Dienstag, 9. September 2008

Beta-Caryophyllen entzündungshemmend

Die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis ist bekannt. Nun hat das Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der ETH Zürich durch einen Tierversuch nachgewiesen, dass auch die im Hanf enthaltene Substanz Beta-Caryophyllen eine entzündungshemmende Wirkung, aber nicht psychoaktiv ist. Da sie eine ganz andere Molekülstruktur besitzt, erkannte man vermutlich nicht, dass diese Substanz den CB2-Rezeptor des menschlichen Organismus ebenfalls selektiv aktivieren kann. Ob Leberzirrhose, Morbus Crohn, Osteoarthritis oder Arteriosklerose, bei allen „spielen der CB2-Rezeptor und das damit verbundene Endocannabinoid-System eine wichtige Funktion“, wie die Züricher erklären. „Während der CB1-Rezeptor im Zentralnervensystem die Wahrnehmung beeinflusst, spielt der CB2-Rezeptor im Gewebe eine entscheidende Rolle bei der Unterdrückung von Entzündungen“, erläutern die ETH-Forscher das Grundprinzip. Da Beta-Caryophyllen bis zu 35 Prozent des ätherischen Öls von Cannabis sativa L enthält, kann die Produktion der entzündungsfördernden Zytokine unterdrückt werden, ohne im Gehirn den klassischen Cannabis-Rausch auszulösen. Ob die Cannabis-Pille als ASS-Ersatz für die Prävention und Behandlung von Entzündungen eingesetzt wird, steht noch in den Sternen. Der Wirkstoff kommt übrigens auch in weitaus akzeptierteren Pflanzen vor – als Inhaltsstoff der Gewürze Basilikum oder Oregano.

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