Donnerstag, 19. Januar 2006

Bis zum bitteren Ende

Potsdam: Ein Arzt hilft einem als unheilbar eingestuften, todkranken Patienten mit Dronabinol – THC in Tablettenform, legal produziert. Der Patient nimmt wieder zu und sein Allgemeinzustand bessert sich so weit, dass er auf andere Medikamente umgestellt werden kann. Der Arzt hält ihn für gerettet.

So weit so gut, aber: Künstlich hergestelltes Cannabis ist nicht gerade billig. Und weil auch in Krankenkassen-Vorständen Ideologen hocken, zahlen die einen das Mittel, die anderen weigern sich. Egal ob „Cannabis“, in welcher Form auch immer, dem Patienten hilft, es gibt ja schließlich andere, billigere Medikamente. Das diese vielleicht wie in diesem Fall nicht anwendbar sind, interessiert dabei niemanden.

Und so fordert die Kasse nach diversem Gerichts-Hickhack die Kohle zurück. Und zwar von dem Arzt. Der soll jetzt mal eben 76.000 Euro zahlen, da er das falsche Medikament verschrieben habe. Der hat nun auch keinen Bock auf Ärger und muss aufhören, Dronabinol zu verschreiben.. Die Arschkarte aber hat der Patient gezogen, welcher letztes Jahr einen Rückfall mit Gewichtsverlust und Fieberschüben hatte. Daraufhin empfahlen die Onkologen im Klinikum ein Medikament: Dronabinol. Kann aber leider nicht noch einmal verschrieben werden. Die Kasse des Krebspatienten weigert sich weiterhin die Kosten zu übernehmen. Andere Kassen würden dies zwar tun, ein Kassenwechsel steht hier natürlich nicht zur Wahl, Sterben schon eher. Klingt hart, ist leider wahr.

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