Montag, 24. Oktober 2022

Wie viel Cannabis darf ich nach der Freigabe im Weinkeller aufbewahren?

FDP-Vize Johannes Vogel: Besitzgrenzen von Cannabis müssen „ausreichend hoch“ sein – man reguliere ja auch nicht den Besitz von Weinflaschen

Cannabis
Beim Trocknen / Bild: Kimo

 

 

Ein Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Laut eines noch nicht mit allen Bundesministerien abgestimmten „Eckpunktepapiers“ aus dem Hause Lauterbach soll der Besitz von 20 Gramm Cannabis ab 18 Jahren künftig straffrei sein. Kaum hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) das mutmaßlich geleakte SPD-Papier in die Medienwelt gesetzt, hagelte es auch schon Kritik von allen Seiten. Insbesondere die Idee, die Besitzobergrenze völlig willkürlich auf bescheidene 20 Gramm festzulegen, sorgte für Kopfschütteln. Praktisch bedeutet das, dass jeder, der auch nur einen Krümel mehr als die zulässige Menge Haschisch in der Tasche hat, Gefahr läuft, von den Strafverfolgungsbehörden in die Mangel genommen und vor den Kadi gestellt zu werden. Die Besitzobergrenze gestattet es der Polizei auch weiterhin, auf mitunter tödlich endende Kifferjagd zu gehen und Angst und Schrecken zu verbreiten.

 

Dass der legale Besitz von 20 Gramm Marihuana bzw. Haschisch die schrecklichen Kollateralschäden der Prohibition etwas lindert, mag schön und gut sein, und der SPD sei auch gedankt für das Entgegenkommen im Koalitionsgezänk um die versprochene Hanffreigabe. Doch auf den Prüfstand gestellt, erweist sich der Vorschlag als realitätsfremd. Selbst wenn es der Regierung gelingt, in absehbarer Zeit die Freigabe samt dazugehöriger Versorgung mit Industriegras aus deutschen Landen an den Start zu bringen, der Schwarzmarkt und die illegale Hanfproduktion werden davon kaum berührt.

 

Denn eines ist klar wie Kloßbrühe: Der legale Verkauf geringer Mengen Cannabis zum Freizeitgebrauch wird preislich nicht mithalten können. Schon jetzt sinken die Preise für Haschisch aus Marokko. Der 20-Gramm-Bobel beim Betäubungsmittelfachhändler des Vertrauens ist außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs locker für weit unter zehn Euro das Gramm zu haben. Und das Schöne ist: Dank des medialen und politischen Hypes um die Hanffreigabe kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack, von der „verbotenen Frucht“ zu kosten. Die Nachfrage steigt, und das Geschäft des illegalen Anbaus und Schmuggels boomt wie nie.

 

Der politische Wille der Ampelkoalition, mit dem Ende der Prohibition auch den vielen fleißigen Menschen im illegalen Cannabis-Gewerbe ein Ende zu bereiten, bleibt eine Illusion, wenn nur ein bisschen legalisiert wird. Manchem Gelegenheitskiffer wird die „Legalisierung light“ genügen, aber nicht jenen Hänflingen, die aus vielerlei Gründen den Schwarzmarkt bevorzugen. Luxusgras aus industrieller Produktion kann und will sich nicht jeder leisten. Wer sparen will kauft en gros ein oder baut sich seinen Jahresbedarf selber an. All diese Leute sollen nach dem Willen der Sozialdemokraten Straftäter bleiben.

 

Wie es aussieht, will die FDP diesen Weg nicht mitgehen – und das ist die gute Nachricht des Tages. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Johannes Vogel bekannte am Sonntag hinter der Bezahlschranke des Tagesspiegel, dass „die Besitzgrenzen – wenn überhaupt – so geschaffen sein müssen, dass sie ausreichend hoch sind“. Man reguliere auch nicht, wie viele Flaschen Wein jemand zuhause haben dürfe.

 

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass der FDP-Vize klipp und klar ausgesprochen hat, dass die Festsetzung einer Besitzobergrenze für Cannabis nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Inwieweit die Weitsicht der FDP in der Legalisierungsdiskussion fruchtet, bleibt abzuwarten. Noch stehen die SPD-Koalitionäre auf der Bremse, und der Eindruck verfestigt sich, dass im Bonner Gesundheitsministerium, obwohl SPD-geführt, noch immer der Geist von Marlene Mortler und Daniela Ludwig herrscht.

