Dienstag, 1. Oktober 2013

Diablo III

Ritter der Dämonen

Autor: Test & Text: mze

XboxMultiplayer412

Auch wenn das Diablo III Fieber auf den PC´s schon wieder abgeklungen seien könnte, startet die elektronische Suchtkrankheit nun auf Konsolen erst richtig durch. Schon die Vorgänger sorgten bei Abhängigen für nächtelange Session in düsteren Verliesen und vermoosten Kellergewölben, um sich in der Schlacht gegen Dämonen und Teufelsvolk, neben dem Erretten der Welt, die schönste Rüstung und effektivsten Waffen zusammen zu schustern. Die Jagd nach den besten Items ist Teil des Erfolgskonzeptes der Diablo Serie, dessen Geschehen aus der angschrägten Top-Down Perspektive dargestellt wird und vom eigentlichen Gameplay an das legendäre Gauntlet erinnert.

Grafisch möchte Diablo III mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde punkten, wird jedoch von Horden auftretender Feindesschaaren teilweise auf die Hälfte gebremst. Schaden tut dies der intensiven Sammelsucht nicht, da man eh mit der konzentrierten Dezimierung, dem erfolgreichen Zaubern und der Suche nach legendären Items in gewaltigen Gebäuden beschäftigt ist und sich von dem düsteren, stimmungsvollen Gesamtambiente in seinen Bann ziehen lässt. Charaktere lassen sich sogar über USB-Stick mit zu Freunden schleppen, alle Updates, Patches und auch Zusatzinhalte sind auf den Konsolenversionen enthalten, was ohne Installations- und Onlinepflicht, im Gegensatz zu den PC-Versionen, einen weiteren Vorteil einspielt.Auch da sich Diablo III nun im Vierspieler-Modus gleichzeitig an einem TV bedienen lässt, werden Erinnerungen an Ataris alten Automatenklassiker wach.
Die Vielzahl der im Spiel verfügbaren Items und die Möglichkeit seinen Charakter zu entwickeln, machen aber den gewaltigen Unterschied zum fast 30 Jahre alten Klassiker und dazu den Großteil der entstehenden Spielsucht aus. Zu Beginn des Abenteuers erwählt man einen Kämpfer und rüstet dessen Slots mit den verfügbaren Mitteln bestmöglich aus. Das bekannte PC-Menü wurde den Konsolenpads angepasst und durch eine Kreisauswahl, die sich gut bedienen lässt, ersetzt. Items lassen sich einfach erkennen und ebenso einfach anwählen. Dies führt aber immer zu einer Pause im Spielfluss. Gerade im Multplayer-Modus brauchen Mitspieler langen Atem, falls niemand auf seine detaillierten Infos verzichten und ein neues Item nicht einfach nach minimal Vergleich -durch farbige Pfeile während des regulären Spielverlaufs erkennbar- direkt per Knopfdruck anlegen mag.
Letzteres Feature macht das auf den ersten Blick actionlastig wirkende Gameplay, das famos an die Gamepads angepasst wurde, nochmals etwas arcadiger und schlägt somit erneut den Bogen zu Ataris Ur-Vater. Da während der Schlachten jedoch immer Werte und Eigenschaften der Krieger, Feinde, eingesetzten Waffen, Magien und Items eingerechnet werden, bleibt Diablo III ein tiefgängier Dungeon Crawler mit starken Rollenspieleinflüssen. Online wie offline kann man mit drei Freunden einen ungezwungenen „Vierer“ starten, wobei gerade bei der Multiplayer-Offline-Variante schnell bewusst wird, wie spaßig Videogames im realen Beisammensein waren und noch heute seien können.

Wer sich auf Wochen im Dunklen einkerkern möchte, stimmungsvollen Geschichten verfallen und in der Welt von Diablo III versinken möchte, um zum mächtigsten Kämpfer heranzuwachsen, während man Dämonen in Massen verbannt, der tut dies bereits sicherlich. Aber auch alte Arcade Zocker bekommen mit der Konsolen Version eine erstklassige Umsetzung eines PC-Phänomens, das besser kaum hätte portiert werden können und genügend Retro-Gameplay-Charme mit Suchtfaktor versprüht.

Verflucht gutes Teil.

D3C_PS3_2D_USK

Diablo III

Fotos: Activision Blizzard
Circa: 55€
USK 16
PS3 – ASIN:B00BMLXPYE
PS4 – ASIN:B00BJ3CYVA
Xbox360 – ASIN:B00D8WO0KS
PC/Mac-DVD – ASIN:B0041O5LNM

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