Dienstag, 5. Februar 2013

Wer hat und wird uns verraten?

Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort, die sich reimt:
Die SOZIALDEMOKRATEN!

Autor: Sadhu van Hemp

Laut eigener Angabe hat die alte Tante SPD hundertfünfzig Jahre auf dem Buckel, was durchaus schmeichelhaft ist, wenn man sich das mental vergreiste Personal des Polit-Panoptikums so anschaut. Aber gut, gönnen wir den Sozen den Gründungsmythos um Ferdinand Lassalle, der am 23. Mai 1863 den Allgemeinen Deutsche Arbeiterverein (ADAV) aus der Taufe hob, um denen seine intellektuelle Stimme zu leihen, die sich mit der Industrialisierung explosionsartig vermehrten und sich als Humankapital dankbar ausbeuten ließen: die Proletarier.

lasalle träumte den Albtraum eines preußischen Nationalstaates, der von selbst die sozialdemokratische Idee absorbiert und von der systemrelevanten Elite geführt der Arbeiterschaft das Paradies auf Erden schenkt. Kein Zweifel, Lassalle muss der Urvater aller SPD’ler sein, also der erste Bourgeois, der ein Herz für Proleten hat. Inwieweit Eigennutz das Motiv der politischen Betätigung des aus gutbürgerlichem Hause stammenden Querdenkers war, soll uns nicht weiter interessieren. Der erste SPD-Genosse war halt der typische Besserwisser seiner Zeit, dessen Wesen ganz auf Hochmut und Standesdünkel gestellt war. Lassalle war ein Schnösel wie jede andere Burschenschaftler auch, der den Kitzel des süßen Lebens in den Salons der Aristokratie suchte und sich in seiner Berliner Zeit denen andiente, die allein das Bankkonto adelte.

In diesem Sinne kann die SPD guten Gewissens im Mai die große Geburtstagssause steigen lassen und mit Stolz auf die lange Ahnenreihe großer Parteivorsitzender verweisen, die allesamt das Erbe Lassalles in Ehren hielten und halten. Kein Wunder, ist doch die Sozialdemokratie die Selbstbedienungsanleitung der ewig Zukurzgekommenen, um über eine Partei- oder Gewerkschaftskarriere an die Fleischtöpfe zu gelangen. Bis heute hat es keinen großen sozialdemokratischen Führer gegeben, der nicht mit den Reichen und Schönen Austern und Champagner geschlürft und sich nicht im Rausch der Eigenliebe verloren hätte. SPD-Lichtgestalten wie Willy Brandt, Rudolph Scharping und Gerhard Schröder haben vorgemacht, wie es geht: Der eine badete ausschließlich in Cognac, der andere im Pool mit einer blaublütigen Nymphe, und Letzterer schwimmt einfach nur in russischem Geld.

Nun wäre es jedoch unfair, den gemeinen Sozialdemokraten auf die niederen Instinkte des Tieres „Mensch“ herunterzubrechen und als habgierige und missgünstige Bande talentloser Emporkömmlinge zu denunzieren. Denn Machtpolitik ist seit Adams Zeiten ein schmutziges Geschäft, das die Menschheit noch durch jede Zivilisationsphase begleitet hat. Also, soll der Wowereit-Klaus nur ungeniert Orgien feiern, soll der Problem-Peer seine Rotweindroge nicht unter fünf Euro süppeln! Und verdammt noch eins, gestatten wir Alt-Kanzler Schmidt seine sechzig Menthol-Kippen am Tag! Lasst unsere Sozialdemokraten nur feste saufen, fressen und schnackseln, bis die Schwarte kracht! Denn was entlarvt den Heuchler und Lügner mehr als der misslungene Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit?

