Donnerstag, 14. November 2013

E-Gaming November

The Legend of Zelda:  The Wind Waker HD

Link legt auf dem WiiU los Foto: Nintendo
Link legt auf dem WiiU los Foto: Nintendo

Vermisst wurde Junge mit Segelboot
Mit der Veröffentlichung von The Legend of Zelda: The Wind Waker HD schlägt Nintendo zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen bekommt der weiterhin zu Unrecht strauchelnde WiiU einen großen Namen im Softwareprogram, zum anderen bekommen Neulinge, die sich auf dem Gamecube oder der Wii noch nicht zuhause fühlten, einen zehn Jahre alten Klassiker serviert, der sich trotz seines Alters aufzwingt gespielt zu werden. Wind Waker brach seinerzeit mit einer Tradition oder zumindest mit einer von vielen geglaubten.
Anstatt realistische Areale und Charaktere darzustellen, wurde anno 2000 von Nintendo auf Cell-Shading Optik zu gerudert. Stilistisch erinnerte der gewählte Look ältere Semester dunkel an Tove Janssens Kinderreihe „Die Mumins“ und zog, auch dank teils ähnlich düsteren Stimmungen, Betrachter fest in seinen Bann. Obwohl wegen des kindlich wirkenden Erscheinungsbildes Fans anfänglich mit der Neukreation sehr unzufrieden waren, hörte man nach Erscheinen des Spiels nie wieder Klagen über die getroffene Entscheidung. Hatte man sich an den Comiclook in der Neuerfindung der Serie gewöhnt, verliebte man sich im wilden Seegang und während der stimmungsvollen Geschichte schnell in seinen alten Lieblingshelden neu.
Diese Überzeugungsarbeit muss das HD Remake des Wind Wakers nicht mehr leisten auch wenn es eindeutig dazu fähig wäre. Dank überarbeiteten Grafiken, neuen Shadern und einer Anpassung auf das WiiU Gamepad freuen sich Zelda-Fans auf die erschienene Version, die sogar in einer Collectors Editon mit Bösewicht Ganondorf als Statue in schicker Pose erhältlich ist.
Genannten gilt es im Spiel, wie jeher, zu besiegen. Doch der Weg dorthin kann, wie man weiß, langwierig und einsam sein.
Grund für das Eingreifen von Hauptheld Link in die Weltgeschehnisse des ehemaligen Königreichs Hyrule, das in diesem Abenteuer auf einer kleinen Insel beginnt, ist die Entführung seiner kleinen Schwester durch einen riesigen Vogel Greif. Nachdem sich der Jüngling bewiesen hat, und mit Schild und Schwert ausgerüstet wurde, schließt er sich einer Bande Piraten an, die unter Leitung der schnuckligen Tetra Links Ausbildung zum Süßwassermatrosen übernehmen. Wirklich los geht es jedoch erst, nachdem man einen sprechenden Kahn findet, der neben der sicheren Überfahrt über alle Weltmeere mit hilfreichen Tipps fortan die größte Unterstützung bietet.
Das Besondere von The Legend of Zelda: The Wind Waker HD ist neben der grafischen Dichte und der feinen Erzählweise, die zusammenhängende Welt, die Größtenteils aus blauem Nass besteht. Nur Inseln und kleine Kontinente laden zu Landurlauben ein, die dann aber dank einzigartigen Bewohnern, famosen Aufgabenstellungen und ausgeklügelten Dungeons vollends begeistern.
Hier spricht der wachsende Held mit den Bürgern, kämpft tapfer gegen Monsterkreaturen und birgt Schatztruhe über Schatztruhe, um sein Portemonnaie mit Rupees und sein Repertoire an Fähigkeiten anzufüllen. So entwickelte sich der unerfahrene Knirps zum souveränen Seebären, der neben seinem Boot auch den Wind zu lenken vermag und sich keinem Rätsel verwehrt. Mittels magischen Taktstocks bestimmt der kleine Grünling die Richtung in welche die Götter pusten sollen und erreicht per Segeltrip die angepeilten Ziele, die auch oft zuerst aus alten Karten herausgelesen werden wollen. Selige Segeltörns, Schatzbergungen, Seeschlachten und die Suche nach Neuland, voller altbekannter, fantastischer „Zelda“ Serientugenden, wecken den Pioniergeist des Spielers. Die erhabene Spielmechanik, die dank WiiU Gamepad mit Touchscreen erheblich die Nutzung der Menüs erleichtert sowie weiterer, leichter Feinschliff im Gameplay, machen aus einem der besten Spiele aller Zeiten, das derzeit beste The Legend of Zelda. The Wind Waker ist ein traumhaftes Abenteuer, das jeden vernünftigen Menschen in ein freundliches, staunendes Kind mit sehr großen Augen verzaubert.
Ein Spiel so essentiell wie Wind und Wasser.

