Mittwoch, 7. Februar 2007

Fünf Fragen an: R-R-R Ronny Trettmann

Nicht erst seit seinem Sommerhit „Der Sommer ist für alle da“ verbreitet Ronny Trettmann aus Obergräfenhain positiv sächsische Vibes in deutschen Tanzhallen. Freitag Nacht, kurz nach Zwölf. Unser Kurzinterview mit Ronny Trettmann findet im Backstage des Berliner Clubs SO 36 statt, wo Ronny heute als Main Act ganz zum Schluss auftritt.

HaJo: Hallo Ronny

Ronny: Bigopp, Hanf Journal.

HaJo: Nach deinem Sommerhit „Der Sommer ist für alle da“ hast du deinen nächsten Tune „Bizziniz“ auf dem „Sun Is Shining Riddim“ aufgenommen. Wie hart ist es wirklich im Buiseness?

Ronny: Es ist richtisch hart, es gibt viele Hasser und viele erbarmungslose Neider. Das muss morr immer im Hinterkopf behalten!! Ich hab schon viele kommen und viele gehn sehen und nur wirklisch wenige sind gebliebn. Muss morr einfach lernen mit umzugehn …

HaJo: Wirst du aufgrund deines Dialektes besonders gedizzt?

Ronny: Besonders nischt , aber es gibt einige, die mich wegen meinem Dialekt hassen.
Für mich ist Sächsisch einfach natürlisch, isch bin so groß geworden. Um misch herum gab es nischds anderes, nur Sachsen. Ich komm’ aus der Vor-Erzgebirgsmetropole Karl-Marx-Stadt, dazu steh’ isch und darum spresche isch Sächsisch. Für misch ist es einfacher, Sächsisch zu texten, als mir hochdeutsch anzueignen. Das flowt viel besser im Dancehall Reggae-Bereisch, das geht einfach nach vorn, so wie: „auch wenn sie sagn es klingt hässlisch, isch find es lässisch, deutsches Patwa, das spresch isch … ja auch am Esstisch“ (freestylt noch ne Minute weiter, ohne Luft zu holen) … das würde auf hochdeutsch nischt so eindringlisch klingen …

HaJo: Zur Insel-Frage. Stell dir vor, du dürftest nur eines dieser drei Dinge auf eine einsame Insel mitnehmen: Ganjapipe, Red StripeBier oder Kaffe – wofür würdest du dich entscheiden?

Ronny (lacht): Ich würde sagen: Lasst alles hier oder nehmt alles wieder mit. Schau mal, das Erste was ich frühmorgens mache: isch bedank misch, dann koche isch mir einen Kaffee. Dann mach isch mir meine Ganja-Mischung und dann mach isch mir irgendwann ein Freiberger auf.

HaJo: Was können wir als nächstes von dir erwarten?

Ronny: Mein Freund Pionear und isch planen gerade, ein Kochbuch herauszubringen. Mit sächsischn und jamaikanischn Gerischtn. Natürlich auf sächsisch.
Außerdem arbeite isch an einen Haufen neuer Tunes, die House of Riddim-Band bekommt einen Tune von mir, das Firewheel-Soundsystem einen auf dem King Orle-Riddim mit Namen „Mädschn isch will dich grätschn“ − mein erster Tune im Bereisch Slackness. Phlatline aus Chemnitz bringen jetzt auch ihren ersten Riddim raus, darauf gibt es dann einen Song fürs Erzgebirge … über Roots und Culutere im Erzgebirge.

HaJo: Roots’n Culture und positive Vibes im Sinne von Ronny Trettmann sind?

Ronny: … das hört man schon an mein’ Tunes. Wenn du zum Beispiel „Kaffee“ nimmst. Eigentlich sollte das ein Lied über Marihuana, ein Ganja-Tune, werden. Die gibt es aber schon wie Sand am Meer. Zur gleichen Zeit habe ich festgestellt, dass in Leipzig das älteste Kaffeehaus Deutschlands steht. Bei meiner Liebe zum Kaffee lag es für misch einfach mal nahe, einen Song über Kaffee zu schreibn. Denn so wie Vybez-Kartell aufsteht und erst einmal ein’ Spliff anbrennt so koch isch mir halt zuerst einen Kaffee.

HaJo: Vielen Dank für das Gespräch. Respect und see ya Ronny.

Ronny: Gwaan Hanf Journal!! Und Bigopp&Seen an alle Leserinnen und Leser.

Mehr unter:
http://www.myspace.com/ronnytrettmannwww.germaica.net

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