Freitag, 4. Januar 2013

Wie Hanf heilt

Übersetzung: Andrea Hallerova, Michael Knodt

Autorin: Martina

Foto: Hanf Journal
Foto: Hanf Journal

Ich heiße Martina, bin 47 Jahre alt und ein ziemlich lebhaftes Wesen. Meine gesamte Kindheit und die zarte Jugend verbrachte ich hängend an irgendeinem Übungsgerät oder springend auf dem Trampolin. Damals fiel mir nicht ein, dass alles einmal anders sein könnte.
Als ich fast 28 war, fingen bei mir starke Schmerzen in den Gelenken und besonders den Hände an. Es ging so weit, dass ich nicht mehr im Liegen schlafen konnte. Ich schlief nur noch im Sitzen oder halb liegend in Bergen von Kissen. Nach einer ätzenden Ärzteodysee mit unterschiedlichen Diagnosen kam ich in die Rheumatologie „Na Slupni“ in Prag. Hier diagnostizierte man mir zum ersten Mal eine seronagative rheumatoide Arthritis. Die Ärzte verschrieben mir Sulfasalazine (später Plaquenil, zurzeit Methotrexate).

Alle diese Medikamente werden eigentlich für ganz andere Erkrankungen verschrieben, für die rheumatoide Arthritis gibt es kein bestimmtes Medikament und aus der Sicht der Ärzte handelt es sich um eine unheilbare Krankheit. So etwas konnte ich aufgrund meines Naturells einfach nicht glauben. Ich fing an Heilpraktiker, Kräuterkundige und auf positives Denken ausgerichtete Literatur zu suchen. So schaffte ich es, dass die Beschwerden nicht mehr so akut wie in der Anfangsphase der Krankheit waren. Ich nahm die Medikamente weiterhin ein, jedoch immer in einer kleineren Dosierung, als sie mir verschrieben wurde.

Antidepressiva und Tropfen
Im Verlauf der Jahre mit der rheumatoide Arthritis kamen noch Migräneattacken dazu, wobei die Anfallshäufigkeit stetig zunahm. Ich hatte bis zu drei Anfällen pro Woche. Ich nahm täglich verschiedene Medikamente ein sowie Antidepressiva und Triptan während der Anfälle. Und obwohl die Ergebnisse nicht befriedigend waren, nahm ich weiterhin Triptan während der Anfälle und allabendlich Prothiaden.
Ich glaubte die ganze Zeit einen Weg zu finden, mich erfolgreich zu heilen und suchte weiter, weil ich keine Medikamente mit so vielen Nebenwirkungen einnehmen wollte. Bei der rheumatoiden Arthritis schlich ich mich schrittweise auf eine homöopathische Dosis herunter, aber bei der Migräne ging das gründlich schief. Das Leben in Prag, wo ich wohne, ist sehr stressig und die Migräne kam immer öfter.

Bushka Brynda
Ungefähr vor zwei Jahren lernte ich Frau Bushka Brynda kennen, die Salben, Seifen und andere hervorragende Produkte aus Hanf herstellt. Das war ein Neuanfang in meinem Leben. In der Zeit glaubte ich der staatlichen Propaganda und dachte, dass Marihuana eine gefährliche Droge sei und hatte natürlich Respekt davor. Mit Abhängigkeit habe ich meine eigenen Erfahrungen, die letzte Zigarette vor sechs Jahren auszudrücken war gar nicht so einfach. Bushka nahm mir durch ihr Interesse und ihre Kenntnisse meine Ängste schrittweise und zog mich so auf Ihre Seite. Ja sie wurde meine Lehrerin. Ich züchtete meine ersten Pflanzen, ich freute mich über jedes einzelne Blatt und hoffte, dass ich Männchen von Weibchen rechtzeitig trenne.

