Donnerstag, 2. Juni 2005

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Tosca – J. A. C. (!k7 records)

Das Projekt „Tosca“ hat seit seiner Anwesenheit in der Lounge Music-Sparte für viele Musikliebhaber, die das Genau-Hinhören nicht verlernt haben, durchwegs eine Ausnahmeposition besetzt. Will man legitime geistige Verwandtschaften erkennen, sollte man sich eher bei Konzeptkünstlern oder Designern wie Gabriel Orozco, Yoko Ono, Marti Guixé oder Yohji Yamamoto umsehen, als bei „Future Jazz 1-99“, Thievery Corporation oder dem gedopten Rechtsanwalt Klaus Waldeck. Mit „J.A.C.“ ist den beiden Wiener Produzenten Rupert Huber und Richard Dorfmeister die vielleicht bisher konsequenteste Ausformulierung des heiter-melancholischen Tosca-Sounds gelungen. Seit der Veröffentlichung ihres Langspielers „Dehli 9″ haben beide Nachwuchs bekommen. Dabei schlug Rupert sogar zweimal zu. So erklärt sich der Titel ihres neuen Albums – es sind die Anfangsbuchstaben ihrer familientechnischen Releases: Joshua, Arthur und Conrad. „J.A.C.“ versammelt zwölf Titel, die nicht nur wiederum mit sehr hübschen Worten bekleidet sind („Naschkatze“, „Pyjama“ und „Damentag“) sondern auch mit gewohnt verwöhnender Eindringlichkeit und präraffaelitischer Grazie aus den Boxen pulsieren. Die franko-tunesische Rasta-Prinzessin Samia Farah aus Paris singt den wunderbaren Jazztune „Heidi Brühl“ und neben Chris Eckman, Sänger der Seattle-Band The Walkabouts, London’s Earl Zinger (aka Galliano) und der österreichischen Rock-Legende Graf Hadik ist auch die Birmingham-Legende Farda P. (Rockers Hi-Fi) zu hören! Das Album verbindet Deep House mit Downbeat und versprüht neben einer ausgefuchsten elektronischen Produktion hippiesken 70er-Touch. Eine erlesene und mesmerisierende Wiener Melange, denn die beiden Edelgroover lassen die Abendsonne über dem See brillieren.

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