Montag, 16. Dezember 2013

Die Geschichte der Butch Meier Band

Buchtipp: Kein Zutritt für Hinterwäldler – Jonnie Schulz

Kein Zutritt für Hinterwäldler
Kein Zutritt für Hinterwäldler – Jonnie Schulz

 Bild: Audiolith International

 

Um dem schnöden Landleben zu entkommen zieht Jonnie Schulz als Student nach Hamburg, wo er bald auf seine zukünftigen Bandkollegen Ted Memphis, Digger Barnes und Butch Meier trifft. Anstelle von Punk steht nur Country- und Western-Musik auf dem Programm. Zwar ist die Familie erfreut, dass der Spross jetzt Country und nicht mehr ohrenbetäubenden Hardcore produziert, doch der Rest der Country-Szene tut sich anfangs doch etwas schwer die „Butch Meier Band“ in ihr Herz zu schließen. „Wir beschäftigten uns mit Musik, die niemand von uns zuvor gespielt hatte, zogen Klamotten an, die in unserem privaten Umfeld geächtet waren und suchten Orte auf, an denen wir Angst hatten zusammengeschlagen zu werden. Niemand von uns hatte eine Erklärung, was das genau sollte.“ heißt es im Buch. Doch die vier Jungs lassen sich durch anfängliche Schwierigkeiten und Missachtung der Szene nicht unterkriegen. Mangelndes Talent und fehlender Ruhm wird übertüncht durch extravagantes Äußeres und eine eigene Produktlinie bestehend aus Meier Beans oder Senior Barnes Styling Cream, welche die Haare golden macht. So geht es auf Tour in Deutschland, den Niederlanden oder in Polen, in klapperigen Vehikeln und jeder Menge Suff und ‚holländischen Wunderkräutern‘.

Diese Band ist skurril, man kann es nicht anders sagen und nach den Fotos im Buch müssen die Konzerte dreckig, verschwitzt und einfach legendär gewesen sein. Die Butch Meier Band bestand von 2000 bis 2008, wurde jedoch nie aufgelöst. Darüber ob es ein Comeback geben wird oder ob Butch, Ted, Digger und Jonnie die abgeschnittenen Jeans und die Cowboyhüte endgültig an den Nagel gehängt haben, schweigt sich die Band aus.

„Kein Zutritt für Hinterwäldler“ erzählt die amüsante Geschichte von einer Band, die anfänglich den Veganismus verfechtet und doch mit Dönerbass und Chickenwing-Gitarre (kein Witz) auf der Bühne steht – inklusive Senfschlacht. Mag sein, dass sich in der Nacherzählung der Bandgeschichte, die ein oder andere Fiktion eingeschlichen hat, aber wen interessiert’s? Unterhaltsam ist das Buch allemal und nur darauf kommt es an.

„Kein Zutritt für Hinterwäldler“ ist bei Ventil und Audiolith erschienen und seit dem 15. November  als Hardcover erhältlich.

 

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