The Legend of Zelda: The Wind Waker HD
Fotos: Nintendo
Circa 59€
USK 12

WiiU – ASIN:B00BBXBTO6

 

Dragon´s Crown
Ritter der Tafelrunde

Dragons-Crown
…eine flotten Runde Drachenverdreschen, Foto: NIS / Atlus

Mit Dragons Crown veröffentlicht NIS ein Atlus Spiel auf PS3 und PSVita in Europa, das Sony noch vor einigen Jahren überhaupt nicht auf ihren Cell-Maschinen hätte sehen wollen.
Keine spektakulären Polygonwelten oder aufwendige 3D-Modelle sollen die Rechengeräte zur Abwechslung mal darstellen, sondern handgezeichnete Figuren, Monster und Hintergründe, denen mit berechneten Animationen einzelner Extremitäten Leben eingehaucht wird. Dies ist die selten zu bewundernden Grafikpracht, eines altbewährten Spielprinzips, das nach langer Zeit in Dragon´s Crown einmal wieder gefunden werden darf. Wer sich noch an alte 16-Bit Tage erinnert und mit prügelnden Helden keine Identifikationsprobleme hatte, durfte sich mit doppelten Drachenbrüdern in wütenden Straßen finalen Fights stellen und mit einem echten Kumpel im Schlepptau, Horden gewalttätiger Verbrecher vermöbeln. Liebevoll „Brawler“ oder „Beat´em up“ genannt, war das Prügelgenre eines der wichtigsten dieser damaligen, modernen Zeiten.
Mit Dragon´s Crown erscheint nach langen Jahren der erste in zwei flachen Dimensionen gehaltene Brawler, der dank schickem Fantasy und Drachen Setting, hochwertigen Zeichnungen und einem gelungenen Vierspieler-Modus ältere Semester sofort zurück in das goldene Arcade-Zeitalter katapultiert. Zu Beginn des Abenteuers, in dem es eine Drachen Krone zwecks fachgerechter Unterjochung der Riesenreptilien zu erobern gilt, wählt man einen von sechs verschiedenen Charakteren, den man sich minimal verschönern darf. Wenn bereit, dürfen sich drei weitere Freunde einen Kämpfer erstellen, die dann allesamt gemeinsam auf Feldzug ziehen können.
Vom Barbaren zum Magier, vom Zwergen zum Bogenschützen oder von der Amazone zur Hexe. Typische Fantasy-Elemente sind schon vor dem Stürzen in das mittelalterliche Getümmel erkennbar. Doch während der zweidimensionalen Keilereien mit Dämonen, Kriegern, Drachen und Monstrosität wird zum einen durch das Aufleveln des Charakters sowie durch die erbeutbaren Items und Waffen schnell klar, dass sich Dragon´s Crown nicht nur auf das Prügeln beschränkt. Auch wenn das actionlastige Gameplay tatsächlich aus der goldenen Arcade-Ära stammen könnte, man sich also mit vielen Moves und flotten Combos den Weg frei schnetzelt. Dazu bietet nicht nur das künstlerisch hochwertige Setting Platz zum Verlieren, sondern gerade die sich dann entwickelnde Jagd nach stärkeren Waffen und besseren Werten für den eigenen Charakter in typischer Rollenspielmanier. Diese sorgt dann im Einklang mit allen genannten Faktoren für ein zeit- wie menschenfressendes Erlebnis.
Der künstlerische Aspekt ist im Vergleich zu ähnlichen Polygonprüglern überragend und stand bei der Produktion schon im Vordergrund, was dem Entwicklerteam von Vanilla Ware nicht nur erneut sehr gut steht, sondern ebenso hoch anzurechnen ist. Schon in der Vergangenheit bewiesen Bitmap und 2D Games oft einen längeren Atem und reiften mit der Zeit besser, als die bloß auf technische Kniffe konzentrierte Konkurrenz im schnöden Texturgewand. Da Dragon´s Crown voller hoch aufgelöster, liebevoller Details steckt, sollten jedoch auch kritische Grafikfetischisten aus der Jetztzeit auf ihre Kosten kommen. Das zeitlose Spielprinzip und der spaßige Multiplayer-Modus laden Fans des Genres dazu sicherlich noch in vielen Jahren immer wieder Mal zu einer flotten Runde Drachenverdreschen ein.
Ein brüllender Brawler.

