Samstag, 30. Juli 2005

“Du weißt nichts über Sein oder Nichtsein

– alles, was du weißt, ist – worauf du eingetunt bist.“

Robert Anton Wilson (R.A.W.) sagt von sich selbst, dass er sich in einem ständigen Wandlungsprozess befindet. Und wer sich einen Einblick verschaffen will, wie der aussieht, sollte sich den Film „Maybe Logic“ – Leben und Gedanken von Robert Anton Wilson anschauen. Lance Bauscher lässt in seinem Film vor allem den Philosophen, Autor, ehemaligen Playboy-Redakteur erzählen. Daneben kommen aber auch unter anderem der Autor Tom Robbins oder der Medientheoretiker Douglas Rushkoff zu Wort und sagen, was sie von R.A.W. gelernt haben oder von ihm halten.
R.A.W. dürfte hierzulande vor allem durch seine Geschichte der Illuminaten bekannt geworden sein. Und er erklärt auf seine ganz spezielle Weise, warum es überhaupt Verschwörungstheorien gibt und sie so erfolgreich sind. Er erzählt auch, welche Bedeutung zwei Meter große weiße Hasen für ihn haben oder erläutert das „kosmische Deppenprinzip“. Er ist ein Meister der Satire und so nebenbei spricht er über Glaubenssysteme und wie es zu den diskordischen Päpsten kam. Er plaudert aus seiner Kindheit und wie sehr er schockiert war, als ihm seine Eltern sagten, dass es keinen Santa Claus gebe.
R.A.W. spricht über das Universum, die Wirklichkeit, das interaktive Verarbeiten, Verben, Okkultismus, verlorene Esel, Religionen, Bewusstseinserweiterung, Realitätstunnel, innere und äußere Rituale und dem Wörtchen „ist“ und warum man dieses möglichst vermeiden sollte.
R.A.W. hatte mit vier Jahren Kinderlähmung, die ihn inzwischen wieder eingeholt hat. Seit Jahren sitzt er im Rollstuhl und hat oft genug große Schmerzen. Dagegen helfen am besten die „Marihuana Brownies oder –Muffins“, die er vom Wo/Men’s Alliance for Medical Marijuana (WAMM) bekommt. Da ist es kein Wunder, dass er wütend wird, wenn die amerikanische Regierung verhindern will, Cannabis als Medizin einzusetzen. „Cannabis ist eines der besten Schmerzmittel“, auch weil es einen glücklich macht. Inzwischen kann der Optimist sogar wieder ein wenig laufen.
R.A.W. spricht so schnell, ist dabei aber immer sehr komisch, dass die Zuschauer entweder des Englischen mächtig sein müssen oder aber sehr schnell lesen können, um den deutschen Untertiteln zu folgen. 90 Minuten sind eigentlich recht wenig für all das was R.A.W. in Interviews oder Vorträgen so von sich gegeben hat. Immerhin sind 35 Bücher und 1500 Artikel von ihm erschienen. Bilder, Musik und schnelle Schnitte machen den Film zu einer runden Sache. Die teilweise stark verfremdeten Farben lassen den Dramatiker, Zukunftsforscher und Psychologen manchmal in ganz eigentümlichen Licht erscheinen. Ein Zeitdokument, was für alle Illuminatenfans Pflicht und alle anderen, die schon immer mal die Quantentheorie beziehungsweise Quantenmechanik in wenigen Sätzen erklärt haben wollten, ein Muss.
Maybe Logic-Übungen gibt es auch noch auf der DVD, ein Booklet mit allen Texten liegt bei.

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