Mittwoch, 7. Mai 2008

Staatliche Verordnung für Puren Genuss

Europaweites Rauchverbot zieht bizarre Kreise. Auch in Holland.

Wie in der Badischen Zeitung vom 18.04 berichtet wird, heisst das für die holländischen Coffeeshopbesitzer ab dem ersten Juli 2008 eine strikte Einhaltung des geltenden Tabakrauchverbotes.

Wer nun im Geschäft seines Vertrauens, einen Einkauf tätigt und anschließend die erstandene Ware ausprobieren möchte, ist dazu verpflichtet, dies ohne Zusatz von Tabak zu tun. Das geltende Gesetz schützt die Mitarbeiter der Shops vor Tabakrauch, nicht aber vor dem angenehmen Duft der verbrennenden Marihuanapflanze. Die Rauchentwicklung von Cannabisprodukten sei im Gegensatz zum Tabak geringer und weniger gesundheitsschädlich.

Eine beantragte Sonderregelung für tabakhaltige Joints in Coffeeshops wurde vom Gesundheitsministerium abgelehnt. Jedoch nur jeder fünfte sei der Methode, pur zu rauchen, gewachsen, der Rest der Kundschaft verflüchtige sich dann lieber in die eigenen vier Wände, um wie gewohnt zu konsumieren.

Martijn van Bennekom, Besitzer des ersten Coffeshops, der das Rauchverbot einhielt, erzählt, wie gut ihm die rauchfreie Umgebung in seinem Geschäft gefiele, und dass er selber nun schon seit Monaten keine Joints mehr konsumiere. Finanzielle Einbußen habe er nicht wahrgenommen. Für kleinere Läden könne sich das Verbot ebenfalls als neue Chance präsentieren, wenn diese einen extra abgetrennten Raucherbereich einrichteten oder auf die Nutzung von Vaporizern umstiegen.

Die holländischen Touristen sehen die Entwicklung jedenfalls gelassen, schließlich habe das Land ja doch einiges mehr zu bieten als zugequalmte Coffeshops.

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