Die SPD ist die einzige Partei Deutschlands, die aus Streben und Irren nicht die Wahrheit, sondern eine neue Lüge gebiert. Ohne die Ereignisse chronologisch aufzulisten, zeigt die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie neben allen Wohl- auch so einige Schandtaten, die aufs Konto der stets basisfernen Parteibonzen gehen. Neben allem Leid, das aufrechten Sozen zu Kaisers- und Nazizeiten angetan wurde, schlägt nämlich auch jene sozialdemokratische Agenda zu Buche, die die Weltenbrände nicht zu verhindern trachtete. Auf die SPD war stets Verlass, wenn es um die Staatsräson ging. Unvergessen bleibt der Eifer des Reichswehrministers Gustav Noske, der den Freikorps beim fröhlichen Kommunistenklatschen freie Hand ließ und die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg politisch zu verantworten hatte. Bis 1933 haben die Sozialdemokraten alles unterlassen, um die erste deutsche Republik nachhaltig vor den Naziverbrechern zu schützen. Vielmehr beeinträchtigten schon damals innerparteiliche Querelen und Machtkämpfe die politischen Entscheidungsprozesse der SPD-Politbonzen. Da konnte das Heer der Erwerbslosen auf der Straße noch so laut höhnen „Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten! Wer macht uns frei? Die Kommunistische Partei!“ Die hässliche Fratze des sozialdemokratischen Spießbürgers, Ignoranten und Opportunisten hatte sich längst abgewandt, und zwar nach rechts, da es links von der SPD ja bis zum heutigen Tage angeblich nichts, aber auch absolut nichts gibt, mit dem ein Soze zum Wohle des Volkes paktieren könnte.

In dieser Tradition ging es nach dem Zweiten Weltkrieg weiter. Der demokratische Neuanfang der SPD fand natürlich dort statt, wo das Kapital zu Hause war – in der Bonner Republik. Dank der Allianz mit den Gewerkschaften festigte sich die SPD zur Volkspartei, die Posten und Pöstchen wurden verteilt, und selbst aus der Opposition heraus gelang es den Parteibonzen immer wieder mal, die eigenen Wähler zu verraten. Als die SPD auf Bundesebene selbst regierte, ging’s munter weiter mit den Betrügereien am Wähler: Notstandsgesetze, Radikalenerlass, NATO-Doppelbeschluss sind nur einige Eckdaten sozialdemokratischer Realpolitik in der bleiernen Zeit der BRD.

Gänzlich unbemerkt wandelte sich die SPD im vereinten Deutschland endgültig zum Kanzlerwahlverein der bürgerlichen Mitte, also jener unbeweglichen, verängstigten Masse, die im Wirtschaftswunderland Deutschland ihr Schäfchen ins Trockene gebracht hat und in der frisch installierten Dienstleistungsgesellschaft von Neid und Habgier getrieben die Sozialdemokratie als Klassenkampf von oben nach unten definiert. Den gänzlich offenen Schulterschluss mit dem Geldproletariat vollzog Ex-Kanzler Gerhard Schröder, indem der Parvenü und seine Helfershelfer den Krieg gegen den Sozialstaat lostraten. Binnen weniger Jahre deformierte die einstige Arbeiterpartei das Land zum Feuchtbiotop für jenes blutleere Otterngezücht, das in der sozialen Kälte besonders gut gedeiht und die neugeschaffene Klasse des Prekariats bis aufs Mark aussaugt. Das Schröder/Fischer-Regime hat ganze Arbeit geleistet, mit dem Ergebnis, in einer steinreichen Gesellschaft Millionen Kinder und Rentner in der Suppenküche mit Essenresten abspeisen zu müssen, um den Wohlstand jener Mitbürger zu sichern, die nicht arbeiten, sondern nur mit der Gewinnmaximierung ihres Finanzdepots beschäftigt sind. Dank u wel für diese kulturgeschichtliche Errungenschaft, ihr Sozen in den Parlamenten, Rathäusern, Kreisämtern, Gewerkschaften und Betriebsräten!

