiesen, was den kostenpflichtigen Vertrieb der kleineren Spiele durch das Internet sicherlich ankurbelt, aber eigentlich nur die Anbieter freut.

Angekündigte Remakes bereits erschienener Spiele für den Einzelhandel verbessern die Lage aus vielerlei Sicht wenig. Dazu kommt, dass nun verspätet überall neue Hardware aus dem Boden sprießt  –

Oyua ist im Dezember erschienen und  gleich mehrere Konzerne versuchen mit ähnlichen Konsolenmodellen auf Android Basis in den Markt zu stürmen; auf der CES in Las Vegas wurden dreizehn verschiedene Steam-Machines vorgestellt, die dank limitiertem Steam OS nur 250 der 3000 Steam Datenbank Titel nutzen können, aber zwischen 500 und 6.000 Dollar vom Käufer beim Erwerb verlangen; und sogar Sony möchte durch PlaystationNow breitgefächerter mit älterer Playstation Software viele weitere Geräte per Internet-Stream bedienen und nun doch das Vita Rom fressende Playstation VitaTV Gerät auch außerhalb Japans veröffentlichen

– der echte Nachschub an erstklassiger und zeitgemäßer Software aber absolut vernachlässigt wird.

Und während die letzten Jahre wenigstens auf die Third-Party-Hersteller immer Verlass war, scheint die derzeitige Situation auf dem durch Smart-Devices stark veränderten Markt, zu unabschätzbar wie unsicher geworden, so dass sich die bekannten Publisher offensichtlich auch erst einmal vornehm zurückhalten. Sogar Spiele Magazine mussten daher in ihren aktuellen Ausgaben auf IOS Titel für Tablets umsatteln, Vorschauen für 2014 oder Rückbesinnungen über das vergangene Jahr präsentieren, um den Inhalt ihrer Publikationen auch nur ansatzweise den Ansprüchen der Leserschaft gerecht zu füllen.

Vor etwa dreißig Jahren krachte in den USA der Markt für Videospiele aus ähnlichen Gründen einmal gewaltig zusammen. Zu wenig ansprechende Software, zu viel des Selben, ein unüberschaubar wirkender Hardware-Handel und heilig versprochene Konzepte der Hersteller, die letztendlich nie geboten wurden. Selbst Urgestein und Retter der ersten großen Krise, wie Nintendo, die sich immer über Wasser zu halten wussten, standen auf den letzten Aktionärsverhandlungen nicht mehr gut da. Dank schwächelndem WiiU Absatz wird von der größten Krise der Konzerngeschichte gesprochen, deren Ausgang noch absolut ungewiss scheint. Verändern werden sich Marios Väter. Generation Acht bringt somit direkt den von vielen erhofften, aber nun doch völlig unerwarteten Schwung ins Spiel. Der Ziffer gerecht. Chaos auf dem Spielfeld.
 

www.spiele-maschine.de hilft daher in Zukunft bei allen Überlegungen in diesen Belangen.

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