 

5 Antworten auf „Wie viel Cannabis darf ich nach der Freigabe im Weinkeller aufbewahren?

  1. haschberg

    Gerade in der heutigen Zeit ist es sehr ratsam, sich in allen Bereichen des täglichen Lebens zu bevorraten. Das gilt natürlich auch für das gute Cannabis.
    Wer weiß, wie lange es noch alles ohne Probleme zu kaufen gibt?
    Wenn sich Weinliebhaber mit ihren gefährlichen und nicht selten tödlichen Traubenkreationen quasi ohne Limit eindecken dürfen, wäre es eine Ungerechtigkeit ohnegleichen, dies Hanfkonsumenten zu verwehren.
    Ja ich habe auch so den Eindruck, als würden die hartgesottenen Cannabisverteufler vom Schlage einer Mortler und Ludwig ( z.Zt. ist es Holotschek) noch immer mit ihren Hasstiraden Gehör finden.
    Das muss nun ein Ende haben. Eine neue Zeitepoche ist angebrochen und das sollten unsere Politiker aller Fraktionen endlich mal kapieren!

  2. Fred

    Die Legalisierung wird so nicht funktionieren. Selbst Herr Ploß von der CDU kritisierte das Eckpunktepapier als unzureichend, den Schwarzmarkt zu verdrängen. Selbstverständlich brachte Herr Ploß keinen eigenen Vorschlag zur Umsetzung der Legalisierung. Konstruktive Kritik scheint den Damen und Herrn von der Partei der Ewiggestrigen nach wie vor ein Fremdwort zu sein.

    Funktionieren wird das ganze nur unter Marktwirtschaftlichen Bedingungen. Als Newcomer in einen bestehenden Markt, auch wenn es ein Illegaler ist, einzudringen, funktioniert nur mit einem breiten und besseren Angebot hervorragender Ware die zu einem vernünftigen Preis angeboten wird. Beschränkungen kann es nur eine geben. Zutritt ab 18 Jahren. Irgendwelcher Unfug wie z.b Lightgras für 18-21 Jährige, unsinnige Höchstmengen, THC Obergrenzen und ähnliches wird zu einem Akzeptanzproblem führen. Und das garantiert dem Schwarzmarkt die Existenz.

    Das Ganze ist nicht zu Ende gedacht. Beispielsweise die Höchstmenge von 20 Gramm. Damit will man ja offensichtlich den Schwarzhandel bekämpfen, bzw den illegalen Händler identifizieren. Hat jemand mehr in der Tasche, ist er ein Dealer. Das hat noch nie funktioniert. Dealer hatten schon immer maximal eine `“ ungefährliche “ auf das Strafmaß gerechnete Menge Stoff in der Tasche. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

    Statt also den Schwarzmarkt mit herkömmlichen Mitteln, die sich seit 60 Jahren als ziemlich wirkungslos erwiesen haben, bekämpfen zu wollen, die Sache einfach mal dem Markt überlassen. ( Ups, jetzt bekomme ich wieder Prügel )
    Dazu braucht es lediglich ein gutes Angebot zu guten Preisen und einen unbürokratischen Zugang. Dann hat niemand mehr einen Grund, das legale Angebot nicht wahrzunehmen.

  3. Heisenberg

    Die lange zermürbende Warterei nervt mich mehr als der Murks den die verzapfen.Im Moment interessiert mich das wann mehr als das wie.Ich befürchte es wird nicht Legalisiert,nur viel Rauch für nichts.Nur ein Eckpunktepapier mit unausgereiften Ideen.Ist in dreißig Jahren vergilbt.

  4. Flo1209

    Kann es nicht mehr hören…. Es wird auch immer von Hash gesprochen, Hash ist dann doch immer noch illegal weil zu viel THC, und dann noch 2 Pflanzen wo sind wir dann ? Weit über 20 Gramm und wieviel THC hat das dann ? Vergifte ich mich dann ?? Also wieder tolle Leistung der Regierung Tolle Legalisierung. Ich fahr erstmal zur Brauerei und hol mir n Anhänger voll Bier so wie sich das hier in diesem sc….. Bayern gehört ist das alles zum kotzen

  5. Rogg

    Gedankenspiel…Legalisierung…Zwei Pflanzen im Garten mit je 200 Gramm…noch legal…?? Haschisch daraus gemacht…20 Gramm …aber ist selbstgemachtes Hasch überhaupt legal…???
    Was ist mit all den anderen Spielarten von Cannabis…?? Edibles…Konzentrate..??
    Wie sehen die Strafen aus wenn man mit unerwünschten Mengen erwischt wird…?? Oder mit drei Pflanzen…?? Fragen über Fragen…

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