Dragon´s Crown
Fotos: NIS / Atlus
Circa 40 – 50€
USK 12

PS3 – ASIN: B00CBNWUWU
PSV – ASIN: B00E9NC2P0

 

Sonic Lost World – Die Schrecklichen Sechs Edition
X-treme Galaxies

Sonic Lost World
Sonic Lost World – Die Schrecklichen Sechs Edition, Foto: Nintendo

Mit Sonic Lost World hat sich Nintendo ein ehemaliges Konkurrenz-Maskottchen für die eigenen Systeme exklusiv gesichert. Nachdem der rasende Hedgehog in der Vergangenheit oft spielerische Berg und Talfahrten erlebte, dank den beiden letzten Sonic Titeln, Generations und Colours, aber wieder verlorenen Boden wett machen konnte, standen die Chancen für ein sehr gutes Igel Jump´n Run nicht schlecht. Eine knallbunte HD-Brillanz mit Retro-Charme und schnelle Passagen in seitlichen und der Tiefe scrollender Level machten schon in Trailern Lust auf mehr. Ungewöhnliche Umgebungen, die Segianer leicht an das nie erschienen Sonice X-treme für den Sega Saturn erinnerten, ließen die Hoffnungen fast überquellen.
Eggman, alias, Dr. Robotnik findet auf dem aus Hexaedern geformten Planeten The Lost World eine Bande schrecklicher Freaks, die unter seiner Kontrolle nicht nur kleine Wald- und Wiesen-Bewohner in garstige Roboterviecher verwandeln, sondern sich auch anschließend gegen den Rettungsversuch des blauen Igels zur Wehr setzen. Robotnik überschätzt sich dabei, wird von seiner Gang gestürzt und muss fortan mit dem verhassten blauen Erzfeind zusammenarbeiten.
Sonic rennt daher wie immer durch die bunten Level, um die Roboterarmee wieder in Tierchen zurück zu verwandeln und neben Eggman im Finale auch die schrecklichen Sechs zu stellen. Da sich in vergangenen Teilen die Steuerung während 3dD-High-Speed-Passagen oft gegen den Spieler wandte, versuchte das Sonic Team nun mit einem Kniff Herrscher über das drohende Chaos zu werden. Spieler drücken jetzt den Tigger am Pad, damit der beschuhte Blaue rasend durch das Umfeld huscht. Hindernisse werden dann einfach überrannt, Feinde mit Dash oder Visier-Attacke aus dem Weg geräumt. Ohne Druck auf den Trigger, läuft der Igel langsam wie zu Mega Drive Zeiten durchs Gefilde und kann gezielter nach Items und optionalen Wegen in der hübschen Umgebung Ausschau halten. Mittels Doppelsprung überwindet Sonic größere Abgründe.
Mit Goldringen im Gepäck übersteht er gewohnt den erfolgreich ausgeführten Angriff eines Übeltäters. Die bekannten Whisps aus Sonic Colours stehen mit neuen Verwandlungskünsten zur Seite und bieten dann stark veränderte Gameplaymomente, in den eigentlich aufs Rasen getunten Welten. Diese sind wie erwähnt etwas X-tremer als in den letzten Igel-Spielen. Röhren, die sich um die eigene Achse drehen, dienen als Grundlage der 3d Landschaften.
Hier wird dem Spieler der einfachste Weg durch die Ringauslage suggeriert, der aber dann teilweise nur hektischen Reaktionstests ähnelt. Jedoch bieten Level meist viele Wege, Abkürzungen und Verstecke, die während der Rennerei durch Rotation der Welten erforscht werden können, während man sich immer besser an die Steuerung gewöhnt. Auch typische 2D Level, werden auf Sonic Lost World für WiiU sowie der etwas veränderten 3DS Version geboten. Unterschiedliche Bonuslevel, die nicht jedermanns Sache sein werden ebenso. Fans des frechen Sega Maskottchens werden die Lost World Versionen trotz gespaltener Reviews sowieso ausprobieren wollen, doch auch Klempner Freunde wie Hasser können dem ähnlichen, und doch ganz anderen Spielprinzip des stachligen Superstars eine Chance geben. Interessant wie fordernd ist der Igel und der Versuch des Teams Neuland anzubieten auf jeden Fall. Einfach ist der Einstieg und das Finden der vorhandenen Qualitäten dagegen weniger. Wer jedoch danach sucht, der kann eine verlorene Welt finden
Jump´n Run Neuland.

Sonic Lost World – Die Schrecklichen Sechs Edition
Fotos: Nintendo
Circa 40 – 50€
USK 6

WiiU – ASIN: B00EP7ZKAE
3DS – ASIN: B00EP7ZJO6

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