Oh ja, Ihr Volksvertreter der Nachfolge-Klasse des Proletariats habt den Mut zur Schamlosigkeit, indem Ihr Verzicht predigt und Euch selbst wie die Made im Speck dick und rund fresst. Ob Mietwucher, Rente erst ab Krebsdiagnose, lebenslänglich Hartz-IV und Dumpinglöhne, Beschränkung der Bürgerrechte, Sozial- und Rentenkürzung – kein Tabubruch zum Nachteil der eigenen Klientel ist den SPD-Bonzen fern, um üppigen Henkerslohn zum eigenen Wohl einzustreichen. Einfach genial, tolle Performance das! Unvergessen bleibt auch der von der Toskana-Fraktion vollzogene Paradigmenwechsel hin zur Finanzmarkt-Deregulierungs-Partei, ohne dass die SPD-Basis auch nur ein Mucks von sich gegeben, geschweige denn gegen die Freidemokratisierung protestiert hätte. Zuletzt sei noch mal in Erinnerung gerufen, dass die SPD die treibende Kraft war, Deutschland nach über fünfzig Jahren Frieden wieder einmal mehr in einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu treiben.

Nun stellt sich die Frage, ob 150 Jahre vorgetäuschte Sozialdemokratie nicht genug sind. Braucht Deutschland wirklich eine komplett verkrustete, in sich verfaulte Partei, die von den anderen rechtskonservativ-bürgerlichen Parteien nicht zu unterscheiden ist? Wollen wir uns tatsächlich von einer Volkspartei verscheißern lassen, in deren hinteren Bundestagsreihen gerade mal drei Alibi-Proletarier versteckt werden? Wünschen wir uns wirklich das große Medienspektakel anlässlich des SPD-Jubiläums, das uns vorgaukeln soll, die SPD sei als linkes Gewissen Deutschlands unentbehrlich? Die Antwort kann nur „NEIN“ heißen! Eine SPD mit christdemokratischen Tugenden ist einer anständigen Opposition bzw. Regierungsbeteiligung nicht würdig. Unvorstellbar der Horrorfilm, Steinbrück, Steinmeier und Konsorten erneut die Pfote zum Amtseid heben zu lassen, damit diese bösen Finger eine zweite Chance erhalten, die Raffkes mit Steuergeschenken und unbescholtene Bürger mit einem Wellnessurlaub auf Kuba zu beglücken.

Und alle Hanffreunde gerichtet: Möge uns Shiva vor dem Comeback der SPD-Flintenweiber im Bundesgesundheitsministerium bewahren! Rufen wir uns ins Gedächtnis, dass die SPD-Spaßbremsen Beate Caspers-Merk und Sabine Bätzing als Bundesdrogenbeauftragte die Null-Toleranz-Linie fuhren und mitverantwortlich sind, dass unsere Strafanstalten, Psychiatrien und Friedhöfe vor Opfern des sozialdemokratischen Anti-Drogen-Faschismus’ überquellen. Genusskiffer, Cannabispatienten, deren Freunde und Familienangehörige müssen sich stets vergegenwärtigen, dass ein Votum für die SPD nicht anderes bedeutet, als seine eigenen Richter und Henker zu legitimieren.

Ich höre Stimmen, die das für eine verzerrte, populistische Darstellung der deutschen Sozialdemokratie halten?
Ja, mag sein! Wie du mir, so ich dir, ganz einfach. Doch was soll der brave, kiffende Bürger von einer SPD auch anderes halten, deren Bundestagsfraktion ohne jede Not gemeinsam mit den beiden Regierungsparteien die von den LINKEN und GRÜNEN gestellten Anträge „Legalisierung durch Cannabis-Clubs“ und „Drugchecking“ ablehnt? Die Drogenbeauftragte der SPD Angelika Graf hat in der Aussprache im Bundestag unmissverständlich klargestellt, dass die an die Prohibitionsfront abkommandierten SPD-Puristinnen eine „Bagatellisierung der Droge Cannabis“ nicht mitmachen. Nicht einmal ein Drugchecking sei erforderlich, da der Hanf „auch ohne zusätzliche giftige Beimengungen gefährlich und schädlich“ sei. Das heißt im Klartext, dass die Sozialdemokraten ebenso wie die Frei- und Christdemokraten keine Skrupel haben, für die Wahrung der Hanflüge Menschen über die Klinge springen zu lassen.

In Anbetracht dieses Wahlversprechens können die kiffenden Bürger der SPD zum 150. Geburtstag nur alles erdenklich Schlechte wünschen. Möge die Verräterbande baldigst im Orkus der deutschen Geschichte verschwinden und für all ihr Versagen auf ewig in der Hölle schmoren.

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