Samstag, 9. Oktober 2004

Jorges Grow Corner

Schimmelpilz entzaubert

Die Erntezeit rückt immer näher! Wenn die Pflanzen
reifen,ändern sich die Wuchseigenschaften. Die Äste werden länger, neue
Blätter habenweniger Finger und der Nährstoffbedarf ändert sich. Die
Pflanzen brauchenwährend der Blüte mehr Phosphor und Kalium und dafür
weniger Stickstoff. DieMännchen sind hoffentlich schon längst entfernt.
Falls ihr euch beim Geschlechteurer Pflanzen noch nicht sicher seid, so
lest doch den Artikel von letztemMonat unter www.hanfjournal.de

 

Einige
Sorten – wie z. B. Ruderalis-Kreuzungen und frühe Indicassollten Ende
September/Anfang Oktober voll ausgereift sein. Die meisten
anderenSorten werden zwischen Oktober und November ausreifen. Das
Schwierigste ist esjetzt, die Pflanzen lange genug stehen zu lassen,
damit sie auch wirklich reifsind.

 

Vor
allem Indica-lastige Sorten sind prädestiniert fürSchimmelprobleme in
der Endphase der Blüte. Im Gegensatz zu Sativa-lastigenSorten haben sie
feste, dicke Blütenstände, die wenig Luftzirkulation zulassen.Das
stickige, warmfeuchte Klima in diesen Tops (Blüten, Anm. d. Red.)
istidealer Nährboden für Botrytis-Sporen (Grauschimmelsporen). In
luftigenSativa-Buds haben sie viel weniger Chancen sich festzusetzen.

 

Botrytis
(Grauschimmel), Regen, Kälte und Wind sind diegrößten Hindernisse der
letzten Wochen vor der satten Ernte. Hier könnt ihr nunerfahren, wie
erfahrene Grower versuchen ihre Ernte unbeschadet durch dieseharte Zeit
zu bringen

 

Botrytis
gedeiht am besten auf verletztem Gewebe, beikühlem, feuchten (über 50
Prozent) Herbstklima. Es ist schwer, ihn gleich zuAnfang zu entdecken,
da er immer tief in der Blüte anfängt zu gedeihen. Erbreitet sich
anfangs nur langsam aus. Aber wenn er erst mal voll Fuß gefassthat, so
verbreitet sich der Schimmel sehr schnell.

 

Wenn
erfahrene Grower Schimmel zwischen den Blütenentdecken, schneiden sie
diesen meist sofort mit einer in Alkoholdesinfizierten Schere
großflächig aus. Lieber drei Zentimeter Blüten zuvielweggeschnitten als
zu wenig. Auch die Entsorgung führen sie sofort und sehrgründlich aus.
Entsorgen heißt hierbei aber wegschmeißen! Nicht rauchen!!!

 

Es
gibt verschiedenste Mittel gegen diesen Schimmel, diemeisten haben
furchtbar klingende, chemische Namen. Leider entwickelt derSchimmel
auch schnell Resistenzen gegen diese Chemiekeulen, und auch
dieGesundheit der Konsumenten sollte natürlich nicht vergessen werden.
Wirklichbehandeln kann man mit Botrytis befallene Pflanzen nicht, nur
die weitereVerbreitung verhindern.

 

Vorbeugend
hilft sprühen mit Lösungen von „Gliocladiumroseum“ und verschiedenen
„Trichoderma“-Sorten. Ich experimentiere auch miteinem Nesselextrakt,
der wie fermentierte Kuhscheiße riecht. All diese Mittelmüssen vor dem
Befall angewendet werden! (In Deutschland produziert die
Firma„Biplantol“ homöopathische Pflanzenprodukte (Vital NT, MykosII),
die sich zurVorbeugung gegen Pilzbefall und anderer Krankheiten auch
sehr bewährt habenAnm. d. Red.).

 

In
Gewächshäusern muss auf sehr gute Ventilation geachtetwerden, vor allem
morgens und abends, wenn die Luftfeuchte ansteigt. Ich habein der
Schweiz in Gewächshäusern und geschlossenen Räumen auch
schonSchwefel-Dampf-Geräte im präventiven Einsatz gesehen. Und
scheinbar mit großemErfolg. Diese Geräte sollten im professionellen
Gewächshausbedarf zu habensein. Auch Ozongeneratoren verhindern die
Ausbreitung von Schimmelsporen.

 

Das
Umfeld um die Pflanzen herum muss immer sauber sein.Alte,
herabgefallene Blätter werden von erfahrenen Growern immer
sofortentfernt. Eine einzelne Spore reicht aus, um eine ganze Pflanze
zu infizieren.Und mehr als 60.000 Sporen passen auf einen Fingernagel.
Darum werden innere,schwache Triebe meist mit einem scharfen Messer
entfernt, damit mehr Luftzirkulieren kann. Ein Freund aus Kanada hat
mir erzählt, dass er vorsichtig dieeinzelnen Blütenstände vom Stamm
wegbiegt, damit auch an den dichtenBlütenständen noch Luft hinkommt.

 

Achte
auf gesunde, unverletzte Pflanzen. Schimmelpilzegreifen immer zuerst
geschwächtes und verletztes Gewebe an. Einmal eingenistet,greift der
Pilz dann schnell auch auf gesundes Gewebe über. Auch
Überdüngungbegünstigt die Schimmelbildung.

 

So,
ich hoffe euch damit gut dargestellt zu haben, wie sicherfahrende
Grower vor Botrytis schützen. Falls auch ihr auf der InterHanf inBerlin
seid, so freue ich mich auf alle, die mir ihre Botrytis-freien
Blütenzeigen können (natürlich als Bilder!;-)) Ich werde auf jeden Fall
ein paarBilder für meinen Vortrag dabei haben.

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