Dienstag, 10. September 2013

Erneut Diebe bei Cannabis-Patient

Ohne Skrupel

Cannabis aus der Apotheke
Die immensen Kosten für Cannabis aus der Apotheke können viele Patienten nicht aufbringen, auch die Kasse übernimmt die Kosten nicht, Foto: Archiv

Bereits vergangenes Jahr berichteten wir über Diebe bei Cannabis-Patient Heiko Zachariasen aus Hamburg. Der unter anderem an einer unheilbaren Hepatitis C leidende Erlaubnisinhaber, einer der ersten Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung, wurde vergangenes Wochenende erneut seiner selbst angepflanzten, für ihn überlebenswichtigen Medizin beraubt: In zwei Nacht und Nebel Aktionen am letzten sowie vorletzten Wochenende kletterten Unbekannte auf seine im zweiten Obergeschoss gelegene Terrasse und klauten die in voller Blüte stehenden Hanfpflanzen. „Die müssen eine 15 Meter lange Leiter benutzt haben“, so der Betroffene in einem Telefonat mit unserer Redaktion.
Zachariasen ist einer der wenigen Patienten in Deutschland, denen ein Gericht bereits 2007 im Prozess für den Anbau seiner Medizin einen „rechtfertigenden Notstand“, also einen Freispruch „dritter Klasse“ zugestanden hat, weil er die monatlichen Therapiekosten von circa 2300 Euro schon damals nicht aufbringen konnte.
Der um seinen gesamten Jahresvorrat Bestohlene weiß deshalb momentan auch nicht, wie er die Medizin für die kommenden Monate organisieren soll, weil er sich weder das für ihn legale Cannabis aus der Apotheke noch das illegale Kraut vom Schwarzmarkt leisten kann.
Heiko möchte jetzt eine neue Wohnung suchen, weil er Angst habe, dass die Diebe sich auch im kommenden Jahr seiner Medizin bemächtigten: „Ich suche mit jetzt eine neue Bleibe, am liebsten in einer WG, wo ich nicht allein und so hilflos wie hier bin. Ich bin mir sicher, dass das die selben Typen wie letztes Jahr waren, die kommen sicher auch zur nächsten Ernte“.

 

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