Ich verschlang Informationen über Hanf, egal ob von Bushka oder aus dem Internet. Alles klappte und ich züchtete meine ersten eigenen Hanfblüten. Über ein Apotheken-Medikament konnte ich mich nie so freuen.
Ich habe mir dann die Salbe gemacht und meine schmerzenden Gelenke damit eingeschmiert, außerdem habe ich mir mit Hanfblütenmehl Joghurt gemacht und gegessen. Für diese Einnahme-Art ist bereits getrockneter und ein Jahr alter Hanf, bei dem der Wirkstoff bereits natürlich decarboxyliert ist, am geeignetsten.

Falls man die Blüten schneller benötigt ist es gut, sie nach dem Trocknen noch wenigstens drei Monate liegen zu lassen und danach die Decarboxylation im Ofen durchzuführen. Ich lege dazu ein Stück Pappe aufs Backblech und heize den Ofen auf 70 Grad. Dann lasse ich die Blüten 15 Minuten im Ofen. Danach hole ich die Blüten raus, lasse sie kalt werden und wiederhole den Vorgang nochmal für 120 Minuten. Jetzt ist der Hanf bereit zum Mahlen und zur Verwendung in Kaltspeisen.

Ich mische das Mehl mit Vollmilch-Joghurt, manchmal gebe ich auch geschälte Hanfsamen bei, die ungesättigte Omega-3 und -6 Fettsäuren enthalten. Meine Tagesdosis beträgt abends vor dem Schlafen circa ein Gramm. Morgens wache ich schön entspannt auf. Ich verwende die Hanfsalbe regelmäßig für die Gelenke und den Rücken, im Gegensatz zur Hanfsalbe aus der Apotheke spüre ich bei meiner eigenen sofort eine Linderung.

Hanf Heilt
Meine Lebensqualität hat sich immens verbessert, die Häufigkeit der Migräne Anfälle nimmt ab, ich verbrauche viel weniger Medikamente (Triptan) und die Gelenke schwellen praktisch nicht mehr an. Bei meinen dreimonatigen Kontrollen in der Rheumatologie scheine ich gesund zu sein. Für eine wichtige Begleiterscheinung halte ich den erholsamen Schlaf, ich wache in der Nacht nicht mehr auf und morgens bin ich voller Energie. Dazu fühle ich mich ruhiger und zufriedener. Deshalb frage ich mich immer wieder, was so schrecklich und gefährlich an Marihuana ist, dass sich der Staat entschlossen hat, mich durch sein Anbauverbot vor der Einnahme zu schützen. Die Behandlung mit Cannabis ist seit 1993 die erste, die bei mir wirkt. Und weil ich gesund sein möchte, bin ich nach den geltenden Gesetzen dieses Landes eine Verbrecherin.

Wie geht‘s weiter?
Als die Diskussion über Cannabis als Medizin los ging, war ich anfangs euphorisch und glaubte, dass die Dinge endlich ihren Lauf nehmen werden. Ich unterzeichnete die Petition und freute mich auf das was kommen sollte. Aber Pustekuchen, die Sache entwickelte sich seltsam. Ich stellte fest, dass mir das entworfene Gesetz gar nicht hilft, sondern im Gegenteil sogar schadet. Ich bin nicht nur viel zu gesund, um als Cannabispatientin anerkannt zu werden, ich wäre zudem zu arm, die Behandlung zu bezahlen. Ich wüsste auch nicht, was für Pflanzen ich esse und in welcher Umgebung sie aufgewachsen sind.
Ich bin es gewöhnt meine Pflanze unter Aufsicht zu haben. Es gefällt mir, mich um die Pflanze zu kümmern und es freut mich, wenn es ihr gut geht. Ich bin zufrieden, wenn ich weiß, was ich esse. Denn wenn man heutzutage mitbekommt, was die gekauften Lebensmittel enthalten, wird es immer schwerer, nicht ausschließlich selbst gemachten Dingen zu vertrauen.

Ich bin erst zufrieden, wenn der Staat mir erlaubt, mir zur Linderung meiner Beschwerden meine eigenen Pflanzen zu züchten. Ich werde erst glücklich, wenn es Zentren gibt, wo es medizinische Fachkräfte (ich habe bereits meine) für diesen Themenbereich gibt. Das alles ist möglich, ohne dass es den Staat viel kostet.

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